Forum: Wirtschaft
Krise der Globalisierung: Mehr Umverteilung wagen
imago images/Michael Kneffel

Über den Absturz der SPD lässt sich leicht höhnen. Aber ginge es den Menschen mit, sagen wir, Christian Lindner besser? Die Wahrheit ist: Die Marktwirtschaft braucht einen radikalen Neustart.

Seite 24 von 35
nobody_incognito 07.06.2019, 18:13
230.

Zitat von Eronica
Die Marktwirtschaft Funktioniert nicht. Sieht man daran dass Unternehmen nach Subventionen/Umverteilung von unten nach oben gieren, die Rendite kommt größtenteils nicht mehr unten an sondern dort wo sie nicht gebraucht wird. Das führt zu Kriegen und von Kriegen profitiert auch nur eine Minderheit. Auch Unternehmen planen und zwar wie sie die Produkte absetzen können auf Teufel komm raus, sie sorgen im Extremfall durch Kriege für neue Absatzmärkte. Wer die Leidtragenden sind kann man sich ausrechnen. Eine Religion wird hier angeschmachtet, die gegen die Menschenwürde und gegen die Lebensgrundlagen agiert.
Nicht die Marktwirtschaft funktioniert nicht, sondern per Definition die Unvernunft. D.h. die Marktwirtschaft funktioniert besser als das totale Chaos, d.h. sie ist das kleinste der derzeitig vorstellbaren Übel. Aber die reale^^ Alternative "scheint" nur eine Utopie bzw. "das Unmögliche" zu sein. ;-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Schartin Mulz 07.06.2019, 18:29
231. Sie haben

Zitat von frankcrx
Das ist doch dummes Geschwätz. Natürlich gibt es in diesem Land reele Aufstiegschancen. Allerdings müssen die Menschen die Chancen auch nutzen und sich entsprechend anstrengen. Fürs Nichtstun wird man eben nicht belohnt - so einfach ist das. Dann muß man eben sein Leben ändern, auch mal den Wohnort wechseln, dahin gehen wo es Arbeit gibt und nicht auf dem Hintern sitzen und darauf hoffen das der Arbeitsplatz zu einem kommt. Es gibt genügend Möglichkeiten sich weiter zu bilden aber die meisten sind zu bequem dieses auch zu tun. Nur am PC sitzen und über die Ungerechtigkeit zu fasseln ist billig. Dem überwiegende Teil der Bevölkerung geht es gut, die Spaltung wird durch schnelle, meist völlig übertriebene Darstellung von Kleinstereignissen, reflexartig übers Internet verbreitet, beeinflußt. Viele Menschen refektieren gar nicht mehr, laufen einer aufgesetzen Meinung hinterher, schreien sie laut heraus ohne über die Hintergründe auch nur nachzudenken. Z.B. lässt sich das Wohnungsproblem ganz sicher nicht durch irgendwelche Enteignungen lösen, denn dadurch wird kein qcm neuer Wohnraum geschaffen. Nur populistische Fantasien bringen niemanden weiter, sind aber zur Zeit ein Phänomen des Zeitgeistes.
Ihren Beitrag schon gut überschrieben.
Das ist das übliche neoiliberale Geschwätz, das man seit Jahren hört.
Als ob alle, die nicht zu den Besserverdienern gehören, faule Säcke wären.
Als ob nicht die ganzen Berufe, die nicht zu Spitzengehältern führen, für unsere Gesellschaft genauso wichtig wären. Wie sollte denn eine Gesellschaft aussehen, wo alle Manager sind?
Es ist die Verachtung der normalen Berufe, die unsere Gesellschaft so kaputt macht. Nur Abi, Studiuim, Karriere zählen.
Der Privatisierungswahn der letzten 2 Jahrzehnte hat die Probleme wie Wohnungsnot befördert. Privat vor Staat ist das Schlagwort.
Wie eine Gesellschaft ohne Regelung durch den Staat aussieht, hat die Geschichte doch nun oft genug gezeigt. Dann regiert das Recht des Stärkeren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Eronica 07.06.2019, 18:32
232. @braingutt

Das System ist menschengemacht und kann durch die Menschen geändert werden. Gegen Umverteilung von unten nach oben habe ich noch von den Freien-Markt-Befürwortern noch nie etwas gehört, da werden Regierungen erpresserisch bzw. subtile lobbybearbeitet und keinerlei Aufschrei wenn diese alles an die Wand fahren und dann die Gesellschaft sie retten muss. z. B. Finanzkrise

