Forum: Wirtschaft
Kritik am Wirtschaftsmodell: En garde, Deutschland
Michel Euler/ AP

Für Frankreichs Präsident Macron beginnt der zweite Teil der Amtszeit mit einer Neupositionierung in Richtung Deutschland. Der Nachbar ist für ihn kein Reformvorbild mehr, sondern wirtschaftliches Auslaufmodell.

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lupenrein 29.04.2019, 15:54
40. Jetzt wird

hoffentlich für Jeden klar, welchen Bärendienst Merkel
Deutschland und auch der EU mit dem Atomausstieg und ihre
Industriehörigkeit geleistet hat.
Merkel hat sich nicht um Deutschland und seine Bevölkerung
verdient gemacht. Sie hat schlicht aufs falsche Pferd gesetzt.
Es wird höchste Zeit, dass sie geht.
Jedenfalls hat sie ihren Auftraggebern treu gedient.

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ingo.adlung 29.04.2019, 15:54
41. Leider ist es nicht so einfach

Zitat von kraut&ruebe
Macrons Problem heisst Angela Merkel. Sie ist seine Ansprechpartnerin, sie tut nichts. Aber seit 2005 hat Frau Merkel überhaupt nur zwei Mal etwas Grosses angestoßen, die Energiewende mit Atomausstieg (mit den bekannten Folgen für unsere Klimabilanz und Nebenkosten) und das Aussetzen des Dublin-Abkommens (mit den bekannten Folgen für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt). Als einzige positive Initiative wird wohl Ihre Freigabe der Abstimmung zur Homo-Ehe in Erinnerung bleiben. Und da hat sie bekanntlich selbst dagegen gestimmt. Also Danke für Nichts(tun), Frau Merkel.
Nicht das dies wichtig wäre, aber ich teile ich Analyse weitgehend. Der FDP Parteitag war dafür ein weiteres Indiz. Und eine CDU, die Merz hinterherläuft, was AKK lähmt sowieso. Wir haben tatsächlich unseren Kompass verloren. Ich würde vielleicht nicht so weitgehen, unser Modell zum Auslaufmodell zu erklären, aber es ist tatsächlich unklar, wo Deutschland in Zeiten von CO2- und Digitalwende hin will. Einfach "weiter so" wird uns nirgends hinbringen. Und während es im Tagesgeschäft wichtig ist auf Sicht zu fahren, braucht es eine Strategie, wo wir überhaupt hin wollen. Und die ist nicht nur wegen Frau Merkel unklar. Ihre Partei könnte sie ja vor sich hertreiben, aber die Generation, die die Union mehrheitlich vertritt, will eigentlich gar keine Veränderung.

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wallaceby 29.04.2019, 15:59
42. Der ehemalige Investmentbanker Macron..

...vertritt also "das soziale Projekt für Europa"...? Nun ja, eigentlich wohl eher nicht. Er vertritt als französischer Präsident immer zuerst die französischen Interessen, und dazu gehört als erstes eben der Schutz für die heimischen großen Konzerne. Jene übrigens, die ihm gerade erst so kurz nach dem Brand von Notre Dame sofort mit ihren ach so gütigen hunderte-von-Millionen-Spenden großzügigst entgegengekommen sind. Was liegt dem wohl wider hinter den Kulissen zugrunde...?
Der Spiegel vertritt mittlerweile sehr schön erkennbar die ziemlich scheinheilige Tour, eher Macrons regelmäßig wechselnde Interessenlage hier offen zu vertreten und sie gegen die der deutschen Wirtschaft einzufordern, und dadurch die deutsche Seite dabei immer wieder als diejenige abzuwerten, die in Europa quasi "fertig hat" und keine andere Wahl hat als sich Macron an den Hals zu werfen... Was soll das, lieber Spiegel? Sind sie so dermaßen naiv, dass sie die in erster Linie egoistischen Interessen dieses französischen Präsidenten mittlerweile schon nicht mehr erkennen wollen, und damit auch die deutsche Zukunft quasi diesem Herrn vor die Füße legen wollen, ohne auch nur ansatzweise auf die Interessen all der deutschen Arbeitnehmer/innen Rücksicht zu nehmen? Ich kann ihren Ansätzen hier schon lange nicht mehr folgen! Macron ist ein Blender, der alle paar Wochen ein anderes Lied anstimmt, je nachdem wie die Drucksituation gegen ihn aussieht. Wie man jetzt auch wieder sehr klar im Zusammenhang mit den Gelbwesten-Protesten sehen kann. Eine Steuersenkung in Aussicht gestellt zeigt doch, wie sehr dieser Präsident sich von äusseren Einflüssen leiten lässt. Dieser Mann ist ein ausgebildeter Investmentbanker, der sich von Anfang an ausschließlich einer Interessenpolitik für die französischen Großkonzerne verschrieben hat. Das "soziale Projekt Europas" das er so herzig propagiert, ist doch nur schöner Schein und in erster Linie auf die französischen Interessen ausgerichtet. Das sieht man immer wieder am Beispiel von Airbus, bei Rüstungsprojekten und so manch anderem, dass diese Zusammenarbeit mit deutschen Firmen immer irgendwie auf Übervorteilung abzielt.
Deutschland ist für ihn auch noch nie "Vorbild" gewesen, sondern doch wohl eher das Land in Europa, das er wieder mehr im Schatten der wirtschaftlichen Interessen Frankreichs sehen möchte.

