Forum: Wirtschaft
Krise der Globalisierung: Mehr Umverteilung wagen
imago images/Michael Kneffel

Über den Absturz der SPD lässt sich leicht höhnen. Aber ginge es den Menschen mit, sagen wir, Christian Lindner besser? Die Wahrheit ist: Die Marktwirtschaft braucht einen radikalen Neustart.

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4magda 07.06.2019, 11:37
1.

Die Frage ist doch, gibt es eigentlich noch "Globalisierung" wenn man mit dem Umweltschutz ernst macht. Alleine den gigantischen Warenverkehr (z.B. Containerschiffe) klimaneutral zu gestalten führt eher dazu, dass man nur noch "nationale" Güter transportiert. Wachstum, Wachstum, Wachstum verträgt sich nicht mit Klimaschutz.
Wir stehen noch vor ganz anderen Problemen als der Sicherung der Globalisierung. Die geht eh den Bach runter.

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andneu 07.06.2019, 11:40
2. Die Ideologie des Neoliberalismus ...

... wird schon deshalb schwer zu überwinden sein, weil einige wenige mit sehr viel wirtschaftlicher - und somit politischer Macht - einfach zu viel Geld damit verdienen. Es muss erst zu noch mehr Verwerfungen und Schäden kommen, bis etwas Grundsätzliches passiert. Das war beim Sozialismus damals auch nicht anders. Eine Ideologie geht nicht von heute auf morgen.

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Theophanus 07.06.2019, 11:43
3. Korrekt Herr Fricke!

...die Marktwirtschaft wurde immer mehr zu einer höchstreglementierten simi-Planwirtschaft umfunktioniert. Da funktioniert eigentlich gar nichts mehr. Letzter Ausbund des selbstzerstörerischen Wahns sind die Enteignungsphantasien in der failed City Berlin. Die Väter der Marktwirtschaft rotieren jetzt schon im Grabe....

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braingutt 07.06.2019, 11:44
4. Wider jeder Faktenlage

Es ist beschämend, dass ein Blatt wie der Spiegel derartige Meinungsmache immer wieder bringt. Es gibt zu diesem Thema eine anerkannte statistische Zahl, den Gini Koeffizienten. Dieser ist in Deutschland seit Jahrzehnten fast unverändert und hat sich auch durch die Wirtschaftskrise praktisch nicht verändert. Wer es nicht glaubt schaue bitte hier: https://www.gut-leben-in-deutschland.de/static/LB/indikatoren/einkommen/gini-koeffizient-einkommen/ oder in jeder anderen seriösen Quelle. Er zeigt sehr schön, dass die Umverteilung extrem gut funktioniert. Und Deutschland ist hier im unteren Mittelfeld (also gut) aller Industrienationen auf Augenhöhe mit den Skandinavischen Ländern. Ist deshalb alles gut? Sicher nicht. Löhne wie in der Paketzustellerbranche sind eine Sauerei. Aber Artikel wie dieser sind eine Schande und schreiben unser Land kaputt. Wider allen Fakten! Was wir brauchen ist nicht noch mehr Umverteilung. Die funktioniert bestens. Wir brauchen Ideen, wie wir mit der Digitalisierung umgehen, wie wir mit China umgehen, mit dem Klimawandel, mit einem auseinanderdriftenden Europa. Das sind Zukunftsthemen, die über unseren Wohlstand entscheiden. Die SPD war noch nie mehrheitsfähig, wenn ihr die Bevölkerung keine Wirtschaftskompetenz zugetraut hat. Alles, was umverteilt wird, muss auch erwirtschaftet werden. Das weiß die Mehrheit zum Glück auch. Und zum Glück beschäftigen sich einige auch damit, den Kuchen größer zu machen und nicht nur mit dem Umwerteilen.

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Ein_denkender_Querulant 07.06.2019, 11:44
5. Ein sehr sinnvoller Weg!

Um den Verbrauch an fossilen Energieträgern zu senken, ist es vor allem wichtig, der Masse der Menschen weniger Geld zu geben. Ob die oberen 47 Familien Deutschlands nun dasselbe Vermögen akkumiliert haben, wie die untere Hälte, oder ob es gar das der unteren 90% wäre, ändert nichts mehr an deren Verschwendung. Denn ob man 10 Milliarden oder 100 Milliarden besitzt, ändert am Lebensstil und damit am persönlichen CO2 Fussabdruck nichts mehr.

Das aber Millionen Deutsche meinen, jedes Jahr zweimal irgendwo in die Sonne fliegen zu müssen, ist ein riesiges Problem. Je weniger Geld die Menschen haben und so höher die Energiepreise werden, umso mehr wird gespart.

