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Krise in Europa: Deutschlands Konzerne brauchen starke Rivalen
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Deutschland steht glänzend da in Europa, doch die Krisenstaaten planen ihr Comeback. Dank harter Sparstrategien stärken sie ihre Wettbewerbsfähigkeit. Vor allem italienische Unternehmen könnten deutschen Firmen schon bald wieder Konkurrenz machen. Für die Bundesrepublik wäre das ein Glücksfall.

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wwwwebman 22.09.2012, 13:43
20. Geschenkt!

Zitat von vaclaus
Deutschlands Koncerne bekommen ihr Geld von der Bundesbank, die der EZB gegenüber Förderung in Höhe vom 750 Miliarden Euro hat. Natürlich kaufen die anderen Eurozonestaaten gerne in Deutschland, wenn sie anschreiben lassen dürfen. ().
Wenn jemand schon beim "Anschreiben" weiß, dass er die Ware nie bezahlen kann - ist das dann noch Anschreiben?

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Trouby 22.09.2012, 13:50
21.

Zitat von klaus meucht
Die Staatengemeinschaft kann die intenationale Probleme nur lösen wenn sie miteinander arbeiten - und nicht gegeneinander.
Das ist sicherlich richtig, aber verraten Sie mir, wie Sie China oder Russland dazu bekommen wollen, nach europäischen Sozialmaßstäben zu handeln? Würde China Hartz4 einführen, wäre das Land in 3 Monaten pleite. Mit Russland sähe es vermutlich ähnlich aus.

Ich bin ausdrücklich stolz darauf, dass wir in Deutschland halbwegs ordentlich wirtschaften können. Und als Folge davon geht es Allen relativ (!) gut. Es könnte besser sein, keine Frage!

Aber wie sollte ein chinesisches Unternehmen bei gleichen Sozialmaßstäben wie in Deutschland jemals wettbewerbsfähig arbeiten können? Daher kommt es zu einer Annäherung: Stetige Verbesserung durch Wachstum (die Kosten und Grenzen des Wachstums klammere ich hier einmal aus) in China, stetige Qualitätsverbesserung, um unsere Sozialansprüche halbwegs beibehalten zu können, in Europa.

Würden alle an einem Strang ziehen und für alle Menschen gleiche Lebensbedingungen schaffen wollen (was aufgrund der Geographie schon unmöglich ist), müssten wir in Europa und den USA massive Abstriche hinnehmen. Wir müssten sozusagen für das massive Bevölkerungswachstum anderer Länder mitbezahlen.

In gewisser Weise wäre das sogar richtig, denn durch unsere Medizin wurde dieses immense Bevölkerungswachstum überhaupt erst ermöglicht ...

Langfristig kann man natürlich nur hoffen, dass es irgendwann eine globale Verantwortung für ALLE Probleme gibt und eine gemeinsame Lösung gefunden wird.

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TheBear 22.09.2012, 13:55
22. Einfach

Zitat von eduardschulz
Genau das unter a) und b) Angeführte hat Deutschland nicht gemacht und ist trotzdem wettbewerbsfähig geworden. Woran lag's also?
Einfach zu beantworten, denn was bedeutet denn "wettbewerbsfähig"?

Wettbewerbsfähig, heisst doch nicht, dass man gut ist, es heisst lediglich, dass man besser als die Anderen ist, und das kann man D ja wohl zubilligen.

Ihrem Pessimismus kann ich dennoch zustimmen, denn wenn wir einfach so weiter machen wie bisher, können wir auch wieder zurückfallen, denn mit dem (von mir erwähnten) langfristigen Denken ist es ja wohl nicht so weit her. So wie die Einkommen hier gekappt werden, kann das langfristig nicht gut gehen.

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lezel 22.09.2012, 14:24
23.

Zitat von klaus meucht
Welcher Sinn hat der Wettbewerb zwischen Staaten?
Keine Ahnung. Darum geht es auch nicht.
Es geht um Wettbewerb zwischen Unternehmen.

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okokberlin 22.09.2012, 14:49
24.

der spiegel zeigt mit jedem artikel zum thema, mehr und mehr seine ökonomische inkompetenz.

D ist mit unter 40% export in die eurozone (tendenz stark fallend)
nicht abhängig von den pleiteländern.

ein großteil der exporte ist auch noch verschenkt, wie die tarket2salden beweisen. gesamtwirtschaftlich ein groißer unsinn für D , klar ein üpaar exporteure freuts, das sie auf steuerzahlerkosten ihren kram in die südländer verschenken.

der artikel zeigt nur wieder, wie ideologisch der spiegel am euro/eurozone festhält und vesucht mit scheinargumenten die ausplünderung des steuerzahlerns und sparers als solidarität oder wahlweise als nützlich für D zu verkaufen.

es bleibt aber dabei, die fakten sind eindeutig: der euro hat D lebensstandard massiv geschadet.

