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Krise in der Milchwirtschaft: Japan geht die Butter aus
DPA

In Deutschland sind Milchprodukte Billigware, ganz anders in Japan: Dort kosten 200 Gramm Butter umgerechnet mehr als drei Euro - vor allem wegen der überalterten Gesellschaft. Die Regierung will mit Importen gegensteuern.

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Das Grauen 25.11.2015, 11:16
20. Ob nicht gerade die Planwirtschaft das Problem ist?

In Japan werden ja nicht nur die Milchbauern vor ausländischer Konkurrenz geschützt, sondern auch zahlreiche andere Wirtschaftszweige. Freie Einfuhren sind dort doch die Ausnahme und nicht die Regel. Da muß man sich die Frage stellen, ob die andauernde Schwäche der japanischen Wirtschaft nicht vielleicht auch an diesem extremen Protektionismus liegt. Der kann genauso schädlich sein wie võllig unregulierter Freihandel. Kein Land kann heutzutage alles selbst herstellen, das ist einfach zu ineffizient. Anstelle Unsummen für den Schutz von Unternehmen zu verschwenden, die international einfach nicht wettbewerbsfähig ist, sollte die japanische Regierung sich besser auf die Stärkung zukunftsträchtiger Bereiche konzentrieren. Auch wenn es innenpolitisch sicher schwierig ist, die liebgewonnenen Subventionen mancher Interessengruppen ersatzlos zu streichen. Aber daß es sich bei Butter um ein Produkt handelt, von dem die nationale Sicherheit abhängt, kann doch nun wirklich niemand hehaupten.

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kumi-ori 25.11.2015, 11:19
21.

Der Artikel ist ein Witz!

Erstens wird in Japan ohnehin Butter sehr selten verzehrt. Eine Familie kommt mit einem Paket ca. zwei Monate aus. Wenn, dann brauchen die Japaner Butter zum Kuchenbacken, und die Kuchenformen dort haben nur das halbe Volumen von bei uns. Es ist so, als würden Sie die Situation der deutschen Volkswirtschaft am Preis von Sesamöl festmachen.

Zweitens gibt es in Japan kaum die bei uns typischen Familien-Milchviehbetriebe, wo dann der Alp-Öhi irgendwann kinderlos aufgibt. Die Milchwirtschaft wird in großen Konzernen mit Riesenstallungen betrieben, das sind Aktiengesellschaften, die geben nicht aus Altersgründen auf.

Drittens ist die Überalterung der Japaner nicht so sehr wie in Deutschland auf Kinderlosigkeit zurückzuführen sondern eher auf eine Verlängerung der Lebenszeit.

Ich denke, dass in Japan einfach der Butterkonsum gewissen Modeschwankungen unterworfen ist, und damit auch die Produktion volatiler ist als bei uns, wo Butter einen mehr gleichmäßigen Anteil am Konsum hat.

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Tamaji 25.11.2015, 12:35
22. Butter ist Unjapanisch

Butter hat in Japan keinen hohen Stellenwert. Selbst Kuchen wird dort eher mit Speiseöl als Fettlieferant gebacken. Und die Milchproduktion ist, wie der Vorkommentator schon anmerkte, fest in der Hand von Großbetrieben. Da sind eher andere Landwirtschaftszweige von Landflucht betroffen, als die Milchproduktion.

Butter hat in Japan einen eher schlechten Ruf, da sie als "zu Westlich" und damit "ungesund" gilt, und für Ostasiaten obendrein einen unangenehmen Stall-Geruch ausströmt.
All das hat sicherlich auch mit Xenophobie und dem widererstarkten "Japanische Kultur als Weltleitkultur"-Gedanken zu tun, aber grundsätzlich ist Butter in Japan ein exotisches Produkt, dass man dort im Supermarkt mit der Lupe suchen muss. Und Nischenprodukte sind nunmal großen Preisschwankungen unterworfen.

