Forum: Wirtschaft
Krise der Globalisierung: Mehr Umverteilung wagen
imago images/Michael Kneffel

Über den Absturz der SPD lässt sich leicht höhnen. Aber ginge es den Menschen mit, sagen wir, Christian Lindner besser? Die Wahrheit ist: Die Marktwirtschaft braucht einen radikalen Neustart.

Seite 27 von 35
xlabuda 07.06.2019, 23:27
260. das genau ist die Kernfrage ! Wo bitte schön gab oder gibt es die

Zitat von ArnoNyhm1984
Spätestens, als die Notenbanken begonnen haben, die Zinsen zu manipulieren und Billionen von Euros, Dollars, Yens und sonst noch was zu drucken, sind wir in staatlicher Planwirtschaft gelandet. Nur eben mit dem Unterschied, dass ein Großteil dieses planwirtschaftlich gelenkten Geldes in die Taschen der Assetbesitzer gegangen ist und der kleine Michel nur die Kreditrisiken dafür aufgebürdet bekommen hat. Ja, das ist empörungswürdig -aber eben kein originär kapitalistisches Problem, sondern ein planwirtschaftliches!
Marktwirtschaft ? Es hat noch NIE die/eine freie Marktwirtschaft gegeben - genauso wie den reinen Kapitalismus.
In JEDEM MArkt hat der Staat seine steuernden (?), aber vor allen Dingen seine abgreifenden Finger drin und schafft immer mehr und immer schlimmeres Chaos. Betses Beispiel - ganz frisch: der Berliner Senat will die Mieten einfrieren. Hallo ? Hat hier jemand was von freier Marktwirtschaft gesagt ? Oder der Arbeitsmarkt - in Deutschland und auf der ganzen Welt der am schlimmsten staatlich regulierte Markt überhaupt. Ich wundere mich, daß deutsche Unternehmen überhaupt auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sind - das müssen sie sein, denn in Deutschland verdient man schon lange nicht mehr die Butter auf dem Brot.
Und erzähl mir noch einer was von sozialr Marktwirtschaft - das deutsche Sozialbudget liegt bei 1 BILLION € jährlich - stetig steigend und der Verwaltungsaufwand (ÖD) liegt bei 5.000.000 Köpfen - ein Wahnsinn.
Beides um 50 % gekürzt - das Sozialbudget und die ÖD-Kopfzahl, was eigentlich dringend nötig wäre - würde Deutschland schuldenfrei werden lassen, ließe eine kräftige Steuersenkung zum Wohle aller zu UND liebe noch ein paar 100 Milliarden für Investitionen zu.
Leider wählen alle jetzt ihre Schlachter - soll mir recht sein - ich habe alle Häuser verkauft, meine Firma basiert auf neuster Technologie und ich kann die aus dem Hafencafe von Monaco (oder sonstwo) mit dem Smartphone steuern und meine Kinder bilde ich selbst aus.
Ich brauche Deutschland nicht (hab ich auch noch nie) - geht doch alle in den Gulag.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
xlabuda 07.06.2019, 23:29
261. kurze Frage - wo genau - außer in der Wirtschaft -

Zitat von nobody_incognito
Der Wohlstand kommt eben aus der Innovationskraft. Und woher kommt die Innovationskraft? Wohl aus einem unangenehmen Innovationsdruck. Und was sollte der Sinn von allem sein, bzw. worin das erlösende Ziel liegen? Es kann per Definition nur die "utopische" Vernunft sein, d.h. man müsste sich viel mehr Gedanken darüber machen wie so eine Vernunft aus ganzheitlich synthetischer Sicht zu definieren wäre.
haben Sie schonmal Innovationen erlebt ?
Würde mich echt interessieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
xlabuda 07.06.2019, 23:33
262. hat Fricke auch die Volkswirtschaft verstanden ? Studieren kann jeder,

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Thomas Fricke hat Volkswirtschaftslehre studiert. Und was meinen Sie, hat Joseph Stiglitz studiert? Ich weiß nicht was Sie studiert haben. Aber wenn man sagt, dass der Markt nicht alle Probleme lösen kann und dann, wie von Ihnen, daraufhin sofort die DDR ins Spiel gebracht wird, dann beweist das nur, dass man selbst, außer Ideologie, nichts zu bieten haben.
aber verstehen noch lange nicht.
Bei Fricke sind da starke Zweifel angebracht. Der ist ein reiner Klick-Arbeiter - der wird für Klicks bezahlt - nicht für vernünftige Ansichten und Kommentare - deshalb schreibt er jeden Müll - Hauptsache Klicks.
Fricke ist ein reiner Klick-Kapitalist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Thomas Schröter 08.06.2019, 01:23
263. Dumping-Lieferungen gegen dubiose Forderungen

