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Kritik an Wahlprogramm: Steuerkonzept der Grünen trifft Mittelschicht
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Das Steuerkonzept der Grünen sorgt für Diskussionen: Der Handwerksverband bezeichnet es als Wachstumsbremse, der Steuerzahlerbund hält das Konzept gar für verfassungswidrig. Steuererhöhungen drohen außerdem nicht nur den Reichen, sondern bereits der Mittelschicht.

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wahlvieh12027719 29.04.2013, 10:34
290. Familienlebensplanung zerstört

Wir sind eine fünfköpfige Familie mit 8000 Euro Bruttoeinkommen. Wir leben in einer Großstadt und haben gerade einen Kreditvertrag unterschrieben, um uns aus einer sehr prekären Mietwohnung in ein kleines Einfamilienhaus zu retten. Dafür haben wir viele Jahre hart gearbeitet und dazu noch Geld von unseren Eltern bekommen. Wenn wir pro Monat 500 Euro mehr Steuern zahlen müssen, können wir das Haus kaum mehr abbezahlen.

Nach dem Willen der Grünen sind wir nach der Wahl finanziell ruiniert. Sie zerstören auf einen Schlag unsere Lebensplanung.

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bakunicus 29.04.2013, 10:34
291. Aufwachen liebe Leute

Zitat von sysop
Das Steuerkonzept der Grünen sorgt für Diskussionen: Der Handwerksverband bezeichnet es als Wachstumsbremse, der Steuerzahlerbund hält das Konzept gar für verfassungswidrig. Steuererhöhungen drohen außerdem nicht nur den Reichen, sondern bereits der Mittelschicht.
natürlich wird die offene ansage von rot-grün die steuersätze für gutverdienende anzuheben nicht unbedingt dazu beitragen dass sie die wahlen gewinnen.
und natürlich ist das für schwarz-gelb eine nette steilvorlage.

aber wer immer auch 2013 die wahl gewinnt, der wird 2016 und im wahljahr 2017 mit der dann voll greifenden schuldenbremse den bundeshaushalt gestalten müßen.
und glaubt hier irgendjemand dass sich schwarz-gelb oder eine große koalition den politischen gestaltungsraum nehmen lässt ?
dass dann solche offenen klientelbestechungen wie das betreuungsgeld von der agenda verschwinden ?

natürlich nicht.
auch schwarz-gelb wird dann die steuern erhöhen, z.b. die mehrwertssteuer um weiterhin wahlgeschenke verteilen zu können.
um weiterhin einen (dann anderen) ramsauer zur feierlichen eröffnung eines neuen autobahn-abschnitts schicken zu können.

der einzige unterschied ist dass rot-grün schon jetzt offen sagt was da auf den bürger zukommt.
aber dass ab 2016 die steuerlast wegen der nun in der verfassung verankerten schuldenbremse deutlich steigen wird, egal wer da regiert, das ist so sicher wie das amen in der kirche.

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hansi99 29.04.2013, 10:34
292. Da fällt mir nichts mehr ein!

Wir haben einerseits ein so großes Steueraufkommen wie nie zuvor und die GrünRoten wollen noch mehr herauspressen. Wozu?
Um damit die Finanzsysteme der EU zu stopfen?
Das wird nie gelingen, da alles Geld der Welt nicht genug ist, um die bereits bekannten und die logischerweise dem Michel bisher verschwiegenen noch unbekannten Billionen aufzubringen.
Belastun g der Reichen, der Millionäre? Da sieht man wieder, wie unbeliebt die Mathematik ber den GrünRoten ist. Das Produkt setzt sich aus Menge und Zusatzsteuer zusammen. Der Faktor der Zusatzsteuer ist doch eher überschaubar, der Faktor der Menge jedoch nicht; also müssen nur möglichst viele herangezogen werden. Gern wird man dann auch auf die Facharbeiter zurückgreifen, gell. Und denen, die dem hier so vehement zustimmen sei gesagt, dass sie davon selbst nichts haben und denen, die nahezu keine Steuer zahlen sei gesagt, dass der Mittelstand dringend auf eine ausreichende Kapitalisierung angewiesen ist, nicht um Betriebsfeste mit Freibier zu bezahlen, sondern, um mit den Herausforderungen des globalisierten Marktes mithalten zu können.
Kann man aber Einsicht in diese Zusammenhänge erwarten?