Beitrag melden Antworten / Zitieren
so-long 07.06.2019, 18:33
233. Eine innere Logik

Zitat von Ein_denkender_Querulant
Um den Verbrauch an fossilen Energieträgern zu senken, ist es vor allem wichtig, der Masse der Menschen weniger Geld zu geben. Ob die oberen 47 Familien Deutschlands nun dasselbe Vermögen akkumiliert haben, wie die untere Hälte, oder ob es gar das der unteren 90% wäre, ändert nichts mehr an deren Verschwendung. Denn ob man 10 Milliarden oder 100 Milliarden besitzt, ändert am Lebensstil und damit am persönlichen CO2 Fussabdruck nichts mehr. Das aber Millionen Deutsche meinen, jedes Jahr zweimal irgendwo in die Sonne fliegen zu müssen, ist ein riesiges Problem. Je weniger Geld die Menschen haben und so höher die Energiepreise werden, umso mehr wird gespart. Eine weitere Umverteilung von unten nach oben ist im Sinne des Klimaschutzes darum sehr sinnvoll. Meine Meinung!
ist Ihrer Argumentation nicht zu verwehren.
Wenn (zB) Indien einen breiten (Konsum)Wohlstand erreicht hat, wird in D niemand mehr über CO2 sprechen. Das Thema ist dann hinfällig.
Die Leute beklagen Mietsteigerungen, weil dann weniger Geld für den Konsum übrig bleibt. Welchen Sinn macht es, einen TV für 3500€ in 60 Monatsrraten zu rund 300€ zu kaufen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Freedom of Seech 07.06.2019, 18:43
234. @225 hdwinkel

Zitat von hdwinkel
Zu Ihren Punkten: 1) generell bin auch ich für eine stärkere Zusammenarbeit mit Russland, aber die Sanktionen sind keine Erfindung Westdeutschlands, sondern der EU. 2) Atomkraftwerke mögen selten in die Luft fliegen, aber wenn sie es tun, dann mit gewaltigem Schaden. Was passiert im Fall der Fälle, eine radioaktive Wolke treibt auf Leipzig oder Berlin zu? Ich vermute mal stark, da hört die Toleranz der Mütter und Väter auf und es kommt zu Fluchtbewegungen. Können Sie den Schaden daraus auch nur ermessen? Irrational sind Warnungen hier ganz und gar nicht. 3) Gentechnik hat mehrere Probleme. Sie sorgt zwar für ein Ertragswachstum, macht aber anfällig für Monokulturen, Artensterben usw., also Risiken, die wir ebenfalls kaum beherrschen. Es ist nicht der Müslirigel.
ad 1: man hätte als deutsche Regierung etwas für den russischen Standpunkt eintreten können. Das Völkerrechtsabkommen von 1945 enstand unter dem Eindruck des 2. Weltkrieges in Europa und ist grundsätzlich sinnvoll. Allerdings muss man auch sehen: a) nur kurze Zeit später ignorierte Israel das Abkommen - treiben wir deshalb keinen Handel mehr mit Israel? Nein. b) der Zerfall der Sowjet Union war ebenfalls eine spezielle Situation. Die Krim ist vorwiegend von Russen bewohnt, ebenfalls der Osten der Ukraine, hinzu kommt der wichtige Miliärstützpunkt, c) die Ukraine ist ein "Failed state" und zwar bis heute, d. bei der Aufteilung der Sowjet Union waren die Absetzbewegungen der westlichen Ukraine noch nicht absehbar. Diplomatie ist die Kunst sich in das Gegenüber hinein zuversetzen. Also die Russen einfach nur anzuklagen finde ich unterkomplex. Ad 2: Die Angst vor Kernkraft nennt man heute "Radiophobie". Es ist und bleibt die sicherste Methode Strom zu erzeugen (googlen Sie einfach mal wieviele Todesfälle es für die einzelnen Karfwerksstypen gibt. In Fukushima ist wegen Verstrahlung bis heute lediglich ein Mensch erkrankt und verstorben). Auch der Flächenbedarf ist bei Kernkraft geringer als bei allen anderen Kraftwerkstypen, die Region um Fuksuhima ist überwiegend wieder bewohnbar, der Rest in ein paar Jahrzehnten (kann man alles googlen). Radiophobie ist so ähnlich wie Flugangst: ich fliege nicht wegen der Angst vor einer Flugzeugkatastrophe und fahre statt dessen mit PKW, lieber auf der Bundesstraße als auf der Autobahn. Die harten Zahlen aus der Statistik sagen aber: Todesrisiko ist am größten auf der Bundesstraße. Trotzdem nicht zu fliegen ist also irrational (zumindest aus diesem Grund). Ad 3: Grüne Gentechnik eignet sich zur Massenproduktion von Lebensmitteln u.a. (die Delikatesse Biofood ist sehr flächenintensiv und sicher nicht dazu geeignet die Ernährung der Weltbevölkerung zu sichern). Man braucht mit Gentechnik weniger Nitrate und weniger Pestizide (umweltfreundlich) als mit herkömmlicher Landwirtschaft (in Monokultur). Mionokulturen sind kein Exklusivkriterium der grünen Gentechnik. Selbstverständlich muss mann auf ausreichend großen Flächen zusätzlich die Artenvielfalt durch natürlichen Bewuchs sichern (das schließt sich gegenseitig nicht aus). Im Westen wird aus all dem ein rießiger Popanz gemacht, im Osten ist man da pragmatischer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nobody_incognito 07.06.2019, 18:45
235.