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tomsnap 25.11.2015, 14:04
23. Butter ist laktosearm!

Viele Käsesorten und auch Butter haben deutlich weniger Laktose als Milch oder Joghurt. Mit einer Portion Butter nimmt man deutlich weniger Laktose zu sich als mit einer Portion Milch und gilt daher auch als sehr verträglich.

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windpillow 25.11.2015, 14:09
24. Butterfly

Bei Besuchen in Japan mußte ich feststellen, daß es außer mal in einem größeren Hotel, keine Butter im Land gab. Logischer Weise auch in den Ryokans nicht, dort bestand das Frühstück aus Reis - Gemüse - Fisch.

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leo19 25.11.2015, 20:51
25. Wie jetzt? Die Japaner trinken doch nur Sojamilch und essen Tufu!

Wollen die jetzt auch als Butterstinker ihr elendes Leben fristen?? Offensichtlich machen japanische Bauern jetzt, was sie wollen. Wo sind denn nur die Samurai geblieben?? Oh Tempura Oh mores!!

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ego66 26.11.2015, 06:33
26. Gesättigt

Zitat von rumpelstilzchen1980
Übrigens ist Japan mit der Situation von Postwachstum geschlagen, die Gesellschaft ist extrem gesättigt... Das diskutieren auch schon Ökonomen,
Wer ist bitte schön ist die japanische 'Gesellschaft'?
Das ist eine genauso hohle These, wie die Behauptung, dass 'Deutschland' reich ist. Nur weil es Ökonomen daher plappern, muss es nicht stimmen.

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Aberlour A ' Bunadh 26.11.2015, 11:43
27. Neomerkantilismus im 21. Jahrhundert

Zitat von no-mad
Der wahre Grund ist das Missmanagement der Abe-Regierung: https://www.japantoday.com/smartphone/view/kuchikomi/bureaucratic-bungling-behind-butter-shortage
Danke für den Link. Die dort beschriebene Situation in der japanischen Landwirtschafts"politik" liest sich wie ein seltsamer Mix aus Neomerkantilismus und Ministerium für Bezirksgeleitete Industrie und Lebensmittelindustrie der DDR, mit dem Unterschied, dass in Japan private Konzerne autorisiert sind, ihre Pfründe zu sichern. Interessant ist auch der Hinweis des besagten Konzerns (Agriculture & Livestock Industries Corporation) an die Käsehersteller auch bei Butterknappheit nicht die Rohstoffe zu wechseln, andernfalls würden noch die Konsumenten die Hände an die Butter kriegen und sie anfangen zu horten. Klingt irgendwie bekannt. Leider wird aus dem Artikel nicht sichtbar wie es in Japan um der Qualität dieser Lebensmittel bestellt ist. Wenn z.B. ein ausgezeichneter und exquisiter Käse dabei herauskommt, wäre das für mich die einzige Möglichkeit, wie man ein solches System rechtfertigen kann.

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hatshepsut 26.11.2015, 13:29
28. 3 Euro sind nicht viel für japanische Verhältnisse

Ich zahle 1,80 für 250 Gramm einer ordentlichen Butter, nicht die "Butter" von irgendwelchen halbtoten Mastkühen die voll mit Dioxin und weiß Gott was ist, die den Namen Butter nicht verdient.

Klar ist es mehr, aber die Japaner vedienen auch viel mehr, generell sind die Lebenshaltungskosten dort höher, die Nahrungsmittelstandards aber auch.

Wenn ich das dann mit einem Arbeiter vergleiche der hier vielleicht 1500-2000 Euro verdient und in Japan zwischen 5000 und 7000 Euro, dann sind 3 Euro für 200 Gramm alles andere als teuer.

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stefandijle 26.11.2015, 15:24
29. in Griechenland kosteten 250g auch 3-4 euro...

... und der Duchschnittsgrieche verdient weniger als der Durchschnittsjapaner...

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