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f.siemer 29.04.2013, 10:36
293.

Zitat von cato-der-ältere
Was Schlimmes ahnen lässt ist der Furor "Steuererhöhung!", mit dem auf allen Kanälen geheult und getobt wird, nur weil Gutverdiener ab Haushalteinkommen von 6000.- Eu etwas mehr zahlen müssen. Man meint hier werden ganze Schichten ins Elend gestürzt und die Wirtschaft abgewürgt. Obwohl gelegentlich eingestanden wird dass die darunter sogar leicht entlastet werden.Diese kleinliche Klammern am Besitzstand ist so was von erbärmlich und kleinlich. Die Schere zwischen arm und reich ein kleines Stückchen schließen, Schulden schneller abbauen, in Zukunft investieren, - all das gibt es halt nicht zum Nulltarif. Wer nicht bereit ist einen kleinen Beitrag zu leisten kann einem Leid tun. Für richtig Reiche spielt, wissenschaftlich nachgewiesen, gar keine Rolle für ihr Lebensglück ob sie nun 2,8 oder 2,6 Millionen in Fonds stecken haben. Aber die heulen am lautesten. Dabei war früher die "Belastung" schon mal viel höher. Man hatt den Eindruck dass der materielle Besitz mittlerweile religiösen Charakter angenommen hat und mit existenziellem Glück gleich gesetzt wird. In Ermangelung andere Werte. Anders ist diese Empörung, geradezu Panik nicht zu erklären. "Steuererhöhung" hat mittlerweile den gleichen Klang angenommen wie früher "Ketzerei".
Ja ja.. 6000 € Haushaltsbruttoeinkommen.. das ist natürlich total reich.. das meinen auch nur Leute wie sie.. die noch nie richtig Abgaben gezahlt haben.. bei 6000 € bleiben nach Steuern und Sozialabgaben dann 3000 € übrig.. und dann zahlen sie noch den Höchstsatz beim Kindergarten (600 €) wohnen in der Stadt (z.b. HH) mit 1300 € Miete für die 90 m² Wohnung.. ja.. da überlegt man wirklich wie man das viele Geld ausgeben soll..

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frox 29.04.2013, 10:37
294. Wer ist die obere Mittelschicht?

Die Grünen sind nicht mehr auf dem neuesten Stand, wenn sie Einkommen über 5151 höher besteuern wollen. Wer trägt laut Umfragen die größte Steuerlast? Die Mittelschicht. Wer zahlt kaum Steuern? Die Reichen. Das ist hinlänglich bekannt und wird durch Herrn Wüllenweber im Buch "Die Asozialen" gut begründet. Sind die Grünen eine Partei der Reichen oder einfach nur realitätsfern? Bundespolitisch wählbar sind sie so für mich, der nach deren Definition zur oberen Mittelschicht zählt, sicher nicht!

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krauseneu 29.04.2013, 10:37
295. Werden Reiche an die Herkunft ihres unverdienten Reichtums erinnert, wird geheult

Zitat von cirkular
mal nach der Wahl, wie Ihnen die Tigerenten die Butter vom Brot nehmen. MwSt.-Erhöhung auf 27% für Alles, inkl. Abschaffung des reduzierten Satzes von 7%. Das wird alternativlos sein und Lebensmittel um 30-35% teuerer machen.
Ja, teurer wird alles werden, dank der faktischen Schuldenunion und der Gelddruckerei der EZB (Entartung der Funktion). Aber bisher haben auch die Grünen und die SPD alles abgenickt. Die Gründe dafür werden schon noch ans Licht kommen.