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ark95630 29.04.2019, 16:00
43. Fragwürdig

Was denn denn Macron bisher erreicht? Natürlich hat das deutsche Wirtschaftsmodell -wie jedes andere auch- Schwächen. Nur bei Macron kann ich außer Sprechblasen zu Europa nichts Konkretes erkennen. Die einzige Idee in seinem Kopf scheint zu sein, dass Europa mehr für Frankreich tun solle und Deutschalnd dafür bezahlt.

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vrdeutschland 29.04.2019, 16:05
44. Es geht doch gar nicht um Frankreich vs. Deutschland

Dass Frankreich Probleme hat, weiß auch Macron. Dass er sie nicht über Nacht lösen kann, auch.Nur Deutschland hat sich mit seiner oberlehrerhaften Art in Abseits manövriert. "Reformen" bei allen möglichen Pleiteländern einfordern - wobei Reformen heutzutage Einsparungen bei den Renten, Privatisierungen von Staatsunternehmen und Erhöhung von Steuern bei der "working poor" bedeuten - aber selber in Richtungen Zukunftsfähigkeit NICHTS auf die Reihe kriegen. Digitalisierung, KI, 5G, Verkehrswende (ich vermeide bewußt das Thema Elektromobität, das ist nämlich ebenso eine Sackgasse), alles, aber auch wirklich alles hat Deutschland komplett verpennt. Und Merkel ? Gibt es sie noch ? Wo ist sie ? Erinnert mich an Bouteflika, der kam auch immer nur zum Winken raus, der Laden fuhr aber schon komplett gegen die Wand.
Und nun sucht sich Macron Verbündete. Alle anderen Staaten, die schon lange auf Deutschland schimpfen und Verachtung entgegenbrigen, haben nun endlich einen großen Verbündeten, der sich auch gegen die deutsche Politik stellt. La Grande Nation, endlich.

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mapcollect 29.04.2019, 16:07
45. Frankreichs KKWs

Zitat von Anna-Lena19
Ein Wirtschaftsmodell, welches bei der Energiegewinnung, jedoch auch beim Endprodukt (Auto) derart viel CO² ausstößt, ist natürlich nicht nachhaltig, sondern ein Auslaufmodell. Ich würde mich freuen, wenn Präsident Macron ein Gegenmodell dazu etabliert. Vorschläge hierfür (unter anderem von "Fridays for Future", aber auch von anderen Organisationen und Wissenschaftler*innen) liegen auf dem Tisch. Es fehlen nur noch Personen, die es auf großer Ebene angehen und umsetzen.
Nun, Macron hat zumindest die Möglichkeit CO2-neutral und kostengünstig Strom zu produzieren - dank der vielen KKWs in Frankreich. Deutschland hat diese MÖglichkeit aufgegeben. Woher der Strom dann bei Flaute kommen soll, wenn KKWs und Kohlekraftwerke abgeschaltet sind, ist vollkommen unklar. Da hab ich von den Wissenschaftler*innen von "Fridays for Future" leider auch noch nichts hilfreiches gehört.

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ddcoe 29.04.2019, 16:07
46. Macron hat Recht

Merkel verweigert seit 14 Jahren jegliche Arbeit - und Sonntag sich im Erfolg oder Reformen ihres Vorgängers Schröder. Europa war für Merkel immer nur eine Sprechblase - aber jetzt wird es Schlimmer. Klein Annegret denkt in der Größe des Saarlandes. Leider konnte sie nicht einmal das und hat dort ein Desaster verursacht.

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Guerilla_79 29.04.2019, 16:07
47. ...

Zitat von oifrr
Ich freue mich schon länger darauf, dass es in Europa hoffentlich bald keine Billiglohnländer mehr gibt. Das Ziel müssen vergleichbare Lebensverhältnisse und Lebenshaltungskosten sein. D braucht sich auch dann keine Sorgen machen, solange dt Produkte und Erfindungen/ Patente und die Qualität der beruflichen Bildung so gut bleiben wie bisher. Reichere EU Nachbarn sorgen für mehr Nachfrage. Die europäischen Nachbarn haben außerdem ein Recht darauf, aufzuholen.
Sie beschreiben gerade das dilemma zwischen Deutschland und der EU respektive jetzt auch, aus wahlkampftaktischen Gründen, dem deutschen Buddy Frankreich - perfekt.