Zitat von Schartin Mulz
Wie eine Gesellschaft ohne Regelung durch den Staat aussieht, hat die Geschichte doch nun oft genug gezeigt. Dann regiert das Recht des Stärkeren.
"Vernunft" hat viel mit Ausgabendisziplin zu tun, bzw. das "Recht des Stärkeren" besagt ja nur, dass jemand meint sich mehr herausnehmen zu dürfen als er zum kollektiven Topf beiträgt. Im Prinzip gilt dieses Paradigma immer nich, nur ist die rohe Gewalt durch "gemiale Schlauheit" ersetzt. Diese Schlauheit funktioniert nur solang auf der anderen Seite Unvernunft vorhanden ist, bzw. der Wunsch dem Club der Finanzgenies beizutreten. Allerdings sind die Hürden für die geistigen Kapazitäten des Durchschnittsüberlebenskünstlers aka Normalwahnsinnigen dann doch etwas zu hoch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lamblies 07.06.2019, 18:47
236. Mein Titel

Zitat von hdwinkel
Unsere größte Herausforderung ist nicht Gerechtigkeit, sondern das langfristige Überleben. Für unsere bestehende und liebgewonnene Lebensweise bräuchten wir heute bereits mehr als eine Erde. Und damit ist nicht nur der Superreiche gemeint, sondern jeder Einzelne. Mehr Geld an die Armen klingt gut, bedeutet aber im Augenblick automatisch mehr Konsum genau der Resourcen, die z.B. unser Klima so verändern, das die Gesellschaft an den Rand des Kollaps bringen wird. Wer meint die Entwicklungen bei 3-4 Grad globaler Temperaturerhöhung noch steuern zu können, der ist, na ja, naiv. Die Ausbreitung einer Wüste kann man nicht stoppen. Und Klima ist nur ein Punkt. Wir erleben u.a. auch ein Artensterben dessen Folgen wir nicht einmal verstehen. Das alles ist kein Argument gegen die Verbesserung der Lebensverhältnisse der Armen. Aber Verbesserung geht nur klimaneutral oder ist ein kurzes Vergnügen. Mobilität, aber weniger Individualverkehr usw. Das bedeutet aber insbesondere auch andere Anreize und eine Umverteilung auch hierzulande. Nicht reich und arm ist das entscheidende Kriterium, sondern der persönliche ökologische Fußabdruck. Wer Verbrenner fährt, der zahlt. Wer Fläche versiegelt zahlt. Wer in den Urlaub fliegt, zahlt. usw. und zwar gewaschen. Anders gehts nicht. So wird das Verhalten geändert, vor allem aber Resourcen frei gemacht, nachhaltiger leben, überleben zu können.
Zustimmung von meiner Seite.
Gestern beim zufälligen Treffen eine Bekannten folgender Satz: "... Kreuzfahrten und Fliegen, solange ich es mir noch leisten kann …".
Also, die Probleme sehe ich wohl, aber vorher noch mitnehmen was geht, könnte ja bald zu Ende sein, der Spaß.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
shrufu 07.06.2019, 19:06
237.

