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Kritik an Handelsüberschüssen: Was an Trumps Deutschland-Kritik dran ist
REUTERS

Mit harschen Worten kritisiert Donald Trump den deutschen Handelsüberschuss - nicht zum ersten Mal. Wieso hat sich der US-Präsident dabei auf Autohersteller eingeschossen? Und was ist an den Vorwürfen dran?

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liberal.insanity 27.05.2017, 23:43
140. Vor Kurzen hat Scheuble

Schäuble selbst zugegeben, dass die deutschen Export-Überschüsse toxisch sind.
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-05/handel-exportueberschuss-wolfgang-schaeuble-finanzen-hoch-steuern
Dann wieder nicht, dann wieder doch, dann wieder nicht, dann wieder nicht, und dann wieder nicht.
Dass die deutschen Exportüberschüsse Gift für die Weltwirtschaft sind, ist keine Erfindung von Trump.
Paul krugman, Obama und viele Andere kritisieren das seit Jahren.
Der deutsche Egoismus war schon immer schlecht für das Gleichgewicht in Europa. Die Briten waren stets bemüht ein Gleichgewicht in Europa zu schaffen. Deshalb sind sie jetzt auch aus der EU ausgetreten. Die Deutschen wissen ja, dass ihre Politik das Verderben in Europa anrichtet. Nur gibt es eine Geschwafel für das gemeine Volk und die Realitätsreden hinter geschlossenen Türen.
Ich frage mich ernsthaft, wer einen Pfifferling auf die Propaganda der Mainstream Medien gibt.
Solange Trump keinen Wirtschaftskrieg auslöst, wird nichts geschehen. Es sind lange genug um den heißen Brei geredet worden.

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tomo1 27.05.2017, 23:45
141. Fakten, die ein "The truth about..." Artikel eigentlich haette bringen muessen

2016 haben deutsche Automobilhersteller in den USA ca. 1,33 Mio Autos verkauft. In ihren US Werken haben sie im selben Jahr ca. 850.000 Autos hergestellt. Aus Spezialisierungs- und Effizienzgruenden wurde ein Teil davon expotiert und entsprechend mehr importiert. Aber es sind netto keineswegs Millionen Autos, die deutsche Hersteller in die USA einfuehren.
Darueber hinaus waechst die Produktion deutscher Hersteller in den USA wesentlich schneller als der Absatz, weswegen sich die Luecke weiter schliesst.

Schlussendlich ist die bilaterale Handelsbilanz sowiso nicht aussagekraeftig. Wenn z.B. in einer 3-Laender Welt die USA eine Handelsdefizit mit Deutschland haben (Autos), Deutschland ein Defizit mit Saudi-Arabien (Oel) und Saudi-Arabien eines mit den USA (Waffen), kann das durchaus fuer jeden der Drei ein Gleichgewicht sein.

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willi45 27.05.2017, 23:52
142. Völlig richtig!

Zitat von aspi01
Die Handelsbilanz-Rechnung basiert auf total veralteten Statistik-Methoden. Der größte Teil der Silikon-Valey-Umsätze fliessen da gar nicht ein. Wenn Microsoft irgendwo auf der Welt Windows oder Office verkauft, taucht das in der Statistik gar nicht auf. Software oder Lizenzen werden nicht "exportiert". Als Export zählt nur die "körperliche "Ausfuhr, also auf Datenträger aus den usa ins Ausland schicken. Ist lange her, dass das so gemacht wurde. Umsätze in Größenordnung von mehreren 100 Milliarden pro Jahr, die die großen amerikanischen Software-Konzerne in der ganzen Welt machen, werden offshore verbucht und die gigantischen Gewinne daraus irgendwo ausserhalb usa geparkt, geschätzt zur Zeit 2 Billionen usd!! Aber sie stehen amerikanischen Unternehmen bzw. überwiegend amerikanischen Besitzern zu. Mann, SPON, lasst euch das mal von renomierten Volkswirten erklären! Wenn man die Statistik modernisieren würde, würde das angebliche Handelsbilanzdefizit im Nirwana verschwinden!
Danke für den Beitrag. Die ganze Debatte ist eine "Schein-Deatte".
Das einzig Wichtige dabei ist die unverschämte Dummheit von Trump und sein rüpelhaftes Benehmen.
Das kann sich rächen, wenn Japan und China, die Hauptgläubiger der USA, keine US-Staatsanleihen mehr kaufen bzw Ihre Billionen von Staatsanleihen mal einen Monat lang auf den Markt werfen.
Dann gibts aber Hektik!

