Forum: Wirtschaft
Kryptowährung: Und führe uns nicht in den Bitcoin
REUTERS

Der Hype um die Digitalwährung Bitcoin ist ein Lehrstück über das Scheitern der Finanzglobalisierung. Es zeigt: Der Mensch ist für einen vernünftigen Umgang mit virtuellen Werten einfach nicht gemacht.

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muellerthomas 15.12.2017, 13:23
10.

Zitat von seinedurchlaucht
vielleicht steigt der Bitcoin deshalb, weil hinter dem Euro auch nichts steht, man ihn aber derzeit scheinbar unendlich aus dem Nichts erschafft
Na dann mal Butter bei die Fische: Wie hoch ist das Geldmengenwachstum in den letzten Jahren gewesen? Und wie hoch war es zu DM-Zeiten?

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curiosus_ 15.12.2017, 13:23
11. Der Mensch ist für einen vernünftigen Umgang...

....mit virtuellen Werten einfach nicht gemacht.

Unsinn. Zumindest die Profispekulanten agieren hier höchst vernünftig, noch vernünftiger geht gar nicht.

Beim Bitcoin ist es auch nicht anders wie bei jeder anderen Währung oder wie bei jedem anderen Spekulationsobjekt, egal ob Sachwert oder immaterieller Wert. Das Wesentliche ist immer der rechtzeitige Umstieg auf einen wertstabileren Wert. Also z.B. raus aus den Immobilien (vor dem Blasenplatzen) und rein in z.B. Gold. Oder irgend eine Währung. Oder sonst was.

Wobei sich Spekulanten auf etwas stürzen das nicht beliebig vermehrbar und heute schon knapp ist. Sowie noch Entwicklungspotential in der Zukunft verspricht. Denn nur dann besteht eine realistische Chance, dass die Macht der Spekulanten den Preis hoch treibt und somit der Gewinn mit der Haltedauer stark steigt. Mit Meerwasser wird in absehbarer Zeit niemand spekulieren. Genau so wenig auf eine Währung die in Summe z.B. dem Gegenwert von 100 Billionen Euros entspräche. Bei 100 oder 200 Mrd. Euro Gegenwert sieht das schon anders aus.

Und das mit, bei richtiger Strategie, geringem Risiko. Also für x Euro Bitcoins kaufen und nach einer Wertsteigerung um 100% die Hälfte wieder in x Euros rückumtauschen. Und ab da ist das Verlustrisiko auf den Einsatz von x Euros gleich Null. Es gibt wenige Anlagen die so risikolos sind, wobei natürlich der Verlust der x Euros verkraftbar sein sollte. Insofern sind viele Profi-Spekulanten durchaus sehr weise.

Und "Urdenker freier Märkte" ist ein Widerspruch in sich. Wer derartige Modellsysteme für real hält hat mit Denken ziemlich wenig am Hut.

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StefanXX 15.12.2017, 13:30
12. Zweckentfremdung

Zitat von wanderer777
Ja, wir haben mittlerweile begriffen, daß eingefleischte Börsianer den Bitcoin nicht mögen, weil sie ihn selbst nicht verstehen. Das müsst ihr dem Volk nicht noch alle fünf Minuten unter die Nase reiben. Die EZB wittert auch schon Konkurrenz und startet Flame Kampagnen gegen den BC. Dabei ist es doch so einfach (vielleicht wohl ZU einfach für Börsianer) : es ist die uralte Regel von Angebot und Nachfrage. So einfach. Der BC fristete lange ein Schattendasein, nun, nachdem die Öffentlichkeit auf ihn aufmerksam geworden ist (und ihm offensichtlich auch mehr vertraut, als den meisten anderen "politischen" Währungen ) ist die Nachfrage eben, im Vergleich zu vorher, stark gestiegen. Und das wird sie auch weiterhin, je mehr Vertrauen die Menschen in zentral gesteuerte Märkte verlieren.
Das Problem ist doch, dass der Bitcoin durch diese Entwicklung zweckentfremdet wird. Er war als alternative und seriöse Währung vorgesehen, verkommt aber nun zu einem Spekulationsobjekt und ist damit auch nicht viel anderes als irgendein hochriskantes Termingeschäft an der Börse, bei dem hohe Gewinne aber auch hohe Verluste winken können. Sein Geld in Bitcoin als ernsthafte, seriöse Währung anzulegen, wofür er ja eigentlich mal geschaffen wurde, kann man aus diesem Grund freilich niemandem ernsthaft empfehlen. Denn mit etwas Pech stehen Sie in einem Monat dann nur noch mit der Hälfte da.

