Forum: Wirtschaft
Krawalle in Großbritannien: Der Zorn der Abgehängten

Sind die Randalierer in britischen Städten einfach "krank", wie Premier Cameron behauptet? Die Armen des*Landes haben durchaus Grund zur Wut: Ihre Benachteiligung nimmt stetig zu, ihre Chancen werden immer geringer.

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tim_van_beek 10.08.2011, 20:24
120. Christentum und Gesellschaftsschichten

Zitat von MartinHa
Antwortet der Reiche: 'Wär ich nicht reich [und würde dir Sozialhilfe geben], wärst du noch ärmer.' Wirtschaft ist eben kein Nullsummenspiel.
Eine Frage und eine Anmerkung:

Frage: Wie ist Ihre Anmerkung hinsichtlich der christlichen Glaubenslehre zu beurteilen? Was denken Sie? (Sie müssen dabei nicht offenbaren, ob Sie sich selbst für einen Christen halten).

Anmerkung: Im historischen Kontext von Brecht war es freilich so, dass der arme Mann seinen Lebensunterhalt und den des Reichen erwirtschaftet hat. In unserem Kontext müsste man eigentlich sagen, dass es drei Männer aus der Mittelschicht gibt, die sowohl den armen als auch den reichen Mann bezahlen. (Es sei denn, man versteht zum Beispiel den ererbten Besitz von Staatsanleihen als produktiven Beitrag zur Gesellschaft.)

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ElRaton 10.08.2011, 20:25
121. die Banken

Zitat von diefreiheitdermeinung
Eigenverantwortung ? Ethik ? Moral ? Altmodisch ! Pluendern...
Man meint, sie wollten das Gebahren der Banken und ihren gehorsamen Willensvollstreckern in der Politik beschreiben.

Zitat von diefreiheitdermeinung
Zeit eine Wende einzuleiten! Zeit etwas WENIGER tolerant zu sein!
Amen to that, brother.

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Marc W. 10.08.2011, 20:27
122. Unsinn!

Zitat von Vex
Völliger Quatsch ... Reichtum weniger bedingt Armut vieler das ist ein Naturgesetz. Klar ist Wirtschaft ein Nullsummenspiel denn es gibt keine reine Win-Win Situation. Wenn man das Ganze betrachtet ergibt sich eine Situation ähnlich dem Energieerhaltungssatz. Was wir Win-Win nennen ist immer Win-Win-Lose ... nur wir konnen alle "Lose" wunderbar ausblenden bzw ignorieren.
Von Wertschöpfung scheinen Sie nichts zu halten oder zu wissen. Infrastruktur, Häuser, Autos, Computer etc. werden durch menschliche Arbeit geschaffen, nicht jemandem weggenommen. Vergleichen Sie doch einfach mal die Gesamtheit der Güter heute mit denen vor 2000 Jahren. Wo kommt das ganze Zeug her? Haben wir es etwa über die Jahre den Außerirdischen geklaut?

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sozialminister 10.08.2011, 20:28
123. Menschenfehler

Zitat von libertarian
Ich kann auch dieses ganze "Gleichheits"gefasel nicht mehr hoeren. Ueberall im Westen gibt es Chancen und Chancengleichheit wie noch nie in der Geschichte (auch das u.a. eine Folge dessen, was Sie als "Kapitalismus" denunzieren wollen). Und fuer viele ist das offenbar immer noch nicht genug. Ich verrate Ihnen was: die monetaere "Gleichheit" in einigen anderen Staaten ist auf eine Gleichheit im sozialen Verhalten zurueckzufuehren und nicht auf politische Umverteilungsmassnahmen. In Daenemark usw hat man einfach weniger "Asis" - sprich weniger Leute, die sich den einfachsten gesellschaftlichen und sozialen Normen entziehen. Sozialismus hingegen foerdert Faulheit, Dummheit und Kriminalitaet. Je mehr Sozialprogramme und Umverteilungsgeschiss es gibt, umso mehr hat man solche Probleme. Sie verwechseln Ursache und Wirkung. Es ist an der Zeit zu erkennen, dass wir uns dieses ganze Gedoens nicht mehr leisten koennen. Wir als Industrienationen sind naemlich deshalb so hoch verschuldet, weil wir solche Asis die ganze Zeit mit durchziehen ohne irgendetwas zurueckzubekommen. Dazu muss man sich einfach mal nur die tatsaechlichen Zahlen ueberall so angucken. Von wegen, die "Bankster" haetten die "Finanzkrise" verursacht - oder Amerika habe nun ueber 100% GDP Schulden, wegen GWBs Kriegen. Alles Quatsch. Das Geld versickert in weiten Teilen in Sozialprogrammen. Und am untersten Ende dieser Skala sieht man in England derzeit, wie dankbar die Leute dafuer sind.
Undank ist bekanntlich der Welten Lohn :)

