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Krisengipfel in Brüssel: Griechenland braucht den Euro - und wir brauchen Griechenlan
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Das Euro-Aus in Griechenland? Beherrschbar! Diese fatale Fehleinschätzung macht sich in Europa breit. Doch tatsächlich wären die Folgen eines Grexit langfristig verheerend - weniger für Griechenland als für den Rest der Eurozone.

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vgruda 22.06.2015, 12:03
1. Kein Grexit - kein Lernprozess

Die Vermeidungshaltung schützt uns vor einem Aufarbeiten der Probleme, die mit Griechenland aufgetaucht sind. Griechenland müsste theoretisch in den Euro ein und aussteigen können, ohne dass es Gefahren für die Stabilität der Währung Euro gibt. Aufgrund der Erwartungshaltung der Märkte ist dies jedoch anders. Es fehlen alle Handlungen eines vernünftigen Menschen, der sich gegen Risiken absichert. Ein normaler Mensch sichert sich ab gegen:
a. Gesundheitsrisiken
b. Finanzrisiken (Rücklagen)
c. Arbeitsunfähigkeit (Rente, usw.)
Bei diesen Systemen gibt es wohl keine Absicherungen, jedoch wäre ein Lernprozess, was alles nicht funktioniert und was alles fehlt wichtig, um das System stabiler zu machen. Wer kennt sich denn noch aus, was mit den Geldern passiert. Viele nennen es ein Faß ohne Boden, ich würde sagen, wir haben nichts verstanden und keine Ahnung.

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Top Level 22.06.2015, 12:04
2. und genau das glaube ich immer weniger....

Sie schreiben ja selber die Illusion, dass Griechenland seine Schulden bedient. Richtig es ist eine Illusion und höchste Zeit sich davon zu verabschieden. Klar das der Geldadel Börsen und Zocker was dagegen haben wenn das Spiel " Bürger zahlen für alle Risiken, Banken und Staaten auf die ich so schön risikofreudig gewettet habe " zu ende ist. Das wäre neben dem Ende der Alementierung von Griechenland der nächste positive Effekt.....

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ja.nee.is.klar 22.06.2015, 12:05
3.

Was hier gerade passiert schürrt nur HASS! Die rechten Parteien in Europa werden immer stärker werden und in 50 Jahren gibt es dann wieder kollektives jammern: ".. wie konnte es nur soweit kommen, warum hat da keiner eingegriffen..."
Krieg in Europa.. nur och eine Frage der Zeit.. Die Idee ist gescheitert!

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epigone 22.06.2015, 12:06
4. Ja, genau Herr Münchau!!!

Wir brauchen GR genauso, wie Moldau, Serbien oder die Ukraine - nämlich gar nicht!!!

Was richtig ist: Wir Nordeuropäer erkennen unsere Verantwortung vor der Geschichte und sind auch bereit, dafür erhebliche Lasten zu tragen. WIR wollen Europa und WIR wünschen uns eine weitergehende Integration.

Erzwingen kann man das aber nicht gegen anders geartete sozio-kulturelle Traditionen südosteuropäischer Völker. Die müssen sich schon selbst entscheiden - und wenn die Antwort Nein lautet, wird sich Kerneuropa dennoch weiterentwickeln.

Vielleicht ist es sogar allerhöchste Zeit, sich wieder dem Gedanken eines Kerneuropas (die, die bereit sind Verantwortung zu tragen) zu nähern. Dem Kindergarten Griechenland ist wenigstens dieses Verdienst zuzurechnen: diese Erkenntnis wieder reifen zu lassen.

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vulcain 22.06.2015, 12:06
5.

"Griechenland braucht den Euro - wir brauchen Griechenland"? Nein. Richtig muss es heißen: Griechenland will Euros - wir brauchen Griechenland nicht. Warum solch eine Überschrift, wenn der Autor im Artikel direkt darunter umgehend zugibt, dass die Bedienung der Schulden durch die Griechen nur eine Illusion ist und er damit zugibt, dass jeder weitere gezahlte Euro für den Steuerzahler ebenfalls verloren ist? Zudem haben sich die deutschen Steuerzahler wohl damit abgefunden, dass das Geld weg ist - unter der Voraussetzung, dass nicht noch mehr Geld hinterhergeworfen wird. Die in der Folge genannten Finanzmärkte mit ihren Kriegsgewinnlern können uns allen gestohlen bleiben. Ich für meinen Teil bin Steuerzahler und werde meine Konten leerräumen und das Zahlen einstellen, sobald feststeht, dass da weiter Geld an Menschen fließen soll, die nicht mal bereit sind, selbst Steuern zu zahlen. Sollen unsere Politici doch sehen, wo sie es herholen.

