Forum: Wirtschaft
Krim-Krise: Der Schaden ist da - auch ohne Sanktionen

Das Kapital flieht aus Russland, das Land steht vor einer tiefen Wirtschaftskrise. Das wiederum könnte genau der Schock sein, der die Euro-Zone in die Deflation treibt. Eine Folge, die Putin wahrscheinlich in sein Kalkül mit einbezieht.

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Richard.M 26.03.2014, 18:10
80. Wer keine Ahnung hat...

Könnten die Leute, die behaupten, Deflation wäre doch eine Supersache, sich vielleicht erstmal ein kleines bisschen über Volkswirtschaft schlaumachen? Nur zur Erinnerung: Hitler kam nicht im Zuge der Hyperinflation an die Macht, sondern nach einer Deflation, die einher ging mit allgemeiner Depression, Massenarbeitslosigkeit etc., wie Deflationen das zu tun pflegen.

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luny 26.03.2014, 18:13
81. Deflation

Zitat von muellerthomas
Es behauptet doch auch niemand, dass wir bereits eine Deflation haben. Und dass Sie sich immer weniger leisten können, leigt doch wohl kaum an ach so hoher Inflation, sondern eher am geringen/keinen Gehaltssteigerungen bei eher geringer Inflation.
Hallo Muellerthomas,

erstaunlich ist, daß im Wochentakt das große Gespenst der
"Deflation" an die Wand gemalt wird.

Wenn die Normalbürger immer weniger Geld zur Verfügung
haben, weil die Gehälter nicht steigen, wie Sie richtig sagen,
KANN nicht mehr gekauft werden.

Also übersteigt das Warenangebot die Kaufkraft.

Die Löhne/Gehälter müssen dringend angehoben werden, was die
Arbeitgeberseite naturgemäß anders sieht.

LUNY

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hdwinkel 26.03.2014, 18:16
82. Politik und Wirtschaft

Zitat von abc-xyz
Das Geld ist ja nicht weg, es ist woanders. Und die Unternehmen, die es abziehen, sitzen zu 95% hier im Westen, was bedeutet, dass man es eben auch anderweitig einsetzen kann. Das ist genau die Chance um die allgemeine Lage in Südeuropa anzukurbeln. Statt Produktionkapazitäten in Kaluga (Russland) zu steigern, dann eben in Barcelona (Spanien). Damit werden 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Russland wird bestraft und der Euroraum stabilisiert. Und wenn der KGB Mann im Kreml wieder zu Besinnung kommt, können wir nochmal reden. So gibt es aber nur die Rote Karte.
Ah ja, Sie sind durch Ihren Haß auf alles Russische nicht nur politisch benebelt, sondern auch ökonomisch.
Was es zur Zeit im Überfluß gibt ist Geld. Das große Problem ist es renditeträchtig anzulegen. Haben Sie sich mal die gegenwärtigen Zinssätze angeschaut? Glauben Sie im Ernst, daß Investitionen in Europas Süden deshalb ausgeblieben sind, weil das Geld woanders hingegangen ist?
Die traurige Wahrheit ist, daß für Geld, das in Rußland investiert wurde wenigstens Werte zurückgeflossen sind, in Form von Gas und Öl.
In den Südländern werden unsere Produkte mittlerweile nur noch mit unseren eigenen (Steuer-)Krediten bezahlt. Wachstum mit Scheckkarte nennt man das übrigens.

Damit Sie mal die Größenordnung der finanziellen Blase begreifen:
"So entsprach das amerikanische BNE in 1960 noch 66,2 Prozent aller Umsätze der US-Finanzmärkte. In 1970 fiel dieser Anteil auf 37,8 Prozent, in 1980 15,7 und ein Jahrzehnt später waren es nur noch 2,6 Prozent. Im Jahr 2000 betrug die Summe aller in einem Jahr hergestellten Güter und Dienstleistungen der größten Volkswirtschaft der Welt gerade einmal 1,9 Prozent der Umsätze der US-Finanzmärkte!"
http://www.heise.de/tp/artikel/29/29356/5.html

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clausbremen 26.03.2014, 18:16
83. Mit einem desaströsen ...

... Zusammenbruch der russischen Wirtschaft kriegt man weder Putin noch irgendeinen Oligarchen klein. Die haben alle ihre Milliarden im (vermeintlich) sicheren Ausland gebunkert und werden nie Not leiden müssen. Aberes wird den russischen Normalverbraucher treffen. Vielleicht hart treffen. Und dann werden sie hoffentlich auf die Idee kommen, ihren nationalistischen Diktator vom Hof zu jagen. Hoffentlich.

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luny 26.03.2014, 18:19
84. Frei verfügbares Einkommen

Zitat von garfield
Liegt alles am Euro. Hätten wir die harte DM noch, würde all das heute noch genausoviel kosten wie 2001, nicht wahr?
Hallo Garfield,

ich denke, es geht um das frei verfügbare Einkommen, also das,
was übrig bleibt, wenn alles das abgezogen ist, was man zum
täglichen Leben braucht.

