Forum: Wirtschaft
Kühnerts Kapitalismus-Kritik: Wem Deutschland gehört (und wem nicht)
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Kevin Kühnerts Sehnsucht nach dem Sozialismus hat Empörung ausgelöst - und die Debatte über Ungleichheit wiederbelebt. Wie gerecht sind Eigentum und Macht in Deutschland verteilt? Eine ernüchternde Bestandsaufnahme.

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johannes87 03.05.2019, 22:39
160. Leistung lohnt sich

Es ist ein Unterschied ob jemand eine Firma aufgebaut hat (oder eben die Eltern) oder ob jemand einfach nur Angestellter ist. Die Herren Aldi haben eine tolle Idee gehabt. Die Beschäftigen haben dazu nichts beigetragen, weil die Beschäftigten eben austauschbar sind und waren. Niemand von denen hatte die essentielle Idee das ganze aufzubauen.

Zudem kann JEDER heute bereits partizipieren mit Aktien und Fonds.

Die ganze Diskussion ist geprägt von einem Typen der mit 30 immernoch studiert, nichts abgeschlossen hat und darüber nachdenkt wie man an das Geld von anderen Leuten kommt um irgendwelche sozialfantastereien zu finanzieren.

Nein Danke!

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Bibs1980 03.05.2019, 22:39
161.

Zitat von Aufzeigen
Ja, das Vermögen ist momentan ungleich verteilt. Aber die Beispiele die hier aufgeführt werden, sind meiner Meinung nach sehr fragwürdig. Albrecht, Kühne und Schwarz kommen aus "normalen" Verhältnissen. Ihr Erfolg gründet auf Unternehmergeist und Risikobereitschaft. Man sollte sich diese vielleicht mal zum Vorbild nehmen und nicht eine Neiddebatte entfachen. Dass der Aktienbesitz in DEU so ist, wie er ist, daran ist jeder selbst schuld.
Niemand wird durch eigener Hände Arbeit Millionär, geschweige denn MIlliardär. Und die immer wieder bemühte Floskel von der Risikobereitschaft ist spätestens dann am Ende, wenn aus dem Einzelunternehmen eine Kapitalgesellschaft wird...und der Spaß fängt bei vergleichsweise läppischen 25.000 Euro an. Spätestens ab dem Zeitpunkt lässt man andere arbeiten für den Erfolg und bluten für den Misserfolg.

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xepveg5b.xux 03.05.2019, 22:41
162. Billiger linker populismus

Wenn die Spiegel Redaktion auf Wirtschaftswissenschaften macht wird's leider nur noch peinlich! vlt sollte sich die Redaktion einmal fundiert mit den Gründen der angeblich ungleichen Vermögensverteilung in Deutschland auseinander setzten! Hier hilft google scholar bei der Suche zu relevanten wissenschaftlichen Artikeln! Stichpunkt unterentwickelter deutscher Kapitalmarkt und deutsche Risiko aversion. Deutsche lassen leider ihr Geldvermögen auf dem Konto liegen anstatt am Kapitalmarkt zu investieren und so an den "bösen" gewinnen der Kapitalgesellschaften zu antizipieren. Noch viel schlimmer wird in diesem Land noch immer auf ein Umlagesystem der Rentenfinanzierung gesetzt anstatt auf dein Kapitalbasiertes System (siehe Schweden und Niederlande)! Aber davon kein Wort in diesem Artikel. Stattdessen unfundierter plumper Populismus alla Kevin Kühnert zu Papier gebracht! … Abgesehen davon ist das meister Vermögen der "Eliten" in Unternehmen gebunden die Arbeit und Produktivität für viele zur Verfügung stellt. Nur die wenigsten horten Ihr Geld auf dubiosen Offshore Konten.... Last but not least hat jeder selbst die Möglichkeit kostenlose Bildung zu genießen und ein erfolgreiches Startup zu gründen. Was natürlich Leistungsbereitschaft erfordert und kantrahär zur faulen Umverteilung alla Kevin Kühnert steht!

