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Kriselnde deutsche Modelabels: Offline
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Gerry Weber kämpft ums Überleben, Esprit und Tom Tailor ziehen harte Sanierungsprogramme durch: Bekannte deutsche Modemarken stecken in einer tiefen Krise. Sie haben alle dieselben Fehler gemacht.

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CinaBeline 25.01.2019, 16:57
1. überfüllte Innenstädte

lt. Artikel war es also fundamental, dass die Kunden im Sommer wegen der Hitze weniger in den überfüllten Innenstädte shopten...waren jetzt die Innenstädte überfüllt von Menschen, welche aber alle nicht in Läden mit Airconditioner wollten?

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TS_Alien 25.01.2019, 17:02
2.

Warum soll man als Kunde in ein Geschäft gehen, in dem es nur eine Marke bzw. nur die Marken eines Konzerns gibt? Da gehe ich viel lieber in ein größeres Geschäft, das mehr Auswahl hat. Bei Kleidung kann man viel Geld sparen. Mancher "Hersteller" verlangt Mondpreise. Vielleicht ist das für diejenigen, die auf ein Modelabel achten, nicht wichtig, wenn sie deutlich mehr bezahlen müssen als angemessen wäre. Etliche Firmen leben davon.

Ich finde Modelabel mit das Unwichtigste, was es gibt.

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max-mustermann 25.01.2019, 17:08
3.

Naja der Verbraucher merkt halt langsam das viele sog. "Markenhersteller" auch keine viel bessere Qualität als die Billiganbieter verkaufen. Jedenfalls ist sie nicht so viel besser als das sie den zigfachen Preis rechtfertigt nur weil ein Werbeaufdruch drauf ist. Ach ja und bevor jemand jammert, die Arbeitsbedingungen für die Markenware sind genau so mies wie bei den günstigen Klamotten das kommt oft aus ein und der selben Nähfabrik.

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herbert 25.01.2019, 17:10
4. Bei Gerry Weber wurde die Mode immer mehr fuer Grannys

gemacht.
Kein Pep, nichts internationales, kein Pfiff ... halt Ostwestfaelisch Baeuerlich
Das Management haette nur die Kunden draussen vor dem Eingang fragen muessen, die nichts gekauft haben.

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steuerzahler1972 25.01.2019, 17:12
5. Gründe für den Niedergang gibt es genug

1. Der Kunde weiß heute um die Entstehungskosten der Textilien und ist oft nicht mehr bereit die riesigen Margen für Werbung und Co zu bezahlen, während die Näherinnen mit Cent-Beträgen abgespeist werden.
2. Der Onlinehandel liefert die gleiche Ware viel günstiger und hat immer geöffnet.
3. Die Innenstädte gleichen sich immer mehr, es ist egal ob man im Ruhpott oder in Frankfurt, Nürnberg einkaufen geht, das Publikum ist oft gleich und in einigen Fällen möchte man seine Freizeit gar nicht mit dem Rest der Kundschaft verbringen.
3. Dank unserer Besserwisser sollen alle Kunden heute mit dem Rad oder dem Öffentlichen Nahverkehr in die Stadt zum Shoppen fahren. Nur leider will das ein großer Teil der Kunden gar nicht, wie ich. Warum?
Ich schleppe doch nicht stundenlang meine Einkäufe durch die Stadt und dann durch die überfüllen Busse, Züge. Wenn ich am Ende des Einkaufs noch Einkäufe erledigen muss wie Wasser etc, dann muss ich wieder los. Nehme ich das Auto und fahre in die Stadt zahle ich unverschämte Preise fürs Parken.
Also nicht.
Die Folgen kann jeder in den Mittelgroßen Städten sehen. Leerstände, Ramschläden, Verlust von Qualität im Angebot, interessante Zusammensetzung der Kundschaft.
Alles wie bestellt. In zehn Jahren werden die Einwohner der Städte weinen. Ich sage auch voraus, dass es die Marken für die Mittelschicht nicht mehr geben wird. Billiger Schrott oder Kleider für die Reichen. Und in den Städten wird es aussehen wie in großen Teilen von Marseille oder Paris heute schon. Einfach schön...modisch..in.

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burlei 25.01.2019, 17:13
6. Es geht auch anders.

Ja klar, das Online-Geschäft macht vieles kaputt.... Wie es anders geht, zeigt ein deutsches Mode-Label im Bereich Lederwaren - aunts&uncles. Hier bestellt der Kunde online, die Bestellung wird aber nicht vom Zentrallager versandt, sondern eine Filiale in der Nähe des Kunden-Wohnortes verschickt die Bestellung. So profitiert nicht nur das Label, sondern auch der Händler und seine Mitarbeiter. Es geht, man muss nur mal ein paar neue Ideen haben und den Mut, diese auch um zu setzen.

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Nania 25.01.2019, 17:14
7.

Ich würde dem Firmenchef von Esprit übrigens nicht zustimmen, für mich persönlich steht die Marke nach wie vor für jugendliche Bekleidung, die aber nicht Teenagern hinterher läuft, Qualität bietet, die bezahlbar ist und auf die man sich in Bezug auf Größen stets verlassen konnte. Gleiches gilt in meinen Augen auch für Tom Tailor.
Gerry Weber halte ich nach wie vor für altbacken und für viele junge Menschen auch schlicht zu teuer.
Auch würde ich Frau H. nicht zustimmen: Mode für ihre Altersgruppe gibt es eigentlich genügend.

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aufreger1970 25.01.2019, 17:21
8. Kann es denn nicht

einfach sein, dass die Vielzahl der ehemaligen Kunden nicht mehr genügend Geld haben für diese Modemarken?
Habe gerade bei Levi's geschaut. Die 501 kostet plus-minus 100€!
Als ich mir Anfang der 90'er, nach der Wende, meine Erste gekauft habe waren es ca. 100DM! Und das war schon sehr teuer für eine Jeans-Hose, aber als Ossi wollten wir die unbedingt haben. Genauso wie Diesel-Jeans.
Diese Absatz- Probleme werden nur durch die Wirtschaft und der nachfolgenden Politik verursacht! Die Netto-Löhne sinken, Miete oder Eigenheim werden immer teurer, Strompreise steigen (demnächst mit dem Ausstieg aus der Kohle, und E-Autos massiv), Benzin und Diesel sollen mit bis zu 52Cent mehr besteuert werden, ....!
In Deutschland werden zu dem massiv Jobs abgebaut, z.B. Siemens, Fujitsu, Bosch, ...! (ehemals Jobgaranten)
Dann braucht sich niemand wundern, wenn die Leute nur noch bei Kick einkaufen!

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Björn L 25.01.2019, 17:22
9. Einheitsbrei

Ich kaufe meine Kleidung mit Ausnahme von Hosen online. Dort bekomme ich Kleidung jenseits des Mainstreams. Somit spare ich nicht nur, sondern kann meinem Stil weiterentwickeln. In Riga sind mir zahlreiche kleinere Boutiquen aufgefallen mit wunderschöner Mode von lokalen Designern ohne gleich arm zu werden. Besonders für die Damen war viel schönes zu sehen. Geht man dagegen durch Köln, findet man kaum welche und dann mit überteuerten Waren für 50plus auf Butterfahrt

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