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Kriminalität: Hunderte Pflegedienste unter Betrugsverdacht
DPA

Sonderermittler sind laut Berichten einem bundesweiten Netzwerk von Pflegediensten, Patienten und Ärzten auf der Spur, das Schäden in Höhe von einer Milliarde Euro pro Jahr verursachen könnte.

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inmyopinion61 30.05.2017, 08:16
1. Wo Gewinnmaximierung die Devise ist.

Bitte nicht vergessen: auch die völlig legale Betreibung der ambulanten oder stationären Pflege ist ein Geschäft, das auf Gewinne abzielt. Wenn dann noch die Lizenz zum Gelddrucken mangels Kontrolle ("da können wir sparen") erteilt wird, lockt das Kriminelle ab wie das Licht die Motten. Hut ab vor denen, die als Pfleger ehrliche Arbeit leisten. Was die Geldschneiderei zuviel bekommt, bekommen die Pflegekräfte zu wenig. Keine Anerkennung, keine gerechte Entlohnung, nur Mitleid.

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Palmstroem 30.05.2017, 08:16
2. Einladung zum Betrug

Es zeigt sich wieder einmal, dass eine Kontrolle so riesiger Summen wie im Gesundheitswesen fast unmöglich ist und zur Selbstbedienung einlädt. Abrechnungsbetrug ist ja nichts Neues im System, nur dass es hier um kriminelle Banden geht, die die Schwäche des Systems nutzen.
Was kann man dagegen tun? Nichts, solange es den Patienten völlig egal ist, welche Kosten abgerechnet werden - er muss es ja nicht bezahlen. Selbst eine noch so geringe Selbstbeteiligung würde das ändern und Milliarden sparen und es kriminellen Machenschaften schwerer machen!

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Braveheart Jr. 30.05.2017, 08:24
3. Aha, die Pflegedienste ...

... stehen unter Verdacht. Offenbar schon länger, denn der "verwandte" Artikel ist vom 16.04.2016. Und was ist in dieser Zeit geschehen? NICHTS !! Dankeschön, meine Damen und Herren Politiker, genau so stelle ich mir eine aktive, energische, am Wohl des Wählers orientierte Gesundheits- und Innenpolitik vor!

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gagagogotralafitti 30.05.2017, 08:34
4. Seit Jahren bekannt

Der Spiegel berichtete schon vor Jahren von dem Problem und es ist fuer Leute, die in dem Bereich arbeiten, auch kein Geheimnis. Wenn es nur wenige Jahre dauert, den Betrug aufzuklaeren, war es wegen der Milliarde wohl nicht eilig.

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mcafro 30.05.2017, 08:40
5. zu #2 / #3

Im Grunde stimme ich Ihnen zu, ggf. würde es aber schon reichen, wenn mann die Abrechnungen auch als Kassenpatient sieht. Das sit zumindest bei normalen Behandlung nach meinem Wissen nicht so (ih jedenfalls sehe immer nur die Belege für die Dinge, die ich zuzahlen muss). Ein Kollege, privat versichert, hat mir mal die Abrechnung für eine Komponente/Leistung gezeigt, die aus einer einer leeren, normalen Wasserflasche mit einem Strohhalm bestand... :-) Andererseits aber steht im Artikel auch, dass es ein Netzwerk auf allen Ebenen war, also inkl. der vermeintlichen Patienten. Da hilft dann weder der Abrechnungsbeleg noch die Selbstbeteiligung (der ergaunerte Betrag ist sicherlich ausreichend höher, um eine SB wegzustecken).
Traurig finde ich halt nur, dass a) jeder Vollhorst in der Lage ist, eine Organisation zu betreiben, die den Kontrollbehörden zumindest über einen längeren Zeitraum deutlich voraus ist, b) wie #3 zurecht geschrieben hat, es auch gefühlt keine Konsequenzen hat, wenn diese krim. Orgas auffliegen und c) wie überhaupt solche Summen abgehockt werden können. Ich vermute, man könnte mit ein wenig Statistik sich einen Überblick verschaffen, wo in welcher Zeit welche Abrechnungen/Beträge sich ungewöhnlich stark entwickelt oder gehäuft haben etc.

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Spiegelleserin57 30.05.2017, 08:41
6. Es gibt den medizinischen Dienst!

