Forum: Wirtschaft
Krise der Globalisierung: Mehr Umverteilung wagen
imago images/Michael Kneffel

Über den Absturz der SPD lässt sich leicht höhnen. Aber ginge es den Menschen mit, sagen wir, Christian Lindner besser? Die Wahrheit ist: Die Marktwirtschaft braucht einen radikalen Neustart.

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kai59 07.06.2019, 13:02
80.

Zitat von undog
sondern die FDP hat den selben Wissenstand wie sie: Die Reichen werden sich ab bestimmter Steuerlasten verabschieden. Sagen sie uns, wie sie das verhindern wollen.
In dem ich jeden Deutschen zur Versteuerung seines Einkommens in Deutschland heranziehe, egal wo er lebt.

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frankcrx 07.06.2019, 13:03
81.

Zitat von kleinsteminderheit
Es ist höchste Zeit das Primat der Politik wieder zu stärken. Was uns die Wirtschaftsliberalen als Gesetze des Marktes verkaufen ist nichts anderes als das Recht des Stärkeren. Und die Gleichung, dass der Reichtum Einzelner durch natürliche Prozesse der Bevölkerungsmehrheit zugute kommt ist ein Märchen. Die Stärke der Demokratien speist sich immer aus einer gerechten Verteilung der Ressourcen. Sie lebt zudem von der Hoffnung jedes Einzelnen auf reale Aufstiegschancen. Beides funktioniert nicht mehr, seitdem sich die Volksparteien nicht mehr trauen, Ungerechtigkeit, Spaltung und Hoffnungslosigkeit mit politischen Mitteln zu bekämpfen. So lange sie die Probleme der Gesellschaft als alternativlos ansehen und nur mindern, was beseitigt gehört, verlieren sie mit jedem Tag ihre Berechtigung.
Das ist doch dummes Geschwätz. Natürlich gibt es in diesem Land reele Aufstiegschancen. Allerdings müssen die Menschen die Chancen auch nutzen und sich entsprechend anstrengen. Fürs Nichtstun wird man eben nicht belohnt - so einfach ist das. Dann muß man eben sein Leben ändern, auch mal den Wohnort wechseln, dahin gehen wo es Arbeit gibt und nicht auf dem Hintern sitzen und darauf hoffen das der Arbeitsplatz zu einem kommt.
Es gibt genügend Möglichkeiten sich weiter zu bilden aber die meisten sind zu bequem dieses auch zu tun. Nur am PC sitzen und über die Ungerechtigkeit zu fasseln ist billig.
Dem überwiegende Teil der Bevölkerung geht es gut, die Spaltung wird durch schnelle, meist völlig übertriebene Darstellung von Kleinstereignissen, reflexartig übers Internet verbreitet, beeinflußt. Viele Menschen refektieren gar nicht mehr, laufen einer aufgesetzen Meinung hinterher, schreien sie laut heraus ohne über die Hintergründe auch nur nachzudenken.
Z.B. lässt sich das Wohnungsproblem ganz sicher nicht durch irgendwelche Enteignungen lösen, denn dadurch wird kein qcm neuer Wohnraum geschaffen. Nur populistische Fantasien bringen niemanden weiter, sind aber zur Zeit ein Phänomen des Zeitgeistes.

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Schartin Mulz 07.06.2019, 13:06
82. Vor einiger Zeit

