Forum: Wirtschaft
Krise der Globalisierung: Mehr Umverteilung wagen
imago images/Michael Kneffel

Über den Absturz der SPD lässt sich leicht höhnen. Aber ginge es den Menschen mit, sagen wir, Christian Lindner besser? Die Wahrheit ist: Die Marktwirtschaft braucht einen radikalen Neustart.

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haarer.15 07.06.2019, 11:54
20. Neuausrichtung der Marktwirtschaft

Vorallem braucht das Land mehr soziale Marktwirtschaft. Denn genau diese Komponente wurde in den vergangenen Jahren immer mehr abgebaut. Mit einer Lindner-FDP oder einer Merz-CDU ist das jedenfalls nicht zu erreichen - nie und nimmer. Die predigen immerzu ihre neoliberale Agenda und können mit Umwelt- und Klimapolitik seltsam wenig anfangen. Diese Akteure sind zu blank. Dass die GroKo gescheitert ist, dafür ist vorallem die langweilige, ständig behindernde und bräsige Union verantwortlich zu machen. Merkel und AKK haben keinerlei Zukunftsideen, keinen Veränderungswillen und erst recht keinen Mut, um unser Land voranzubringen. Kleingeist, Blockade und Uninspiriertheit haben einen Namen. Also hinweg damit - schnell ! Neustart schafft im Grunde nur ein Linksbündnis, das auch willig und mutig ist, die Themen dieser Zeit zu besetzen.

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AttaTroll 07.06.2019, 11:55
21.

Das Geschwätz der Industrie-Kapitänchen, die ja bald international eh nur in der zweiten Liga spielen werden, hat sich seit Jahr und Tag nicht geändert. Frau Merkel tat gut daran, dem Flegel vom BDI die vielen leeren Stunden entgegen zu halten, die sie mit den Betrügereien der Automobilbranche verbringen durfte. Ja, es sollte endlich einmal ein mutiger Schritt nach vorn getan und "jenes wirtschaftsliberale Experiment, wonach geringere Steuern für Reiche, (Finanz-)Globalisierung und Deregulierung von Arbeits- und Produktmärkten mehr Wohlstand für alle bringen sollten.", auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen werden. Aber die betonkopferten Gierschlünde des international operierenden Kapitals werden ach gewiss mit Zähnen und Klauen zu wehren versuchen. Trotzdem sollte das im Artikel erwähnte Experiment gewagt werden. Schlechter kann es eh nicht werden, als es derzeit ist.

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Roland-von-Gilead 07.06.2019, 11:57
22. Die Zusammenhänge noch größer denken

Die Globalisierung ist nun Mal alles: Klima, Wirtschaft, Demografie, Terror und Friedensbewegung. Im Moment brennt vielen ein Thema auf den Nägeln, das Klima. Jede Änderung muss in größere Dimensionen gedacht werden: Wie wirkt sich die Wirtschaft auf das Klima aus, wie bekomme ich Änderungen der Wirtschaft und des Konsums klimafreundlich gesteuert und vernachlässige nicht dabei die sozialen Fragen: Ein menschenwürdiges gerechtes Leben: Die Balance zwischen Arm und Reich. Die nächste Regierung muss die Expertise in Praktische Handlungsweisen umsetzen und weniger auf Lobbyismus hören und auf Wunschvorstellungen ihrer politischen Klientel. Das wird ein harter Übergang und ein politisches Selbstmordkommando. Wer ist so mutig?

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n.wemhoener 07.06.2019, 11:59
23.

So ist es , Herr Fricke !
Der Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Shiller:

"Die wachsende Ungleichverteilung ist das größte ökonomische Problem des 21. Jahrhunderts. Die Gesellschaft zerfällt immer stärker in eine kosmopolitische Klasse, die weltgewandt und vermögend, bestens gebildet und bezahlt ist - und in eine lokale Klasse, die Unter- und Mittelschicht, deren Mitglieder real kaum mehr verdienen als vor 20 Jahren und froh sind, wenn sie ihren Job nicht verlieren."

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daktaris 07.06.2019, 11:59
24. Total falscher Ansatz

Wir umverteilen doch schon heute (2018) 1000 Mrd. Euro. Das entspricht ca. 30% des deutschen BIP! Ist ihnen das an Umverteilung noch nicht genug. Wohin wollen Sie denn noch mehr umverteilen?