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ole#frosch 03.05.2019, 22:43
163. Ich habe kein Problem mit Eigentum

Aber der Gewinn muss viel stärker besteuert werden.
Eine stetig steiler werdende Kurve, die beim 10 fachen des Medianeinkommen eine 50 % Steuerlast hat.
Jemand, der dann in einem Jahr 1.100.000.000? Einnahmen hat, zahlt darauf 1.099.000.000 Steuern und behält 1.000.000
Das Eigentum bleibt dabei voll erhalten und wird nicht besteuert.
Finde ich immer noch fair.
Damit werden die Eigentümer motiviert den Gewinn lieber im Unternehmen zu lassen, entweder als Investition oder als Gehaltserhöhung der Mitarbeiter.
Natürlich gilt die Steuer gleich auf alle Einnahmen, auch Aktien.

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LorenzSTR 03.05.2019, 22:44
164. Unfassbar

Was ist das für ein Land, in dem Armut, marode Schulen, Pflegenotstand und Wohnungsnot zum Alltag gehören und gleichzeitig ein Interview über Alternativmodelle zum überall krachend scheiternden neoliberalen Kapitalismus Empörung auslöst? Unfassbar, aber typisch deutsch. Der wirkliche Fortschritt wurde halt schon immer anderswo gemacht. Und wenn Kapitalismus so supi für alle wäre, warum dann die Aufregung? Das müsste ja dann ein Selbstläufer sein. Der Betriebsrat von BMW zeigt übrigens auch nur, dass es um Pfründe für wenige geht. Auch hier sind die Gewerkschaften etwa in Frankreich deutlich weiter.

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Galgenstein 03.05.2019, 22:44
165. In der Schweiz leben nur 40% in den eigenen vier Wänden

geht es den Menschen dort jetzt schlechter als in Deutschland? Wohl kaum. Der Grund weshalb viele in Deutschland zur Miete wohnen ist vielfältig, aber daraus zu schließen, dass es den Deutschen deswegen schlechter gehe, ist ein klassischer Trugschluss. Ein Blick in die Statistik zeigt: je weniger die Menschen verdienen, desto mehr wohnen sie in den eigenen vier Wänden. Rumänien ist bei der Wohneigentumsquote in Europa z.B. Spitzenreiter. Noch nicht einmal jeder Zwanzigste wohnt dort zur Miete. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155734/umfrage/wohneigentumsquoten-in-europa/ Und umgekehrt gilt: je mehr die Menschen verdienen, desto mehr wohnen sie zur Miete.

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Celegorm 03.05.2019, 22:45
166.

Zitat von emil7685
Ich kenne so einige. Apple-Aktien, Häuser aus Zwangsversteigerungen, gute Geschäftsidee, Forschung. Ein guter Freund von mir ist Millionär weil er zufällig beim Herumspielen mit Effektfolie eine neuartige Art von Prismen-Abziehbildern erfunden hat und für sein diesbezügliches Patent ungefähr 50.000 Euro brutto an Tantiemen bekommt. Was in Allerherrgottsnamen ist daran "unredlich/nicht rechtschaffen"? Ebenso wohne ich seit 25 Jahren in Berlin und kenne dadurch diverse Leute die zur rechten Zeit für einen Appel und ein Ei Wohnungen in Mitte und im Prenzlauer Berg gekauft haben. Ich frage mich da auch, was daran "unredlich" sein soll.
Daran ist auch nichts unredlich. Denn das sind vielleicht "vermögende" Leute im Sinne von oberem Mittelstand, aber halt nicht wirklich Reiche geschweige denn Superreiche. Das ist ja gerade das heutige Missverständnis bei heutigen Entwicklung: dass man mit einem gutem Einkommen oder einem wertvollen Haus schon ganz oben dabei wäre.

Das zeigt sich ja auch im anachronistischen Begriff "Millionär": früher mal mag man mit einer Million Vermögen ja wirklich reich gewesen sein, heute ist man bestenfalls gut situiert. Reichtum fängt heute ganz woanders an. Und selbst dieser Reichtum ist dann halt ein Witz gegenüber den Summen, die die obersten 0.1% zur Verfügung haben. Was sich u.a. auch darin widerspiegelt, dass sich auch die Schere zwischen den bloss Reichen und den Superreichen immer weiter öffnet.

