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Kriminalität im Gesundheitswesen: Wie Krankenkassen beim Betrug in der Pflege zusehen
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Systematisch nehmen Betrüger das deutsche Pflegesystem aus - zu Lasten der Beitragszahler. Ein interner Bericht aus dem Gesundheitswesen zeigt nun, dass viele Krankenversicherungen die Abzocke einfach geschehen lassen.

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schwabe1952 16.10.2018, 11:20
60. Auswirkungen der Privatisierung

Das sind die Auswirkungen, wenn Daseinsvorsorge privatisiert. Mehr gibt es eigentlich dazu nicht zu sagen.

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Frankonia 16.10.2018, 11:21
61.

Zitat von murksdoc
Alle, die hier so laut "Betrug" schreien, sollten sich erstmal die Vorgaben anschauen, die die Pflegedienste abarbeiten müssen. "02.30 Minuten für Frühstück und 4.30 Minuten für morgendliche Körperpflege (Fantasiezahlen, ich kenne die genauen Vorgaben nicht mehr, habe aber in Erinnerung, dass diese noch schlimmer sind) bei einem 99-jährigen, der schon 4 Minuten braucht, um .....
"...Die, die hier Betrug schreien, wollen nur dafür sorgen, daß er auch eingehalten wird..."

Beweisen Sie bitte das bitte, woran machen sie das fest? Zumindest ich bin auch gegen diesen mittlerweile in der Öffentlichkeit schon sehr bekannten viel zu knappen und "unmöglichen" Pflege-Takt auch nicht und ich bin mir zu 100% sicher niemand derjenigen die hier im Forum geschrieben haben ist das, hier in Bezug zum SPON Bericht "Kriminalitaet-im-gesundheitswesen-wie-krankenkassen-beim-betrug-der-pflege-zusehenbeschrieben". Aber davon ab finde ihr Thema sehr wichtig, das muss auch sehr dringend gelöst werden. MfG

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Margaretefan 16.10.2018, 11:21
62. Im Prinzip ein Fall...

...für Herrn Lobo. Hier fehlt es zu allererst an geeigneter Digitalisierung, die viel von vornherein verhindern könnte. Dazu kommt, dass nicht jeder Fall gleich ein Betrug ist. Das System ist kompliziert. Jeder, der schon mal persönlich damit zu tun hatte, dürfte das aus leidvoller Erfahrung kennen. Ich musste mich mehrere Jahre damit befassen. Meine Eltern waren, als sie noch lebten, zum Ende hin beide pflegebedürftig. Zuerst ambulant, später meine Mutter gar stationär. Mir habe nicht selten die Haare zu Berge gestanden. Sowohl bei der laufend nötigen Antragstellung, als auch bei der Abrechnung. Teils werden Leistungen direkt mit der KK von den Pflegediensten abgerechnet, teils müssen Pflegebedürftige mit den Pflegediensten abrechnen. Dabei passieren schon mal Fehler und da unterstelle ich nicht gleich böse, oder gar kriminelle Absichten. So gut wie jedes Jahr, jedenfalls vor ca 6 Jahren noch, ändern sich Statuten, was dann auch zu Änderungen beim Abrechnungsverfahren führen konnte. Dabei passieren dann sicher auch mal Fehler. Nicht selten mussten Leistungen erst mal erstritten werden. Die Sachbearbeiter sind zwar meist alle kompetent und freundlich, aber ab und an ist auch jemand dabei, der nicht wirklich kompetent bzw nicht auf dem neuesten Stand ist. Auch das verursacht Chaos bei der Abrechnung. Nüchtern betrachtet, wird es sicher auch recht häufig Fälle geben, bei denen die Pflegeversicherungen der Krankenkassen Leistungen nicht bewilligen, die sie eigentlich erbringen müssten. Gerade Pflegebedürftige sind ohne Hilfe oft überfordert. Dass es sicher auch Pflegedienste und Pflegebedürftige gibt, die betrügen, dürfte sehe wahrscheinlich sein. Ob sich das beim derzeitigen Iststand wirkungsvoll vermeiden ließe, da habe ich erhebliche Zweifel. Ob Krankenkassen das in den meisten Fällen selbst leisten können, da bin ich eher skeptisch. Das dürfte sehr personalintensiv sein, wenn man Betrug nachweisen will. Zuständig wäre dann auch die Polizei. Erschlichene Leistungen, die schon bezahlt, aber nicht erbracht wurden, zurückzufordern, wird ja nicht einfach sein. Ob, wie in dem Artikel suggeriert wirklich Betrug im strafrechtlichen Sinne vorlag, kann nur ein zuständiges Gericht befinden. Dafür mögen Indizien vorliegen, die das nahelegen. Bewiesen ist das aber noch nicht. Ansonsten würden die Pflegeversicherer nur noch Rückforderungen in der suggerierten Milliardenhöhe stellen und bei nicht eingehaltenen Zahlungsfristen die Staatsanwaltschaft bemühen müssen.

