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Kryptogeld: Warum der Bitcoin-Hype Vorbote eines großen Crashs sein könnte
REUTERS

Unser Geldsystem ist aus den Fugen geraten. Die Notenbanken verpassen den Ausstieg aus ihrer Niedrigzinspolitik, an den Märkten blähen sich Spekulationsblasen auf. Die absurdeste zeigt sich im Bitcoin-Boom.

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kraus.roland 10.12.2017, 10:31
50. Der Kapitalismus sitzt..

..in der selbstgeschaffenen Kannibalenfalle und frisst sich selber.
Wer bewährte Mitarbeiter entlässt, weil damit kurzfristig die Bilanz zu frisieren ist, der wird mehr oder weniger zum Aussteiger aus einer Ökonomie, die nur dann gerecht ist und auf Dauer erfolgreich, wenn sie Alle einschliesst. "Marktgerechte Demokratie" ist ein Widerspruch in sich und die Mutter aller Perversion! Ebenda sind wir angekommen und leider viel zu wenige reiben sich die Augen um - vielleicht! - zu erkennen, dass noch eine GROKO wirklich nicht mehr geht!

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hm2013_3 10.12.2017, 10:32
51. es ist total egal, wieviel Euro ein Bitcoin kostet

es kann ein Euro kosten oder eine Million Euro. Hauptsache ist der Unterschied zwischen dem Ein- und Verkaufspreis. Daraus folgt, Bitcoin ist kein Geld, sondern ein Spekulationsobjekt. Das betrifft auch alle sonstigen Kryptowährungen. Was Geld ist, wird in "Zeitgeist" sehr gut beschrieben.

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hanfiey 10.12.2017, 10:32
52.

Zitat von so-long
Man sollte nicht vergessen, daß Vermögen selten einem Lottogewinn entstammen, sondern durchaus hart erarbeitet wurde. Die wenigsten wurden über Nacht reich. Daß dort, wo nichts ist, auch sich nichts vermehren kann, ist eine Binsenweisheit. Vielleicht ein Anreiz, sich `mal ins Zeug zulegen.
Vermögen wird in der Regel vererbt oder mit Mitteln beschafft die anderen nicht zur Verfügung stehen. Die Story mit dem arbeiten klappt leider nicht, ich kenne niemanden der zu Lebzeiten durch Arbeit Steinreich geworden ist, es soll sie dennoch geben

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freddygrant 10.12.2017, 10:33
53. Aber dann ist doch klar!

Zitat von n.wemhoener
"Exponentielle Kurven beginnen immer horizontal und harmlos. Am Ende aber schießen sie vertikal ins Nichts und sterben irgendwann den Sternentod... Vor der Supernova aber kommt die "Plutokratie", die ungeschminkte Herrschaft der Milliardäre." Prof. Günther Moewes, 2004
Dass Börsen und Banken und alles was der Spekulation
- und damit dem neoliberalen Kapitalismus dient - besser
unter Kontrolle genommen, beseitigt oder verboten werden
muss ist unabdingbar - weil Betrug! Viele der existentiellen
Bereiche, Leistungen und Waren (Mieten, Wasser, Strom
etc.) sind dem liberalen, ungehemmden Handel und Markt-
geschehen zu entziehen. Dieses aktuell bestehende Raubtier-
und Wirtschaftssystem ist unmenschlich und tödlich für
unsere Gesellschaft und Umwelt. Warum wollen das unsere aufgeklärten Politiker und oekonomisch Mächtigen nicht
sehen?

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meinerlei 10.12.2017, 10:35
54. Prüfen der Prämissen

Bei jeder Marktentwicklung gibt es Gewinner und Verlierer, Übertreibungen und unterschätzte Perlen. Auch solide aufgestellte AGs arbeiten mit 70% Fremdkapital, können dank niedriger Zinsen Investitionen günstiger finanzieren, was tatsächlich inflationsdämpfend ist. Das ist mit ein Grund, weshalb die EZB ihr Inflationsziel nicht erreicht. Übertreibungen (Blasen) gibt es erkennbar in einigen deutschen Großstädten. Wenn die platzen, werden Einige um ihr überschüssiges Geld erleichtert. Das macht der Gesamtwirtschaft nichts aus. Ebensowenig der wahrscheinliche Kollaps der einen oder anderen Kryptowährung. Am Aktienmarkt gibt es jede Menge Papiere mit grundsoliden Kennziffern, weit entfernt von Übertreibung, aber gefundenes Fressen für internationale Investoren. Wie seit eh und je gilt es, frei zu bleiben von Gier und Angst, und in solide Geschäftsmodelle und in nicht überteuert eingekauftes Wohneigentum zu investieren. Und dabei selber Verantwortung zu übernehmen. Ausgabeaufschläge für Fonds, deren Verwaltungsgebühren und Sparpläne von Banken zehren locker die Hälfte des eigentlichen Wertzuwachses auf.

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Anona 10.12.2017, 10:37
55. Falsche Fakten

Was auch immer man von der (apokalyptischen) Analyse hält, die Beschreibung der Liquiditätsversorgung im Vorlauf der Krise ist faktisch inkorrekt:

"Die Finanzkrise von 2008 hatte ihre Ursache letztlich in einer allzu üppigen Geldversorgung. [...] Analysten starrten auf diese "globale Überschussliquidität", die in den Nullerjahren immer weiter zunahm. [...] Doch irgendwann schwand der Glaube. Misstrauen zog ein. Der Crash kam."

