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Krankengeld und Reha: Widerspruch bei der Krankenkasse lohnt sich
Klaus Rose / imago images

Krankengeld, Reha oder Vorsorge - oft werden Leistungen von Krankenkassen abgelehnt. Doch Widerspruch einzulegen, ist sehr häufig erfolgreich. Und so können Sie dabei vorgehen.

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tafka2937981 06.07.2019, 15:15
1. Kuren

Wegen der häufigen Ablehnung von Kuren darf man sich bei denen bedanken, die früher (v.a. 80er, 90er Jahre) das Ganze missbraucht haben (Stichwort 'Kurlaub', Urlaub auf Krankenschein).
Und da Hausärzte kein Interesse daran haben, ihren Patienten eine Kurempfehlung zu verweigern, ist die Einschaltung des MDK beinah zwangsläufig.

Übrigens handeln die Krankenkassen nicht aus Boshaftigkeit so, sondern weil sie die Gesetze einhalten müssen. Das Bundesversicherungsamt schaut sehr genau hin, wenn KK zu GROßZÜGIG sind.

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tzoumaz 06.07.2019, 15:47
2. Reha nach schwerer Erkrankung/Operation

ist notwendig und wird von den Kassen auch genehmigt. Kuren und Kurschatten sind privat und sollten auch nicht auf Kosten der Allgemeinheit bezuschußt werden. Und die Kuren aus den 80igern und 90igern wurden nur deshalb genehmigt, weil es um viele Arbeitsplätze damals ging und die Politik wollte, das diese nicht schlagartig verloren gingen. Mittlerweile sind Einrichtungen ja mächtig zusammen geschrumpft worden.

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mime-sis 06.07.2019, 16:33
3. Auf jeden Fall Widerspruch einlegen

Als mein Vater nach dem zweiten Oberschenkelhalsbruch mit 83 Jahren zum Pflegefall wurde, hat die Krankenkasse zunächst den Antrag zur Pflegestufe aufgrund der reinen Aktenlage abgelehnt. Erst nach einem schriftlichen Widerspruch mit der Bitte mein Vater möge doch von einem Arzt der Krankenkasse persönlich begutachtet werden, bekam der die nötige Pflegestufe. Nach Rücksprache mit den beteiligten Ärzten meines Vaters meinten die nur kurz, Ablehnungen von dieser Krankenkasse hätten System.

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deltavega 06.07.2019, 16:43
4. Vertrauen nicht mehr wert

Den Krankenkassen kann ich bei allem, was über die direkte Abrechnung mit Ärzten und Apotheken hinausgeht, nicht mehr vertrauen. Da werden Informationsanfragen "falsch verstanden" und mit Gebührenbescheiden beantwortet, das Krankengeld wiederholt falsch berechnet und auf Widerspruch und Richtigstellung dummbratzig reagiert. Viele Telefongespräche enden ergebnislos. Arztdiagnosen werden ins Gegenteil verkehrt. Erst wenn man Gesetze zitiert und mit dem Anwalt droht, "kümmert" sich jemand, der die "kleinen Fehler" der Kollegen korrigiert und noch dazu anregt, beim nächsten mal anzurufen, "denn am Telefon lässt sich vieles leicht klären". Für mich als junger, geistig gesunder Mensch war das schon ein riesiger Kraftakt, mitten in der so wichtigen Wiederherstellungsphase. Wie sollen sich da erst Menschen durchsetzen, die weniger belesen, deutlich älter oder viel kränker sind? Wie wartet man monatelang auf sein Geld, wenn der Kontostand immer winziger wird und bald die Miete fällig ist? Ein absolutes Armutszeugnis für Politik, Management und manchmal auch für den einzelnen, einfachen Krankenkassensachbearbeiter...

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Zentrist 06.07.2019, 16:43
5. Das zeigt doch ganz gut

Das der Sozialismus in Deutschland nicht funktioniert. Bei privaten Versicherungen hätte der Kunde eine Wahl und der Markt würde verschiedene Angebote schaffen. Von daher: das gesamte System gehört privatisiert.

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ribaldc 06.07.2019, 16:56
6.

