Forum: Wirtschaft
Kühnerts Kapitalismus-Kritik: Wem Deutschland gehört (und wem nicht)
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Kevin Kühnerts Sehnsucht nach dem Sozialismus hat Empörung ausgelöst - und die Debatte über Ungleichheit wiederbelebt. Wie gerecht sind Eigentum und Macht in Deutschland verteilt? Eine ernüchternde Bestandsaufnahme.

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cave68 03.05.2019, 22:12
140. man kann

natürlich diskutieren,wie man das Vermögen der Quandts gerecht besteuert oder das Vermögen dieser Superreichen besser verteilt.
Der Vorschlag des Herr Kühnert gehen aber so weit,dass anscheinend gar keiner mehr als ein Haus besitzen sollte und das ist schlichtweg Blödsinn.
Ich kenne in meinem Bekanntenkreis einige ganz normale Angestellte,die sich von ihrem Ersparten ein Haus zum Vermieten gebaut haben...soll man die jetzt bestrafen....
Will man die jetzt auch enteignen oder was passiert,wenn jemand selbst gebaut hat und das Häuschen der Eltern erbt...
Auch bei der Debatte,dass viel zu wenige Menschen ein Eigenheim besitzen sollten wir uns mal schön an die eigene Nase fassen.
Wenn alles nur in die teuren Städte ziehen will wundert dies nicht.Schräg gegenüber von mir ist vor 3 Monaten ein Haus verkauft worden.Preis 90000 Euro,noch gut iN Schuss ,etwas Renovierungsarbeiten waren nötig,Trotzdem ein Schnäppchen.Gekauft hat es ein aus Rumänien stammender LKW-Fahrer mit seiner Familie.
Nun wenn manch ein Deutscher zu blöd ist ein Schnäppchen zu machen ist man es selbst schuld....solche Schnäppchen gibts hier bei mir übrigens zuhauf....

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Pragmatiker 307 03.05.2019, 22:13
141.

Zitat von nachtmacher
...ich schon. Und ich kann Ihnen sagen, dass die Gewinnbeteiligungen ziemlich gut sind. Und wenn Sie die BMW´ler zur Familie Quandt befragen wollen. Viel von der Unternehmenskultur, die trotz dem Wachstum der letzten Jahre immer wohl noch zu den Arbeitsnehmerfreundlichsten zählt, geht auf Johanna Quandt zurück. Außerdem sind sich die BMW´ler bewußt, dass eben durch die Mehrheitseigentümerschaft der Familie Quandt es dem Unternehmen erspart bleibt auf Gedeih und Verderb Gewinne für die Aktionäre rauszuhauen. Wöhrend der Krisenjahre um 2008 rum war es sehr beruhigend, dass die Quandts sich klar zum Unternehmen bekannt haben und die Unterstützung zugesichert haben. Eine bessere Verteilung der Gewinne liesse sich durch die Politik beispielsweise durch Steuerregelungen erreichen. Die Begünstigung von Mitarbeiteraktien, steuerliche Absetzbarkeiten bei der EWrstellung von günstigem Wohnraum, steuerliche Besserstellung von Anstellung von Mitarbeitern vs. beispielsweise Immobilienbesitz der Firma etc. Steuerliche Begünstigung von "nichtmonetären" Leistungen von Betrieben wie zum Beispiel Werkswohnungen... Den Perteien und vor allem den "links" angesiedelten Parteien scheint vollkommen ein Element der sozialen Marktwirtschaft abhanden gekommen zu sein. Nämlich die Steuerung durch Vorteile bei "gutem = sozialem" Verhalten von Personen und Gesellschaften. Statt dessen wird pauschal einfach weggenommen, verboten etc. Wenn etwas Vorteile bringt, wirds gemacht. Wenn was verboten wird sucht sich jeder eine andere Lücke....
Alles schön und gut, aber wenn man einem Superreichen von 34 Milliarden 33 abnähme, dann hätte er immer noch 20 Jahre lang JEDEN TAG 137.000 EUR zum Ausgeben, vorausgesetzt, er bekommt keinen Cent in der Zeit dazu.
Die meisten denken, damit könnte man notfalls leben. Sie nicht? Es geht also gar nicht darum, Reiche in Armut zu stürzen, wie man sieht!