Dennoch darf man doch wohl anzweifeln, wie gerecht es noch von statten geht. Wenn ein ungebildeter Handwerker jeden Tag seine 8 Stunden Leistung bringt nur um sein Überleben zu sichern und sieht wie ein Investement-Bänker mit einem ähnlichen Zeit- und Leistungsaufwand das 10000-fache verdient darf man doch wohl an der Gerechtigkeit dieses Systems zweifeln.

Wofür brauchen wir als Menschheit überhaupt solche Einkommensunterschiede? Warum soll es somalische Kinder geben, die momentan in der Steppe verhungern, während in den USA irgendein Manager in Champagner badet und sich eine Nase Koks zieht?

Diese reichen Leute können doch auch dafür sorgen, daß erstmal zumindest niemand mehr hungern muss. Aber wenn man will, daß diese Menschen ihren Platz in der Gesellschaft finden, dann sollte man auch dafür sorgen, daß alle Bildungshürden aus dem Weg geräumt werden. Wir können doch nicht von Chancengleichheit reden, wenn in Industrienationen sich so mancher Einwanderer keine Schülbücher für seine Kinder leisten kann.
Wenn sich nur Oberschichtskinder ein stressfreies Studium leisten können.

Genauso müssen wir wohl auch akzeptieren, daß es Menschen gibt, die dümmer und unfähiger geboren werden als andere. Wenn jemand aufgrund seines Unvermögens arbeitslos ist, so verdient er genauso eine Lebensstütze wie es ein querschnittsgelähmtes Kind kriegen würde.

Es wäre genug für alle vorhanden, aber die meisten Menschen kriegen einfach nur nicht ihren Hals voll. Nicht das System ist schuld, sondern einfach das menschliche Dasein an sich. Solange sich unsere Mentalität nicht ändert, werden wir noch für viel Ungerechtigkeit sorgen, und jedesmal werden wir darüber klagen und heulen, wenn diese Ungerechtigkeit zu uns zurückkommt.
Wie erbärmlich wir doch sind :)

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blackearth 10.08.2011, 20:30
124. Naja....

Zitat von ALG III
Die Rechnung ist einfach: HRE: 110 Mia. Hartz IV: 6 Mio. 110.000.000.000 / 6.000.000 = 18,333 € / Jahr = 1572.77 € / Monat = 50,92 € / Tag Mit anderen Worten: Hätte die BReg nicht die fette HRE gerettet, hätte sie mir 2009 jeden Tag 51 € zusätzlich geben können, zwecks Bewältigung meines Existenzminimums. Das wäre ein Wort gewesen. Aber 5 Euro im Monat? Was soll der Quatsch überhaupt?
Ich arbeite Nachtschicht, habe 3 schulpflichtige Kinder und meine chronisch kranke Frau (Fibromyalgie) arbeitet auf 400 Euro Basis. Wir sind mit unserem Einkommen zufrieden doch wer schenkt mir 51 Euro monatlich zusätzlich?

Zu den Randalen:

Für mich sind das alles Zeichen eines bevorstehenden Zusammenbruchs auf breiter Front. Bald brennt es überall.

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blumstajn 10.08.2011, 20:30
125. Solide Reportage

Zitat von sysop
Sind die Randalierer in britischen Städten einfach "krank", wie Premier Cameron behauptet? Die Armen des*Landes haben durchaus Grund zur Wut: Ihre Benachteiligung nimmt stetig zu, ihre Chancen werden immer geringer.
Mit einiger Verspaetung liefert Spiegel eine solide Analyse der Ereignisse in Grossbritanien. Die westlichen Gesellschaften beginnen fuer die Finanzkrise und die Machenschaften der Bangster zu zahlen; der soziale Abbau schreitet voran, und dessen Tempo wird sich verschaerfen; die Aussichtslosigkeit nimmt zu. England ist nur ein Vorbote dessen, was in anderen Laendern Europas (und ausserhalb ) geschehen wird. Wir haben es bereits in den arabischen laendern gesehen.

