Forum: Wirtschaft
Krisengipfel in Brüssel: Griechenland braucht den Euro - und wir brauchen Griechenlan
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Das Euro-Aus in Griechenland? Beherrschbar! Diese fatale Fehleinschätzung macht sich in Europa breit. Doch tatsächlich wären die Folgen eines Grexit langfristig verheerend - weniger für Griechenland als für den Rest der Eurozone.

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muunoy 22.06.2015, 12:37
110. Welche Schlüsse?

Zitat von GSYBE
Sehr geehrter Herr Münchau, mit Ihren vollkommen richtigen Schlüssen erreichen Sie hier - entsprechend der zu bewundernden Beiträgen der gefühlten Mehrheit an Foristen und Lesern - kaum jemand, Sie rennen gegen Betonwände/-köpfe. Das Problem ist nicht, dass die Menschen dies nicht verstehen könn(t)en, das Problem liegt im Wollen.
Naja, immer alle Leute, die anderer Meinung sind als Betonköpfe zu bezeichnen, würde ich eher als arrogant ansehen. Leider hat so eine Einstellung vor 5 Jahren dazu geführt, dass die Kritiker der alternativlosen Rettungspolitik mit der Nazikeule niedergemacht wurden. Jetzt haben wir den Salat.
Aber wie kommen Sie darauf, dass die Schlussfolgerungen von Herrn Münchau richtig sind? Er bietet doch zumindest in diesem Kommentar keine Schlussfolgerung explizit an. Implizit kann man aus dem Kommentar herauslesen, dass wir uns einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone unter keinen Umständen leisten können und daher die europ. Steuerzahler aus den Ländern, wo Steuern gezahlt werden, bis Ultimo einen Teil der Wertschöpfung ihrer Arbeit an Griechenland überweisen müssen. Und dies völlig unabhängig davon, was irgendeine irre Regierung in Athen noch so fordern oder den Griechen versprechen mag. Ist das aus Ihrer Sicht die Lösung?
Warum werden nicht endlich mal alternative Lösungsmöglichkeiten diskutiert? Schon vor Jahren lag der Vorschlag der finnischen Regierung auf den Tisch, Geld gegen Pfand zu verleihen. Nach meinem Wissen ist das Finanzinstrument des Pfandbriefes sogar in Deutschland erfunden worden. Und während ich um Staatsanleihen der Eurozone (= Zockerpapiere mit hohem Risiko ohne Rendite) schon seit geraumer Zeit einen Bogen mache, würde ich durchaus bereit sein, Pfandbriefe Griechenlands zu kaufen. Da gibt es nämlich durchaus ein paar schöne Inseln, die man prima verpfänden könnte. Und wenn die Schulden artig bedient werden, bleibt das Pfand ja auch, wo es ist. Man bräuchte dann auch keine Troika (sorry, Institutionen) mehr, welche Griechenland überwachen. Der mögliche Verlust eines Pfandes hätte vermutlich eine weitaus disziplinierendere Wirkung.

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ttvtt 22.06.2015, 12:37
111. man Münchau

man Münchau, denkt doch mal einen Gedanke zu Ende und fabulieren nicht nur aufs Geradewohl. Aus dem ganzen Unsinn, der in dem Artikel vielfach vorkommt, nur mal eine Aussage:

ja, was wenn der Grexit für Griechenland positiv wäre, ja was wenn?? Was gibt es denn für Anzeichen, dass danach in Griechenland der Aufschwung kommen könnte. Irgendwelche wirren Annahmen herzunehmen, hat mit einer Analyse nicht viel zu tun und ist vollkommen unbrauchbar. Aber der Schreiberling wird wohl pro Artikel und Zeichen bezahlt.