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ned divine 16.10.2018, 11:23
63. eigentlich auch klar.....

dass den KK egal ist, was mit dem Geld der Versicherten passiert, sie wollen wenig Arbeit und viele Einnahmen durch ihre " versicherten Kunden". Somit scheren sie sich einen feuchten Kehrricht, wer da wieviel abzockt und die Gelder abzweigt.
Das ist doch genauso ein handfester Skandal wie mit den GEZ-Geldern, die sich auch Leute wie Gottschalk, Ulrich Wilhelm, Buhrow & Co. in die Tasche schaufeln.
Hier werden die Beiträge auch regelmässig erhöht, weil die Gier unermesslich ist!

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radius21 16.10.2018, 11:26
64. Kriminelle

Kriminelle Betrüger sind ein Fall für Polizei und Staatsanwaltschaft, die " Ermittler " der Krankenkassen müssen die Fälle lediglich zur Anzeige bringen. Das ist doch von hohen öffentlichen Interesse, wie hier mit unseren teuer bezahlten Sozialkassen umgegangen wird.
Zudem sollten der ganz Bereich Gesundheit wieder gemeinnützigen und kommunalen Trägern überantwortet werden. Kommerz hat dort nichts zu suchen.

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Karl-Heinz von Zengen 16.10.2018, 11:27
65. Das Versicherungsprinzip....

...in der Deutschen Version sieht so aus, dass der Versicherungsnehmer in den meisten Fällen (Krankenversicherung, Pflegeversicherung, teilweise Autoversicherung und Haftpflichtversicherung, usw.) keine Information über die bezahlten Leistungen erhält. Wenn ich einmal im Jahr ein Rezept in der Apotheke für ein nicht zuzahlungspflichtiges Medikament einlöse und nach dem Preis des Medikaments frage, erhalte ich regelmäßig die Antwort "das kostet nichts". Natürlich kostet es was - nur ist es mit unserem Abrechnungssystem anonymisiert. Und dieses Grundübel zieht sich durch die gesamte Versicherungswirtschaft und öffnet somit Betrügern Tür und Tor.

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Nr.001 16.10.2018, 11:29
66. Wie überraschend!

Ich frage mich immer wieder, woher immer diese Überraschung kommt. All diese "Skandale" kratzen nur an der Oberfläche. Die Wahrheit ist letztlich, dass die Pflege prinzipiell ein dreckiger Sumpf ist der nur manchmal von ehrlichen Unternehmen "unterwandert" wird. Das gilt auch für zahlreiche andere Branchen (siehe Autoindustrie, Süsswaren, Düngemittel, Mehl usw.). Unser zauberhafter Staat zieht sich immer weiter zurück. Die Regierigen überlassen den Gierigen das Feld und schauen dem fröhlichen Schlachtefest still zu. Kontrollen und Einschränkungen beim Wuchern stören doch nur den Kapitalismus! Und so kann man es sich mit einer Schale genmanipuliertem Popcorn bequem machen und auf den nächsten völlig überraschenden Skandal warten ..... und den nächsten .... und den nächsten ......

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lathea 16.10.2018, 11:30
67. Unser gesamtes Gesundheitssystem.....

......ist so organisiert, dass es an allen Ecken und Enden Betrug zulässt und als ein Selbstbedienungsladen für alle Beteiligten fungiert. Ineffektiv und alles auf Kosten aller Beitragszahler, die sich hilflos dagegen nicht wehren können.

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im_ernst_56 16.10.2018, 11:31
68.

Zitat von hausfeen
Ich habe meine Eltern gepflegt und immer einen Pflegedienst zur Unterstützung dabei gehabt. Mittlerweile habe ich alle Dienstleister der Region durch und keiner erfüllte die gesetzlichen Anforderungen, geschweige denn darüber hinaus die Fürsorge für den alten Menschen. Wenn, dann.....
Vor allem wird die Differenz zwischen den Kosten der Pflege und der Erstattung durch die Pflegeversicherung immer größer. Die Pflege meiner Mutter durch einen ambulanten Pflegedienst liegen bei rund 3.000 Euro monatlich. Davon werden bei Pflegegrad 3 1.298 Euro, also nicht mal die Hälfte erstattet. Falschabrechnung oder Abrechnungsbetrug geht also immer zulasten des Pflegebedürftigen oder der Angehörigen. Ich finde es ja schön, wenn Herr Spahn sagt, dass die Pflege besser bezahlt werden muss. Er sollte dann aber auch sagen, wer das im Ergebnis bezahlt.

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Bundestrainer 16.10.2018, 11:31
69. Entschlossene Reaktion des Gesetzgebers

Was noch erwähnt werden sollte ist, dass der Gesetzgeber plant ab, ab nächstem Jahr die gesetzlichen Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,5% anzuheben anstatt solche Mißstände endlich abzustellen. Danke für nichts, GroKo!

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