Wir leben, wie der ehemalige US Sicherheitsberater Brzezinski sagt, im Zeitalter des globalen politischen Erwachens. Ueber Jahrhunderte hat eine kleine Elite die Politik gemacht und die Mehrheit der Bevoelkerung ging ruhig ihrer Tagesbeschaeftigung nach ohne sich um die grosse Politik zu kuemmern. Sie wurde, wenn es nur opportun und schien, opportunistisch zu Leidenschaften durch die Regierenden und ihre Medien aufgepeitscht und indoktriniert.

Die Menschen machen einfach die Verbindung, zwischen: wer die Krise verursacht hat, wer daran unverschaemt verdient hat, und wer die Zeche zahlt. Die Alten haben sich daran gewoehnt. Das ist halt so, man muss sich fuegen. Das ist staerker in den nordlichen Laendern ausgepraegt als in dem Sueden Europas (Englaender waren immer rabiatt).Aber die jungen Leute mit viel schaerferen Sinn fuer die Gerechtigkeit, nehmen diese verkappte Ausbeutung nicht mehr hin. Und sie sehen, das sie in diesem System machtlos sind - beinahe - bis auf die rohe Gewalt und Krawalle eben.

Die Situation der jungen Menschen in den arabischen Laendern ist nicht viel anders als der Jugend in England oder Spanien. Natuerlich sind die letzteren Laender viel zivilisierter (im westklichen Begriffsraster) und viel wohlhabender. Aber es geht um dieselbe Ungerechtigkeit.

Waehrend man die Revolte in den arabischen Laendern noch neulich als Sieg der Demokratiebewegung gefeiert hat, wurden die Krawalle in England gleich als Verbrechertum denunziert. (Man merke auch, wie man den Aufstand der Judend und Zwistigkeiten zwischen den Staemmen in Libyen fuer eigene neokolonialistische Zwecke missbraucht hat. Zum Glueck hat sich Merkel einem Mitmachen widersetzt.)

Spiegel stellt jetzt die Diskussion in einen geordneten, rationalen Diskursrahmen. Dieser wird nuetzlich werden, wenn demnaechst Krawalle in Spanien, Italien, Portugal, und Griechenland ausbrechen werden. Die Politik ist aufgefordert darauf eine systemische Antwort zu geben, und zwar europaweit. Da ist Deutschland wie kein anderes Land gefordert. Kein anderes Land in Europa als Deutschhland hat die materiellen Resourcen, das organisatorische Talent, die intellektuellen Kapazitaeten, und gelebtes Demokratieverstaendnis, um die Fuehrung in dieser Sache zu uebernehmen. Natuerlich wird ein solches Ansinnen auf den Widerstand der franzoesischen und englischen Eliten stossen. Und es mag sein, dass es scheitern wuerde, wenn auf den Weg gebracht, oder das es erst gar nicht versucht werden wird. Aber Europa bietet keine andere Alternative. Wie in vielen sache, so auch hier, es fuehrt kein Weg an Deutschland vorbei.

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Freeflow 10.08.2011, 20:31
126. Gleichheit und Gefasel

Zitat von libertarian
Ueberall im Westen gibt es Chancen und Chancengleichheit wie noch nie in der Geschichte (auch das u.a. eine Folge dessen, was Sie als "Kapitalismus" denunzieren wollen). Und fuer viele ist das offenbar immer noch nicht genug.
Von Chancengleichheit kann in unseren westlichen Gesellschaften keine Rede sein. Mit Geld kann man auch seine unterbelichteten Kinder eine scheinbar gute Bildung und einen guten Job verschaffen. Als Kind von Sozialhilfeempfängern hast du jedoch kaum eine Chance aus deinem Milieu zu entfliehen, auch wenn du dich noch so anstrengst.

Zitat von libertarian
Es ist an der Zeit zu erkennen, dass wir uns dieses ganze Gedoens nicht mehr leisten koennen. Wir als Industrienationen sind naemlich deshalb so hoch verschuldet, weil wir solche Asis die ganze Zeit mit durchziehen ohne irgendetwas zurueckzubekommen. Dazu muss man sich einfach mal nur die tatsaechlichen Zahlen ueberall so angucken. Von wegen, die "Bankster" haetten die "Finanzkrise" verursacht - oder Amerika habe nun ueber 100% GDP Schulden, wegen GWBs Kriegen. Alles Quatsch. Das Geld versickert in weiten Teilen in Sozialprogrammen. Und am untersten Ende dieser Skala sieht man in England derzeit, wie dankbar die Leute dafuer sind.
Was wir uns nicht mehr leisten können sind exorbitante Militärausgaben, Boni an Manager, deren Firma gerade mit öffentlichen Mitteln gerettet wurde, Steuerhinterzieher und dergleichen mehr.
Wirklich asozial sind jene, die Zocken Milliarden verdienen und davon höchsten Allmosen abgeben.
Wirklich asozial und verlogen sind jene, die behaupten, jeder könnte arbeiten, wenn er nur wollte und genau wissen, dass man von solcher Arbeit nicht leben kann.

