Forum: Wirtschaft
Kreditnot in Südeuropa: Bundesbank-Chef hält Minus-Zinsen für möglich
AFP

Die Anzeichen für einen Negativzins auf Bankeinlagen verdichten sich. Eine solche Strafgebühr könne die Kreditvergabe ankurbeln, sagt Bundesbank-Chef Weidmann. Den Euro-Kurs hält er nicht für zu hoch: "Ist er zu stark, bist zu schwach."

Seite 1 von 11
marthaimschnee 22.05.2014, 07:44
1.

Und was bringt das? Das Geld, so es denn nicht bei den Notebanken parkt, fließt auch bloß nicht in die Wirtschaft, sondern in die Spekulationskreisläufe. Warum sollte sich das mit negativen Zinsen ändern? Im Gegenteil, die Spekulanten bekommen dadurch noch viel mehr von den Drogen, von denen sie nie wieder los kommen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
blurps11 22.05.2014, 07:50
2.

"Wenn's nicht hilft, war einfach nur die Dosis zu niedrig !"

Wenn es wirklich um die Kreditvergabe an Unternehmen in Südeuropa ginge, müsste man die Geschäftsbanken mit einem Konstrukt wie der KfW umgehen.

Wenn bei den jetzigen Zinsen keine Kredite vergeben werden, ändert sich daran durch eine weitere kleine Zinssenkung gar nichts - Die Einlagen bei der Notenbank werden dann einfach nur in andere statische Anlageformen umgeschichtet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
benutzerfrage 22.05.2014, 07:52
3. tja....

Wenn die stark erschuldeten länder aus dem Euro austreten würden, hätten sie eine Währung, die ihrer Wirtschaftlichen Leistung entspricht und würden von Förderungen der EU, die in Euro bezahlt werden ebenfals stärker profitieren, aber es ist bereits etabliert, dass dies als Pupolismus gilt;)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Progressor 22.05.2014, 07:54
4. EZB im Nonsens-Bereich

Die Banken werden bei einem Negativzins die Gelder einfach bei sich behalten, das Geld irgendwo anlegen, aber auf jeden Fall deswegen nicht mehr Kredite herauslegen als nachgefragt werden. Genau da hängt aber der Hammer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
klausbrause 22.05.2014, 07:59
5.

Zitat von sysop
Die Anzeichen für einen Negativzins auf Bankeinlagen verdichten sich. Eine solche Strafgebühr könne die Kreditvergabe ankurbeln, sagt Bundesbank-Chef Weidmann. Den Euro-Kurs hält er nicht für zu hoch: "Ist er zu stark, bist zu schwach."
Man kann die Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie alleine. So, die Kreditvergabe an Unternehmen soll verbilligt werden. Brav. Nun ist es nicht gerade so, als on "die Unternehmen" an Geldmangel litten. Im gegenteil. Wie der Herr Banker selbst ausführt, ist die Knete auf der Suche nach höheren Renditen. Finanzmarktmäßig und so.
Vielleicht sollte sich der Herr Weidmann mal fragen, ob die Erhöhung des Lohnniveaus nicht ein angemesseneres Mittel wäre.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
karlsiegfried 22.05.2014, 08:02
6. Wer soll diesen Müll ...

... noch verstehen? Fakt ist, das Finanzsystem ist am Ende. Die Schuldengebirge der Staaten können niemals mehr bezahlt werden. Das trifft auch auf Deutschland zu. Schulden bis zum Jahr 3219 und länger. Parteien und Politiker sind das Abschaum hoch drei. Nur zur eigenen Interessenwahrung werden die Völker in den Ruin getrieben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Volker Birk 22.05.2014, 08:04
7. Wettbewerbsverzerrung nur zugunsten der Kapitaleigner erwünscht

“Negative Zinsen” bedeutet, dass die Zentralbank die – privaten – Banken dafür bezahlt, ihr Geld zu nehmen. Nicht mehr und nicht weniger. Damit scheint also Bundesbankchef Weidmann kein Problem zu haben. Wenn die – staatliche – Zentralbank jedoch die Staatsschulden kaufen soll, wird gemauert.

Deutlicher könnte Weidmann den Kernpunkt seiner Ideologie nicht klarmachen: es geht darum, dass immer nur die Reichen verdienen. Der Profit ist für die Kapitaleigner reserviert. Das ist ja jetzt mit der Niedrigzinspolitik bereits so, bei gleichzeitiger Abhängigkeit der Zinszahlungen der Staaten von den sogenannten “Ratings”: Jetzt bereits stellt die – staatliche – Zentralbank den – privaten – Banken billiges Geld zur Verfügung, damit die das mit horrenden Aufschlägen für Staatsanleihen weitergeben können. So finanziert der Staat letztlich nicht nur sich selber, sondern auf dem Weg von der einen Staatskasse in die andere wird der maximale Profit in private Taschen umgeleitet. Dass dabei ausgerechnet die Bankeneigentümer profitieren, die zuvor mit staatlichen Mitteln “gerettet” wurden, statt dass man die Staatsschulden ablöst, die dadurch erst entstanden sind, ist quasi das Sahnehäubchen.

Insofern ist Weidmann nur konsequent: gegen Wettbewerbsverzerrung hat er gar nichts, wenn nur nicht alle Bürger, sondern immer nur die Kapitaleigner profitieren – je mehr Kapital man hat, desto grösser muss der Profit sein. Die Zahlen zur Vermögensentwicklung zeigen ja auch sehr schön das Resultat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mercutiool 22.05.2014, 08:05
8. Ist er zu stark, ...

... bist Du zu schwach. Der Mann hat einfach den Durchblick. Wenn mehr von seiner Seite in wichtigen Positionen säßen, wäre mir nicht bange um alles, was mit Europa und dem Euro zu tun hat. ... Mal sehen, wann die Gleichmacher hier ihre Kommentare posten und fordern, dass wir zugunsten derer, die ihre Wirtschaft nicht einmal halbwegs in Ordnung haben, zurückstecken müssen. Es kann nicht lange dauern ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
egal 22.05.2014, 08:07
9. Sozialisten

Kann ich denn dann wenigstens 25% der Minuszinsen vom Staat wieder einteriben, oder ist die Plünderung des Prekariats eine Einbahnstrasse?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 11