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Krankenversicherung: Private Kassen verlieren Zehntausende Beitragszahler
DPA

Steigende Gesundheitskosten belasten Krankenversicherte zunehmend. Im verschärften Kampf um Mitglieder haben private Krankenkassen zuletzt deutlich verloren - in fünf Jahren traten 189.000 Versicherte aus.

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Hans58 14.12.2016, 11:29
100.

Zitat von kleinsteminderheit
Würde die Regierung morgen beschließen, das Gehaltssystem für Beamte so zu ändern, dass diese gesetzlich versichert wären, wäre die PKV wirtschaftlich am Ende. Und das Krankenversicherungssystem der Beamten mit Beihilfe und PKV ist wohl auch der einzige Grund, warum die Politik die PKV protegiert.
Es haben nicht nur Beamte Anspruch auf Beihilfe im Krankheitsfall.
Anspruch haben u.a. auch Familienangehörige von Soldaten (die ihrerseits Anspruch auf unentgeltliche truppenärztliche Versorgung haben). Auch Versorgungsempfänger, die zuvor keine Beamte waren, haben Anspruch auf Beihilfe.

Dass der beihilfeberechtigte Personenkreis in der PKV nur den Erstattungsteil abdeckt, den die Beihilfe nicht abdeckt, führt zu deutlichen Minderung der Beiträge in der PKV.

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harryhorst 14.12.2016, 11:32
101. Privat ist keinesfalls immer besser.

Ich bin 65 und mein Leben lang privat versichert. Inzwischen bemerke ich zunehmend Nachteile ausser den ständig steigenden Tarifen. Wenn ich im Krankenhaus oder einer Arztpraxis bin, werden mir ständig die teuersten Therapien und Untersuchungen vorgeschlagen, die häufig nicht nötig sind, die mich unnötig belasten und nur dem Arzt oder Krankenhaus viel Geld bringen. Kaum bin ich beim Orthopäden soll ich schon eine MRT oder CT über mich ergehen lassen. Im Krankenhaus habe ich schon mehrfach Herzkatheder abgelehnt, weil mir befreundete Ärzte dringend davon abgeraten haben. Ausserdem gibt es zunehmend Ablehnung der Kostenübernahme durch die Privatkasse. Früher gab es nie Probleme, jetzt immer wieder. Ich habe schon Angst, mal hilflos im Krankenhaus zu landen, wo dort dann alle Register gezogen werden können an überflüssigen Eingriffen etc. Neulich musste ich erfahren, dass eine Reha grundsätzlich nicht von Privatkassen bezahlt wird. Das hätte ich früher wissen sollen.

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Hans58 14.12.2016, 11:33
102.

Zitat von zensurgegner2016
..... Die PKV ist eine Ansammlung von: 1: Besserverdienenden 2: Meist Selbständigen, die sind....
Höhere Beamte? Nein, alle Beamte und vergleichbare Personengruppen.

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Hans58 14.12.2016, 11:35
103.

Zitat von Cluedo
Übrigens: ... Beamte "müssen" sich nicht privat versichern - sie müssen sich überhaupt nicht versichern, wenn sie nicht wollen. (Solche Fälle gibt es tatsächlich) - .
Diese Fälle gibt es, dieser Personenkreis hat aber dann auch keinen Anspruch auf Beihilfe (diese Verordnungslücke wurde vor einigen Jahren in den Beihilfeverordnungen geschlossen).

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je_pense 14.12.2016, 11:36
104. BBG steigt auch...

Klar steigen bei vielen privaten Krankenversicherungen die Beiträge. Die Lehre daraus sollte aber nicht sein die PKV zu verteufeln, sondern vielmehr nicht nur auf den eigenen Beitrag und dafür auch auf die Finanzkraft des Versicherers zu schauen.
Was aber oft vergessen wird ist die ständig steigende Beitragsbemessungsgrenze. Diese stieg zum Beispiel zwischen 2006 und 2016 von 5.250€ auf 6.200 €. Das sind auch ohne Beitragssteigerungen und Zusatzbeiträge in der GKV schon 18% Beitragssteigerung. Leider wird dieser Umstand selten wahrgenommen.