Die bisherige Verschonung von hohen Vermögen wird von der Mehrheit der Bevölkerung jedenfalls zu Recht als ungerecht empfunden.

Wenn man mit 80.000,00 Euro Jahres- Einkommen nicht zu den Gutverdienenden zählt, dann sind die für 2012 unwahren, aber behaupteten 28.950,00 durchschnittlichen Jahreseinkommen pro männl. Einkommen (+ ca. 17-19 % bei Männern, abzügl. 22 % bei Fraueneinkommen ) ein Einkommen, bei dem man darben muss. Erinnern sich noch einige daran, dass unter einer CDU-Regierung der Spitzensteuersatz weit über 50% % (53 % ) lag? Soll das etwa alles verfassungswidrig gewesen sein?

Bis die SPD mit Schröder den Gier-Neoliberalen der CDU die Drecksarbeit abnahm und viele Steuern für Gutverdienende sehr senkte oder abschaffte.

Noch vor ca. 40 Jahren konnte sich jeder angestellte fleißige Handwerker ein Häuschen auf Kredit kaufen und abbezahlen. Das ist seit der Euro-Einführung unmöglich geworden, weil fast alle Arbeits- und Lebensverhältnisse prekärer geworden sind. Bisher hat ausschließlich die Oberschicht vom Euro profitiert.

Endlich einigen sich 2 Parteien (Grüne und die SPD) darauf, dies zu ändern, geht ein Geheul bei den bisher Privilegierten los. Kein Argument ist zu platt, um die Raffsucht zu kaschieren (z. B. das Argument der Prüfkosten (!)– hat sich schon einmal ein Schreier darum gekümmert, wie hoch sich die Finanzamtskosten für die Prüfung der üblichen Einkommensteuererklärungen von Krethi belaufen?

Von den Grünen ist eher abzunehmen, dass sie die niedrigeren Einkommen steuerlich mehr tatsächlich entlasten wollen als die SPD, die z. B. in der Hauptsache in Gestalt von SPD-Abteilungsleitern und -Referatsleitern der öffentl. Verwaltungen vom Ehegattensplitting profitieren. Die weibl. Ehegesponste arbeiten dann meistens als Halbtagskräfte , als Sekretärinnen oder Sprechstundenhilfen o. dergleichen, so dass der „Haupt- und Gutverdiener“ noch bedient werden kann. D. h. vom Ehegattensplitting profitieren hauptsächlich die treuesten Beitragszahler der SPD, sodass sich die SPD verständlicherweise ziert, das Ehegattensplitting zu reduzieren.

Der Vorwurf der verfassungsmäßig nicht erlaubten Rückwirkung mag zutreffen, doch für Neufälle (ab Bekanntwerden der Pläne) trifft das nicht zu.

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doc_x 29.04.2013, 10:37
296. Nicht nur auf die Steuern schauen!

Vergesst mal einen Augenblick die Steuern!

Schaut auch mal auf die Vorstellungen zur Sozialpolitik, insbesondere zur Finanzierung der Sozialversicherungen.
Da stehen dann so nette Dinge wie Erhöhung der Bemessungsgrenze für Krankenkasse / Pflege auf Niveau der Rente (im ersten Schritt), Umgestaltung der beitragsfreien Mitversicherung, Verbreiterung der "Bemessungsgrundlagen", Einbeziehung aller in die "Bürgerversicherung" inklusive "Zwangsrente" etc.

Da wird es echt lustig, das kostet dann gerade den Mittelstand richtig, richtig Geld. Viel mehr als die Steuerpläne. Für viele gerade kleinere Selbständige wäre es der Untergang oder zumindest der Freifahrtschein in ein modernes Sklavendasein - mit den Sozialversicherungsträgern als Haupttreiber.

Von den Kosten der seitens der GRÜNEN sicher noch weiter aufgeblasenen Energiewende und sonstigen Öko-Vorstellungen gar nicht zu reden.

Fazit: Alles nicht durchdacht, insbesondere in seiner additiven Wirkung.
Die Steuern dürften nicht mal der größte Brocken sein, also Vorsicht.

