Forum: Wirtschaft
Krawalle in Großbritannien: Der Zorn der Abgehängten

Sind die Randalierer in britischen Städten einfach "krank", wie Premier Cameron behauptet? Die Armen des*Landes haben durchaus Grund zur Wut: Ihre Benachteiligung nimmt stetig zu, ihre Chancen werden immer geringer.

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Honko 10.08.2011, 20:05
90.

Zitat von Maronno
Und deshalb brennt man Häuser nieder und bringt unschuldige Menschen um. Selten so eine abartige Rechtfertigung für kriminelle Gewalt gelesen.
...man kauft nach Absprache mit anderen "Marktteilnehmern" Reis ein und verkauft diesen nur, wenn der renditeanspruch erfüllt wird.

-> Milliarden hungern, Millionen sterben

Ach ja, mein Fehler, diese Art von Gewalt ist ja nicht kriminell, jedoch möglicherweise wesentlich abartiger.

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sozialminister 10.08.2011, 20:06
91. Eigenverantwortung?

Zitat von diefreiheitdermeinung
...seit Jahren werden die Probleme verniedlicht, die Polizei verhoehnt, die Privatsphaere (auch bei Verbrechen unerkannt zu bleiben) hochgehalten, Einbrueche als Kavalierdelikte abgetan und zum Schluss sind es die Politiker, die Banken, der Kapitalismus der als Suendenbock herhalten muss. Eigenverantwortung ? Ethik ? Moral ? Altmodisch ! Pluendern - kann man doch verstehen. Aus diesem von Soziologen (von denen wir glaube ich ein paar Tausend zuviele haben) und linken Journalisten zusammengestoppelten Meinungsgebraeu hat sich die heutige Gemengelage ergeben: a) Erlaubt ist was nicht verfolgt wird b) Schuld ist immer der Andere c) die Polizei ist der Ausloeser und immerzu nur brutal c) was geht es mich an wenn andere zu leiden haben - erst mal komm ICH Oder ums kurz zu machen: wir sollten uns vehement gegen die Meinung stellen, dass Armut, mangelnde Ausbildung und Bildung, ein schlechtes Elternhaus und Erziehung ein guter Grund sind brandschatzend durch die Strassen zu ziehen. Wer dieser Auffassung das Wort redet macht sich eigentlich schuldig Oel ins Feuer zu giessen. Zeit eine Wende einzuleiten! Zeit etwas WENIGER tolerant zu sein!
Ich möchte mal wissen wie bei euch die Eigenverantwortung aussah. Wie ihr aufgewachsen seid, was für ein Elternhaus ihr hattet und inwiefern euch der Staat überhaupt zu diesem Leben verholfen hat. Ihr alleine habt die BRD bestimmt nicht so groß gemacht. Da haben die Bauern, Arbeiter und die Ungebildeten genauso ihren Anteil dran.

Du hast nicht die Straßen gebaut, auf denen du zur Arbeit fuhrst. Du hast nicht das Gemüse angebaut und die Schweine gefüttert, die deinen Mittagstisch deckten. Du hast dich nicht tatkräftig für das Gesetz und die Ordnung eingesetzt, die du zu schätzen weißt.
Du gibst dich damit zufrieden zu arbeiten oder gearbeitet gehabt zu haben. Arbeit, die ebenfalls wieder abhängig vom Willen anderer Menschen war.

Du hast dein Leben nach dem Konzept gelebt was früher, wo wir noch keine riesigen Schuldenberge hatten, durchaus vertretbar war. Das reicht aber nicht.
Jetzt kannst du genauso etwas für die Gesellschaft tuen, wie sie für dich jahrzehntelang getan hat.

Du solltest dich mal lieber glücklich schätzen, daß du in einer Zeit gelebt hast wo das Verlangen nach Eigenverantwortung noch auf ein Minimum begrenzt war. Einfach nur arrogant den nachwachsenden Generationen so von oben herab zu reden. Ich wäre auch lieber in den 60er-80er Jahren arbeiten gegangen.

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heiko1977 10.08.2011, 20:07
92. Titel

Zitat von Hubatz
Wie der Premier schon sagte: Wenn 12 - 14 Jährige plündern, wenn Schwerverletzte ausgeraubt werden, wenn junge unschuldige Menschen absichtlich überfahren werden - dann steckt da nicht sozialer Unmut hinter sondern einfach nur asoziales Verhalten. Ein Grossteil der englischen Bevölkerung ist gegen diese Randale, was diverse Aktionen im Netz zeigen. Ich selber würde nie auf die Idee kommen, Unterhaltungsmedien oder Modechic zu plündern die mir garnicht zustehen und wofür andere bezahlen müssen. Wer sowas macht, ist asozial und aufgrund solcher Charakterzüge wohl auch von der Gesellschaft isoliert. Zurecht.
Und wie bewerten Sie Personen und Gruppen die gesamte Gesellschaften ausplündern?

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intenso1 10.08.2011, 20:08
93. ...