Zitat von inmyopinion61
Bitte nicht vergessen: auch die völlig legale Betreibung der ambulanten oder stationären Pflege ist ein Geschäft, das auf Gewinne abzielt. Wenn dann noch die Lizenz zum Gelddrucken mangels Kontrolle ("da können wir sparen") erteilt wird, lockt das Kriminelle ab wie das Licht die Motten. Hut ab vor denen, die als Pfleger ehrliche Arbeit leisten. Was die Geldschneiderei zuviel bekommt, bekommen die Pflegekräfte zu wenig. Keine Anerkennung, keine gerechte Entlohnung, nur Mitleid.
Er hat die Möglichkeit zu überprüfen was in den Akten steht und wie es dem zu pflegenden Menschen geht.
Wie schon gesagt ist dies ein Milliardengeschäft genauso wie das gesamte Gesundheitswesen. Es tauchen immer schwarze Schafe und leider ist eine Transparenz bis heute nicht vorhanden und auch nicht erwünscht. Auch die Kassen sind daran beteiligt denn welcher Patient erfährt was von ihm abgerechnet wurde. Übrigens die KV schweigt sich da auch aus! Schon wenn man neu zu einer Kranken-oder auch Pflegekasse kommt erhält man keinen genauen Einblick über deren Leistungen. Man w Dreißigjährigenandelt schon da im Dunkeln!

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carinanavis 30.05.2017, 08:48
7. mit oder ohne

Selbsbeteiligung fehlte es wohl in erster Linie an ausreichender Kontrolle. Stichproben können hier nicht weiterhelfen. Offenbar werden sogar falsche Patienten geschult, um Pflegefälle vorztäuschen. In besonders üblen Fällen teilten sich sogar Verwandte von echten Pflegepatienten erschlichene Gewinne mit Pflegebetrügern, anscheinend durch Mehrfachabrechnungen. Das Hauptproblem ist die Zulassung von ausländischen Pflegekräften, die nicht den deutschen Standards entsprechen und die Vernachlässigung der Ausbildung deutscher/EU-Pflegekräfte. Von der schlechten Bezahlung dieser Pflegekräfte ganz zu schweigen. Allein das Versprechen billiger zu sein hat hier dem Milliardenbetrug Tür und Tor geöffnet. Das ganze ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die rein "marktwirtschaftliche Regelung" und Aufgabe deutscher Qualitätsstandards in vielen Bereichen gar nicht funktioniert. Tatsächlich ist sogar das Gegenteil des Erwünschten eingetreten: der Staat, also alle ehrlichen Steuerzahler, zahlt ganz schön drauf.

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rkinfo 30.05.2017, 08:51
8. Toleranz der Politik gegen die Putin-Banden ?

Zitat von Palmstroem
Es zeigt sich wieder einmal, dass eine Kontrolle so riesiger Summen wie im Gesundheitswesen fast unmöglich ist und zur Selbstbedienung einlädt. Abrechnungsbetrug ist ja nichts Neues im System, nur dass es hier um kriminelle Banden geht, die die Schwäche des Systems nutzen. Was kann man dagegen tun? Nichts, solange es den Patienten völlig egal ist, welche Kosten abgerechnet werden - er muss es ja nicht bezahlen. Selbst eine noch so geringe Selbstbeteiligung würde das ändern und Milliarden sparen und es kriminellen Machenschaften schwerer machen!
Zum Wohle der 'freien Pflegemarktwirtschaft' und möglichst niedrigen Kosten bei der Altenpflege hat die Politik auch die Russenmafia geduldet. 'Schutzbedürftige Alte' gibt's wohl nicht ?

Seriöse Anbieter können für ca. 35€/ Tag // 1.000€ je Monat ca. 1h / Tag Pflegetätigkeit incl. einfacher Haushaltsunterstützung plus 'Essen auf Rädern' anbieten. Aus diesem Betrag lassen sich durch Kriminelle natürlich sehr hohe Gewinne abzweigen.
Wer 'schwarzes Schaf' ist, ist aber überall bekannt ;-)

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CancunMM 30.05.2017, 08:56
9.

Zitat von Palmstroem
Es zeigt sich wieder einmal, dass eine Kontrolle so riesiger Summen wie im Gesundheitswesen fast unmöglich ist und zur Selbstbedienung einlädt. Abrechnungsbetrug ist ja nichts Neues im System, nur dass es hier um kriminelle Banden geht, die die Schwäche des Systems nutzen. Was kann man dagegen tun? Nichts, solange es den Patienten völlig egal ist, welche Kosten abgerechnet werden - er muss es ja nicht bezahlen. Selbst eine noch so geringe Selbstbeteiligung würde das ändern und Milliarden sparen und es kriminellen Machenschaften schwerer machen!
Irrtum !
Natürlich muss es der Patient zahlen. Über die steigenden Versicherungsbeiträge. Er sieht es bloß nicht, da er keine Rechnung bekommt. Wo ist das Problem für jede erbrachte Leistung den Patienten oder den Bevollmächtigten unterschreiben zu lassen ? Dann gibt es eine Quittung und gut ist.

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