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GSYBE 22.06.2015, 12:06
6. Beton und Wände

Sehr geehrter Herr Münchau, mit Ihren vollkommen richtigen Schlüssen erreichen Sie hier - entsprechend der zu bewundernden Beiträgen der gefühlten Mehrheit an Foristen und Lesern - kaum jemand, Sie rennen gegen Betonwände/-köpfe.

Das Problem ist nicht, dass die Menschen dies nicht verstehen könn(t)en, das Problem liegt im Wollen.

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dieter-ploetze 22.06.2015, 12:07
7. die illusion der schuldenrueckzahlung ist schon lang weg

dies illusion kann also nicht mehr platzen,anders als muenchau meint.wenn griechenland im euro gehalten
wird,dann geht europa garantiert kaputt.dann naemlich
berufen sich andere krisenlaender auf die ausnahmen
fuer griechenland,mit recht.das funktioniert dann aber nicht mehr.eigentlich ist alles schon gesagt,auch was muenchau schreibt ist bekannt,aber nicht unbedingt richtig.

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marathoni 22.06.2015, 12:07
8. Ich fass das mal zusammen

Griechenland muss im Euro bleiben, da beim Austritt aus dem Euro die Gefahr bestehen könnte, das Griechenland sich wirtschaftlich besser erholt als wenn es im Euro bleiben würde. Dies würde dann die Eurozone als Ganzen destabilisiert, da andere Länder ebenfalls diesen Weg gehen könnten... Unfassbar so kann wohl auch nur ein Ökonom argumentieren
Wenn ein anderer Weg besser ist solte man diesen auch gehen und nicht an einem Konstrukt zwanghaft festhalten was offensichtlich nicht funktioniert. Wenn das zur Folge hat, dass ein Südland nach dem anderen austreten sollte und am Ende der "Nordeuro" übrigbleibt ist das ökonomischen Sachzwängen geschuldet und bestimmt nicht verkehrt.

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Surfy123 22.06.2015, 12:08
9. Ganz ehrlich, das nervt

Hallo zusammen,

jetzt wird man darauf eingestimmt, dass man Griechenland hilft und alles weitergeht...

Ganz ehrlich: Das Geld ist doch so oder so weg. Wie war der Spruch? Dem schlechtem Geld noch gutes Hinterherwerfen?

Ich würde lieber auf das verzichten, was jetzt sowieso schon weg ist und dann einen klaren Strich ziehen. Griechenland soll es selbst in der Hand haben, wie Sie sich entwickeln. Über Entwicklungshilfe kann man ja sprechen.

Aber ein Land, dass ein solches Aussenhandelsdefizit wie Griechenland hat (netto), wird niemals in der Lage sein, so seinen Lebensstandard zu halten. Das funktioniert nur über Quersubention. Und das finde ich gelinde gesagt zum ... .

Raus mit Griechenland und sehen, wie die Jungs sich selber entwicklen. Unterstützung für die Bevölkerung mit Sachleistungen und Ende.

Was machts, wenn die Börsen mal ein bisschen auf Talfahrt gehen? Sind sowieso aufgebläht im Moment.

Und der Autor täuscht in einem Punkt massiv meiner Meinung nach:

Ja, verlorenes Geld = Verlust für Steuerzahler. ABER

Realisierte Gewinne werden nur zu 25% versteuert.
Verluste sind nur minimal absetzbar.

Von soher gesehen scheint es mir lieber zu sein, dass man auf ein paar Steuermehreinnahmen verzichtet, weil fette fetter werden, sondern die Ausgabenseite in den Griff bekommt. Ist unter dem Strich bestimmt positiv.

Und Italien ist ein Fall für sich. Ob die rausgehen oder nicht, werden die nicht an Griechenland festmachen. Das ist nur eine kleine, kaum vergleichbare Referenz.

Im Gegenteil: Das Beispiel Griechenland zeigt die Erpressbarkeit der Europäischen Politik. Das halte ich für ein fatales Signal.

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