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EconomistGI 22.06.2015, 12:37
112. Zentraler Denkfehler

"Das Wesen einer Währungsunion ist nicht die einheitliche Währung sondern ihre Unumkehrbarkeit." Was für ein Unsinn! Denn dann müßte für ein einzelnes Land mit eigener Währung auch gelten "Das Wesen einer Währung ist seine ewige Gültigkeit." Nein, bei Hyperinflation (Deutschland 1923, oder z.B. Zimbabwe aktuell) wird die Währung eben zugunsten einer neuen abgeschafft, unter großen Wohlstandsverlusten natürlich.
Der Unterschied bei einer Währungsunion ist nur, dass die anderen Mitglieder alles tun werden, um gerade NICHT in diesen Strudel mit hineingerissen zu werden. Und Griechenland mag bei einem Grexit nach dem Anfangsschock sich tatsächlich nach 1-2 Jahren erholen, aber mittel- und langfristig wird es wegen der dann weitgehend ausbleibenden Strukturreformen wirtschaftlich immer weiter zurückfallen gegenüber der verbleibenden Eurozone. Und genau das spüren die Menschen schon jetzt, egal ob in Griechenland oder z.B. in Italien. Diese Angst, abgehängt zu werden, ist letztendlich der stärkste Kitt für die Eurozone. Sollte es zum Grexit kommen, wird die Disziplinierungswirkung beim Rest der Eurozone umso stärker sein. Die Vorstellung, die Unumkehrbarkeit sei ein Wert an sich, ist nicht nur falsch, sondern das Gegenteil ist richtig - die Umkehrbarkeit ist ein Wert an sich, da diese die nötigen Anreize für die notwendigen Strukturreformen schafft.

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fritzyoski 22.06.2015, 12:37
113. Wie geht es weiter?

Die Lehren sind klar, wenn es drauf an kommt kippen Merkel, Junker & Co um. Also braucht man als Waehler in Spanien (Podemos), Italien oder Portugal nur die entsprechende Regierung waehlen und schon fliesst das Geld. Eine weitere Griechenland Rettung ist auch Wahlhilfe fuer LePen samt EU Austritt und Wasser auf die Meuhlen der Befuerworters eine Brexit.
Fuer die Euro Retter stehen interessante Zeiten ins Haus. Fuer Deutschland koennte das richtig teuer werden. Aber Deutschland "profitiert am meisten", ist also nur fair wenn da eine dicke Rechnung ins Haus flattert.

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Bondurant 22.06.2015, 12:37
114. Das übliche

Gerede.

GR hat den Rest Europas belogen und betrogen und ist nun am Ende. Das muss jetzt offiziell werden, auf deutsch: Staatsbankrott. Dann sieht man weiter. Jede andere "Lösung" ist keine.

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frentzen001 22.06.2015, 12:38
115. Wer soll das bezahlen?

Die Worte sehe ich nur der Sinn bleibt mir verborgen. Bin immer gerne bereit dazuzulernen, aber es sind nur immer nebulöse Vorahnungen und Vermutungen, die man mir serviert, um mir zu erklären, daß der Verbleib von GR in der Eurozone ansich alternativlos ist. I(ch verstehe die Argumente aber am Ende muss alles bezahlt werden, die Finanz/Eurokrise hat die Staatshaushalte weit über die Dehngrenze belastet. Spielraum für eigentliche Verwendung - Bildung - soziales - Infrastruktur - weitesgehend besteht nicht mehr und jetzt erklären Sie mir - weiter so. Wenn wir einen Dagobert entdecken, der seinen Geldspeicher öffnet von mir aus, aber bitte nicht mehr den Steuerzahler.

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semaphil 22.06.2015, 12:38
116. und es droht das ewige Braten in der Hölle ...

Nun, es gibt glaubwürdigere Apokalyptiker, als sogenannte Ökonomen. Und selbst die malen heute nicht mehr die ewige Verdammnis an die Wand, wenn etwa ein Kathole einen Evangelen heiratet.

Für eine scheiternde Währungsunion muss aber der gesamte finstere Höllenreigen gelten. Wehe, jemand mag ( oder kann ) nicht mehr. Denn eine Währungsunion ist "unumkehrbar" und sogar "lebenslänglich".

Da klingelt es doch heftig im Ohr. War nicht mal der erste Atomausstieg unumkehrbar ( ich höre noch Trittin ... )? Die Einzigen, die "lebenslänglich" und Unumkehrbarkeit gnadenlos durchsetzen, sind die eifernden Religiösen einer sattsam bekannten Marke. Gegen die aber bildet man doch sogar Kämpfer aus ...

