Forum: Wirtschaft
Krise der Globalisierung: Mehr Umverteilung wagen
imago images/Michael Kneffel

Über den Absturz der SPD lässt sich leicht höhnen. Aber ginge es den Menschen mit, sagen wir, Christian Lindner besser? Die Wahrheit ist: Die Marktwirtschaft braucht einen radikalen Neustart.

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n.wemhoener 07.06.2019, 14:45
140.

Zitat von andneu
Sie haben gesagt, dass man für Nichtstun nicht belohnt wird. Und das stimmt eben nicht in jedem Fall. Wer erbt oder Kapitaleinkünfte hat, bekommt auch Geld ohne dafür zu arbeiten. Das mag man jetzt unterschiedlich bewerten, aber dieser Fakt ist nicht aus der Welt zu schaffen. Arbeiten müssen dafür andere. Dieses Geld fällt ja auch nicht einfach so vom Himmel, auch wenn das Erben oder Beziehern von Dividenden auch so erscheint.
Richtig !
Jeder Multimillionär, jeder Milliardär lebt auf Kosten anderer, von Zinsen und Aktiengewinnen, die vielen Arbeitnehmern am Lohn fehlen.

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spon_8370587 07.06.2019, 14:45
141.

Zitat von Crom
Die Vermögensverteilung sagt wenig aus, da Anwartschaften durch die Sozialversicherung nicht betrachtet werden und auch unterschiedliche Arten des Umgangs mit Geld (die einen sparen, die anderen hauen alles auf dem Kopf) nicht berücksichtigt werden.
Sowas lächerliches lese ich wirklich selten. Können Sie mir sagen, warum bei einer Statistik über die Verteilung von Vermögen, der Umgang mit Geld eine Rolle spielen soll? Dafür gibt es nun wirklich nicht den geringsten plausiblen, logischen Grund, da er implizit in der Höhe des Vermögens enthalten ist.

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Crom 07.06.2019, 14:46
142.

Zitat von leasingnehmer
In unserer Gesellschaft sollte man stolz darauf sein können, Steuern zahlen zu dürfen, weil man eben VERMÖGEN hat und sich damit an den Kosten der Gemeinschaft angemessen zu beteiligen!
Steuern sollte man auf Einkommen zahlen. Vermögen zu besteuern, das kein oder wenig Einkommen generiert (z.B. Omas selbstbewohnte Immobilie in guter Lage) ist schlicht Raub.

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DerBlicker 07.06.2019, 14:48
143. das ist doch Selbsttäuschung

Zitat von echtermünchner
Man bräuchte solche Fähigkeiten wie sie die Amerikaner haben. Sie koennen jedem im Ausland lebenden Amerikaner belangen. Weltweit. Können ihn theoretisch kassieren und in die USA verschleppen, egal ob das Gastgeberland dem Steuerhinterzieher hofiert oder nicht. Es gibt keinen Zufluchtsort mehr. Es sei denn derjenige zieht auf den Mond. Die Amerikaner sind den Deutschen auch darin überlegen. Während der Deutsche an der deutschen Grenze kapituliert und blöd in die Wäsche guckt.
Die Amerikaner können das auch nur aus 2 Gründen, zum einen sind sie das mit Abstand mächtigste land der Welt und zum anderen wollen Amerikaner ungern ihre Staatsbürgerschaft aufgeben. Deutsche haben damit aber überhaupt kein Problem, sie werden gerne Schweizer oder Österreicher. Ich rate Ihnen einfach zum Realitätscheck. Das was man sich wünscht, ist halt oft nicht realisierbar, und dann sollte man es ganz schnell vergessen.

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DerBlicker 07.06.2019, 14:50
144. wie so Armut?

Zitat von spon_8370587
1. Die Top 10% zahlen in keiner Weise expontiell hohe Abgaben. Sie zahlen vielmehr fast überhaupt keine Abgaben (Grössenordnung < 5%). 2. 10% Abgehängte IST Massenarmut !!!
Bei uns hat jeder zu essen und eine Wohnung, also gibt es keine Armut. Relative Armut ist Ideologie pur.

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Freier.Buerger 07.06.2019, 14:52
145.

Zitat von andneu
Sie haben gesagt, dass man für Nichtstun nicht belohnt wird. Und das stimmt eben nicht in jedem Fall. Wer erbt oder Kapitaleinkünfte hat, bekommt auch Geld ohne dafür zu arbeiten. Das mag man jetzt unterschiedlich bewerten, aber dieser Fakt ist nicht aus der Welt zu schaffen. Arbeiten müssen dafür andere. Dieses Geld fällt ja auch nicht einfach so vom Himmel, auch wenn das Erben oder Beziehern von Dividenden auch so erscheint.
Es gibt dafür leider keine einfache Lösung. Ist die Erbschaftssteuer hoch, müssten ein Großteil der große mittelständigen Unternehmen vom Erben veräußert werden, um die Steuer zu bezahlen. Aber nur ein anderen Selfmademilionär könnte sich so etwas leisten...
Also werden alle Firmen verstaatlicht oder gehen an ausländische Investoren?!