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gingermath 03.05.2019, 22:15
142. Argumentation à "Vom Tellerwäscher zum Millionär" - the american dream

Vom Vorschlag kann man halten, was man will, doch sollte mittlerweile bekannt sein, dass vom Traum von Amerika nur die Minderheit provitieren wird, also ruft nicht soforr Pest und Collera aus,wenn irgendjemand von Vergemeinschaftlichung spricht, dies weist ja immer noch einen kleinen wichtigen Unterschied zur Verstaatlichung auf.
Es wird trotzdem niemanden verwert, Besitz anzusammeln, sei es durch kluge Investitionen oder durch eine sparsame Lebensweise, es wird nur gefordert, dass diejenigen, die dabei geholfen haben ... einen Teil des Kuchens abbekommen.
Kommen wir zum anderen Punkt Wohneigentum ... natürlich ist es notwendig, dass Wohnungen entstehen, aber muss dies unbedingt zu den mittlerweile teilweise horrenden Preisen geschehen?, Dividenden von bis zu 7% sind dazu im Gespräch gewesen ... diese sind nur in "Blasen" möglich, und ich erinnere nur ungern, an die letzte geplatzte Blase in diesem Bereich ... bloß mit dem Unterschied ... wir "müssen" eine Wohnung besitzen, sei es aus Gesetzlichen Grund und aus wirtschafzlichen Gründen keine Wohnung = kein neuer Job.
Damit einen wunderschönen guten Abend, ich bin aus der Diskussion raus.

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emil7685 03.05.2019, 22:15
143.

Zitat von Zaphod
(...) . Es ist immer Zufall, ob tatsächlich etwas vererbt wird. Daher ist es auch vollkommen gerechtfertigt, diesen zufälligen Vermögensanfall sehr hoch zu besteuern. Denn auch für den Erben ist es vorteilhafter, 10 % zu erhalten als gar nichts, was im Falle eines anderslautenden Testaments geschehen wäre.
Ich kann diesen Gedankengang einfach nicht nachvollziehen. Es ist doch gesellschaftlich und volkswirtschaftlich absolut fatal wenn es sich nicht mehr lohnt, sich und seiner Familie eine gesicherte Existenz aufzubauen weil bei einem Unglück, natürlichem Todesfall oder sonstigem Unbill der Staat das komplette über Jahrzehnte erarbeitete Vermögen einzieht.
Ich frage mich außerdem, was daran "Zufall" sein soll, wenn meine Söhne bei meinem Ableben meine Immobilien und mein Vermögen erben. Bevor der gierige Staat, der mich Zeit meines Lebens mit einer Staatsquote von 2/3 und mehr geschröpft hat, mein Erbe einzieht mache ich mit letzter Kraft noch kurz vor meinem Tod mein Anwesen mittels Bulldozer dem Erdboden gleich und zünde den Rest meines Besitzes an. Das garantiere ich Ihnen.
Wird langsam wirklich zeit, sich ein paar kilo Gold anzuschaffen wenn die Politik in Deutschland weiterhin derart durchdreht.

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Pragmatiker 307 03.05.2019, 22:17
144.

Zitat von astistia
Warum soll mein Vermögen, welches ich aus versteuertem Einkommen erwirtschaftet und aufgebaut habe, beim vererben nochmals versteuert werden ? Reine Neiddebatte von Habenichtsen, die die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben und kein Vermögen aufgebaut haben.
Leider haben Sie nicht verstanden, wie die Kapitalvermehrung wirklich funktioniert, und dass dabei die "Habenichtse", die selbst zu nichts kommen, obwohl sie arbeiten, dabei die entscheidende Rolle spielen!

