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Kritik an Handelsüberschüssen: Was an Trumps Deutschland-Kritik dran ist
REUTERS

Mit harschen Worten kritisiert Donald Trump den deutschen Handelsüberschuss - nicht zum ersten Mal. Wieso hat sich der US-Präsident dabei auf Autohersteller eingeschossen? Und was ist an den Vorwürfen dran?

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Sperling1977 26.05.2017, 19:02
60. Keine amerikanischen Autos in D? Ford? Opel?

Wo Trump sich beschwert, man sehe keine amerikanischen Autos in Deutschland, wieso erklärt ihm denn niemanden dass Ford und Opel amerikanische Firmen sind, die in Deutschland zusammen mehr als 15% Marktanteil (Neuzulassungen) haben. Bei einer schnellen Internetrecherche bin ich für den Anteil europäischer Fahrzeuge auf dem amerikanischen Markt auf 9% gestoßen...

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Matttthias 26.05.2017, 19:02
61. Pech

Der Exportüberschuss kommt durch den manipulierten Eurokurs.
2008 noch 1.60. Jetzt 1.10. 45 % Verbilligung. Deutsche Produkte sind ausserhalb des Euroraums spottbillig.
Seit die EZB die Eurozinsen drückt ist der Eurokurs abgestürzt. Innerhalb der Zone 15 Mrd Überschuss. Ausserhalb der Zone 250 Mrd. Ohne Zinsmanipulation ist Italien in wenigen Tagen am Ende.
130% Staatsschulden. Auch Portugal stünde In Flammen. Manipulation hat eben kurze Beine.
Trump kann den Kursverfall durch 20-40% Zoll auf D-Produkte ausgleichen.

Deutschland hat 4 Optionen
1) Eurozone verlassen
2) EZB zwingen die Zinsmanipulation einzustellen (dann knallt es im Süden).
3) Trumps Zölle akzeptieren
4) Eigene Zölle erfinden. Exportzölle für Exporte in die USA.

Ich finde die Exportzölle am attraktivsten. VW wird nicht glücklich sein. Aber Deutschland hat Steuereinnahmen und kann damit intern Steuern senken. Besser wir kassieren die Zölle als die Amerikaner. Und .. mit den üppigen Exportzöllen kann man auch Brücken bauen und die Schultoiletten vergolden.

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loneacit 26.05.2017, 19:03
62. Kritik

Zu den Steuersenkungsideen: nun, wenn ich mehr Geld in de Täsch hab, dann muss ich dass doch nicht für Waren aus dem Auslang ausgeben. Dank der Wettbewerbsfreiheit und der Freiheit des Marktes kann ich mir doch aussuchen, wofür ich mein Geld ausgebe. Und das in erster Linie für Sachen die ich brauche, und dort wird dann danach entschieden: passt es zum Bedürfnis, wie ist die Qualität etc. Also kaufe ich das Produkt, das am besten passt, egal ab deutsch, japansich, amerikanisch oder aus Simbabwe.
Und zu der Qualität bei Autos: schonmal nen Auto Made in USA gesehen? Lackieren können die einfach nicht, da bilden sich fast immer tolle Nasen. Und wirklich gut verschiffen tun die sie auch nicht. Fast jedes mal muss das Auto, wenns ausm Container kommt nachlackiert werden weils Kratzer oder ganz schlimme Nasen hat.
Das Argument: WIR hätten niedrige Preise wegen NIEDRIGLÖHNEN ist totaler Müll. Du kannst in DE einen tollen Ford Mustang dir für 35-40t€ kaufen und importieren, und Motorleistung, Fahrwerk ist genauso gut wie bei einem vglb. M/VW/BMW/AUDI etc. Nur, der BMW/AUDI/VW/M kostet dich mehr, wenn du die gleiche Ausstattung haben willst wie der Mustang (gut, dafür ist die Verabeitung dann aber auch wirklich besser und es wirkt nicht billig mit viel Plastik)

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friederhansen 26.05.2017, 19:04
63. Importe von US Software und IT zählt nicht mit!

Ich weiß gar nicht, warum nicht die Milliardenexporte von US Software und IT wie Microsoft, Google, Facebook, Amazon aber auch Apple oder Intel und vielen anderen IT Produkten mitzählen, nur weil diese über Luxemburg, Irland oder sonstige Drittländer in die EU kommen und somit nicht in dem Statistiktopf US-DE drin sind. Ich denke, das sollte die Presse mal genau unter die Lupe nehmen, ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das Bild dann komplett anders aussieht.