Zitat von frankcrx
Das haben sie jetzt aber schön geschrieben. Aber leider haben sie bei ihrer Kritik einen entscheidenden Fehler gemacht. Das abgehängte D hat exorbitante Leistungsbilsnzüberschüsse. Das heißt der Rest der Welt scheint den wertlosen Dreck den wir produzieren liebend gern zu kaufen. Irgendwas passt da nicht!
Dumping-Leistungsbilanzüberschüsse gegen überwiegend dubiose Forderungen also günstige Preise durch Selbstausbeutung gegen uneinbringliche Forderungen sind doch ein super Geschäft für den Käufer. Das war doch schon das Erfolgsgeheimnis der DDR- also des untergegangen Staates in dem unsere derzeitige Führung die wesentliche Jugenderfahrung sammelte.
Auch die DDR eilte von einem Produktionshoch, von einer Jubelmeldung zur nächsten wobei ein Großteil der Wertschöpfung im Westen gegen Bananen eingetauscht wurde während der Osten für Waffensupportlieferungen anschrieben ließ.
Dafür verzichtete die eigene Bevölkerung auf Grundversorgung und Einkoommern und Reinvestitionen wurden auch keine mehr getätigt, schon garnicht solche in Infrastruktur - von Berlin einmal abgesehen.
Das ging solange gut bis auf einmal das Licht ausging und der Stecker gezogen wurde.
Also alles fast genauso wie in der jetzigen BRD. Oder glauben sie etwa ernsthaft, daß unsere westalliierten Freunde die Schulden bei uns infolge der Leistungsbilanzüberschüsse - von 300 Milliarden jährlich 140 nur an die 3 Westalliierten - jemals ausgleichen werden? Wie sowas gelöst wird haben die Amerikaner ja schon während der Junkbonds-Lehman-Krise eindrücklich demonstriert - durch Streichen und Totalverlust.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nomadas 08.06.2019, 05:47
264. Radix

Ja, von der Wurzel her neu. Radikal. Die Fäulnis ausreissen. Dann nur kann Heilung kommen. Und genau so ist es, faul. Nicht das Gegenteil von fleißig. Sie wissen genau was gemeint ist. Dazu fehlt allen der Mut. Leider. Noch ein bisschen weiter wursteln wird das Maximum sein, was zu erwarten ist. Tödlich. Ob AKK oder Habeck, ob Lindner oder Söder. Auch ein Kevin wird es lernen müssen. Wir marschieren direkt auf die BIG DATA Diktatur zu. Social Scoring. Richtiges Überlebensverhalten wird belohnt, Untergangsverhalten wird bestraft. BIG brother hat alles im Blick. Wir liefern freiwillig ständig die Daten per smart Phone. Homo ludens. Süchtig gemacht. Per Algorithmus zur Intervention via predictiv Analyst. Gedanken lesen. Von der kontrollieren Zeugung bis zum kontrollierten Tod. Dazwischen das kontrollierte Stück, was man noch Leben nennen darf. Die Zentrale im Silikon valley. Eine Hoffnung bleibt. The big one könnte uns retten. Alles für die Katz. Earthquake California. Tschüssikofsky Blauer Planet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DrWaumiau 08.06.2019, 06:54
265. Mehr radikales wagen

Absolut dafür! Die Tatsache, dass seid den 80ern die Schere (man muss ja nun langsam nicht mehr dazu sagen, welche 'Schere' man meint) immer weiter auseinandergeht, ist mit Sicherheit eine wichtige Ursache für die grassierende Politikverdrossenheit und, in der Folge, auch der ganzen AFD-wählerei. Was man wage sollte, dazu gibt es hier zB ein paar Anregungen: https://consortiumnews.com/2019/06/03/reclaiming-billionaires-wealth/

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hackman3 08.06.2019, 08:25
266.

Vielleicht sacken SPD und Linke deshalb ab weil es das in den Medien permanent kolportierte Armenhaus D in der Form gar nicht gibt