Eine weitere Umverteilung von unten nach oben ist im Sinne des Klimaschutzes darum sehr sinnvoll. Meine Meinung!

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kleinsteminderheit 07.06.2019, 11:45
6. Politik wagen

Es ist höchste Zeit das Primat der Politik wieder zu stärken. Was uns die Wirtschaftsliberalen als Gesetze des Marktes verkaufen ist nichts anderes als das Recht des Stärkeren. Und die Gleichung, dass der Reichtum Einzelner durch natürliche Prozesse der Bevölkerungsmehrheit zugute kommt ist ein Märchen.

Die Stärke der Demokratien speist sich immer aus einer gerechten Verteilung der Ressourcen. Sie lebt zudem von der Hoffnung jedes Einzelnen auf reale Aufstiegschancen.

Beides funktioniert nicht mehr, seitdem sich die Volksparteien nicht mehr trauen, Ungerechtigkeit, Spaltung und Hoffnungslosigkeit mit politischen Mitteln zu bekämpfen. So lange sie die Probleme der Gesellschaft als alternativlos ansehen und nur mindern, was beseitigt gehört, verlieren sie mit jedem Tag ihre Berechtigung.

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flopi3 07.06.2019, 11:45
7. Bitte nicht schon weider eine Umverteilungs-Debatte, Herr Fricke!

Es braucht einen fairen Mindestlohn (>12,50€/Std) und eine Wochenarbeitszeit von 40-45 Stunden. Damit ließe sich im Zeitalter des wachsenden Fachkräftemangels schon einiges lösen.
Darüber hinaus erwarte ich endlich eine sachlichere Debatte. Klar gibt es ein paar Menschen, die mehr Hilfe von der Solidargemeinschaft brauchen. Ich bezweifele aber, dass es sich da um Massen handelt. Konzertsaäle sind voll ebenso wie Hotels, Flughäfen und Fußgängerzonen. Wir haben wirklich kein Armutsproblem in Deutschland und die oft zitierten Daten sind schlicht weg in den falschen Kontext gestellt. Der deutsche Sozialstaat dient ausschließlich seinen Bürgern bzw. denen, die hier seit langem leben und eingezahlt haben. Der Sozialstaat dient nicht Millionen von Migranten. Dass wir temporär Schutzbedürftigen helfen, ist selbstverständlich. Aber eben nur für eine begrenzte Zeit. Und wenn der Krieg z.B. in Syrien vorbei ist, müssen all die Menschen, die von dort kommen, auch wieder dahin zurück. Es sei denn, sie haben hier Jobs gefunden und können sich selbst versorgen. Herr Fricke, schauen Sie sich bitte mal all die Daten zu Armut, Obdachlosigkeit etc. an und rechnen konsequent all die raus, die keine deutschen Staatsbürger sind oder hier schon seit Jahren leben, arbeiten und Steuern zahlen. Dann sieht das Bild völlig anders aus!!!

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Raisti 07.06.2019, 11:46
8. Das ich den Tag noch erleben darf ...

Das ein deutsches Leitmedium die Systemfrage stellt.
Kann nur meinen Hut ziehen.

Ich möchte hier auch nochmal meine eigenen Gedanken, zu fatalen Wirkung des neoliberlismus einbringen.
Hauptziel des neoliberalismus war es immer die individuelle persönliche Entfaltung in den Mittelpunkt zu stellen mit Mantras wie "Jeder ist seine eigenen Glückes Schmied"

Dies ist aber in sofern fatal, weil wir dadurch etwas entscheidenes vernachlässigt haben und zwar die Gemeinschaft. Des wegen fühlen sich heutzutage auch so viele Menschen entfremdet und die Soziale kälte greift immer weiter um sich.

Damit will ich nicht sagen das die individuelle Entfaltung ein Fehler ist. Es ist nur ein Fehler zu sagen es gibt entweder nur individuelle Entfaltung oder Gemeinschaft. Der Mensch sehnt sich nunmal nach beidem.

Damit plädiere ich jetzt aber auch nicht für den Kommunismus oder Sozialismus. Es muss einfach etwas neues gefunden werden, in dem man eine gesunde Balance zwischen Gemeinschaft und individueller Entfaltung findet.

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merlin 2 07.06.2019, 11:46
9. Es ist schon süß,...

...wenn SPON der SPD die Denkhilfen liefert, damit die Truppe nicht vollends stirbt.
Und ja, vermutlich wäre das ein Konzept, wenn die SPD in der Lage wäre, Konzepte zu verstehen und konsequent zu verwirklichen. Leider hapert es an beidem. Vielleicht gründet SPON eine SPD-Schwesterpartei, die ohne Gekrampfe und Altlasten bessere Chancen hätte.

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