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Kritik an Handelsüberschüssen: Was an Trumps Deutschland-Kritik dran ist
REUTERS

Mit harschen Worten kritisiert Donald Trump den deutschen Handelsüberschuss - nicht zum ersten Mal. Wieso hat sich der US-Präsident dabei auf Autohersteller eingeschossen? Und was ist an den Vorwürfen dran?

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willi45 27.05.2017, 00:32
150. In einem Punkt haben Sie recht.

Zitat von gigi76
Sie sie vielleicht wissen, gibt es die D-Mark nicht mehr. Ein Ausgleich der deutschen Handelsbilanzüberschüsse gegenüber den USA über eine im Idealfall free-float Währung ist also blockiert. Dadurch entstehen Zahlungsbilanzungleichgewichte = Wohlstandsabfluss. Hinzu kommt die durch "Währungsmanipulation" des Euro (Stichwort QE Programm) ein verzerrter Dollar/Eurokurse. In einer idealen Welt mit Freefloat D-Mark gegen Dollar, wären die Zinsen in Deutschland nicht nahe 0% sondern eher bei 3-4% und die D-Mark damit wesentlich höher bewertet als ein vergleichbarer Euro. Die deutschen Exportgüter wären dementsprechend auch teurer und einheimische Produzenten in den USA könnten mit vergleichbarer minderer Qualität aber mit besseren Preisen mithalten. Wenn sie die Handelsüberschüsse Deutschlands gegen die USA als auch gegen andere EU Länder anschauen, dann sehen sie diese ungesunde Entwicklung. Wie soll z.B. innerhalb der Eurozone ein Ausgleich erfolgen? Im Grunde steigen durch die ständig steigenden Exportleistung Deutschland die Ungleichgewichte. Auf Dauer ist das extrem gefährlich. Vielleicht lesen sie dazu nochmal ein paar Kapitel in Grundlagen der VWL.
Wenn die US-Bürger wertvolle dt. Produkte wegen des niedrigen Euro-Dollar Kurses (seit knapp 3 Jahren) zu niedrigen Preisen kaufen, haben sie als Konsumenten individuell einen Wohlstandsgewinn.
Aber, ich glaube, das haben Sie nicht gemeint. Sie meinen, wenn dt. Unternehmen zu niedrigen Preisen nach USA liefern, sind US-Hersteller einem starken Wettbewerber ausgesetzt. Der US-Markt ist jedoch so riesig und der Anteil dt. Produkte prozentual so gering, dass das falsch ist. Außer im Maschinenbau. Da haben dt. Unternehmen einen hohen Marktanteil.
Wenn Sie - vielleicht - sich erinnern, hatte Deutschland in den Jahrzehnten 1955 bis 1995 - also zu DM-Zeiten - mit und ohne Bretton-Woods - immer sehr hohe HB-Überschüsse mit den USA.
Trotz Lehrbuchannahmen gab es in den USA keine Anpassungsfähigkeit. Warum? Die US-Autoindustrie hatte es nicht nötig. Erst musste Crysler, dann GM pleite gehen, bis sich etwas änderte. Etwas. Nicht viel.

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g3cd 27.05.2017, 00:38
151. Einfach bessere Autos bauen

Warum würde ich eher einen Mercedes als einen Chevrolet kaufen? Weil das Händler- und Werkstätten-Netz von Chevrolet in Deutschland kacke ist und weil ein Mercedes das bessere Auto ist. Kapitalismus - der Lieblingsexport der Amerikaner - beruht auf Wettbewerb. Um daran teilzunehmen, muss man aber wettbewerbsFÄHIG sein. Das ist weder Chrysler, noch Chevrolet, noch die rundgelutschten, charakterlosen Ford ... die genau wie Opel in Deutschland produziert werden und damit sowieso die Handelsbilanz verzerren. Der US-Bestseller F150 ist weder für Parkplätze in Prenzlauer Berg noch für enge Gassen in Genua geeignet. Somit bleiben für US-Marken nur Nischen, wie Jeep und Tesla. Damit kann man keine Handelsbilanz ausgleichen. Also, liebe Amis: baut bessere Autos! Und seid weniger großkotzig und versucht nicht, Konzepte wie Walmart 1:1 nach Europa zu exportieren, nur um dann grandios und tief in den roten Zahlen zu scheitern.

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Bananenschale 27.05.2017, 00:40
152. Handelsbilanzdefizit und Wettbewerbsfähigkeit

Die großen US-amerikanischen Unternehmen maximieren die Provite ihrer Eigentümer ( i.d.R. Fonds ). Dabei wurden und werden Produktionsstandorte nach Außerhalb verlagert. Gleichzeitig werden Unternhemen, die sich schlecht wehren können, gerne feindlich übernommen und zerschlagen. Deren Patente gehen dann irgendwohin. Im Kern hat diese Marotte der ständigen Umstrukturierung der Unternhemen zum Zwecke von Gewinn-Mitnahmen der Industrie schwer geschadet. Genau darum hat man sich nicht oder ungenügend um wettbewerbsfähige Produkte, die große Stückzahlen haben, gekümmert bzw. kümmern können. Dies, weil solche Investitionen in ein Risiko bedeuten und zugleich aktuelle Provite schmälern. Soziale Ungleichheit, innerer Unfriede, Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen und schlechte Infrastruktur tun ein Übriges. Man möchte einen schlanken Staat. Und der inverstiert aber nicht wirklich, sondern flickt nur das Notwendigste und schikaniert Wehrlose ( Innen wie außen. ).

