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Kriminalität im Gesundheitswesen: Wie Krankenkassen beim Betrug in der Pflege zusehen
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Systematisch nehmen Betrüger das deutsche Pflegesystem aus - zu Lasten der Beitragszahler. Ein interner Bericht aus dem Gesundheitswesen zeigt nun, dass viele Krankenversicherungen die Abzocke einfach geschehen lassen.

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charlybird 16.10.2018, 12:42
90. Ich vermute mal,

die Krankenkassen verhalten sich hier nach dem Motto: Nur keine schlafenden Hunde wecken.
Und solange sich der Betrug mit ihrer Kalkulation deckt, ist man vielleicht sogar noch dankbar, keine Kontrollkosten aufwenden zu müssen.
Ist allerdings schlecht für die Patienten und Pflegebedürftigen. Aber warum sollte die Kassen das interessieren.
Auf der anderen Seite ist leicht zu erkennen, dass eben hier auch in der Kassenvielfalt der Fehler sitzt.
Jeder will Kohle machen, keine Pflege.
Deswegen heißen sie ja Krankenkassen und nicht Krankenpflegen.

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meinung2013 16.10.2018, 12:43
91. sind ja nur Beitragsgelder,

wie bei den vom Bundesrechnungshof regelmäßig angeprangerten Steuerverschwendungen auch hier Verschwendung fremder Gelder. Gespart wird dann bei den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen. . Was solls? Und Jens Spahn hat auch schon eine Idee, die Einnahmen zu erhöhen:" Jens Spahn fordert höhere Pflegebeiträge für Kinderlose" https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-10/pflegeversicherung-jens-spahn-gesundheitsminister-erhoehung-beitraege-kinderlose
und das klappt auch wieder wunderbar: die Leute gegeneinander aufzuhetzen. Sieht man an den Kommentaren.
Niemand kann garantieren, dass die Kinder einmal in das System einzahlen können / werden. Was, wenn die Kinder nicht so wohl geraten, sich selbständig machen?

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Lisa_can_do 16.10.2018, 12:44
92. Alle machen mit

wenngleich Patienten und pflegende Angehörige natürlich das schwächste Glied in der Betrugskette sind. Aber wer will denn schon wissen, was medizinische Dienstleistungen kosten. Und der gesellschaftliche Stand von Pflegekräften - ist überall in der westlichen Welt besser als in Deutschland. Pflegedienste, und ja, man muss es leider sagen (dürfen) insbesondere aus dem Ausland betrügen. Und ja, deutsche Kliniken betrügen zum Beispiel bei der Abrechnung internationaler Patienten. Und da diese internationalen Patienten nicht durch deutsche Krankenkassen "geschützt" sind, zeigt sich auch, dass das Problem nicht nur die Krankenkassen sind. Internationale Patienten zahlen zumeist aus der eigenen Tasche, wenn sie denn aus der Nicht-EU kommen, also keine Kontrolle durch deutsche Krankenkassen und dann ist das Betrügen noch zügelloser. Und da zeigt sich doch das eigentliche Problem: Betrug im großen und systematischen Stil, aber das Rechtssystem versagt, respektive duldet so etwas. Und die Politik ermöglicht das Ganze - also sind wirklich alle dabei, wenn es zu solchen systematischen Betrügereien kommt, wir alle in Deutschland.

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florafauna 16.10.2018, 12:46
93. Wenn es nicht so traurig wäre...

... würde ich lachen. Die Krankenkassen könnten, wenn sie nur wollten, die Erfahrung durfte mein Sohn machen, der Ärger mit der KK hatte und dessen Konto (ohne Ankündigung!) gesperrt wurde, seine Beiträge immer bezahlt hatte, naja, ich will nicht die ganze Story erzählen, würde den Rahmen sprengen, Mitschuld hatte er teilweise auch. Behandelt wurde er wie ein Verbrecher, tonnenweise Briefe, also Personal für die Kontrolle ist vorhanden, man müsste es nur mal zielgerichtet einsetzen.
Und Schluss mit den 100 Krankenkassen, die Vorstände werden ja auch üppig bezahlt.
Pflege- und Krankenkassenversicherung dienen der Abzocke von arbeitenden Menschen, bzw. alten Menschen.

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im_ernst_56 16.10.2018, 12:51
94.

Zitat von wohin
....die ich (sicher nicht alleine) schon immer favorisiere. Das Gesundheitswesen darf k e i n e r Gewinnmaximierung unterliegen. Schon aus ethischen Gründen nicht. Da ist der Hund begraben. Wozu muss es auch über 100 verschiedene Krankenkassen geben?
Man sollte sich von einem staatlichen Gesundheitswesen nicht zuviel erhoffen. Es gibt Bespiele dafür, etwa in Großbritannien oder Schweden. Ein staatliches Gesundheitswesen hat andere Nachteile, etwa bei der Zuteilung von Leistungen. Und die Wartezeiten auf Operationen oder spezielle Facharzttermine sind noch länger als bei uns. Es gibt vergleichende Untersuchungen über die verschiedenen Gesundheitssysteme. Das ideale Gesundheitswesen gibt es nicht.

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Sarah Lep 16.10.2018, 12:57
95.

