Forum: Wirtschaft
Kritik am Wirtschaftsmodell: En garde, Deutschland
Michel Euler/ AP

Für Frankreichs Präsident Macron beginnt der zweite Teil der Amtszeit mit einer Neupositionierung in Richtung Deutschland. Der Nachbar ist für ihn kein Reformvorbild mehr, sondern wirtschaftliches Auslaufmodell.

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markniss 29.04.2019, 14:54
10. Frankreich hat Ahnung von Wirtschaftspolitik? Echt?

Frankreichs Jugendarbeitslosigkeit liegt seit Ewigkeiten bei über 20%, in Deutschland liegt sie bei 5%. Aber Herr Macron will uns erklären, wie Wirtschaftspolitik funktioniert? Der Mann hat Humor. Wenn irgendeiner bei uns dieses billige Ablenkungsmanöver von den eigenen Problemen ernst nimmt, dann kann man dem auch nicht mehr helfen...

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zweifler001 29.04.2019, 14:59
11. Mal sehen wer zuletzt lacht

Frankreich pflegt seit 300 Jahren im Prinzip immer das gleiche Wirtschaftsmodell, den Merkantilismus. Es fällt gegenüber anderen Ländern immer weiter zurück. Macron soll machen was er will, wir sind wirklich nicht auf ihn oder Frankreich angewiesen. Deutschland spielt in einer anderen Liga.

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HansGluck 29.04.2019, 15:01
12. Schon sehr oft behauptet

Aber zum Glück noch nicht eingetroffen.
Aber es stimmt, wir sind in weiten Teilen der Industrie vom Export abhängig.
Ist aber auch normal bei der hohen Produktivität.
Viel gefährlicher aber als die Abhängigkeit vom Export ist die fehlende Innovationskraft für neue Technologien.
Nicht mehr lange dann können die Schwellenländer, hier vor allem China, das gleiche produzieren wie wir bei noch geringeren Kosten.
Und wenn das passiert ( sieht man schon in vielen Bereichen der Hochtechnologie) können wir unseren Wohlstand nicht mehr halten.
Dann sind wir alle in Europa ein Auslaufmodell und was das bedeutet kann sich jeder vorstellen.

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claus7447 29.04.2019, 15:09
13. Macron und die zwei Probleme

Problem Nr. 1 ist sicher sein innerfranzösisches Problem. Leider zum Kick-Off das falsche Thema gewählt (Vermögenssteuer).

Aber zweifelsohne wird das Problem Nr. 2 ein Großes: Deutschland. Wenn selbst ein eher provinziell eingestellter Öttinger das meckern anfängt ist diese Problem ein Thema, das uns allen irgendwann auf die Füße fällt.

Derzeit haben die Parteien CDU/CSU, FDP und AfD eigentlich nur ein "Anti-Europa" Programm geschaffen. Zurück zum Nationalstaat. Ist diesen "wirtschaftsnahen Parteien (OK - die AfD schließe ich aus) nicht bewusst was sie riskieren?

Unser heutiger Wohlstand ist weitgehenst auf EUROPA aufgebaut und dem EURO. Da hilft auch nicht die hohe Produktivität - wenn die Nachfrage dafür nicht da ist dann stehen die Fabriken entweder still - oder die alte Leier geht los: Lohnkürzungen, längere Arbeitszeiten - den sonnst sind wir nicht mehr konkurrenzfähig!

Ich würde mir ein Vereinigtes Europa wünschen - dazu müssen die schritte jetzt eingeleitet werden. Sei es das die Abstimmungskriterien ge#ändert werden - sei es - das die Kernländer die mitmachen wollen einen internen zweiten Vertrag schließen (das wäre Revolution!).

Wir können einerseits nicht die unwilligen Visegrad Staaten auf knien bitten mitzumachen (gleichzeitig verar...en sie uns mit ihrer Regionalpolitik). Aber auch Leute wie Salvini müssen sehen - es würde sich lohnen (wobei der wird es nicht sehen - den eigentlich hätte er gern den ITEX).

Schade - derzeit haben insbesondere die Kanzlerin mit ihrer Anhangs-CDU jeglichen Mut verloren nach vorne zu schauen. Stillstand. Stillstand heißt rückwärts gehen - den die Anderen (China und irgendwann auch wieder Amerika) gehen vorwärts. Zudem, was wollen wir als Einzelstaaten ggü diesen Staaten bieten - selbst Russland wird uns überflügel (bei der Größe).

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burgundy 29.04.2019, 15:09
14.

Zitat von Anna-Lena19
Ein Wirtschaftsmodell, welches bei der Energiegewinnung, jedoch auch beim Endprodukt (Auto) derart viel CO² ausstößt, ist natürlich nicht nachhaltig, sondern ein Auslaufmodell. Ich würde mich freuen, wenn Präsident Macron ein Gegenmodell dazu etabliert. Vorschläge hierfür (unter anderem von "Fridays for Future", aber auch von anderen Organisationen und Wissenschaftler*innen) liegen auf dem Tisch. Es fehlen nur noch Personen, die es auf großer Ebene angehen und umsetzen.
Das Gegenmodell existiert in Frankreich bereits - und es funktioniert. Es heisst Atomkraft.