Zitat von sozialminister
Das ist nicht politisch inkorrekt. Es ist einfach nur reaktionär. Es ist nicht gesagt, daß jeder dieser Jugendlichen ein Blackberry besitzt. Die waren doch immerhin plündern, vielleicht haben sie die Dinger ja daher. Auch in Deutschland gibt es Ausnahmen im Prekariat die mal ein Smart-Phone besitzen, aber sie müssen natürlich direkt pauschalisieren, damit es in ihr Weltbild passt. Genauso wie die Behauptung es wären unschuldige von dem Mob getötet worden. Es sind 4 Menschen bislang dabei umgekommen. Von einem weiß man das er von der Polizei getötet wurde, bei den anderen 3 stehen die Ermittlungen noch an. Schon ein bisschen merkwürdig, daß die von einem Auto überfahren wurden statt vom Mob totgeprügelt zu werden, aber sie sind selbstverständlich Chefermittler und wissen sofort Bescheid. Genauso wissen sie ja anscheinend auch darüber Bescheid, daß diese Krawallmacher wohl Ausländer sind. Ausländer sind ja sowieso die übelsten Menschen, nicht wahr? Das die am stärksten vertretenste ethnische Gruppe bei den Krawallen reine Engländer sind interessiert sie auch nicht, weil, wie gesagt, daß ihr Weltbild zerstören würde. Aber schnappen sie sich ruhig eine Waffe und korrigieren sie ihre heile Welt. :)
Es ist vollkommen egal welcher Gruppe die Krawallmacher angehören. Für diese Taten gibt es keine Entschuldigung, keinen Grund und hat mit politischen Protest absolut nichts zu tun, es sind rein Kriminelle.

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freithor 10.08.2011, 20:08
94. krank?

Zitat von stoppel
Nicht diese Leute sind "Krank",sondern das System!
- Das eine schließt das andere keineswegs aus. ;)

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HOFEN 10.08.2011, 20:09
95. Niedergang des Westens

Es zeigt sich immer deutlicher, daß die westlichen Staaten ihre Probleme überhaupt nicht mehr in den Griff bekommen. Die USA stehen kurz vor dem Zusammenbruch (sie werden ihre Staatsschulden natürlich nicht mehr in den Griff bekommen) und auch in Europa ist die Situation nur noch katastrophal.
Dagegen werden Indien, Russland (Wirtschaftswachstum 2011 4-5%), und vor allem China ( ca. 10% Wachstum 2011) ihren Aufschwung verstärkt fortsetzen. China exportiert immer stärker in andere Schwellenländer und ist nur noch begrenzt vom Westen abhängig.
Deutschland sollte endlich die politischen Konsequenzen aus den Entwicklungen ziehen: RAUS AUS DER NATO (stattdessen eine rein europ. Verteidigungsarmee mit Frankreich und Benelux) und Annährerung an die aufstrebenden Mächte des Ostens: Nur so werden wir nicht in den Strudel des Untergangs mit gerissen!!!!!

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s75 10.08.2011, 20:09
96. Alles klar

Zitat von andreasoberholz
Tja, sie übersehen sicher als Mensch der die obere Schule besuchen durfte, das ihre Eltern sich es leisten konnten ihnen Bildung zu kommen zu lassen. Damit hatten sie eine Faire-Chance am Arbeitsmarkt. Diese jungen Menschen gehen ja nicht aus Spaß an der Freude auf die Straße sondern deshalb weil sie keine Chance sehen in der Gesellschaft einen Platz zu finden der ihnen zusteht. Kurz die Gesellschaft gibt ihnen nicht die Rahmenbedingungen vor, die diese jungen Menschen brauchen um sich selbst aus dem Sumpf zu ziehen. Auch in DL übersieht man gerne das wir Verlierer in der Gesellschaft haben, die aber liebend gerne Arbeiten würden. Findet man seit Jahren keinen Job platzt einem verständlicherweise eines Tages der Kragen und man radikalisiert sich. Das würden auch sie nicht anders machen, wenn sie auf der anderen Seite der Barriere stehen würden. Von Chancen-Gleichheit, in der westlichen Welt, kann keine Rede sein,- wir sehen gerade LIVE- vor unseren Augen das dies eine nette Geschichte ist. Ausserdem ist es logisch wenn man den Armen einer Gesellschaft die Lebensgrundlage nimmt, das diese irgendwann aufstehen. Und das sehen wir nicht nur in England auch in anderen Ländern fordern die Jugendlichen den Platz in der Gesellschaft ein der ihnen mal versprochen wurde. Wohlstand ist halt eben nicht gleich verteilt, wie wir in dem Artikel lesen konnten- ein Fehler des Systems. Die zivilisierte Welt bekommt ihren Clash von selbst geliefert. Und wenn man keinen Bürgerkrieg will, wird sich die Politik wohl die Klagen der jungen Leute mal anhören müssen und etwas an ihrem Handeln ändern müssen.
Ich verstehe Ihre Aussagen und Ihre Schlussfolgerungen nicht. Diesen Menschen geht es wesentlich besser, als dies in weiten Teilen der Welt der Fall ist. Sie sind nicht durch Hunger und Verfolgung bedroht. Nach dem Krieg waren die Menschen bitterarm, verzweifelt und dem Hungertod nahe. Ihre halte Ihre Ursachenforschung deshalb für sehr lückenhaft. Vielmehr glaube ich, dass es sich schlichtweg um Assoziale handelt. Assoziale im Sinne von Menschen, welche von Ihren Eltern keinerlei (soziale) Werte vermittelt bekommen haben und welche alleinig deshalb am Rande der Gesellschaft stehen. Ein Mensch mit Werten bringt es im Leben zu etwas. Das bedeutet nicht, dass er reich werden muss. Aber er muss auch keine Häuser mit Menschen darin anzünden.