Das Problem hierbei ist jedoch, dass die Umverteilung in der Regel 1) nach der Gießkanne passiert und es zu klassischen Fehlallokationen kommt (zB Baukindergeld). Viele kriegen Geld, die nicht bedürftig sind bzw. die, die bedürftig sind, bekommen zu wenig. 2) Das Sozialsystem alimentiert zu viel und bestärkt leider immer noch zu wenig die Eigenmotivation/-Leistung. 3) Sozialleistungen werden unbefristet gezahlt. Das führt zu einem Teufelskreis aus Überalimentierung und setzt falsche Anreize. Das Sozialsystem müsste wieder und zuforderst neujustiert werden, bevor man es mit noch mehr Geldern fluten will.

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sprecherah 07.06.2019, 12:03
25. Phantasterei

Also, das ist doch Phantasterei. Ein wirklich reicher, der zum Beispiel 1 Million im Monat in Deutschland verdient, muss jetzt schon fast die Hälfte an Steuern zahlen. Dieser bleibt doch nicht wirklich in Deutschland. Wenn er nach Monaco geht, kann er sich eine Wohnung für 30000 Euro im Monat mieten, danach bleiben ihm immer noch 400000 Euro mehr übrig. Solange dies so möglich ist, wird es nie eine Lösung geben.

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karlsiegfried 07.06.2019, 12:03
26. Alles zu spät

Jede neue Problemlösung zieht vielfache neue Probleme nach sich. Beispiele: E-Autos, für den Normalverdiener nicht bezahlbar, keine Stromtankstellen. Öffentlicher Nahverkehr ausbauen, zu wenig Nutzer, unrentabel, zu teuer, explodierende Fahrpreise. Mieten deckeln, bringt auch keine neue Wohnungen in begehrten Wohnlagen, politischer Superaktionismus. Klimaveränderung, das Klima spielt nicht mit. Andere.

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totalausfall 07.06.2019, 12:03
27. Schwarz-Weiß

Ich denke, dass uns Schwarz-Weiß-Betrachtungen nicht weiter helfen.

Der Kapitalismus hat natürlich Wohlstand für alle gebracht. Das ist Fakt. Wir haben alle mehr als vorher, selbst die aus unserer Sicht ausgebeuteten in Bangladesh und was weiß ich noch wo, die zwar für 2 Dollar am Tag arbeiten, damit aber auch 6 7 Leute ernähren und Kinder auf Schulen schicken.

Von daher ist die Behauptung, der Kapitalismus wäre grundsätzlich gescheitert oder falsch, nicht ganz richtig.
Systemdebatten schießen weit über das Ziel hinaus und bleiben generell ergebnislos!

Richtig ist, dass sich eine ungünstige Vermögensverteilung innerhalb der Vermögensgewinne eingestellt hat. Um das zu korrigieren, haben wir alle Mittel in der Hand.

- Finanztransaktionssteuer,
- höhere Besteuerung auf Kapitalerträge
- Vermögenssteuer
- Erbschaftssteuer
- Austrocknung Steueroasen

Da braucht man keinen radikalen Neustart und Kollektiv-Fantasien (wie im Artikel angedeutet und auch vom Kühnert Kevin ventiliert).
Jede mit solchen Systemdebatten genutzte Sekunde ist eine verschwendete Sekunde in der Realität, wo es die Probleme zu lösen gilt!

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Peter Schmidt -fsb 07.06.2019, 12:03
28. Sehr gut analysiert

Eine sehr gute Kolumne die hoffentlich weitere Verbreitung und Gehör findet.

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mariuscaesar 07.06.2019, 12:04
29.

Wie wäre es denn mit Steuersenkungen? Damit Normalverbraucher die höheren Mieten tragen können beispielsweise. Aktuell zahlen mehr denn je den Spitzensteuersatz weil sie durch die Inflation hineinwachsen. Ist das gerecht? Früher musste man mehr als das zehnfache vom Durchschnitt verdienen um Spitzensteuersatz zu zahlen. Heute nichtmal das doppelte!

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