Zitat von Ein_denkender_Querulant
Um den Verbrauch an fossilen Energieträgern zu senken, ist es vor allem wichtig, der Masse der Menschen weniger Geld zu geben. Ob die oberen 47 Familien Deutschlands nun dasselbe Vermögen akkumiliert haben, wie die untere Hälte, oder ob es gar das der unteren 90% wäre, ändert nichts mehr an deren Verschwendung. Denn ob man 10 Milliarden oder 100 Milliarden besitzt, ändert am Lebensstil und damit am persönlichen CO2 Fussabdruck nichts mehr. Das aber Millionen Deutsche meinen, jedes Jahr zweimal irgendwo in die Sonne fliegen zu müssen, ist ein riesiges Problem. Je weniger Geld die Menschen haben und so höher die Energiepreise werden, umso mehr wird gespart. Eine weitere Umverteilung von unten nach oben ist im Sinne des Klimaschutzes darum sehr sinnvoll. Meine Meinung!
hätte ich diesen Beitrag sofort als Satire entlarvt.
Dass man heute die Möglcihkeit in Betracht zieht, dass der ernstgemeint sein könnte, zeigt mir erschreckend auf, wie sich die Diskussionen in den letzten Jahren gewandelt haben.

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braingutt 07.06.2019, 13:07
83.

Zitat von totalausfall
Ich denke, dass uns Schwarz-Weiß-Betrachtungen nicht weiter helfen. Der Kapitalismus hat natürlich Wohlstand für alle gebracht. Das ist Fakt. Wir haben alle mehr als vorher, selbst die aus unserer Sicht ausgebeuteten in Bangladesh und was weiß ich noch wo, die zwar für 2 Dollar am Tag arbeiten, damit aber auch 6 7 Leute ernähren und Kinder auf Schulen schicken. Von daher ist die Behauptung, der Kapitalismus wäre grundsätzlich gescheitert oder falsch, nicht ganz richtig. Systemdebatten schießen weit über das Ziel hinaus und bleiben generell ergebnislos! Richtig ist, dass sich eine ungünstige Vermögensverteilung innerhalb der Vermögensgewinne eingestellt hat. Um das zu korrigieren, haben wir alle Mittel in der Hand. - Finanztransaktionssteuer, - höhere Besteuerung auf Kapitalerträge - Vermögenssteuer - Erbschaftssteuer - Austrocknung Steueroasen Da braucht man keinen radikalen Neustart und Kollektiv-Fantasien (wie im Artikel angedeutet und auch vom Kühnert Kevin ventiliert). Jede mit solchen Systemdebatten genutzte Sekunde ist eine verschwendete Sekunde in der Realität, wo es die Probleme zu lösen gilt!
Ich gebe ihnen in allen Punkten recht. Ausnahme ist die Vermögenssteuer. Das Vermögen bildet sich aus bereits versteuerten Einnahmen. Diese gilt es angemessen zu versteuern und dann nicht ein zweites Mal zuzulangen, wenn jemand erfolgreich Vermögen aufgebaut hat. Nicht ohne Grund gibt es hier massive Bedenken seitens des Verfassungsgerichts.

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three-horses 07.06.2019, 13:08
84. So der Stand.

Zitat von muellerthomas
Das stimmt einfach nicht. Deutschland liegt von der Abgabenbelastung im Mittelfeld.
Die Abgaben Last ist ärgerlich, ansonsten nicht gen Masse wichtig.
Wenn aber der Staat nicht mehr über das Steuer Aufkommen die Gehälter der Beamten, Angestellten und die Pensionen bezahlen kann ...dann kann man schon von verbrannten Land reden.

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curiosus_ 07.06.2019, 13:09
85. Austerität?

Zitat von Thomas Fricke
Oder in Italien nach Jahren sinnloser Austerität
Die primitiv-Lösung: Mehr Schulden machen hilft immer. Komisch nur, seit 2008 kennt die italienische Staatsschuldenquote alles, nur nicht den Weg nach unten. Von 102,41% in 2008 auf 131,79% (also um plus 28,7%) in 2014. Und seitdem seitwärts, 2018 bei 132,09%.

Wo sollen da "Jahre sinnloser Austerität" gewesen sein? Zur Info, Austerität (Wikipedia):

Austerität (von griechisch αὐστηρότης austērótēs, deutsch ‚Herbheit, Ernst, Strenge‘) bedeutet "Disziplin", "Entbehrung" oder "Sparsamkeit". Der Begriff wird vor allem in ökonomischen Zusammenhängen gebraucht und ist eine Bezeichnung für eine strenge staatliche Haushaltspolitik, die einen ausgeglichenen Staatshaushalt und eine Verringerung der Staatsschulden (Austeritätspolitik, restriktive Fiskalpolitik, Sparpolitik) anstrebt.