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yves1981 10.08.2011, 20:10
97. ...

Zitat von ferrari512s
...ist dies leichter gesagt als getan. Ich bin zwar nicht in Armut aufgewachsen, jedoch gehörte meine Familie nicht zur Mittelschicht. Und dies ist bis zum jetzigen Zeitpunkt meines Lebens (Gegen Ende meines Studiums) als ein großer Nachteil gewesen. Es fängt mit gesellschaftlichen Nachteilen an, wenn in der Klasse die Kameraden ihre Handys präsentieren oder über ihre Führerscheine, die sie noch machen oder gemacht haben, oder ihre Motorräder reden, dann kann man nur lächeln und still sein. Dann gehts auch noch weiter, wenn diese Schulkameraden alle in teure Nachhilfekurse geschickt werden (können) oder mit Hilfe ihrer Eltern/Verwandten sich auf Prüfungen vorbereiten können. Ich hatte immer große Schwierigkeiten im Fach Deutsch, nur konnte mir nie jemand in dem Bereich abhelfen. Genauso wenig in Mathe oder Physik, musste ich mir alles irgentwie selber beibringen. Vielleicht ist es bei jedem anders, aber bei mir lastete auch immer der Druck auf den Schultern, dass ich gute Noten schreiben musste, da meine Eltern und Geschwister hart arbeiteten, um mir meine Bildung zu ermöglichen. Nach der Schule haben viele aus finanziell gut aufgestellten Familien weitere Vorteile, zum Beispiel finden viele über Kontakte ihrer Eltern oder Bekannten Ausbildungsplätze oder schaffen es zumindestens bis zum Vorstellungsgespräch. Und falls man sich weiterbilden lässt, also studiert, ist Geld auch ein großes Thema. Trotz meiner Noten die sehr gut waren (und es auch im Studium noch sind), konnte ich z.B. nicht auf die TU München, weil Studiengebühren+Miete+Unterhaltskosten ich nicht alleine stemmen und meine Eltern mir nicht helfen konnten. Also musste ich mich mit der hiesigen FH begnügen, da nur diese ein Maschinenbau Studiengang anbot (Die Uni nicht). Lange Rede, kurzer Sinn: Bestimmt ist es möglich trotz Armut sich eine gute Bildung oder eine guten Berufseinstieg zu ermöglichen, aber wenn ich dran denke mit was ich bisher zu mich rumplagen musste, obwohl meine Familie nie wirklich arm war (aber auch nicht Reich, bzw. im Mittelstand), bin ich mir sicher dass dies eine große Herausforderung ist.
Was ein rumgeheule... Ich habe einen Freund, der hatte auch kein Geld von zu hause aus. Der hat dann halt am 3 mal die Woche abends gearbeitet +1 mal am Wochenende. Das geht alles, wenn man nur will. Ich habe während des Studiums auch von 200 Euro im Mopnat mal gelebt 6 Monate. Nicht schön aber möglich. Und ja das ist erst 4 Jahre her.

Natürlich hat man es ohne Geld schwerer, aber das Leben ist nun mal nicht fair und wird es auch niemals sein. Entweder beißt man sich durch oder man halt nicht. Die Möglichkeiten hat so gut wie jeder der nicht Körperlich oder Geistig behindert ist.

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anmerker3 10.08.2011, 20:11
98. Abgehängte mit Designer-Klamotten und Blackberrys

"Der Zorn der Abgehängten" So ein Quatsch! Die Chaoten in London tragen größtenteils Designer-Sportbekleidung und verabreden sich mit teuren Blackberry-Handys, beides besitzt ich z.B. nicht.

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hugo1000 10.08.2011, 20:11
99. Diese Weisheiten

Zitat von diefreiheitdermeinung
a) Erlaubt ist was nicht verfolgt wird b) Schuld ist immer der Andere c) die Polizei ist der Ausloeser und immerzu nur brutal c) was geht es mich an wenn andere zu leiden haben - erst mal komm ICH Zeit eine Wende einzuleiten! Zeit etwas WENIGER tolerant zu sein!
kann man getrost auf unsere Möchtegernelite aus der Wirtschaft und Politik anwenden.

Steuerbetrug, Mitbürger schamlos zum eigenen Vorteil über den Tisch ziehen usw, sind doch für diese Herrschaften schon Gewohnheit.
Den anständigen Kaufmann, Fabrikanten der Nachkriegszeit, der noch anstand, und Ehrgefühl hatte den gibt`s doch schon längst nicht mehr. Sondern nur noch geldgeile Aasgeier die selbst für ein Paar € bereit sind über Leichen zu gehen.

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