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redwed11 03.05.2019, 22:18
145.

Zitat von dasmagazin2017
Es stimmt schlicht nicht, dass nur ein kleiner Teil der Deutschen Zugang zu Vermögen hat. Das ist doch Quatsch, den Kühnert da erzählt! Nur sehr wenige Deutsche sind so arm, dass sie z.B. keine Aktien kaufen können (Deutsche Bank kostet nicht einmal 8€). Und dass all diejenigen, die Kapital besitzen, nicht dafür arbeiten müssen, ist ebenfalls völliger Unsinn. Den Luxus genießen auch nur sehr wenige und ich denke doch nicht, dass der einfache Arbeiter gerne die Risiken eines Unternehmers tragen möchte? Nein, sicher nicht, den meisten fehlt ja schon der Mut zum Aktienkauf. Aber es dann denen beiden, die sich trauen, das geht immer.
Was Sie hier schreiben stimmt hinten und vorne nicht. Bleiben wir beim Beispiel der Geschwister Quandt/Kladden. Diese beiden haben für Ihre jährliche Milliarde pro Jahr Dividende bisher noch keinen Handschlag getan. Auch hatten sie bisher keinerlei Risiko.
Von den angestellten Vorständen der Aktiengesellschaften ganz zu schweigen. Von denen trägt keiner auch nur das geringste Risiko. Wenn diese Leute versagen werden sie mit einigen Millionen Euro abgefunden.
Der Pleitier Schlecker wohnt immer noch in Saus und Braus in seiner schlossähnlichen Herberge. Das Risiko haben einzig und allein die Beschäftigten getragen, die entlassen wurden. Den alten Schlecker kennt keinerlei Entbehrungen bei seinem Leben als Pleitier.
Wenn man die Realität ansieht, stimmen Ihre Ausführungen vorne und hinten nicht.

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vandenplas 03.05.2019, 22:19
146. Das ist die Wahrheit...

...die natürlich kaum jemandem schmeckt und mit der nur eine Minderheit einverstanden ist. Aber es gab ja Zeiten in denen mit Ausnahme von Galileo Galilei alle der Ansicht waren die Erde sei eine Scheibe. Dieser Artikel und die damit verbundene Diskussion kommt mindestens vier Jahrzehnte zu spät. Der Zug ist abgefahren, die Würfel sind gefallen. Ein Zitat von Warren Buffet: "Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen"
Wir zahlen den Preis für diejenigen die für Karriere und Privilegien in die Politik gegangen sind und dabei das Allgemeinwohl aus den Augen verloren haben. Ich nehme es ihnen nicht einmal übel - schliesslich lebt man nur einmal.
Die Hyperreichen haben den Krieg tatsächlich gewonnen. Im Unterschied zu den absolutistischen Monarchen der Reinassance geniessen sie klugerweise den Vorteil, dass sie anonym, ohne Mandat aus dem Hintergrund lenken, während die Verantwortung dafür auf die gewählte politische Garde fällt. Man hat offenbar aus Robespierres Guillotinen-Marathon gelernt und sich eine Herde von Sündenböcken zugelegt. Man nennt es Parlament.

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scoopx 03.05.2019, 22:19
147. Unfaßbar naiv