Zunächst mal gab es in Italien von 2008 bis 2014 (über 6 Jahre) das genaue Gegenteil von "Jahren sinnloser Austerität". Und nachdem das nichts gebracht hat, hat man nicht etwa begonnen "einen ausgeglichenen Staatshaushalt und eine Verringerung der Staatsschulden" darzustellen - nein, man hat nur die Quote nicht weiter ansteigen lassen. Da kann ich weder sinnlose noch sinnvolle Austerität erkennen.

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scotty_mueller 07.06.2019, 13:09
86.

Zitat von Ein_denkender_Querulant
Um den Verbrauch an fossilen Energieträgern zu senken, ist es vor allem wichtig, der Masse der Menschen weniger Geld zu geben. Ob die oberen 47 Familien Deutschlands nun dasselbe Vermögen akkumiliert haben, wie die untere Hälte, oder ob es gar das der unteren 90% wäre, ändert nichts mehr an deren Verschwendung. Denn ob man 10 Milliarden oder 100 Milliarden besitzt, ändert am Lebensstil und damit am persönlichen CO2 Fussabdruck nichts mehr. Das aber Millionen Deutsche meinen, jedes Jahr zweimal irgendwo in die Sonne fliegen zu müssen, ist ein riesiges Problem. Je weniger Geld die Menschen haben und so höher die Energiepreise werden, umso mehr wird gespart. Eine weitere Umverteilung von unten nach oben ist im Sinne des Klimaschutzes darum sehr sinnvoll. Meine Meinung!
Eine wirklich gute, leider ungewollte Satire.

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cave68 07.06.2019, 13:09
87.

Zitat von achmetinternet
...aber Ungleichverteilung ist das größte Übel. Wir sind alle auf dem gleichen Planeten zu Hause.
na dann sammeln wir alles ein und verteilen es schön gleichmässig auf....dann ist alles gleich verteilt.
Alle haben dann den gleichen Lebensstandard....und zwar von Burkina Faso...

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braingutt 07.06.2019, 13:10
88.

Zitat von andneu
Dass man sich nur zwei mögliche Welten vorstellen, ist engstirnig. Wir haben tatsächlich - so wie schon einmal damals in der DDR - ein Ideologieproblem. Nur heißt die Ideologie heute Neoliberalismus und nicht mehr Sozialismus.
Wir leben in einer sozialen Marktwirtschaft mit funktionierender Umverteilung, 50% Staatsquote, Zugang zu Schulen und Universitäten für alle, Kranken und Rentenversicherung für alle. Dieses Gerede vom Neoliberalismus ist an Beschränktheit kaum noch zu Überbieten.

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bombi_22 07.06.2019, 13:11
89. Gute Analyse, aber.....

... zu kurz gedacht. Unter Kanzler Brandt hat die SPD/FDP Koalition mehr staatliche Leistungen (Hochschulausbau, Gesundheitswesen etc etc.) mit höheren Steuern und Verschuldung bezahlt. Da es unter dem System von Bretton Woods Kapitalverkehrskontrollen gab, konnte man Arbeitnehmer UND Unternehmen gleichermassen besteuern (wer erinnert sich noch an Körperschaftssteuersätze von 53 Prozent?). Auf nationaler Ebene die Unternehmen heute wieder ins Boot zu holen zu wollen, ist vollkommen aussichtslos. Wer etwas anderes glaubt, wie etwa Jeremy Corbyn wird grandios scheitern. Dinge wie höhere Besteuerung der globalisierten Großkonzerne oder Kapitalmarkttransaktionssteuern lassen sich wenn überhaupt nur auf europäsischer Ebene durchsetzen.

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