Genau das Gegenteil war der Fall. Vor der Krise gab es eine ausgeglichene Liquiditätsversorgung sowohl in Europa als auch in den USA (die sich im Übrigen an der Nachfrage nach Banknoten und Mindestreserven bemisst, nicht am Umlauf von Waren und Dienstleistungen). Erst im Zuge der Bankenkrise und dann im weiteren Verlauf der Niedriginflation wurde die Geldmenge so ausgeweitet, dass "Überschussliquidität" vorherrscht. Die entsprechenden Daten sind hier zu finden:

USA: https://fred.stlouisfed.org/series/EXCSRESNS
Europa: https://sdw.ecb.europa.eu/browseSelection.do?node=qview&SERIES_KEY=117.BSI.M .U2.N.R.LRE.X.1.A1.3000.Z01.E

Keine Überschussliquidität in beiden Systemen vor der Krise. Was auch immer zur Kreditblase vor der Krise geführt hat, die Versorgung mit Zentralbankgeld war es nicht.

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Charly de Gohl 10.12.2017, 10:44
56. Ganz sicher nicht

Zitat von slim_chance
Der erste bit coin miner über den ich einen Beitrag gesehen habe hatte vor über zwanzig Jahren einen kühlschrankgroßen Rechner auf seinem Balkon in einem Berliner Hochhaus. Eine bit coin war keine 3 Dollar wert. Wer würde den gegenwärtig seine Unzen gegen bit coin tauschen? Klar ist das ne Blase die Frage ist nur was davon bleibt.
Sie wissen aber schon, dass es den Bitcoin erst seit 2009 gibt.

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Patrik74 10.12.2017, 10:46
57. Bin erstaunt

Müllers Kolumnen werden immer besser - da ist wohl mal bei einem guten Glas Rotwein der Groschen gefallen. Die Frage, warum die Banken mit ihrer expansiven Politik weitermachen, ist leicht zu beantworten: Cui bono? Die Vermögenden, insbesondere die Superreichen. Die werden leistungslos immer (schein-)vermögender, und nur darauf kommt es an, deshalb sind die Zentralbanken „auf dem Vermögensauge blind“ - das ganze hat System!

Denn letztlich leben wir in einer Potemkinschen Demokratie; am Ende entscheiden ohnehin „die Märkte“, die schleichende Umwandlung zur Plutokratie ist schon viel weiter fortgeschritten als viele glauben wollen, und die Herrschaft über das Geldsystem ist das entscheidende.

Wie sagte schon Rothschild: "I care not what puppet is placed on the throne of England to rule the Empire, ...The man that controls Britain's money supply controls the British Empire. And I control the money supply."

Oder landläufiger: Geld regiert die Welt, und die EZB wird von Goldman Sachs regiert.

Deshalb spricht vieles für dezentrales Geld. Der Geburtsfehler des Bitcoin ist allerdings, dass die Menge (weitgehend) begrenzt ist und nicht „atmen“ kann; dadurch kommt es zu diesen absurden Kursentwicklungen, die ihn als Zahlungsmittel unbrauchbar machen.

Aber keine Sorge, sobald der Zahlkreis (also die Menschen, die bereit sind, Bitcoin als reguläres Zahlungsmittel zu akzeptieren) ausreichend groß wird, um den etablierten Geldschöpfern ernsthafte Konkurrenz zu machen, wird er verboten werden (vermutlich wegen Unterstützung von Kriminalität und Terror), und den Besitzern wird eine Haftstrafe angefroht - so einfach wird sich die „Elite“ ihr effektivstes Machtinstrument nicht aus der Hand nehmen lassen.

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romeov 10.12.2017, 10:47
58. Und wieder schaut man nur zu

...das Casino ist wieder in full swing, die USA sind Mega-Pleite und neue Digital-Alchemisten wetten auf ein kryptisches Nichts, der Bitcoin ist nicht einmal durch den Wert einer Baumarkt-Tulpenzwiebel abgesichert. Ich kann mir auch nicht vorstellen. dass einer unserer Provinz-Politiker sich überhaupt vorstellen kann, was sich da zusammenbraut.

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mrotz 10.12.2017, 10:51
59.

Zitat von hm2013_3
es kann ein Euro kosten oder eine Million Euro. Hauptsache ist der Unterschied zwischen dem Ein- und Verkaufspreis. Daraus folgt, Bitcoin ist kein Geld, sondern ein Spekulationsobjekt. Das betrifft auch alle sonstigen Kryptowährungen. Was Geld ist, wird in "Zeitgeist" sehr gut beschrieben.
Es gibt praktisch keinen unterschied zwischen Bitcoin und Gold.
Es gibt auch keinen UNterschied der Cryptowährungen gegenüber bedrucktem Papier (außer je nach Währung der begrenztheit der Menge)

Man könnte sagen: Der Bitcoin ist die Satire auf die Finanzindustrie, er ist äquivalent zu sonstigen Finanzprodukten, wird aber von den Verteidigern letzterer verteufelt, ohne zu erkennen daß das Gesamte Geldsystem nur auf einem beruht: Glauben.

Geld hat keinen inhärenten Wert.

mfg

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