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misterxyz 15.12.2017, 13:35
13. Unterschied zur Börse???

Fast jedes börsennotiertes Unternehmen ist überbewertet. Crashs gab es auch zu genüge.
Der Bitcoin zeigt auf wie unsinnig der Finanzmarkt ist.
Aber was hat Reinhart geschrieben:
THIS TIME IS DIFFERENT!

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frodosix 15.12.2017, 13:36
14.

Zitat von wanderer777
Ja, wir haben mittlerweile begriffen, daß eingefleischte Börsianer den Bitcoin nicht mögen, weil sie ihn selbst nicht verstehen. Das müsst ihr dem Volk nicht noch alle fünf Minuten unter die Nase reiben. Die EZB wittert auch schon Konkurrenz und startet Flame Kampagnen gegen den BC. Dabei ist es doch so einfach (vielleicht wohl ZU einfach für Börsianer) : es ist die uralte Regel von Angebot und Nachfrage. So einfach. Der BC fristete lange ein Schattendasein, nun, nachdem die Öffentlichkeit auf ihn aufmerksam geworden ist (und ihm offensichtlich auch mehr vertraut, als den meisten anderen "politischen" Währungen ) ist die Nachfrage eben, im Vergleich zu vorher, stark gestiegen. Und das wird sie auch weiterhin, je mehr Vertrauen die Menschen in zentral gesteuerte Märkte verlieren.
Das ändert aber nichts an der eigentlichen Aussage, dass gerade eine Bitcoinblase entsteht. Natürlich ist der Kurs des Bitcoins eine pure Abbildung von Angebot und Nachfrage und kann nicht mal eben systematisch bedingt durch auf den Markt werfen einer beliebigen Anzahl von Bitcoin zusätzlich manipuliert werden.
Die Kritik im Artikel ist auch nicht per se am Bitcoin, sondern an der Psychologie der Investoren, welche dazu führt bei Investitionen (sei es nun in Immobilien, Schweinehälften oder eben Bitcoin) irreal zu handeln. Ein platzen der Blase wird vermutlich genau so kommen wie im Artikel beschrieben.

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zeichenkette 15.12.2017, 13:40
15. Der Reiz an Bitcoin:

Bitcoin ist eine Währung, die völlig ohne Banken auskommt, weil sie auf einer verteilten Datenbank beruht, die alle Transaktionen unlöschbar enthält. Bitcoin ist also keine Perversion des Geldes, sondern die konsequente Weiterführung der Idee "Geld". Man sollte nicht vergessen, dass es die globale Finanzwirtschaft ist, die eigentlich ein auf Glauben beruhendes Pyramidenmodell ist, das auf haltlos steigenden Staatsschulden beruht. Und DIESES Modell ist es, das hochgradig fragil ist. Wer behauptet, dass er weiß, wie das ausgehen will, der weiß mehr als man überhaupt wissen kann. Ob Bitcoin zuerst kollabiert oder die anderen Währungen ist noch lange nicht ausgemacht. Und auch die Wertsteigerung von Bitcoin wirkt nur deshalb so ungeheuer, weil das erst der Anfang ist. Wenn so etwas wie Bitcoin irgendwann einmal die gesamte globale Wirtschaftsleistung abbilden können soll, dann muss eine Bitcoin irgendwann 20 Millionen Dollar wert sein. Das hieße dann natürlich, dass die dann Vermögenden dieser Welt einfach die Computernerds sein werden, die daran geglaubt und darauf gesetzt haben, dass sich für systemische Probleme technische Lösungen finden lassen. Was traurig wäre für manch andere heute Superreichen, aber andererseits nur angemessen...