Es geht nicht mehr vorwärts, also leben wir von der Substanz. Wir verbrennen die Möbel, um die Stube zu heizen.
Europa - die Dritte Welt von übermorgen. Wohl leider immer wahrscheinlicher, ziemlich egal, wer regiert. Aber keine Sorge, das geht schon noch etliche Jahre, mit den GRÜNEN halt etwas schneller. Es gibt ja noch reichlich "Brennholz" ...

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rudolfbayer 29.04.2013, 10:37
297. Aufgewacht!

Zitat von LorenzSTR
Ja, endlich ein Linksrutsch nach Jahrzehnten der neoliberalen Propaganda und der Umverteilung von Unten nach Oben. In der Absahnerkaste (nicht bei "vielen Bürgern") fängt natürlich das große Zittern an, wenn man der Gattin anstatt fünf Pelzmänteln im Jahr nur noch vier schenken kann. Mir kommen die Tränen.
Na, da wird sich ja die bisher grün-wählende Arztgattin aus der Stuttgarter Halbhöhenlage hoffentlich mal zum rechnen hinsetzen. Und das wars dann mit der Modefarbe grün.
Ich beobachte mit zunehmendem Unbehagen, wie sich fast alle Parteien in der Suche nach Wählerstimmen zur Mehrheit begeben - und diese Mehrheit ist seit einigen Jahren die Schar der Leistungsempfänger. Ob das gutgeht?

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stinkfisch1000 29.04.2013, 10:37
298. Habe bisher Grün gewählt

und weiss jetzt, dass ich das nicht mehr tun werde. Meine Frau und, wenn man dem Gesagten Gauben schenkt, ein Gutteil unseres Freundeskreises auch nicht mehr. Angela Merkel darf sich über neue Wähler freuen. Diese absurde Neiddebatte führt dazu, dass jeder der nicht Hartz4 kriegt - reich ist... Der staat nimmt soviel Geld ein wie noch nie in seiner Geschichte und zahlt sowenig Zinsen wie noch nie auf seine Schulden. wenns jetzt nicht reicht, reichts nimmermehr, da sollte man vielleicht mal drüber nachdenken, weniger Geld für soziale Wohltaten als Wahlgeschenke unters Volk zu werfen.

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bkachler 29.04.2013, 10:38
299. Worum geht es eigentlich?

Die momentanen Steuereinnahmen des Staates sind ja anscheinend fast so hoch wie noch nie. Wozu also Steuern erhoehen? Ich vermute, es geht weniger darum dass ein Notstand besteht, mehr Geld kann der Staat ja immer gut brauchen und man kann immer etwas finden, wofuer man die extra Einnahmen verwenden koennte, praktischerweise reduziert das dann auch gleich das Problem zu sparen und Misstaende von Geldverschwendung abzubauen.

Nein, ich denke dieses Wahlprogram will nur eins: aus dem Neidfaktor eines grossen Teils der Bevoelkerung Kapital zu schlagen. Statt positiver, konstruktiver Ideen beschraenkt sich das Wahlprogramm rein aufs Negative, auf Bestrafung "zu gut" Verdienender, Steuerhinterzieher, Bayernfilz, Merkelkritik. Etwas anderes scheint den Oppositionspolitikern kaum einzufallen. Es waere zB schoen, stattdessen konstruktive realisierbare Vorschlaege zur Bekaempfung der Eurokrise zu hoeren -- aber nein, stattdessen wird das Negativthema Hoeness & Co ausgeschlachtet. Aus Gabriels Mund hoert man vor allem, was Merkel alles falsch macht, bzw wenn sie nichts falsch macht, dann wird vorgeworfen, nichts zu tun.

Nein, das ist ein armseliger Haufen ohne richtige Ideen, mit rein negativ gepolter Denkweise kann man ein Land nicht fuehren. Die einzig sinnvolle Rolle ist in der Opposition zu bleiben.

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