Die Abzocke bei Pflegediensten ist so etabliert dass diese ja sogar ganz offen damit umgehen, und Hausgemacht, da es Krankenkassen einfach nicht interessiert. Ich war beim Pflegedienst da ich als Pflegende eine Haushaltshilfe brauche, die mich mit der Wäsche entlastet, da die Pflege neben Job und Kindern sehr sehr zeitaufwändig ist.
Davon unabhänig habe ich selbst eine Putzfrau. Abgemeldet auf Mini-Job-Basis für 12 Euro in der Stunde. Angemeldet, legal, versichert, und gut.
Der Pflegedienst aber, als Monopolist, erklärte mir schon beim reinkommen: " Naja, mit den 125 Euro der Krankenkasse kommen sie da nicht weit. Das reicht für 2,7 Stunden im Monat. Aber wissen sie was, wir nehmenda dann noch die umgewandelte Kurzeitpflege und Verhinderungspflefe mit hinzu. Die Krankenkasse fragt da gar nicht groß ob wir betreuen oder es für die Haushaltshilfe verwenden. Da müssen wir nur das Kreuz richtig setzen. Das sind dann nochmal 4,5 std. mehr im Monat. Macht zusammen 7,1 Stunden die die Kasse übernimmt. Wir kommen aber 2 Stunden in der Woche. Den Rest müssen sie dann leider privat zahlen".
Der Pflegedienst mach überhaupt keinen Hehl daraus für eine Bügelhilfe 45 €/std abzurechnen. Die Haushaltshilfe selbst wird aber mit 12 €/std bezahlt. Das rumgelüge hier speziell geschulte Mitarbeiter zu haben die entsprechend bezahlt wird, um mit dem zu Pflegenden zu bügeln ist hier haltlos. Die Pflegedienste kassieren schamlos ab, versuchen die Pflegenden und Krankenkassen noch über den Tisch zu ziehen indem sie andere Leistungen für total ünerteuerte Dienste zweckempfemden, und sind dann noch so dreist weiteres Geld in Rechnug stellen zu wollen. 45€/std für eine Haushaltshilfe abzurechnen um sich auf Kosten der Kassen und Pflegenden zu bereichern ist eine Frechheit!!

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Sleeper_in_Metropolis 16.10.2018, 13:03
96.

Besonders schlimm an diesem Betrug ist ja, das die Leute, die die eigentliche Arbeit machen von dem Geld nur ein Almosen erhalten - Betrug hin oder her.
Vielleicht sollten die Krankenkassen oder der Staat mittelfristig dazu übergehen, selbst einen gemeinsamen Pflegedienst zu betreiben - dann ließe sich vermutlich auch viel Geld sparen, selbst wenn man den Schaden durch Betrug mal aus der Rechnung raus nimmt.

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Margaretefan 16.10.2018, 13:06
97. @ #87 von spaas11

Übertreibungen bis hin zu Horrorszenarien finde ich wenig hilfreich. Zulassungskriterien gibt es selbstverständlich. Was es aber vor allem gibt, ist ständig wachsender Bedarf und der kann leider nicht immer voll befriedigend gedeckt werden. Besser eine nicht gut ausgebildete Pflegekraft als gar keine. Das eine gut ausgebildete Pflegekraft immer die bessere Wahl ist, halte ich eher für eine theoretische Sichtweise eines Bürokraten. Pflege hat viel mit Empathie zu tun. Die kann man eh nicht erlernen. Bei Intensivpflege, zu der umfangreiche medizinische Kenntnisse nötig ist, wird es fahrlässig, wenn es an der Ausbildung mangelt. Eine angelernte Kraft, bei der täglichen ambulanten Pflege, die den Job gern und mit viel Einfühlungsvermögen macht, sehe ich hingegen nicht das geringste Problem. Da ist es mir als Angehöriger auch glatt wurscht, ob für sich Personal andere, geringere Verrechnungssätze zu zahlen wären, als nie einer besser ausgebildeten Pflegekraft. Wenn so was dann als Betrug gilt, ja mei, mir völlig wurscht. Ich hatte mir jedenfalls nie einen Ausbildungsnachweis zeigen lassen. Wenn meine Eltern gut mit dem Pplegepersonal klarkamen, war ich glücklich. Meine Eltern waren nur dann nicht ganz zufrieden, wenn zu häufig andere Pfleger(innen) kamen. Nur lässt sich das nun mal nicht ausschließen. Das kriegt man als Angehöriger aber locker vermittelt. Zudem gibt es auch die Kehrseite der Medaille. Ätzende Pflegebedürftige.

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tomsnap 16.10.2018, 13:12
98. Spitze des Eisberges

Das mehr Betrug insbesondere in dem Pflegesektor sichtbar wird hat auch damit zu tun das die Zugangsvoraussetzungen deutlich leichter zu erfüllen bzw erschlichen werden können und kriminelle Banden im großen Stil absahnen. Auch das Krankenkassensystem wird gemolken, die vielen kleinen Beträge summieren sich zu noch viel höheren Summen .... auch dort ist nur die Spitze des Eisbergs zu sehen

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interessierter Laie 16.10.2018, 13:27
99. Sie sind auf dem falschen Dampfer...

Zitat von Margaretefan
Das mag bei eigentlich gesunden, gesetzlich Krankenversicherten, zumindest theoretisch ein guter Ansatz sein, aber ganz sicher nicht bei pflegebedürftigen, meist alten Menschen. Zudem wird das bei der Pflege eh schon so gehandhabt, dass der Gepflegte die erbrachten Leistungen .....
Es läuft genau wie bei jedem Versicherungsbetrug: Erbringer und Empfänger arbeiten zusammen. Sie schreiben einvernehmlich etwas (mehr) auf die Rechnung und die Versicherung zahlt. Sprich: Der Betroffene oder sein Umfeld sind fast immer Teil der Masche. Natürlich unterschreiben die Ihnen alles. Es entsteht ihnen ja kein Schaden - im Gegenteil. Der Betrag wird geteilt und beide Seiten haben leistungslos Geld bekommen. Die Zielgruppe sind bspw. Angehörige, die das so erschlichene Geld nicht durch Arbeit verdienen können.

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