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midastouch 15.12.2017, 13:43
16. Spekulation

Gegen Spekulation ist doch nichts einzuwenden. Einige werden verlieren, weil sie zu spät einsteigen, andere werden gewinnen. Diese ewige Warnung vor Spekulation nervt allmählich. Übrigens, wer schlau ist, steigt jetzt bei Ether ein, dort zeichnet sich der gleiche Hype ab, wie bei Bitcoin, nur dass der Kurs noch recht weit unten ist.

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SenYek 15.12.2017, 13:45
17. Gemeinsamkeiten und Unterschiede "Bitcoin" und "Euro"

Bitcoin und Euro ist gemeinsam, dass ihnen keinerlei Substanz zugrunde liegt. Beide Währungen leben ausschließlich vom Vertrauen der Anlager. Der Unterschied zwischen den beiden Währungen: Euros können beliebig vermehrt werden - und (Dank Draghi) genau das geschieht ja auch: Die Geldmenge ist in den letzten Jahren explodiert. Bitcoins haben im Gegensatz dazu eine absolute Obergrenze (von ca. 21 Mio Stück), die in der Logik der Konstruktion begründet ist.

Für mich ist wenig überraschend, dass die Menschen bei dieser Auswahl die Bitcoins derart "hypen".

Nichtsdestotrotz ist der Hype um diese Kryptowährung natürlich völlig überzogen. Die Kursexplosion hat eindeutig den Charakter eines Schneeballsystems und wer jetzt noch einsteigt, der ist selber schuld.

Aber muss man solchen Spekulanten unbedingt durch staatliche Eingriffe vor ihrer eigenen Dummheit schützen?

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biesi61 15.12.2017, 13:45
18. Diesmal geht mein Daumen nach unten!

Eigentlich mag ich die Kolumnen von Thomas Fricke. Aber mit dieser kann ich nichts anfangen. Ich sehe im Bitcoin kein Vehikel, um die Systemfrage zu stellen. Eher ist es doch wohl so, dass der Bitcoin in Reaktion auf die Fehlerhaftigkeit unseres Finanzsystems geschaffen wurde. Ein Reparaturversuch oder vielleicht sogar ein Alternativmodell, das die existenzbedrohenden Schwächen unseres Finanzsystems zu umgehen versucht. Ob das langfristig funktionieren wird, weiß heute keiner. Auch wo letztlich der Wert eines Bitcoin liegen wird, ist derzeit nicht abzusehen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass Kryptowährungen ein dauerhafter Bestandteil unseres Wirtschaftssystems bleiben werden. Es lohnt nicht, dagegen anzuschreiben. Aber es lohnt auf jeden Fall, sich damit zu beschäftigen!

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StefanXX 15.12.2017, 13:45
19. Angebot und Nachfrage, die Zweite

Zitat von wanderer777
Ja, wir haben mittlerweile begriffen, daß eingefleischte Börsianer den Bitcoin nicht mögen, weil sie ihn selbst nicht verstehen. Das müsst ihr dem Volk nicht noch alle fünf Minuten unter die Nase reiben. Die EZB wittert auch schon Konkurrenz und startet Flame Kampagnen gegen den BC. Dabei ist es doch so einfach (vielleicht wohl ZU einfach für Börsianer) : es ist die uralte Regel von Angebot und Nachfrage. So einfach. Der BC fristete lange ein Schattendasein, nun, nachdem die Öffentlichkeit auf ihn aufmerksam geworden ist (und ihm offensichtlich auch mehr vertraut, als den meisten anderen "politischen" Währungen ) ist die Nachfrage eben, im Vergleich zu vorher, stark gestiegen. Und das wird sie auch weiterhin, je mehr Vertrauen die Menschen in zentral gesteuerte Märkte verlieren.
Nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage sollte eine Währung aber eben grade NICHT funktionieren, zumindest nicht nur und zumindest nicht wenn sie solide und seriös sein will. Bei herkömmlichen Währungen gibt es hier Institutionen, die in einem gewissem Rahmen gegensteuern. Also ich jedenfalls möchte nicht mein ganzes Geld in einer Währung investiert haben, von der ich nicht weiß ob sie in ein paar Wochen vielleicht nur noch die Hälfte wert ist. Das kann man zwar auch beim Euro nicht ganz ausschließen, jedoch ist hier die Wahrscheinlichkeit um Größenordnungen geringer.

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