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dirk.resuehr 08.06.2019, 09:37
267. Die alte Leier

des Kommentators, der angeblich Volkswirt ist. Einig ist man sich, dass es den meisten Menschen besser geht als jemals zuvor. Das ist natürlich schrecklich und man muß alles ändern und gründlegend umdenken und neu anfangen. Warum? Weil Herr Fricke, der offanbar stark unterbezahlt ist, es meint? Da ist zunächst die Austeritätspolitik, die dazu geführt hat, dass Italien 132 % des BIP an Schulden hat. Frage: Wie ist das mit Austerität möglich, Herr Fricke?
Fand ja ganz offensichtlich nicht statt. Die Verschuldung etlicher Staaten beweist doch wohl eher das Gegenteil! Als Volkswirt müßten Sie wissen, dass deficit spending auch nur dann etwas bringt, wenn der Staat Produkte hat, die er innerhalb und außerhalb des Landes verkaufen kann. Nehmen wir Griechenland. Wieviel Feta wollen Sie denn essen, wieviel Olivenöl verbrauchen? Gar so schlicht ist die Sache nicht. Da hilft auch Herr Stiglitz nicht, dessen Ideen werden meines Wissens gerade in den USA nicht umgesetzt. Das sind Theorien, nicht praxiserprobt. Verschonen Sie uns bitte mit Fantasien oder Gedankenspielen. Was wichtig wäre, wären tüchtige, gebildete Kanzler, Minister, Ministerpräsidenten der Länder und entsprechende Verwaltungsbeamte. Die auf der Basis der sozialen Marktwirtschaft
gut managen. Fertig, nur daran haperts massiv seit Jahren. Das gilt es zu beklagen, betrifft alle Parteien, keine Leuchten in Sicht, bei den Grünen auch nicht, denen wird völlig unverdient eine nicht vorhandene Restvernunft zugesprochen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
warholandy 08.06.2019, 09:40
268. hmm

Zitat von braingutt
Wir haben ein Problem mit 10% der Bevölkerung, die leider abgehängt sind. Da ändern sie aber auch mit noch mehr Umverteilung nicht.
10% entsprechen über 8 Millionen Menschen bei uns, ich gehe davon aus, dass es darüberhinaus nochmal 10% gibt, die sich abrackern, nicht komplett abgehängt sind, aber nicht wirklich gut leben können, und in ständiger Unsicherheit leben ganz hinten runterzufallen.

16 Millionen Menschen - peanuts?

Ich finde Sie gehen recht locker, um nicht zu sagen ignorant, mit den Lebensrealitäten Ihrer Mitmenschen um.

Und: Natürlich kann man mit Umverteilung etwas daran ändern. Ich erkläre Ihnen wie es geht: Sie nehmen etwas von denen, die soviel haben, dass sie es niemals ausgeben werden und für die dieses Geld immer nur als Zahl auf ihrem Konto existieren wird. Diese Menschen werden also nach Umverteilung exakt so weiterleben können wie bisher, ohne jegliche Einbuße an Lebensqualität. Für die 10% am unteren Ende, würden riesige Vorteile bzgl. ihrer Lebensqualität haben, da machen 200 Euro/Monat oft einen erheblichen Unterschied. Ich begreife nicht, wie man diese Tatsachen so leichtfertig übersehen kann. Keine spürbaren Einbußen seiten der Reichen,und viele positive Effekte für Millionen Menschen auf seiten der Unterpriviligierten. Wo ist das Problem?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
markx01 08.06.2019, 09:41
269. @cave

Zitat:"im Endeffekt sind die Frickes und Stieglitzs nichts anderes als Theoretiker,die alles in Reich und Arm unterteilen aber nie genau anschauen,wer an was welchen Eigenanteil hat. Ich kann den hier immer wieder angesprochenen Paketboten nicht mit einem Dauer-Hartz4-Empfänger vergleichen,der jegliche Arbeitsmotivation vermissen lässt."

Ökonomie beruht nun mal zu einem großen Teil auf Theorie. Das ist in dem Sinne keine exakte Wissenschaft. Und natürlich muss man den Paketboten mit den Arbeitslosen vergleichen. Mit wem den sonst?

Dass ein Arbeitsloser schwer Beschäftigung findet, hat sehr wohl damit zu tun, dass andernorts aus betriebswirtschaftlichen Gründen zwischen 10 und 13 Stundenschichten bei einer 40 Stundenwoche geschoben werden.

Man könnte auch über Arbeitsteilung für mehr Beschäftigung sorgen bzw. über die Verteilung für insgesamt bessere Arbeitsbedingungen.

Das wird nur aus rein wirtschaftlichen Gründen (Gewinn) nicht oder weniger in Betracht gezogen.

Arbeitslosigkeit ist in kapitalorientierten Gesellschaften systembedingt (technische Innovation, Rationalisierung) und weniger auf fehlende Motivation zurückzuführen.

Es ist eine falsche Ansicht, dass die bitterbösen Arbeitslosen für diverse Defizite im Staatshaushalt verantwortlich sind und damit den Ausbau anderer Staatsaufgaben (Schulen, Infrastruktur) verhindern. Das zeigt schlicht ein Blick auf die richtig großen Privatvermögen.

Gruß

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 27 von 35