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Miracolix 22.09.2012, 18:52
25. Wettbewerbsglaube

Wettbewerb erzeugt regelmäßig einen Gewinner und viele Verlierer. Im umjubelten Wettbewerb unter den europäischen Staaten hat Deutschland gerade gewonnen, und die Verlierer sind hinreichend bekannt, einswchließlich der Folgen, die die Leute zu tragen haben.

Wie aus den Verlierern nun wieder Sieger werden sollen, kann leider niemand vernünftig sagen. Was allen einfällt, ist immer dasselbe: Sozialleistungen kürzen und Löhne senken. Da fruen wir uns doch: In der nächsten Wettbewerbsrunde sind wieder dann dabei, bei den Lohnkürzungen und den passenden Absenkungen der Sozialausgaben. Prima.

Aber wir können auch über Europa hinausschauen. Deutschland produziert schon wehr viel mehr Güter als es selbst verbraucht. Jetzt warten wir einfach bis China soweit ist. Ist doch spannend, wie es uns gehen wird, wenn wir erst einmal zu der Verlierern gehören.

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localpatriot 22.09.2012, 21:45
26. Firmen machen die Wirtschaft, nicht der Staat

Eine Firma im Konkurrenzkampf ist keine Caritas oder Arbeiterwohlfahrt. Auftraege werden umkaempft, gewonnen oder verloren. Halbschwanger gibt es da nicht.

Deutschlands Konkurrenzfaehigkeit bleibt stabil, wobei man den Staat in mindestens drei Untergruppen spalten muss um irgendwelche Schluesse zu ziehen :

- Exportorientierte Indudstrieregionen wie Bayern, BW, Hessen
- Mittlere Westregionen welche weniger konkurrenzfaehig sind
- Schwachgebiete in Ost und weniger in West.

Das wesentliche ist ob die Industrieregionen mit Betrieben in aehnlichen Regionen wie Norditalien, Kansai in Japan, Schweiz konkurrieren koennen.

Meiner eigenen Erfahrung nach wuerde ich erwarten dass die Konkurrenzfaehigkeit Baden Wuerttembergs alleinstehend, sich ohne weiteres mit der der Schweiz vergleichen kann.

Aber am Ende muss jede Firma mithalten, sonst geht sie zu Grunde. Und die Konkurrenz im Fernen Osten ist immer noch stark in der Aufstiegsphase. Jeder kann sich selbst ausrechnen was das fuer die einzelnen Firmne bedeuted.

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klaus meucht 22.09.2012, 21:47
27. Eine Regel reicht

Zitat von Trouby
Das ist sicherlich richtig, aber verraten Sie mir, wie Sie China oder Russland dazu bekommen wollen, nach europäischen Sozialmaßstäben zu handeln? Würde China Hartz4 einführen, wäre das Land in 3 Monaten pleite. Mit Russland sähe es vermutlich ähnlich aus.
Unterschiedliches durchschnittliche Lohnstückkosten werden i.a. durch den Wechselkurs ausgeglichen. Wobei China hier eine Ausnahme macht, weil die Chinesen den Wechselkurs des Remnibi politisch festlegen.

Durch Niedriglöhne die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, geht innerhalb des Euroraums, weil keine Abwertung möglich ist. In das andere Ausland funktioniert dies aufgrund des Wechselkurs kaum.
Vor der gemeinsamen Währung hatten die südeuropäischen Staaten ihre eigene Industrie durch Abwertung auch geschützt. Zum Leidwesen der deutschen Industrie.

Im Prinzip ist es jedem Staat seine eigene Sache wie er die soziale Sicherungen regelt, solange sich alle Staaten an eine einzige Regel halten. Die Regel heisst ein ausssenwirtschaftliches Gleichgewicht anzustreben. D.h. Importe und Exporte halten sich die langfristig die Waage.

D.h. kein Land verschuldet sich bei einem anderen Land langfristig.

Diese Regel gab es schon einmal in den Zeiten von Bretton Woods. Es war einer von 4 Regeln im magischen Viereck. Die Wechselkurse waren mit geringen Bandbreiten fest.


Zitat von
Langfristig kann man natürlich nur hoffen, dass es irgendwann eine globale Verantwortung für ALLE Probleme gibt und eine gemeinsame Lösung gefunden wird.
Globaler Handel braucht globale Regeln. Und da gerade Export orientierte Länder wie China vom Ausland abhängig sind, denke ich auch dass China bereit ist globale Regeln zu akzeptieren. Denn auch China kann das Ausland nicht zwingen ihre Produkte zu kaufen.