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neuronenzenker 10.08.2011, 20:32
127. hüstel

Zitat von Marc W.
Keine, dort werden wie auf jedem Markt Werte lediglich getauscht. Aber mit Ihrem Finanzmarktgeplärre ändern sie die Realität nicht. Die Randalierer werden nicht ausgebeutet, erst recht nicht von den bösen bösen Finanzmarktteilnehmern. Die Randalierer sind wertloser Abschaum, der keinerlei Verantwortung für sein eigenes Leben übernimmt, zu keinerlei Produktivität willig oder fähig ist und anderen zur Last fällt.
äähem Hust, die fallen niemanden mehr zu Last, da in england die sozialleistungen gestrichen werden. Nur die Banken werden durch steuergeld gerettet und fallen dem steuerzahler zur last. Logisches unideolgisches Denken muss erst gelernt werden, ist schwer ich weiß :-D Damit will ich aber nicht die plünderungen gutheißen und dass man häuser anzündet ist auch fern von jeder politischen berechtigung, das ist ja klar. Legales mittel ist protest und mundraub (also einfach im supermarkt essen gehen usw)

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c_ms 10.08.2011, 20:33
128. Unsinn

Zitat von Vex
Völliger Quatsch ... Reichtum weniger bedingt Armut vieler das ist ein Naturgesetz. Klar ist Wirtschaft ein Nullsummenspiel denn es gibt keine reine Win-Win Situation. Wenn man das Ganze betrachtet ergibt sich eine Situation ähnlich dem Energieerhaltungssatz. Was wir Win-Win nennen ist immer Win-Win-Lose ... nur wir konnen alle "Lose" wunderbar ausblenden bzw ignorieren.
Mit Verlaub, aber das ist zum Glück völliger Unsinn. Wirtschaft ist ganz offensichtlich KEIN Nullsummenspiel, ich weiß gar nicht wie man überhaupt auf so eine absurde Idee kommen kann. Ist Ihnen eigentlich bewusst, was z.B. Wirtschaftswachstum bedeutet? -> Ein simples Wachstum des BIP und das wiederum bedeutet, dass MEHR Güter und Dienstleistungen produziert werden als im Jahr zuvor. Insgesamt ist der Wohlstand der Gesellschaft also gestiegen. Natürlich können die Früchte der Arbeit unterschiedlich verteilt werden (und oftmals ist es auch ungerecht,ja), aber solange alle dazugewinnen (und das ist definitiv der Fall) ist es rein formal gesehen eine Win-Win Situation. Denken Sie doch nur einmal 100 oder 200 Jahre zurück, es reichen auch schon 50 Jahre um den Prozess der Wirtschaft klar zu machen. Heute haben ALLE Mitglieder der Gesellschaft wesentlich mehr als in der Vergangenheit, ein Mitglied der Unterschicht besitzt heute rein materiell (ja, ich weiß, relative Unterschiede etc.) mehr als ein Mittelschichtsmitglied in den 60er oder 70er Jahren. Was ich Ihnen nur klar machen will ist, dass Wirtschaft als Nullsummenspiel zu bezeichen, in dem ein scheinbar fix gegebener Vermögensbestand nur hin und her geschoben wird, wirklich nicht der Realität entspricht, lesen doch bitte hierzu einmal Lektüre im Hinblick auf Wertschöpfung, Produktivität, gesellschaftlicher Wohlstand etc. Zu sagen es wird immer nur umverteilt und gar keine neuen Werte geschaffen, wie kommt man überhaupt zu so einer Aussage, wenn man sich allein mal ansieht, dass heute z.B. mehr Autos angemeldet sind als früher? Wie kann das sein, wenn doch immer nur einem ein Auto weggenommen wird und einem anderen gegeben?

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Moewi 10.08.2011, 20:33
129. Keine Macht den Titeln

Zitat von Freeflow
Es gab im Laufe unserer Menschheitsgeschichte durchaus Gesellschaften, und ganz vereinzelt und im Kleinen gibt es sie auch noch heute, in denen es keine Armen gab.
Ich bezweifle, dass man die Grundstrukturen Monacos, Liechtensteins oder Luxemburgs 1:1 auf grosse Flächenstaaten übertragen kann ;o)

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