Forum: Wirtschaft
Krim-Krise: Warum EU-Sanktionen Putin in die Hände spielen

Echte Handelssanktionen des Westens würden Russland schwer schaden - sie könnten aber auch die Euro-Krise wieder aufflammen lassen und die Europäer spalten. Genau darauf spekuliert Putin.

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fidelix 19.03.2014, 22:28
50. Profiteure

gibt es in jeder Krise und jede Krise eröffnet neue Geschäftsfelder, die ihrerseit die Wirtschaft ankurbeln, denken sie doch nur an die Waffenschmieden, deren Aktien seit der Krim-Krise rasant steigen... Warum habe ich das nur nicht vorhergesehen und an der Börse in die richtigen Werte investiert ?

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jue711 19.03.2014, 23:40
51. Real existierender Paternalismus

Papa Putin ist superschlau und sieht alles vorher und wie sind klein und dumm und sollten uns hinter dem Sofa verkriechen oder schon mal russische Flaggen nähen für den Tag der Freude wenn auch wir heim ins ..., äh geht's noch??
Wie kommt man dazu solch eine an den Haaren herbei gezogene Propaganda zu verbreiten? Überzeugung oder Anruf von den Oligarchen samt Wink mit dem Geldbündel?

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11severinus 19.03.2014, 23:52
52. Wir sollten mal Schach spielen

Die EU kann sich nicht leisten, und was?
Sie würden auch aus einer strategisch unterlegenen Position nicht gegen mich im Schach siegen können, davon bin ich überzeugt, da können sie alles noch so sehr hin und herdehen. Weil sie sagen nur, was nicht angesagt sein sollte. Am liebsten nicht der Wirtschaft, dem großen Geld schaden, höre ich da nur raus.
Weil der nicht Dumme handelt, soll man nix machen, weil man könnte ja genau das Falsche machen, aha.
Gegen Spaltung der EU lässt sich ne Menge machen, sprich, wir müssen unseren Augias Stall reinigen und auf Spaltung, die auch ohne Putins Zutun läuft, unser Auge haben. Und dann ist der "gute" Putin, sprich FSB und Konsorten, schon von vornherein ausgetrickst, wenn wir ne reine Weste haben durch sozialen Ausgleich unter den Regionen der EU.
Und ist nicht alles, auch wenn es nicht so ganz phantastisch als Mittel wirkt und wenn es dem schlauen, ja nicht dummen Putin noch Möglichkeiten eröffnet, die sie so oberschlau voraussehen, zu entgegnen, ist nicht jedes Mittel besser, als denn doch beim Vormarsch des militärischen Schlitzohrs auf den Westen militärisch Einhalt gebieten so müssen.
Oder wollen sie warten, bis die Bundeswehrsoldaten um Tickets zum Flug nach Amerika bitten müssen?
Go West zum Ami!

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my-space 19.03.2014, 23:57
53. Gas statt Kopf

Herr Wauz, ich weiß nicht, ob ihr Computer mit Gas läuft, meiner läuft mit Software-Lizenzen. Es ist im übrigen diese bemerkenswerte Form von Ignoranz, die Russland wohl noch für eine sehr lange Zeit auf niedrigstem wirtschaftlichen Niveau halten wird: Geistige Leistungen, die jeder Software oder Ingenieursleistung zugrunde liegen, gibt es nun mal nicht überall. Vor allem nicht in Russland. In den USA und Deutschland schon. Das Hirn zählt am Ende des Tages, kein Patrioten-Pathos. Freunde sollte man übrigens auch eher nach Hirn auswählen. Deutschland tut das und das läuft seit 60 Jahren extrem gut. Riesen ohne Hirn ergeht es wie den Dinosauriern: sie sterben einfach aus.

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vielflieger_1970 19.03.2014, 23:59
54.

Zitat von wauz
Schauen wir mal Handelsbilanzen an. Die Amis führen gerne unsere Waren ein. Und bezahlen in Dollar, mit denen wir dann Softwarelizenzen und ähnlichen Pille-Palle bezahlen sollen. Trotzdem - wir sind im Plus. Heißt im Klartext: die Arbeit der Deutschen wird an die Amerikaner verschenkt. Russland bezahlt mit ganz realem Gas. Wessen Freunde wollen wir also sein?
Wow (zi), auch die Russen führen gerne deutsche Importware ein: weil sie nämlich selber wenig auf die Reihe bekommen! Und die Amis sind genausowenig unsere Freunde wie das neue Zarenreich, aber mir sind die lieber als der durchgedrehte Gernegroß aus dem Kreml!

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sbv-wml 20.03.2014, 00:01
55. Da könnte Münchau mal Recht haben!!!

Zitat von sysop
Echte Handelssanktionen des Westens würden Russland schwer schaden - sie könnten aber auch die Euro-Krise wieder aufflammen lassen und die Europäer spalten. Genau darauf spekuliert Putin.
Denn die Frage ist, wer Sanktionen länger aushält.
Russland ohne Geld, oder Europa -besonders Deutschland- ohne Öl und Gas.
Die russische Bevölkerung ist Unbill gewohnt, wir aber nicht.