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Rubyconacer 27.05.2017, 23:54
143. Opel

Jeder, der hier Opel fährt, fährt ein amerikanisches Auto (seit kurzem PSA). GM gehörte ebenfalls Saab. Ford wird ebenfalls sehr stark gefahren. Wem die Porsche- und Daimleraktien gehören, müsste man nachforschen. Jedenfalls steht es recht gut für die Amis hier.

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EyeBook 27.05.2017, 23:55
144. Deutschland exportiert zuviel - Trump ist trotzdem falsch

Ich find das Deutschland zuviel exportiert. Das geht zu lasten gerade der wirtschaftlich schwächeren Länder, wie Beispielsweise Griechenland.
Jedoch muss man auch sehen, dass dieses nicht nur Deutschland verschuldet ist sondern einer verfehlten internationalen Wirtschaftspolitik. Freihandelsabkommen werden von beiden Seiten verhandelt etc..
Außerdem ist Trumps "America first" auch nichts anders als der Versuch, wenn auch ein schlechter, Amerika zu einem Exportland zu machen. Er will also am grundlegenden Problem nichts ändern und ist damit auch nicht besser als "Deutschland".

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brille000 27.05.2017, 23:58
145. Mediales Glätten

Ach, versuchen nun die deutschen Medien die Aussagen dieses Mannes wieder zu glätten? Klar, soviel an Ungehobeltheit was der amerikanische Präsident seit seinem Amtsantritt leistet, wirft schon ein besonderes Licht auf dessen Figur und letztlich auch den Staat, den er verkörpert. Aber das sind doch unsere Freunde oder sollten es zumindest sein und da dürfen derartige Entgleisungen natürlich keinen negativen Effekt haben. Die Medien, der Spiegel eingeschlossen, werden 's schon richten.

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kuac 27.05.2017, 23:59
146.

Zitat von wynkendewild
Deutschland wird als Konkurrent gesehen und genau deshalb kritisiert. Das nennt sich Wettbewerb ;)
Merkel kritisiert ja auch nicht Apple, Microsoft, Amazon &Co.

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willi45 27.05.2017, 00:13
147. Trotzdem Quatsch!