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richard 29.04.2019, 15:10
15. Europa demken

Erstaunlich, was es doch wieder für altvaterische Vorurteile innerhalb Europas gibt. Frankreich und Deutschland haben sich noch nie so gut verstanden, da die Nazionalismen überlebt sind und die USA-Politik eher europa- und chinafeindlich wird. Höchste Zeit ein Kontinent zu werden ohne Anachronismen und Vorurteile. So gut wie beide Länder - und nicht nur diese - heute in Europa leben, ist es vor Jahrhunderten nie gegangen. Und die Autoindustrie ist sowieso am absteigen, das ökologische Denken aber im Kommen. Gelbwesten sind überall demokratisch sinnvoll, Frankreich hat viel ärgere Streiks überlebt und in Deutschland gibt es auch Armut...

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Kritiker#1 29.04.2019, 15:12
16. Erfolgsmodell "schwäbische Hausfrau"?

Ich muss Micron Recht geben, das Deutsche Modell ist von einem Ungleichgewicht innerhalb der EU zu den eigenen Gunsten abhängig. Sobald Deutschland etwas im europäischen Gemeinsinn abgeben muss, wird geblockt. Auch wenn die Deutschen sich als fleissig und sparsam begreifen, muss man doch sehen, dass die Franzosen (und andere in Europa) den Deutschen da in gar nichts nachstehen. Wenn schon Europa, dann richtig. Die Arroganz der "schwäbischen Hausfrau" hilft da wenig.

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sans_words 29.04.2019, 15:13
17.

Zitat von Anna-Lena19
Ein Wirtschaftsmodell, welches bei der Energiegewinnung, jedoch auch beim Endprodukt (Auto) derart viel CO² ausstößt, ist natürlich nicht nachhaltig, sondern ein Auslaufmodell. Ich würde mich freuen, wenn Präsident Macron ein Gegenmodell dazu etabliert. Vorschläge hierfür (unter anderem von "Fridays for Future", aber auch von anderen Organisationen und Wissenschaftler*innen) liegen auf dem Tisch. Es fehlen nur noch Personen, die es auf großer Ebene angehen und umsetzen.
Wenn man wie Frankreich 72 % des Stroms und 39 % der Primärenergie aus Kernkraft bezieht, hat man natürlich kein Problem mit dem CO2-Ausstoß. Vive la France.

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chrga111 29.04.2019, 15:14
18. Der Manuel, das kann er...

... wie einige hier schon schreiben, sollte er mal schauen, auf was sein "Erfolg" beruht...
https://www.deutschlandfunk.de/der-westafrikanische-franc-frankreich-und-der-unsichtbare.724.de.html?dram:article_id=436556

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olli0816 29.04.2019, 15:14
19. Macron hat recht und auch wieder nicht

Deutschland läuft gerade in eine Menge Probleme, die Deutschland AG gibt es so nicht mehr. Alleine 1/3 der DAX-Unternehmen haben Schwierigkeiten. Aber trotz aller Probleme hat Deutschland etwas, was Frankreich nicht hat: den Mittelstand. Frankreich ist sehr zentralistisch ausgerichtet und es dreht sich alles um Paris, wo mit dem Umland fast 1/3 der Franzosen leben. Das macht Frankreich total idyllisch und sie haben sehr dünn besiedelte Flächen mit wahnsinnig schöner Natur. Aber sie sind abhängig von ihren sehr großen Unternehmen und wenn die ins trudeln kommen, dann ist das Problem gewaltig.

Daneben besitzen die Franzosen eine wahnsinnig hohe Anspruchshaltung an den Staat, den dieser schlicht nicht halten kann. Auch wir Deutschen sind zu anspruchsvoll und diese Anspruchshaltung wird von den Politikern zusätzlich angeheizt. Aber wenn man sich die Ansprüche in Frankreich anschaut, lähmen diese das Land. Aufgrund dieser Probleme ist Macron zurecht auf der Suche, wie man das Land voran bringen kann.

Nur die Mittel sind zweifelhaft. Die USA sind durch Trump in Europa nicht populär, aber es bringt nichts, nur auf Konfrontationskurs ohne Gespräche zu gehen. Gleiches für China: Die wollen handeln, aber nur zu ihren Bedingungen. Bei den USA muss man viel reden und bei den wichtigen Sachen hart bleiben und manches dann nicht umsetzen. Bei den Chinesen kann man ihnen entgegenkommen, aber in Europa zu europäischen Bedingungen und im wirtschaftlichen Handeln in beiden Gebieten gewisse Mindeststandards. Das muss mit den Chinesen besprochen werden.

Nur wie kann Europa zukunftsfähig bleiben? Sicher nicht mit der Einführung immer weiterer unsinniger Steuern wie jetzt wieder die CO2-Steuer diskutiert wird. Es sollte auch einiges Geld, was an "Soziales" geht umgeleitet werden in Forschung und Entwicklung. Hier fallen wir bei den Schlüsseltechnologien immer weiter ab. Und das ist das Kernproblem Deutschlands aber noch viel mehr von vielen Ländern in Europa. Große Teile - auch innerhalb der EU - ist heute bestenfalls 2. Welt. Und da müssen wir gegensteuern und unsere Anstrengungen ausrichten. Nur bin ich da nicht sehr optimistisch. Gerade wenn man sich hier die Kommentare zu Wissenschaft durchliest, merkt man wie technikfeindlicher viele hier sind. Das wird den nächsten Generationen ganz übel auf die Füße fallen. Macron scheint verstanden zu haben, dass dies ein Problem ist, was Europa schadet und da hat er recht.

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