Unser Münchhausen hat nichts besseres zu tun, als in die Kakophonie derer einzustimmen, die kürzlich noch vorgaben, der Grexit sei beherrschbar. Welch ein Theaterdonner: Erst werden alle eingelullt - nun endlich ist es aus mit GR, endlich kann sich die Eurozone auflösen, endlich könnten wir vielleicht mithilfe der alten "wir sind das Volk"-Kämpen die unsägliche EU-Diktatur abschütteln und uns wieder wie vernünftige erwachsene Menschen verhalten, da wird hier ein Sturm entfacht, der Millionen von Bürgern direkt ins Grab befördern könnte, da sie den Angstattacken nicht ( mehr ) gewachsen sind, womit
diese Methode der Schaffung von Wohnraum wohl Strafrechtsrelevanz besitzt.

Man denkt immer, es ginge nicht noch abgründiger und häßlicher - weit gefehlt, die unteren Grenzen sind wohl noch lange nicht erreicht und meine Phantasie ist der Realität einfach nicht gewachsen.

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spon-facebook-1425926487 22.06.2015, 12:38
117.

"Das sind zwar keine Kosten für den sogenannten Steuerzahler. Aber es sind Kosten für Menschen, die Steuern zahlen." Aha, es gibt also auch Menschen, die Steuern zahlen, aber keine Steuerzahler sind. Wieder was gelernt. Von Kohl haben wir ja gelernt, dass es keine Steuern gibt, sondern Abgaben. Nun denn, dann sieht die Sache natürlich schon ganz anders, da wird sich der Kleinsparer aber freuen.

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freespeech1 22.06.2015, 12:39
118.

Die Folgen eines Grexit sind nicht absehbar. Die Folgen eines Verbleibs Griechenlands im Euro sind aber ebenso wenig absehbar und können viel katastrophaler sein als ein Grexit. Das weiß leider niemand so genau.

"Mit dem Grexit endet die Illusion, dass Griechenland seine Schulden bedient. Deutschland und Frankreich werden zusammen knapp 160 Milliarden Euro abschreiben müssen."
An der Werthaltigkeit dieser Forderungen und an der rechtlichen Situation ändert sich absolut nichts. Was wir mit Grexit nicht zurückbekommen, bekommen wir ohne Grexit natürlich auch nicht zurück.

Auch dauerhafte Verluste an der Börse sind kaum zu erwarten. Oder warum sollte die Bayer AG weniger wert sein, nur weil Griechenland aus dem Euro austritt? Das ist logisch nicht nachvollziehbar.

"Das Wesen einer Währungsunion ist nicht die einheitliche Währung sondern ihre Unumkehrbarkeit."
Nichts ist unumkehrbar. Es grenzt an Größenwahnsinn zu behaupten, der Euro sei ewig. Ein Blick ins Geschichtsbuch zeigt, dass dem nicht so ist.
"Auch festere Währungsverbünde, wie Währungsunionen, wurden in der Vergangenheit häufig wieder aufgekündigt. So finden sich für den Zeitraum von 1948 bis 1997 etwa 130 Episoden, in denen die Verwendung einer gemeinsamen Währung wieder beendet wurde, so dass in dieser Zeit etwas mehr als die Hälfte der bestehenden Währungsunionen auseinandergebrochen ist."
http://www.taz.de/!5092128/

Auch der Euro ist natürlich nicht ewig, welch grandiose Anmaßung. Auch die Sowjetführer dachten, die Sowjetunion ist ewig, und Honnecker glaubte, die DDR und der Sozialismus seien ewig.

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motzki687 22.06.2015, 12:39
119. Eurodiktatur

Nicht mehr oder weniger ist das. Die Meinung oder gar das Geld des Vokes zählt garnicht mehr. Feudalistisch wird sich selbst versorgt. Griechenland bleibt,da Alle Politiker nichts unanständiges am Verhalten der Griechen erkennen können. Wie auch

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