Und wo ist der neue Absatzmarkt für die Produkte, welche die EU -besonders Deutschland- nach Russland liefert?
Ich sehe da noch keinen.
Und wenn ein europäisches Land aus wirtschaftlichen Gründen die Sanktionen aufhebt, ist die EU in Not.

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Joachim Petrick 20.03.2014, 00:24
56. Sanktionspolitik trifft immer die Bevölkerung, statt jenen, der sie gilt

Die kruden Werkzeuge abgestufter Sanktionspolitik werden doch nur aus der Kammer des Heiligen Schreckens geholt, damit die direkten Anrainerstaaten Russlands, die Ukraine, Weissrussland, die Staaten des Baltikums, Polen, Moldawien, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Aserbedschan, Turkmenistan, Usbekistan, Georgien zunächst einmal deeskaliert milde gestimmt, in Sicherheit gewogen sind.

Interessanter sind doch da, die Selbstanzeigen des Bundeskanzlers a. D. Gerhard Schröder, des russischen Präsidenten Wladimir Putin, dass sie in Tateinheit, einer für alle. jeder für sich, sowohl der eine im Kosovo 1999, wie der andere auf der Krim 2014 das Völkerrecht gebrochen haben und jetzt ratlos sind, wie sie aus der völkerrechtlich prekären Lage im Sinne einer Fortentwicklung des Völkerrechts, einigermaßen heil, Land und vor allem vorherigen Anstand gewinnen?

Die Sanktionspolitik der USA/EU/Saudi Arabien gegenüber dem Irak hat, allein von 1991 bis zum Irakkrieg im Jahre 2003, mangels Medikamenten, Grundnahrungsmitteln, Hunderttausenden Irakern/innen, gleich welchen Alters, Gesundheit und das Leben gekostet.

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ph.latundan 20.03.2014, 01:09
57. da haben sie wohl recht .....

Zitat von sysop
Meine Schlussfolgerung lautet, dass wir eine Strategie echter Sanktionen nicht durchhalten werden. Und ich glaube auch, dass Putin das weiß.
da haben sie wohl recht .....
putin weiss das. frage ist nur ob die murksel-eu und die obama-us das wissen. da bin ich mir nicht ganz sicher. ausserdem sind die russen viel leidensfaehiger als die europaer. die halten die sanktionen, zumindest fuer eine gewisse zeit, besser aus.

warten wir mal auf die russischen Sanktionen. und die kommen mit sicherheit. mit saatkartoffeln hat es angefangen. ich werde schon mal euro in andere waehrungen tauschen.

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Steve Holmes 20.03.2014, 03:06
58.

Zitat von wauz
Schauen wir mal Handelsbilanzen an. Die Amis führen gerne unsere Waren ein. Und bezahlen in Dollar, mit denen wir dann Softwarelizenzen und ähnlichen Pille-Palle bezahlen sollen. Trotzdem - wir sind im Plus. Heißt im Klartext: die Arbeit der Deutschen wird an die Amerikaner verschenkt. Russland bezahlt mit ganz realem Gas. Wessen Freunde wollen wir also sein?
Mit der US amerikanischen Software kann ich arbeiten und echtes Geld verdienen. Mit den Erlösen zahle ich dann das russische Gas mit Links.

Ich mag sowohl Russland als auch die USA und arbeite in beiden Ländern gerne, obwohl beide Länder keine Vorbilder sind wenn es um die Achtung des Völkerrechts geht. Da gilt der alte Spruch: „Was macht ein 200 Kilogramm schwerer Gorilla?“ „Was er will!“

Aber ich verstehe auch die ganze Aufregung nicht. Welchen Europäer oder welchen US Amerikaner hat bisher die Ukraine und die Krim interessiert? Da lebt eine Mehrheit von Russen und die sind jetzt Teil der Russischen Föderation. So what?

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Ra's al-'Ayn 20.03.2014, 04:37
59. Ist Europa noch zu retten?

Man kann den Russen diesen Vorwurf jedenfalls nicht machen: Die haben "nie" einen Unterschied gemacht zwischen sich, Ukrainern und Weißrussen. Und die, die den Unterschied machten, worüber wollten die sich jetzt beklagen!
Man mag den Bonapartismus Putins bedauern. Gewiss, das ist nicht sein erstes Husarenstück. Das Völkerrecht indes ist bislang nicht verletzt worden. Werder durch das Referendum noch durch einen Vertrag, der ja noch nicht einmal ratifiziert ist. Oder will man jetzt auch noch die Duma, das russische Volk mitsamt seines Friedensnobelpreisträgers Michael Sergejewitsch Gorbatschow dämonisieren.
Im übrigen, es ist kein Präzedenzfall im Völkerrecht und das wissen die auch: Tschechen und Slowaken, Serben und Montenegriner. Eine Trennung in aller Freundschaft war das auch nicht, aber man hat es nicht versäumt auf Belgrad und Prag sagen wir mal einen gewissen Druck auszuüben, der in diesem Fall aus Gründen, die ich nicht kenne, unterbleibt.

Um die Frage zu beantworten: Ist Europa noch zu retten?
Ja, ich denke schon, aber nur mit Russland, nicht gegen Russland.

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