Zitat von Pushkin
...sind die "Ursachen" des Reichtums. Beim Einen mehr Fleiß und Wille, beim Anderen mehr Glück. Wenn wir heute allen Reichtum gleichmäßig auf die Bevölkerung verteilen würden, hätten morgen schon nicht mehr alle das Gleiche. Natürlich braucht man auch Glück und bei manchen reichte Glück (auch das "Glück" in die richtige Familie hinein geboren zu sein) allein um zu Wohlstand oder gar Reichtum zu kommen. Das "reine Glück" kann man auch entsprechend hoch besteuern, den Fleiß besteuert man in Maßen und progressiv, aber das Ungerechteste ist, wenn wir meinen es müsse Ergebnisgleichheit bestehen. Zwei haben heute einen Euro übrig. Der Eine investiert und der Andere verkonsumiert. Warum sollten morgen wieder beide das Gleiche haben? Die zahllosen kleinen und mittleren private Wohnungsvermieter haben auch irgendwann mal die Entscheidung getroffen, den Euro zu investieren.
Bei jeder Debatte über "Armut und Reichtum" findet man Gedanken wie diese. Demnach haben Reiche ihr Vermögen harte Arbeit, Konsumverzicht, Fleiß usw erworben. Jedoch, sie glauben das nicht mal selber. Sie wissen ja, daß sie zu ihrem Reichtum durch Betrug, Erpressung, als Nutznießer ergaunerter Privilegien, Spekulation und Übervorteilung gekommen sind. Nach der Finanzkrise vor mittlerweile über zehn Jahren sollte das eigentlich jedem klar sein.

Durch Arbeit, Fleiß und Ausdauer wird man höchstens zu so einem armen Schwein von Produzent, der von Handelskonzernen ausgebeutet wird, oder den seine Kunden nicht bezahlen und die Hausbank ins Geschäft hineinregiert. Rätselhafterweise sind das aber die Leute, die am vehementesten für die Ungleichheit eintreten und für die Armut ein Verbrechen ist.

Dabei sind sie oft selbst näher an der Armut dran als sie glauben wollen.

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james16 03.05.2019, 22:21
148. Speziell im Fall

Zitat von Lelas
Das Vermögen ist ungleich verteilt, ja, aber was ist daran bitte ungerecht? Haben die Reichen ihr Geld durch kriminelle Machenschaften erhalten oder es den Armen rausgepresst? Nein, sie, oder ihre Familien, haben es sich erarbeitet. Z.B. durch selbstständiges und risikoreiches unternehmerisches Handeln, was 9 von 10 Deutschen nie auf sich nehmen wollen. Und ihre Angestellten und Arbeiter profitieren davon, weltweit mit die höchsten Löhne, die meisten Urlaubstage, Sozialleistungen ohne Ende. Kühnert bedient übelste Neidinstinkte und redet wirtschaftlichen Unsinn auf Grundschulniveau und dafür wird er auch noch medial hochgejazzt.
BMW sollten Sie der Sache mal nachgehen.
Wenn BMW als nicht kriminell gilt, ist das ja in Ordnung. Aber um BMW ueberhaupt kaufen zu koennen wurde das Geld u.a. mit kriegswichtigen Batterien unter Hilfe von Zwangsarbeitern verdient. Ausserdem war die Protektion durch die Briten nach dem Krieg sehr hilfreich.
Irgendnwie hat das so eine Aehnlichkeit mit Geldwaesche, wo ja irgendwann auch ganz legale Gewinne erwirtschaftet werden.

Und "aus den Armen rausgepresst> ?
Ja wo leben Sie denn ? Wozu brauchen wir den Mindestlohn ? Wie viele prekaere oder befristetet Arbeitsplaetze gibt es bei uns ? Warum haben wir eine Diskussion ueber Mieten, die sich eben die aermeren Leute nicht mehr leisten koennen ?

Ausserdem ist "gerecht" nicht die einzige Frage. Wie weit eine Vermoegens- und Machtkonzentration volkswirtschaftlich sinnvoll ist, waere ja die spannende Frage.

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hanseat52 03.05.2019, 22:21
149. Unbequeme Wahrheit macht bequem

Der Wähler nimmt die Ungleichheit auch hin, weil eben ein nicht unbeträchtlicher Teil der Habenichtse in den letzten 30 Jahren aus Osteuropa und der ganzen Welt eingewandert ist. Die haben kein Kapital, kein Erbe, kein Wahlrecht oder gehen oft nicht hin und gehen erst einmal ein bis zwei Generationen leer aus.. Wenn 47 % Eigentum besitzen sind das zum Großteil die sogenannten Biodeutschen. Is zwar ungerecht, aber in anderen Ländern ist das nicht viel anders.

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