Wollte man wirklich was verändern, müßte in den USA das Wirtschafts- und Unternehmensrecht geändert werden. Der Finanzmarkt muß reguliert werden. Der Immobilienmarkt auch.

Dtl. schadet sich mit seinem Niedriglohn-Gehampel langfristig selbst ( Übrijens een amerikanischet Jeschoss, nicht wahr! ). Wenn Niedriglohn oder die Drohung damit das bestimmende Element des Arbeitsmarktes sind ( SPD, Schröder ), geht keiner in ein Risiko. Diese zunehmende Risiko-Feindschaft aufgrund geforderter und geübter arbeitnehmerischer Demut der Bevölkerung zerschlägt jede Befähigung zur Innovation. Siehe eben die USA. ...

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Bananenschale 27.05.2017, 00:44
153. Nein, ...

Zitat von keinputintroll
Im Zuge der voranschreitenden Elektromobilität, die deutsche Automobilhersteller komplett verschlafen haben, wird sich der Exportüberschuss ganz schnell in (saubere) Luft auflösen. Tesla lässt grüßen. Also, lieber Herr Trump, sie haben die zukunftsträchtige Technologie bereits im eigenen Land . Machen Sie sich keine Sorgen.
... da ist China vor! In 20 Jahren dürften chinesische Hersteller führend im Automobilsektor sein. U.a. wegen der Elektromobilität. Tesla wird den Weg des Vergänglichen nehmen wie Solarworld.

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shooop 27.05.2017, 00:48
154. Typisch Kapitalisten...

Solange das Rad für die eigene Seite dreht, alles ohne Rücksicht auf Verluste anderer mitnehmen...aber sobald das Rad in die andere Richtung schwingt, rumheulen und auf einmal "Regeln" verlangen!

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Bananenschale 27.05.2017, 00:49
155. Steuersenkungs-Schwachfug

Zitat von maynard_k.
... Das kann man selbstverständlich machen ...
Das sollte man nicht ohne Weiteres machen. Die Steuerprogression zu korrigieren ist gut und richtig. Aber Steuergeschenke an die breite Bevölkerung werden von den Wohnungs-Vermietern und in Form von Abgaben an Haste-nicht-gesehen abgegrabscht. Mir wäre es lieber, daß Geld würde zur Hälfte investiert und zur anderen Hälfte zur Reduzierung der Schulden der öffentlichen Hand herangezogen.

Was sind Investitionen? Kitas z.B. Was ist Konsumtion? Eine Umgehungsstraße z.B., abseits derer neue Siedliungen entstehen.

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Onsom2000 27.05.2017, 01:04
156. Bessere Erläuterungen!

Exportüberschüsse sind kein Zeichen ökonomischer Stärke, sondern weisen auf eine unterbewertete Währung hin. Dies kann temporär eine sinnvolle wenn auch agressive Wirtschafspolitik darstellen, da mit uneren Exportüberschüssen auch Arbeitslosigket exportiert wird. Langfiristg ist es jedoch keine schlaue Politik, da wir massiv Forderungen von zweifelhafter Qualität aufbauen (z.B. Target II- Salden).
Irgendwann knallts wieder und wir haben gute Ware gegen faule Kredite geliefert. Die Gewinne bleiben freilich privatisiert (und fließen ins Ausland), für die Verluste haftet der Steuerzahler (Target II- Salden -> EZB).

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Joao aus Brasilien 27.05.2017, 01:07
157. Typisch dumme Deutsche

Sich selber abarbeiten und seit der EU gibts weniger und weniger vom Lohn. Und das muss so vieles was schon zu Armutspreisen produziert wurde wieder abgeschrieben werden. Bei einem Grossteil der Bevoelkerung kommt hier nicht an. Die Iren sind jetzt schon reicher als die Deutscher. Aber dann wird immer verkuendet "Wir sind Exportweltmeister" als haette man gerade die WM gewonnen. Die Ausbeutung und super niedrigen Loehne spielen dabei aber eine grosse Rolle. In den USA ist das Einkommen naemlich hoeher.

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Bananenschale 27.05.2017, 01:15
158. Sie nicht, ...

Zitat von Outdated
Die knapp 200 Mrd Exportüberschuss die wir derzeit haben (korrigieren sie mich wenn ich die Zahl falsch im Kopf habe) In der normalen Deutschen Wirtschaft kommen die nämlich nicht an sonst würden in der Folge ganz schnell die importe steigen. Ich vermute mal sie fließen als Kredite/ Investitionen gleich wieder zurück ins Aussland. Was letztlich bedeutet wir Deutschen werden für etws gescholten von dem wir in der Praxis garnichts haben.
... aber einige fein angezogene Leute in der Welt. Die sitzen mitunter in Miami und schlürfen Barkadi und Rum.

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Bananenschale 27.05.2017, 01:16
159. Trump

Zitat von okav
die für die Handelsüberschüsse sorgen? Die 30 größten Firmen in Deutschland gehören mehrheitlich Ausländischen Investoren. Da sind sicherlich auch etliche Angloamerikanische Fonds dabei, die mächtig profitieren.
Und genau deswegen ist Rumps Gepoltere heiße Luft. Oder will er sich mit denen anlegen?

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