Zitat von gigi76
Sie sie vielleicht wissen, gibt es die D-Mark nicht mehr. Ein Ausgleich der deutschen Handelsbilanzüberschüsse gegenüber den USA über eine im Idealfall free-float Währung ist also blockiert. Dadurch entstehen Zahlungsbilanzungleichgewichte = Wohlstandsabfluss. Hinzu kommt die durch "Währungsmanipulation" des Euro (Stichwort QE Programm) ein verzerrter Dollar/Eurokurse. In einer idealen Welt mit Freefloat D-Mark gegen Dollar, wären die Zinsen in Deutschland nicht nahe 0% sondern eher bei 3-4% und die D-Mark damit wesentlich höher bewertet als ein vergleichbarer Euro. Die deutschen Exportgüter wären dementsprechend auch teurer und einheimische Produzenten in den USA könnten mit vergleichbarer minderer Qualität aber mit besseren Preisen mithalten. Wenn sie die Handelsüberschüsse Deutschlands gegen die USA als auch gegen andere EU Länder anschauen, dann sehen sie diese ungesunde Entwicklung. Wie soll z.B. innerhalb der Eurozone ein Ausgleich erfolgen? Im Grunde steigen durch die ständig steigenden Exportleistung Deutschland die Ungleichgewichte. Auf Dauer ist das extrem gefährlich. Vielleicht lesen sie dazu nochmal ein paar Kapitel in Grundlagen der VWL.
Wo ist das "Abschöpfen" von Wohlstandsgewinnen?
Zu Ihren Bemerkungen zu freien Wechselkursen: das war einmal. Kurzzeitig nach dem Ende von Bretton-Woods. Über 40 Jahre her.
In welchem Semester VWL studieren Sie gerade?
Ihre Argumente kommen aus einer Welt der Modelle. "Es wäre so schön, wenn..."
Warum soll innerhalb des Euroraumes ein "Ausgleich" erfolgen? Erfolg innerhalb der USA ein "Ausleich" zwischen Kalifornien und Pennsylvania?
Was ist so toll an einer ausgeglichenen Handelsbilanz? Weil es so schön ins Modell einer Gleichgewichtsmodelltheorie passt?
Ausgeglichene HB gibts in der Realität sowieso bei keinem Staat Über mehrere Jahre, ist immer ein Zufall. Dafür gibts dann die anderen Bilanzen, die das ausgleichen, in Maaßen fair.

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Annabelle_ 27.05.2017, 00:20
148. Den Außenhandelsüberschuss zu beseitigen, gar die Binnenkonjunktur zu stärken,

würde die Parteien der Bourgeoisie Union/AfDP/SPD/Grüne vor Scherereien stellen, denn Wohlstand soll hier ja schließlich weiterhin hauptsächlich ererbt statt erarbeitet werden. Ja, schon ärgerlich.

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zudummzumzum 27.05.2017, 00:30
149. Kann man so nicht stehen lassen

Zitat von wynkendewild
Durch solche staatlich angeleiherten Konjunkturprogramme wird einer küsntlicher Bedarf erzeugt der so nicht existieren würde.
Die ganze Wirtschaft lebt davon, dass "künstlicher Bedarf" erzeugt wird - nennt sich Marketing und Werbung. Wenn wirklich nur noch produziert würde, was objektiv gebraucht wird, wären bei uns schon alle Lichter aus.

Ausgangspunkt meiner Betrachtungen ist das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz, das die Bundesregierung zum aktiven Handeln ZWINGT, wenn das außenwirtschaftliche Gleichgewicht verletzt ist. Das heutige Nichthandeln stellt einen klaren Gesetzesverstoß dar, der aus mir unbegreiflichen Gründen ungerügt bleibt.

Insofern haben Trump, Juncker, Macron, ... völlig Recht - Wir (!!!) müssen (!!!) etwas tun, um unsere Exportüberschüsse abzubauen. Oder auch: Unsere Regierung handelt vorsätzlich illegal, wenn sie es nicht tut.

Nein, eine Ankurbelung des privaten (!!!) Konsums erfordert keine größere zusätzliche staatliche Verwaltung. So, wie heute nur die Arbeitsleistung bei Handwerkerarbeiten steuerlich absetzbar ist, könnte man den Katalog auch auf BESTIMMTE Materialkosten erweitern.

Ja, damit sind auch gewisse Nebenwirkungen verbunden: Die Maßnahmen wären beschäftigungswirksam, so dass allmählich die Arbeitskräfte knapp werden, was dazu führen könnte, dass die Löhne steigen. Klar: das muss aus CDU-Sicht vermieden werden, weil man dort die Arbeitgebersicht ungefragt übernimmt - traditionell seit 65 Jahren.

Aber sehen wir es mal so: aus dem magischen Viereck ist ja auch der "hohe Beschäftigungsstand" seit Jahrzehnten nicht geschafft. Wo kämen wir hin, wenn hierzulande die Löhne steigen, der private Konsum steigt und der Exportüberschuss schrumpft? Können CDU und CSU das ernsthaft wollen?

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