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zensurgegner2016 14.12.2016, 11:37
105.

Zitat von Palmstroem
Das Totenglöckchen für die privaten Krankenversicherungen läutet schon seit der letzten Gesetzesänderung. Ob das Gesundheitssystem ohne private besser wird, ist unwahrscheinlich. Denn das die Ärzte bereit sind mehr zu arbeiten, aber weniger zu verdienen, ist unwahrscheinlich - das würde auch keine andere Berufsgruppe tun.
Dieser Glaube ist wohl nicht auszurotten.

1: Pro Mitglied haben die PKV/GKV Versicherungen in etwa vergleichbare Ausgaben in der Verwaltung

ABER:
Die PKV kann 3 mal so hohe Honorare bezahlen
und
Die PKV erwirtscaftet auch noch Gewinn für die Investoren

Frage: Wen beide Systeme in der Verwaltung! vergleichbar hohe Kosten haben, ein System aber viel viel mehr Gewinn erwirtschaftet, woher komt der dann?
Von Melkkühen?

Oder ist es nicht eher so, dass das PKV System NUR Mitglieder aufnimmt, die deutlich weniger Krankheitstage/Jahr haben?

Gewnn fällt nicht vom Himmel.

Und Grundsätzlich ist es logisch, dass ein System GKV, aus dem man die Gutverdiener und weniger Kranken herausnimmt, nur noch die Mitglieder "übrig" hat, die weniger Beiträge einbringen, dafür aber höhere Ksten verursachen.

Wenn sich nun das System PKV rühmt, durch höhere Zahlungen an Ärtze das System zu "retten", dann ist das die eigentliche Volksverdummung
Würden die Privat Versicherten die Beiträge in der KV abliefern, dann wäre der ganze Gewinn nicht bei Privatinvestoren, und die KV könnte auch höhere Sätze an Ärzte zahlen

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ellenlm 14.12.2016, 11:38
106. Ich bleibe...

Ich werde einen Teufel tun und die Kasse wechseln, bin als Privatpatient immer sehr gut zurecht gekommen und immer noch sehr zufrieden mit dem *kleinen Unterschied* der Behandlung...

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caro1234 14.12.2016, 11:44
107.

Zitat von Cluedo
... ist die private Krankenversicherung nur für Beamte interessant, schon bei Selbstständigen fängt häufig die Trickserei mit Modellen wie Anstellung der eigenen Ehefrau an, um die Kindern beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung unterzubringen. Selbst wer als gut verdienender Single glaubt, in der privaten "toll und günstig" versichert zu sein, reibt sich bei der Familiengründung oft genug schon verwundert die Augen, wie die Beiträge nach oben schnellen, sobald nicht beide Partner voll berufstätig sein können und Kinder kommen. Vom traurigen Rentner, der bis zur Hälfte seiner Rente für die private Krankenversicherung ausgeben muss und verzweifelt einen abgespeckten Tarif sucht, ganz zu schweigen. Die private Krankenvollversicherung für Nicht-Beamte ist eine Sackgasse.
da liegt doch schon das soziale Ungleichgewicht - Ehefrauen sind gleich gesetzlich mitversichert, Kinder auch. Wer kinderlos ist zahlt frecherweise auch noch höhere Pflegeversichungsbeiträge.

Ungerecht ist auch, dass man Prozentbeiträge nimmt, warum ist die Gesunderhaltung eines Gutverdieners teurer als die einer Küchenhilfe?

Das ist doch alles antiquiert und hat wenig mit sozialer Gerechtigkeit zu tun.

in der privaten Versicherung kommt man selbst für sich auf, in der gesetzlichen zahlen die kinderlosen Singels für alle anderen, zahlen die Gutverdienenden für die ärmeren ohne auch nur irgendeinen Vorteil zu haben.