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Crom 07.06.2019, 14:53
146.

Zitat von NorddeutschePflanze
Wenn Sie erst ein paar Millionen hätten, dann wäre das Ganze überhaupt kein Problem, da gibt es super Steuersparmodelle. Und genau da liegt das Problem in unserer Gesellschaft. Wie wäre es damit? Abschreibungsmöglichkeiten komplett streichen, Steuersatz pauschal 20% ab 20.000,- €, ab 1 Mio Jahreseinkommen wird alles darüber mit 80% versteuert. das würden 95% der Bevölkerung überhaupt nicht merken, der Staatshaushalt würde nicht nur eine schwarze Null schreiben, sondern im Plus landen. Aber seien Sie beruhigt, das wird schon nicht passieren, weil die entscheiden 5% unsere Politiker fest im Griff haben.
Wenn Sie Abschreibungsmöglichkeiten komplett streichen, wer soll da noch in neue Maschinen und Anlagen investieren? Wissen Sie überhaupt, was eine Abschreibung ist? Man kauft sich Maschinen, Geräte etc., um damit dann wirtschaftlich tätig zu werden, um dann überhaupt Gewinn zu erwirtschaften, den man versteuern kann. Das man Ausgaben für größere Anschaffungen dann über Jahre abschreiben kann, ist nur gerecht.

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neurobi 07.06.2019, 14:53
147.

Zitat von tommy.huber
Nach der französischen Revolution wurde die Trennung von Kirche und Staat im unterschiedlichsten Ausmass praktiziert, und man darf wohl sagen, dass diese Trennung für alle (außer vielleicht für die Kirche) von Vorteil war. Heute brauchen wir dasselbe: der Einfluss der Wirtschaft auf die Politik muss unterbunden werden. Die Wirtschaft soll die ihr gebührende Rolle innerhalb eines politischen Konstrukts übernehmen: die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern. Nichts anderes. Was wir also brauchen, ist eine Trennung von Wirtschaft und Staat. Erst wenn der Einfluss der Wirtschaft auf politische Entscheidungsträger unterbunden wird, können sich die verantwortlichen Politiker wieder dem zuwenden, wofür sie gewählt wurden: Dem Wohl des Volkes.
Das nennt man Korruptionsbekämpfung und sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Aber viele Politiker zierren sich ja schon mit grundlegender Transparenz.

Und ja, wer politische Verantwortung tragen will muss ggf. auf bestimmte Tätigkeiten nach den politischen Ämter verzichten.
Nicht nur für einen kurzen Zeitraum, sondern für sehr lange Zeit.

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nobody_incognito 07.06.2019, 14:54
148.

Zitat von n.wemhoener
Richtig ! Jeder Multimillionär, jeder Milliardär lebt auf Kosten anderer, von Zinsen und Aktiengewinnen, die vielen Arbeitnehmern am Lohn fehlen.
Tja, da gibt's dann die Realwirtschaft und die Finanz"welt". Wer braucht wen wozu mehr?
"Erst wenn der letzte Mensch Milliardär geworden ist, werdet ihr begreifen dass eineR trotzdem noch die Brötchen backen muss."
Solang der Arbeit"nehmer" keine andere Orientierung und keinen anderen Sinn als im Geld"verdienen" erkennt, wird er davon abhängig sein, welche Arbeit ihm angeboten wird, von jenen die sich in eine solche Position gebracht haben über die Verteilung des Geldes zu verfügen. Je schlauer sie das tun, um so kaufkräftiger ist das Geld dann - also resultiert da durchaus eine Symbiose der relativen Vernunft, sonst wäre es ja das reine Chaos.

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syracusa 07.06.2019, 14:54
149.

Zitat von undog
Am ehesten ist jener Lohn gerecht, den jemand aus privater Quelle bezahlt - mit dem Empfänger vereinbart.
Gerecht wäre das nur, wenn Geber und Empfänger auf Augenhöhe verhandeln können. Das ist im Arbeitsmarkt idR aber nicht gegeben.

Eine wesentliche Aufgabe des Staats besteht im Ausgleich von Marktungleichgewichten durch Regeln. Also muss der Arbeitsmarkt so geregelt werden, dass sich Geber und Empfänger dann doch wieder auf Augenhöhe begegnen können. Davon sind wir sehr weit entfernt, und das beste Indiz dafür ist der große Niedriglohn- und Leiharbeitssektor. In Dänemark gibt es keine Mindestlöhne und dennoch keinen Niedriglohnsektor. Dort sind die Regeln also wesentlich besser gestaltet als bei uns. Wir sollten sie übernehmen ....

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