Ja, vergleichbare bzw. angeglichene(ist das Wort das die EU benutzt) Lebensverhältnisse, nur WESSEN Verhältnisse?

Die deutsche Industrie die fraglos in Berlin das sagen hat passt die "Standards" laufend in Richtung Rumänien und Bulgarien an.
In Italien, Griechenland und - Gelbwestentechnisch - nun auch in Frankreich(+ noch ein paar Länder) kann man das den dortigen Bevölkerungen als Politiker nicht dauerhaft vorlügen, so wie man es mit den Deutschen kann.

An wessen Standards soll angepasst werden ist die entscheidende Frage?

Die Standards die die Industrie wünscht(und Deutschland allzu bereitwillig und frag wie kritiklos hinnimmt und somit ein Race to the bottom anführt) also irgendwas in richtung Bangladesh, was leider in der EU nicht geht aber Kosovo oder Albanien sitzt schon noch drin oder wird sich am oberen, am besten höchten, Standard orientiert?

Das ist genau das was Macron jetzt in Frage stellt, das Billiglohnland Deutschland mit seinen ewigen korrekturen nach unten KANN kein Model für die EU sein, es wird die EU links oder rechts auseinanderreißen.

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ingo.adlung 29.04.2019, 16:08
48. Hochmut ...

Zitat von zweifler001
Frankreich pflegt seit 300 Jahren im Prinzip immer das gleiche Wirtschaftsmodell, den Merkantilismus. Es fällt gegenüber anderen Ländern immer weiter zurück. Macron soll machen was er will, wir sind wirklich nicht auf ihn oder Frankreich angewiesen. Deutschland spielt in einer anderen Liga.
... kommt vor dem Fall. Aber ernsthaft, während Frankreich sicherlich nicht als Vorbild dient ist es unsere nach hinten gerichtete, den Status Quo bewahrende Politik auch nicht. Es ist ein schmaler Pfad, aber wenn wir nicht wollen, dass uns unser politisches System ähnlich anderen Ländern - auch Frankreich - um die Ohren fliegt müssen wir Dinge ändern. Und Wohlstand muss in der Breite der Bevölkerung ankommen, nicht nur in Statistiken. Wenn 50% nur 4% der Einkommensteuer zahlen, liegt dies daran, dass dort nichts zu holen ist. Die Welt dreht sich weiter, mit oder ohne uns. Und ja, wir müssen auch verstehen, dass uns Europa schützt. Wenn wir nicht bereit sind zu geben, wird die EU implodieren. Und dann schützt uns niemand vor den Trumps oder chin. Expansion.

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hup 29.04.2019, 16:09
49. Schon lustig - schwarzer EU-Peter mit festen Rollen

Das wichtigste, nein, sogar das einzige Spiel in der EU ist: Blame Germany. Hast du selbst Probleme, dann denk dir was aus und warum einzig Deutschland daran schuld ist und häng noch ein paar Zahlen dran, was Deutschland aufgrund dieser "Schuld" gefälligst löhnen soll. Griechenland hat beschissen in der EU-Aufnahme und hat 40 Jahre lang Schulden gemacht die es nie zurückzahlen kann? Kein Problem, man erinnert sich plötzlich an alte Kriegsschulden - let Germany pay our dept. Hat Frankreich Probleme mit Protesten und mediokrer Wirtschaft mit Strukturanpassungsproblemen? Blame Germany, klar das Land ist soooo egoistisch und lässt alle anderen bluten! Aber halt, war gestern nicht Germany noch der "Wirtschaftsmotor der EU", der alle mitgezogen hat? Was kümmert das Geschwätz von Gestern, wichtig ist doch nur, wem man heute den schwarzen Peter für alle Probleme, foreign and domestic, zuschieben kann. Am Brexit sind wir ohnehin schuld, versteht sich.

Oder Kurz: Macron geht nun auch unter die Populisten. Regel Nummer 1 für EU-Populisten: Find einen Sündenbock und schlag drauf. Der Sündenboch ist immer Germany, egal um was es geht. Das löst zwar nichts, bringt dir aber Stimmen bei der nächsten Wahl.

In einem hat Macron Recht: Ein Europa, in dem die einzelnen Länder sich als Problembären für ihre diversen Miseren beschimpfen und so die Völker wieder aufeinanderhetzen - das kann nicht die Idee für Europa gewesen sein, und es wird auch jetzt nicht helfen Europa zusammenzuhalten.

Einzige Lösung: Deutschland schmeist die Party für alle - dann finden alle Deutschland ganz dufte. Aber nur so lange die Party auch läuft, und keine Rechnung präsentiert wird. Dann verpissen sich alle und finden Deutschland wider voll Hitler.

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