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caro1234 14.12.2016, 11:46
108.

Zitat von Antaguar
Super. Weniger Provatversicherte führen dann hoffentlich dazu, dass Fachärzte nicht mehr Slots für PKV Patienten reservieren und auch wieder DAK, BKK etc Patienten zeitnah an Termine kommen. Klingt nach Ärtzebashing....ist es aber nicht. Ich habe viel Verständnis für niedergelassene Ärzte und deren Probleme, eingekeilt zu sein zwischen Krankenkassen, Gesetzgeber, Patient und KV. Es ist das System, was krank ist und krank macht. Wir haben diese Woche versucht, einen Termin bei einem Hautarzt für unsere Tochter zu bekommen. Erste Frage ausnahmslos immer 'Welche Kasse' und schon war unser nächstmöglicher Termin im Februar. Mal sehen, wie die Reaktion ist, wenn wir anbieten, selbst zu zalhlen.
naja, die Privaten finanzieren die Ärzte, da ist es doch nur recht und billig, dass man auch schneller Termine bekommt?

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spiegelobild 14.12.2016, 11:46
109.

Zitat von zensurgegner2016
Ja, die PKV zahlen den Ärzten höhere Entgelte. Nur Die Gesetzlichen können das nicht, DA die solventen, eher gesunden Mitglieder in die PKV abgewandert sind Die PKV ist eine Ansammlung von: 1: Besserverdienenden 2: Meist Selbständigen, die sind weniger Krank 3: Höheren Beamten, bzw Menschen mit mehr beruflicher Verantwortung, auch die sind statistisch weniger Krank Alle Anderen sind in der Gesetzlichen, und finanzieren Alle Dass eine PKV, die eine gesündere und solventere Klientel rosinenartig herauspickt dann mehr an Ärzte ausschütten kann ist logisch Sogar für den Aktionär bleiben noch 5% übrig. Nun zu behaupten, dass diese höhere Auszahlung an Ärzte das System finanziert, welches man zuvor mit Rosinenpickerei ausgeraubt hat, das ist schon grotesk
1. Die GKV muss sachfremde staatliche Aufgaben übernehmen, z.B. stark defizitäre KV für Flüchtlinge. Das sollten sich die Mitglieder der GKV nicht gefallen lassen und die Verantwortlichen abwählen. Machen sie nicht? Selbst schuld, also nicht jammern.
Das muss steuerfinanziert werden, dann müssten die "reichen" PKV-Mitglieder da als Steuerzahler mehr bezahlen
2. Beamte sind in der PKV, weil der Staat keine Arbeitgeberbeiträge zur GKV zahlt (zu teuer). Wer als Beamter in der GKV ist, zahlt also doppelten Beitrag wie ein Angestellter.
3. Gerade die vielen Selbstständigen mit geringem Einkommen werden von der GKV abgezockt, weil für Selbstständige ein Mindesteinkommen zugrunde gelegt wird, das viele nie erreichen werden. Dass alle Selbstständige viel mehr verdienen als Arbeitnehmer, halte ich für ein Märchen.
Warum werden nicht Selbstständige zu den gleichen persönlichen Beiträgen versichert wie Arbeitnehmer? Dann würden sie auch nicht in die PKV müssen.
4. Irgendwo muss das Geld für die Ärzte herkommen. Wenn die nicht mit der PKV mehr verdienen, müssten die GKV-Versicherten mehr zahlen.
Und kürzere Wartezeiten auf einen Termin würden sie auch nicht bekommen. Lassen Sie sich nicht von Politfunktionären für dumm verkaufen.
5. Überall in unserem Land zahlt man für bessere und zusätzliche Leistungen mehr. Es gibt Zusatzversicherungen, die GKV-Versicherten mindestens die Leistungen der PKV bieten, teilweise auch mehr. Aber klar, Gesundheit darf nichts kosten. Das sollen andere bezahlen

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