Ich glaube man kann es langsam ruhig zugeben.. seit piketty hat sich kaum was getan und genau das ist Punktsieg für jene die es für falsch halten dort etwas zu bewegen. Mit der Zeit wird das Thema hochwahrscheinlich an öffentlichen Diskurs verlieren, nimmt man noch die Verschiebung der Republikaner als Sieg, da sich durch diese eine Verschiebung über Konkurrenz ereignen könnte.. ist man mMn ziemlich hoch im Rückstand. Das wahrscheinlich "letzte Gefecht" um eine kleine Straße zu öffnen wird wohl mit Sanders und Corbyn ausgefochten und sieht wahrscheinlich zZ besser aus als es ist, wenn erstmal die medialen Haubitzen losschießen und sich die anderen neutral verhalten. Natürlich im Endeffekt albern und falsch so zu denken aber aus einer spielerischen Laune heraus kann man das vllt mal machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
joomee 07.06.2019, 19:12
238. Steuersparmodelle

Zitat von NorddeutschePflanze
Wenn Sie erst ein paar Millionen hätten, dann wäre das Ganze überhaupt kein Problem, da gibt es super Steuersparmodelle. Und genau da liegt das Problem in unserer Gesellschaft. Wie wäre es damit? Abschreibungsmöglichkeiten komplett streichen, Steuersatz pauschal 20% ab 20.000,- €, ab 1 Mio Jahreseinkommen wird alles darüber mit 80% versteuert. das würden 95% der Bevölkerung überhaupt nicht merken, der Staatshaushalt würde nicht nur eine schwarze Null schreiben, sondern im Plus landen. Aber seien Sie beruhigt, das wird schon nicht passieren, weil die entscheiden 5% unsere Politiker fest im Griff haben.
Wie genau schauen denn die Steuersparmodelle aus, die angeblich so super sind? Sind Sie da nicht fast zwei Jahrzehnte zu spät dran?

Sie behaupten, dass wenn man den paar Einkommensmillionäre 80% wegnehmen würde, wäre der Haushalt im Plus?

Können Sie eigentlich auch irgendeinen Nachweis für Ihre Behauptungen bringen? Oder ist das alles nur Wunschdenken und alternative Fakten?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
joomee 07.06.2019, 19:19
239. Absolut richtig

Zitat von curiosus_
Die primitiv-Lösung: Mehr Schulden machen hilft immer. Komisch nur, seit 2008 kennt die italienische Staatsschuldenquote alles, nur nicht den Weg nach unten. Von 102,41% in 2008 auf 131,79% (also um plus 28,7%) in 2014. Und seitdem seitwärts, 2018 bei 132,09%. Wo sollen da "Jahre sinnloser Austerität" gewesen sein? Zur Info, Austerität (Wikipedia): Austerität (von griechisch αὐστηρότης austērótēs, deutsch ‚Herbheit, Ernst, Strenge‘) bedeutet "Disziplin", "Entbehrung" oder "Sparsamkeit". Der Begriff wird vor allem in ökonomischen Zusammenhängen gebraucht und ist eine Bezeichnung für eine strenge staatliche Haushaltspolitik, die einen ausgeglichenen Staatshaushalt und eine Verringerung der Staatsschulden (Austeritätspolitik, restriktive Fiskalpolitik, Sparpolitik) anstrebt. Zunächst mal gab es in Italien von 2008 bis 2014 (über 6 Jahre) das genaue Gegenteil von "Jahren sinnloser Austerität". Und nachdem das nichts gebracht hat, hat man nicht etwa begonnen "einen ausgeglichenen Staatshaushalt und eine Verringerung der Staatsschulden" darzustellen - nein, man hat nur die Quote nicht weiter ansteigen lassen. Da kann ich weder sinnlose noch sinnvolle Austerität erkennen.
Absolut richtig. Die Mär von der Austerität wird aber gerne von den Linken gestrickt.

Dazu kommt noch dass die hohen Verschuldungsgerade - gerade auch die vor der Krise - in Italien und Griechenland ja auch nicht gerade zu blühende Landschaften geführt haben.

Nach der Logik der Schulden- und Haushaltsdefizit-Fans müssten die beiden Ländern heute besser dastehen als die Schweiz - tun sie aber nicht. Ganz im Gegenteil.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 24 von 35