Das ist zum einen individuell sehr verschieden, zum anderen
glichen die Lohn-/Gehaltserhöhungen (falls überhaupt erzielt)
die Inflationsrate nicht aus, auch wenn sie niedrig war.

LUNY

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agua 26.03.2014, 18:20
85.

Zitat von BettyB.
Seine wirtschaftlichen Analysen sind schon fragwürdig, seine sonstigen politischen Überlegungen würden nicht mal einen Stammtisch schmücken. Wer annimmt, dass Putin die Krim besetzen wollte, ahnt nicht im Geringsten, was er gezwungener Maßen zu verhindern trachtete. Aber welch Wunder russische Innenpolitik ist eben für viele Journalisten ein Rätsel...
Dem letzten Absatz von Ihnen stimme ich zu, ansonsten hat Herr Münchgau zur Eurokrise auch schon gute Analysen geschrieben.
Was mich, im Zusammenhang mit der Ukraine mehr interessieren würde ist, wie wird die Ukraine seine hohen Schulden an Russland zurückzahlen?
Wie wird sich die versprochene Summe von 15 Milliarden, die die Ukraine erhalten wird auf die EU länder auswirken, insbesondere die Krisenländer?
Was, wenn russische Investitionen aus den EU ländern zurückgezogen werden?

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dieter-ploetze 26.03.2014, 18:20
86. in deutschland fehlen wohl die berater

strategische und ökonomische berater,wie münchau
den russen zubilligt,gibt es wohl in deutschland nicht.
da scheint es einerseits nach obamas pfeife zu gehen,
andererseits nach merkels persönlicher kaffeesatzleserei.anderes kann man angesichts der
krisenpolitik nicht annehmen.oder aber,fast noch
schlimmer,die dinge werden erkannt,trotzdem fährt
man bewusst in den schlamassel um dann
möglicherweise putin den EUROcrash in die schuhe
schieben zu können.so entledigt man sich elegant
jeder verantwortung für früheres verantwortungsloses
handeln.

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spon-facebook-10000110374 26.03.2014, 18:22
87. Was soll diese Rhetorik?

Was soll diese Rhetorik überhaupt? Wer ist der Gewinner, wer ist der Verlierer? Putin geht es doch nicht darum die EU irgendwie zu erniedrigen. Ihm geht es darum das zu machen, was aus russischer Sicht wichtig ist. Und aus russischer Sicht waren die Bürger von Krim durch Neofaschisten in der Ukraine bedroht. Daher der Anschluß. Dass er die europäische oder seine Wirtschaft ruinieren will ist doch grotesk. Man soll einfach im Westen akzeptieren, dass auf der Krim die überwiegende Mehrheit der Leute in Russland leben möchte, warum ist das so schwer? Weswegen riskieren wir den überhaupt unseren Wohlstand in einer Konfrontation, die wir im Westen unilateral aufheizen?

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king_pakal 26.03.2014, 18:26
88. --

Zitat von argonaut-10
ob Putin überaupt so weit denkt. In seinem Land hat sich seit dem Zusammenbruch des Kommunismus nicht viel getan. Bis heute sind die Menschen in diesem Land ohne Demokratie. Die Politik des Westens ist immer von einem gleichberechtigten Partner ausgegangen. Das war ein Fehler. Putin ist Zar und Parteivorsitzender in einem und da der Westen durch seine Handlungen Moskau an den Rand gedrängt hat, muss er irgendwann mal handeln, denn auch Zaren können zu Tode kommen. Dieser Artikel greift zudem nur scheinbar tief und zeigt die angebliche Verknüpfung ökonomischer Folgen nur am Rande auf. Ich vermisse beim Spiegel immer mehr wirklich gute Analysen.
Ist ein Land, dass seit ca. 250 Jahren mit 2-Parteien-System geführt wird wirklich eine Vorzeigedemokratie? Der Begriff wurde schon so oft vergewaltigt, dass niemand mehr genau weiss, was Demokratie wirklich bedeutet. Mit Sicherheit aber nicht das faschistoide US-System.

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luny 26.03.2014, 18:27
89. Nachfrage

Zitat von mundi
Helmut Schmidt sagte als Kanzler: Mir sind 6% Inflation lieber als 6 Millionen Arbeitslose. Das waren DM Zeiten. Jetzt haben wir den Euro und nie niedrigste Inflationsrate aller Zeiten. Die Zahl der Arbeitslosen liegt deutlich unter 3 Millionen.
Hallo Mundi,

da komme ich nicht mit. Was hat denn die Inflation mit der Zahl
der Arbeitslosen zu tun?

Einmal davon abgesehen, daß jeder als nicht arbeitslos gilt, der
in einer "Arbeitsmaßnahme der Arge" steckt oder so wenig
verdient, daß er aufstocken muß.

Früher bedeutete Arbeit zu haben auch, davon leben zu
können. Das ist jetzt leider anders.

LUNY

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