Wie schon beschrieben brauchen wir aber nicht viele Regeln. Und es sollte eigentlich leicht einsehbar sein, dass es keinen Sinn macht andere Staaten nieder zu konkurrieren. Ein Staat der pleite ist, kann seine Schulden nicht bezahlen, und einen insolventen Staat kann man nicht wie ein insolventes Unternehmen nverkaufen. Ein insolventes Unternehmen wird seine Arbeitnehmer verlassen, die dann bei der Konkurrenz eine Anstellung finden köönen. Ein Staat kann dies mit seinen Einwohnern nicht machen.

Ich sehe eher in Deutschland das Problem zu akzeptieren ohne dauerhafte Exportüberschüsse zu wirtschaften. Nein ich will nicht den Export verbieten - das wäre für Deutschland blödsinnig. Wir bauen gute Autos und Maschinen und sollten nicht auf unsere Stärken verzichten. Eine ausgeglicherene Aussenhandelsbilanz geht auch durch mehr Importe.

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Gast100 22.09.2012, 23:12
28. Dito!

Zitat von ofelas
Nicht Deutschland steht glaenzend da, sondern viele deutsche Unternehmen, und das ist beileibe nicht fuer alle gut. Egal welche Opfer in Deutschland gebracht werden, diese werde von unseren Freunden im Sueden und Westen verzehrt. Wir sparen, arbeiten und zahlen in erster Linie fuer andere. Im Land selbst ein aehnliches Bild wo Unternehmen die Leistungen abschoepfen, die Gewinne aber in erster Linie an (auslaendische) Eigner gehen. Der Mittelstand hat sich klar gegen die Rettungsaktionen (ESM etc) ausgebrochen, hier haben wir noch einen Wettbewerbsvorteil, und der Neid unserer Nachbarn ist offensichtlich. Wir sollen daran interessiert sein diese zu staerken? Wieso, weil diese dann unsere Produkte kaufen koennen. Das koennen die aufsteigenden Laender auch, und diese muss ich nicht staerken oder gar daran interessiert sein. Jetzt startet die naechste Phase der Gleichschaltung, Deutschland soll zum Vorteil unserer EU Partner die Wettbewerbsfaehigkeit in den FPIGS staerken - ich mache meine Konkurrenten staerker. Leider vergessen diese Kreise das wir schon lange nicht mehr der Nabel der Welt sind. In China faellt kein Sack Reis um wenn in Italien die Industriebasis verfaellt. Deutschland konkurriert mit der Welt und kann nicht auf unsere EU Partner warten. Wenn wir unsere Ressourcen (Geld und Zeit) fuer die Probleme anderer opfern werden wir kurz oder lang von den BRICS, USA, SuedKorea und und und geschluckt, das ist eine Frage der Jahre und nicht Jahrzehnte. Davon kann jeder sich ein Bild machen, einfach mal nur nach Korea oder China fahren und sich umschauen. Produkte, schauen wir uns doch einfach mal an was China und Korea vor 10 Jahren produzierte, und was jetzt angeboten wird. Die Qualitaet und Wertschoepfung ist sprunghaft angestiegen. Waehrend wir aber Milliarden zahlen (Buergen ...lach), investieren unsere Konkurrenten in die INfrastruktur, Bildung, Forschung und Subventionieren gezielt Industrien. Auf Europa wartet niemand mehr.

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localpatriot 23.09.2012, 03:26
29. Einfuehren, aber was?

Zitat von klaus meucht
Ich sehe eher in Deutschland das Problem zu akzeptieren ohne dauerhafte Exportüberschüsse zu wirtschaften. Nein ich will nicht den Export verbieten - das wäre für Deutschland blödsinnig. Wir bauen gute Autos und Maschinen und sollten nicht auf unsere Stärken verzichten. Eine ausgeglicherene Aussenhandelsbilanz geht auch durch mehr Importe.

Ich drinke Lavazza Kaffee, drinke Wein vom Pays D'Oc, kaufe spanisches Olivenoel, griechische Riesenbohnen und italienische Dosentomaten und Teigwaren.

Aber alles was etwas komplizierter ist kommt entweder aus dem fernen Osten oder aus einer beschraenkten Anzahl von Regionen in Europa.

Dagegen fuehren die Notstandsstaaten alles was der Mensch liebt und gerne hat ein - Flachbildschirme, Handys und Tablets aller Art einfach ein.

Sie muessen viele Tomaten und Bohnen pfluecken um einen Fernseher oder ein Auto damit zu verdienen. Und das ist eben das Problem.

Der Ausgleich kann nur durch geringere Einfuhren der Anderen kommen.

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