Forum: Wirtschaft
Krawalle in Großbritannien: Der Zorn der Abgehängten

Sind die Randalierer in britischen Städten einfach "krank", wie Premier Cameron behauptet? Die Armen des*Landes haben durchaus Grund zur Wut: Ihre Benachteiligung nimmt stetig zu, ihre Chancen werden immer geringer.

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diefreiheitdermeinung 10.08.2011, 19:48
70. Ach ich kanns einfach nicht mehr hoeren

...seit Jahren werden die Probleme verniedlicht, die Polizei verhoehnt, die Privatsphaere (auch bei Verbrechen unerkannt zu bleiben) hochgehalten, Einbrueche als Kavalierdelikte abgetan und zum Schluss sind es die Politiker, die Banken, der Kapitalismus der als Suendenbock herhalten muss. Eigenverantwortung ? Ethik ? Moral ? Altmodisch ! Pluendern - kann man doch verstehen. Aus diesem von Soziologen (von denen wir glaube ich ein paar Tausend zuviele haben) und linken Journalisten zusammengestoppelten Meinungsgebraeu hat sich die heutige Gemengelage ergeben:
a) Erlaubt ist was nicht verfolgt wird
b) Schuld ist immer der Andere
c) die Polizei ist der Ausloeser und immerzu nur brutal
c) was geht es mich an wenn andere zu leiden haben - erst mal komm ICH

Oder ums kurz zu machen: wir sollten uns vehement gegen die Meinung stellen, dass Armut, mangelnde Ausbildung und Bildung, ein schlechtes Elternhaus und Erziehung ein guter Grund sind brandschatzend durch die Strassen zu ziehen. Wer dieser Auffassung das Wort redet macht sich eigentlich schuldig Oel ins Feuer zu giessen.

Zeit eine Wende einzuleiten! Zeit etwas WENIGER tolerant zu sein!

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Etruscan 10.08.2011, 19:49
71. Hm!

Zitat von SPIEGEL-Artikel
In der Praxis aber sind die Anforderungen an die Arbeitnehmer immer weiter gewachsen. Das zeigt sich an deutschen Ausbildungsberufen, für die früher ein Hauptschulabschluss reichte und für die inzwischen oft ein Realschulabschluss Pflicht ist. Und das merken auch Geringqualifizierte in Großbritannien: Seit Mitte der neunziger Jahre liegt ihre Beschäftigungsquote selten höher als 60 Prozent - für Höherqualifizierte liegt sie dagegen um die 80 Prozent.
Vielleicht wurde das Niveau an den Schulen auch immer weiter abgesenkt.

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Feindbild_Mensch 10.08.2011, 19:51
72. Vorbildfunktion weg ...

Zitat von Flugwuppich
Daß von " sozialer " Marktwirtschaft schon lange keine Rede mehr sein kann. Während " Spitzenpolitiker und Wirtschaftsbosse " wie Klaus Rüdiger Landowsky oder Klaus Zumwinkel genügend Möglichkeiten haben, sowohl auf Legislative, als auch auf die Exekutive im Hinblick auf eigene Interessen entsprechend einzuwirken, werden die armen Schweine schon für's Schwarzfahren im Zweifel härter bestraft. DAß hier irgendwann die Akzeptanz für das sogennante Recht gegen Null tendieren wird, ist doch nur eine Frage der Zeit! Die Taten der Plünderer sind nicht zu billigen! Das sei hier außer Frage gestellt. Aber sie sind zu verstehen.
So ist es. Wir leben in einem fortschrittlichen Zusammensein, das so viele Möglichkeiten eröffnet. Die Demokratie lebt von Menschen, die sich engagieren. Aber etliche (einschließlich mir) fragen sich für was? Leitbilder fehlen doch an allen Ecken, unsere Politiker machen es vor.
Und die hier immer schreiben, die hätten sich nur im Leben anstrengen zu brauchen, die leben wohl in ihrer eigenen Realität. Ich kenne "Privilegierte", die haben sich nie einen Fuß herausgerissen. Die sind so liederlich wie diese Chaoten.
Man kann ja mal so argumentieren. Was ist verwerflicher?

- die Tat eines Einzelnen ein Geschäft niederzubrennen und so die Existenz einer Familie damit aufs Spiel zu setzen.

oder

- Millionen zu verzocken und die Existenz von 1000 Familien auf Spiel zu setzen.

Beides gehört bestraft, nur doof dass eines von beiden leider ernsthafte Konsequenzen für die Person nach sich trägt.

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dhanz 10.08.2011, 19:53
73. ...

Zitat von ElRaton
Haben Sie den Artikel eigentlich gelesen, oder wollten Sie nur mal so 'rumlabern. Studiengebühren wurden unter der jetzigen Regierung auf das Dreifache erhoeht.
Glauben Sie, das die Randale von angehenden Studenten begangen wurde?

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weltsichtig 10.08.2011, 19:53
74. Gesundheit!

Zitat von abfallverwertung
Krank ist vielmehr, wer den Kapitalismus für normal oder gar gut hält.
Finde auch, dass es mehr als 20 Jahre nach dem Ende der DDR wieder an der Zeit ist, nochmal das Experiment Sozialismus zu wagen. Zumal es bei den heutigen Fortschritten in der Gentechnik ein Leichtes wäre, den dazu passenden Menschen zu züchten.