Zitat von Zentrist
Das der Sozialismus in Deutschland nicht funktioniert. Bei privaten Versicherungen hätte der Kunde eine Wahl und der Markt würde verschiedene Angebote schaffen. Von daher: das gesamte System gehört privatisiert.
Schon lange nichts mehr von der FDP gehört, gibts die noch? Aber mal im Ernst: Ihre Wunsche nach Privatisierung sind ja tw. erhört worden, ohne dass ich Eindruck habe, dass substanzielle "Verbesserungen" erreicht werden, eher dass die Sharholdervalue fett gworden ist. Für Sie gibt es schliesslcih private Kk, aber wenn sie Alte und Krank sind, haben Sie früher oder später der A-Karte gezogen. Villeicht könne sie sich dann nochnicht mehr ein Kräuterweiblein leisten.

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wm1412 06.07.2019, 17:18
7. das ist Irreführung

denn die wirklich entscheidende Frage wurde nicht gestellt: Warum wurde der berechtigte Antrag zunächst abgelehnt? Weil ein Mitarbeiter einen schlechten Tag hatte? Sein Goldfisch Zahnschmerzen hatte? Oder was weiß ich?

Niemals!!!

Das kann sich heutzutage kein Mitarbeiter irgendeiner Krankenkasse mehr leisten. Der fliegt – und zwar nicht in den Urlaub.
Unaufmerksamkeit dagegen darf er sich mal leisten – bei dem massiven Arbeitsdruck während seines Arbeitstages.
Leider vergessen all die oberschlauen Kolumnisten, Foristen etc., die über abgelehnte Anträge sich aufregen, dass ein solcher Antrag STETS ausreichend medizinisch begründet sein muss. Eine medizinisch notwendige Leistung wird nicht verweigert.
Wohl gemerkt, ich spreche von anerkannten Leistungen, nicht von Wunschleistungen, wie z.B. Brustvergrößerung durch Handauflegen oder Bachblütentherapie.

Natürlich kann ich keine Kur fordern, wenn es mir blendend geht. Und dass es mir nicht blendend geht, das kann in Deutschland nur ein Arzt feststellen. Kein Heilpraktiker und sonstiger Wunderheiler. Nur der behandelnde Haus- oder Facharzt.

Folgt man dem Artikel, dann könnte man zu der irrigen Annahme kommen: Ein Widerspruch – und alles wird gut. Falsch!

Viel besser: Der Widerspruch wird ausreichend medizinisch begründet. Das ist zwar nicht ausdrücklich vorgeschrieben, erhöht aber ihre Chance.

Also vorher ab zum Haus- oder Facharzt und eine aussagekräftige Begründung holen. Dafür werden diese Ärzte nämlich auch von den gescholtenen Krankenkassen bezahlt. Und zwar verdammt gut!


(im Gegensatz zum Autor habe ich 25 Jahre lang an der Basis gearbeitet.
Und ich habe keine Lust, auf irgendwelche grottigen Foristen-Widersprüche zu antworten. Nach meinem Schlaganfall ist mir das zu mühselig.)

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wm1412 06.07.2019, 17:22
8. Was hat denn das Solidarsystem

Zitat von Zentrist
Das der Sozialismus in Deutschland nicht funktioniert. Bei privaten Versicherungen hätte der Kunde eine Wahl und der Markt würde verschiedene Angebote schaffen. ...
mit Sozialismus zu tun????

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remedias.cortes 06.07.2019, 18:13
9.

Zitat von tafka2937981
Wegen der häufigen Ablehnung von Kuren darf man sich bei denen bedanken, die früher (v.a. 80er, 90er Jahre) das Ganze missbraucht haben (Stichwort 'Kurlaub', Urlaub auf Krankenschein). Und da Hausärzte kein Interesse daran haben, ihren Patienten eine Kurempfehlung zu verweigern, ist die Einschaltung des MDK beinah zwangsläufig.
Kuren gibt es seit 2000 nicht mehr . ( War übrigens nicht nur eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, sondern eine Maßnahme, die vielen Kriegstraumatisierten, die Deutschland hatte, arbeitsfähig und bei Laune zu halten - davon haben wir alle profitiert!) Was es heute gibt, ist die Medizinische Reha. Von einer Alternative möchte ich noch berichten: Der ambulanten medizinischen Reha. Man schläft zuhause und fährt jeden Tag hin. (Geht natürlich nur an größeren orten). Vorteil: Die Kosten der unterkunft können in bessere Therapien fließen. Die orthopädischen und Sportreha- Einrichtungen dieser Art haben einen guten Ruf . eine ambulante Reha wird eher übernommen als eine stationäre , da kostengünstiger. Wenn es freilich darum geht, vor allendingen von Zuhause wegzukommen , ist eine stationäre Reha besser.

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