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jam_butter_problem 26.05.2017, 19:07
64. Die Kapitalbilanz nicht die Handelsbilanz ist das Problem

Der Autor hat schon recht mit seinem Artikel aber einen Grundlegenden Faktor verkennt er: Der Handelsbilanzüberschuss geht mit einem Kapitalbilanzdefizit einher, da die Zahlungsbilanz per Definition ausgeglichen sein muss und Devisenbilanz und Ausgleichsposten eine untergeortnete Rolle spielen; der letzte Nebensatz kann übrigens für Freunde der Verschwörungstheorie "Währungskrieg" ruhig mal betont werden! Deutschland ist einer der größten Nettokapitalexporteure, also "Investoren", der Welt. Derweil bleibt das Investitionsniveau in Deutschland besorgniserregend niedrig (es gibt da die Redewendung vom Land der Erfinder, dass keine Investoren findet). Das hat teilweise mit Deutschlands Demografie zu tun (als einer der ältesten Gesellschaften der Welt), die natürlich eine überdurchschnittlich hohe Sparquote mit sich bringt. Es hat aber auch mit einem Mangel an Investitionen zu tun (öffentlich sowie privat). Im privaten Sektor gibt könnte man Faktoren wie relativ unterentwickelte Kapitalmärkte und nach wie vor anhaltende Probleme im Bankensektor anbringen (man denke an die Rolle der Deutschen Bank, der Landesbanken oder der Unicredit (die etwa zur Hälfte deutsch ist)). Wesentlich sind aber auch öffentliche Investitionen. Es gibt in Deutschland einen öffentlichen Investitionsstau -- von Infrastruktur bis Bildung. Da muss das Finanzministerium schon mal erklären wie sinnvoll denn Haushaltsüberschüsse als scheinbar einziges Finanzpolitisches Ziel sind!

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_gimli_ 26.05.2017, 19:08
65.

Zitat von Sandlöscher
die Jobs von Apple & Co. zurück in die USA? Antwort gar nicht. Das werden ihm die Apple-Bosse und die Chinesen schon erklärt haben. Der Gläubiger erklärt nun einmal dem Schuldner, wie es läuft und nicht umgekehrt.
http://www.chip.de/video/Trump-will-iPhone-Produktion-zurueck-in-die-USA-holen-Video_103757305.html

Ich kenne mich in der Branche ein wenig aus. Nicht nur im Management von Apple ist man mehr als nur etwas beunruhigt, weil man Druck seitens Trump befürchtet, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Konzerne.

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Outdated 26.05.2017, 19:10
66. Was passiert eigentlich mit dem ganzen Geld?

Die knapp 200 Mrd Exportüberschuss die wir derzeit haben (korrigieren sie mich wenn ich die Zahl falsch im Kopf habe)

In der normalen Deutschen Wirtschaft kommen die nämlich nicht an sonst würden in der Folge ganz schnell die importe steigen.
Ich vermute mal sie fließen als Kredite/ Investitionen gleich wieder zurück ins Aussland. Was letztlich bedeutet wir Deutschen werden für etws gescholten von dem wir in der Praxis garnichts haben.

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Das Pferd 26.05.2017, 19:11
67.

Zitat von marcus.sanchez
Politik und Medien sind so unkreativ... Ja, bei industriellen Produkten gibt es ein Defizit, aber ein Teil sind Investitionen, die die dt. Industrie in US vornimmt, da diese defizitvergrößernd wirken. Noch viel wichtiger: Online (Google, Facebook, WhatsApp, Amazon usw.) sowie beim bargeldlosen Zahlungsverkehr (sämtliche Kreditkarten sowie Paypal) haben die USA oft mehr als 95% Marktanteil. Bei Kinofilmen u. a. sind es über 50%... Das muss man miteinander vergleichen, auch bzgl. der Erwägung von Gegenmaßnahmen (Zölle, Gebühren, Einschränkungen, Abkommen, Subventionen usw.).
tja, nur Dienstleistungen werden halt vor Ort erbracht. Es ensteht also nicht im Umkehrschluss eine Zahlung von Europa in die USA, sondern an eine lokale Niederlassung. Die transferiert irgendwann den Gewinn (oder auch nicht, wegen Eigentümlichkeiten des amerikanischen Steuersystems) in die USA, aber nicht die vereinnahmten Umsätze.

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Das Pferd 26.05.2017, 19:15
68.

Zitat von Sperling1977
Wo Trump sich beschwert, man sehe keine amerikanischen Autos in Deutschland, wieso erklärt ihm denn niemanden dass Ford und Opel amerikanische Firmen sind, die in Deutschland zusammen mehr als 15% Marktanteil (Neuzulassungen) haben. Bei einer schnellen Internetrecherche bin ich für den Anteil europäischer Fahrzeuge auf dem amerikanischen Markt auf 9% gestoßen...
Denken Sie kurz wie Trump:

Ein Mercedes? Ist ein deutsches Auto. Ein Opel oder Vauxhall? Ist natürlich europäisch, sind ja europäische Marken. Daß (bis vor Kurzem) der Laden GM gehörte, ist dem nicht klar.

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hansaeuropa 26.05.2017, 19:16
69. Handel muss immer ausgeglichen sein!

auch wenn manch Deutscher es nicht wahrhaben will, so muss dieser Leitsatz im internationalen Handel immer gelten. Deutschland ist aktuell deutlich zu billig und daher wären Strafzölle absolut gerechtfertigt. Besser wären deutliche Lohnerhöhungen, um auch die Importe anzukurbeln. Wenn diese tollen deutschen Produkte so beliebt sind, müssen sie notfalls im Konsumentenland produziert wer den.

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