:-)

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intenso1 10.08.2011, 19:54
75. ...

Zitat von UdoL
Ganz zu schweigen von der Bereitschaft, etwas daran zu ändern.
Bei aller berechtigten Kritik an den sozialen Zuständen, fehlt auch die Leistungsbereitschaft bei sehr vielen.
Ohne Schulabschluss, ohne Berufsausbildung, ohne die eigene Leistung - Bereitschaft geht es nun mal nicht.
Mit Krawalle, Brandstiftung, Plünderung wird sich die Lage nicht verbessern.

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ferrari512s 10.08.2011, 19:55
76. Leider...

Zitat von TeeAt5
Außerdem ist es in Großbritannien auch Menschen aus der Unterschicht nicht verwehrt, sich in der Schule anzustrengen und zu versuchen, aus ihrem Leben etwas zu machen. Diesen Aspekt vermisse ich in Artikeln dieses Tonfalls konsequent.
...ist dies leichter gesagt als getan.

Ich bin zwar nicht in Armut aufgewachsen, jedoch gehörte meine Familie nicht zur Mittelschicht. Und dies ist bis zum jetzigen Zeitpunkt meines Lebens (Gegen Ende meines Studiums) als ein großer Nachteil gewesen.
Es fängt mit gesellschaftlichen Nachteilen an, wenn in der Klasse die Kameraden ihre Handys präsentieren oder über ihre Führerscheine, die sie noch machen oder gemacht haben, oder ihre Motorräder reden, dann kann man nur lächeln und still sein. Dann gehts auch noch weiter, wenn diese Schulkameraden alle in teure Nachhilfekurse geschickt werden (können) oder mit Hilfe ihrer Eltern/Verwandten sich auf Prüfungen vorbereiten können. Ich hatte immer große Schwierigkeiten im Fach Deutsch, nur konnte mir nie jemand in dem Bereich abhelfen. Genauso wenig in Mathe oder Physik, musste ich mir alles irgentwie selber beibringen. Vielleicht ist es bei jedem anders, aber bei mir lastete auch immer der Druck auf den Schultern, dass ich gute Noten schreiben musste, da meine Eltern und Geschwister hart arbeiteten, um mir meine Bildung zu ermöglichen.

Nach der Schule haben viele aus finanziell gut aufgestellten Familien weitere Vorteile, zum Beispiel finden viele über Kontakte ihrer Eltern oder Bekannten Ausbildungsplätze oder schaffen es zumindestens bis zum Vorstellungsgespräch.

Und falls man sich weiterbilden lässt, also studiert, ist Geld auch ein großes Thema. Trotz meiner Noten die sehr gut waren (und es auch im Studium noch sind), konnte ich z.B. nicht auf die TU München, weil Studiengebühren+Miete+Unterhaltskosten ich nicht alleine stemmen und meine Eltern mir nicht helfen konnten. Also musste ich mich mit der hiesigen FH begnügen, da nur diese ein Maschinenbau Studiengang anbot (Die Uni nicht).

Lange Rede, kurzer Sinn: Bestimmt ist es möglich trotz Armut sich eine gute Bildung oder eine guten Berufseinstieg zu ermöglichen, aber wenn ich dran denke mit was ich bisher zu mich rumplagen musste, obwohl meine Familie nie wirklich arm war (aber auch nicht Reich, bzw. im Mittelstand), bin ich mir sicher dass dies eine große Herausforderung ist.

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Freeflow 10.08.2011, 19:55
77. Der Mob

tobt und trifft leider die Falschen.
Anstatt Randale zu machen, sollten die Ausgegrenzten tägliche Demos in der City veranstalten.
Und jene, die in ständiger Angst leben müssen, demnächst selbst vom System ausgespuckt werden, sollten sie dabei unterstützen.
Sie sollten die City lahmlegen, verhindern, dass die schnöseligen Broker und Banker in ihre Büros kommen, dann hätte ihr Protest eine Richtung, eine Bedeutung.

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lebenslang 10.08.2011, 19:57
78. so

nun, die jungs dort drüben haben frust.

was sie nicht haben ist irgendeine politische botschaft.

frust ohne vision mündet leider in destruktivität.

da wird dann in brandgesetzt, mit der polizie gezofft und geplündert.

so wie in kreuzberg oder dem schanzenviertel alle jahre wieder oder in der französischen "platte".

das geht dann ein paaar tage, dann gibt es was auf die mütze und ruhe ist wieder.

warum vergeht es so schnell wieder ?

weil das hauptziel : zoff, in brand setzen und plündern erreicht wurde und der spass befriedigt.

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dhanz 10.08.2011, 19:57
79. ...

Zitat von yarx
Aber Kitas und Schulen mit Ganztagsbetreuung kosten halt Geld. Geld, das sich lieber andere in die Tasche stecken. Aber auch da ist wieder die Frage, wer hat das zugelassen bzw. gefördert. Der Artikel sagt es ganz klar und deutlich: Neoliberale Politiker.
Die Saat, die jetzt in Großbritannien aufgeht, wurde zu einer Zeit ausgebracht, da war das (Tot)Schlagwort 'neoliberal' noch gar nicht auf dem politischen Radarschirm. Ich würde die Ursache eher bei Sozialromantikern suchen.

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