Aber das realisieren halt die meisten nicht und meinen stattdessen, weil sie gut verdienten, ein bequemes Polster und ein paar Aktien haben, sie würden in der höchsten Liga spielen. Und müssten sich darum mit den Superreichen solidarisieren..

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Pushkin 03.05.2019, 22:48
167. Unfassbar Arrogant

Zitat von scoopx
Bei jeder Debatte über "Armut und Reichtum" findet man Gedanken wie diese. Demnach haben Reiche ihr Vermögen harte Arbeit, Konsumverzicht, Fleiß usw erworben. Jedoch, sie glauben das nicht mal selber. Sie wissen ja, daß sie zu ihrem Reichtum durch Betrug, Erpressung, als Nutznießer ergaunerter Privilegien, Spekulation und Übervorteilung gekommen sind. Nach der Finanzkrise vor mittlerweile über zehn Jahren sollte das eigentlich jedem klar sein. Durch Arbeit, Fleiß und Ausdauer wird man höchstens zu so einem armen Schwein von Produzent, der von Handelskonzernen ausgebeutet wird, oder den seine Kunden nicht bezahlen und die Hausbank ins Geschäft hineinregiert. Rätselhafterweise sind das aber die Leute, die am vehementesten für die Ungleichheit eintreten und für die Armut ein Verbrechen ist. Dabei sind sie oft selbst näher an der Armut dran als sie glauben wollen.
...ist die Behauptung, dass jeder im Wohlstand nur unredlich ("Betrug", "Erpressung"...) erworben sein kann. Alle Reichen "müssen" also per definitionem Verbrecher sein. Gute Menschen können nur arm sein. Für Sie gibt es nur schwarz und weiß. Die Welt ist ein Duopol. Man gehört zu den Einen oder zu den Anderen. Man ist arm oder man ist reich. Man ist ein ausgebeutetes Opfer oder ein ausbeutender Täter. So einfach ist die Welt. Damit entledigt man sich praktischer Weise auch gleich der Eigenverantwortlichkeit.

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astistia 03.05.2019, 22:52
168. Ich habe

Zitat von Pragmatiker 307
Leider haben Sie nicht verstanden, wie die Kapitalvermehrung wirklich funktioniert, und dass dabei die "Habenichtse", die selbst zu nichts kommen, obwohl sie arbeiten, dabei die entscheidende Rolle spielen!
.. als Habenichts aus einer Arbeiterfamilie ein Vermögen aufgebaut, indem ich mich für einen vernünftigen Job entschieden habe und dafür geackert habe. Dazu ein guter Riecher und Risikobereitschaft (hohe Schulden bei der Bank sowieso) und mit 50 Jahren könnte ich mich zur Ruhe setzen.

Die letzten 20 - 25 Jahre waren goldene Zeiten für ehrgeizige und intelligente Leute:
- Internetrevolution,
- preiswerte Immobilien in den heutigen Boomtowns Berlin, Leipzig, ..

Ich kenne 25 - 30 jährige Kerle, die vor paar Jahren ein Start Up gegründet haben, sich nach Strich und Faden verschuldet haben und jetzt die Geschäftsidee für 40 mio verkauft haben. Es kann auch heftig nach hingen losgehen aber no Risk no fun.

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godfader 03.05.2019, 22:54
169. Verteilung von Reichtum

Ja, wir wissen wie Reichtum verteilt ist. Nämlich umgekehrt proportional zur Gaußschen Normalverteilung. Und was ist noch ungleich verteilt? Intelligenz. 50% der Deutschen haben einen IQ, der unter dem Durchschnitt liegt; auch wenn das 90% nicht wahrhaben wollen.

Ja, und die Qualität der kleinen grauen Zellen korreliert viel stärker mit der Variable "Vermögen im 50. Lebensjahr" als z.B. der Bildungsstand der Eltern oder die Summe geerbten Kapitals.

Im Grunde genommen sollten durch diese sozialistische Gleichmacherei einfach fleißige und intelligente Leute bestraft werden. Und was machen die dann? Siehe z.B. DDR: Die Fleißigen hauen ab (nämlich dorthin, wo sich Unternehmertum und Ambitionen lohnen) Und die Faulenzer und Sozialismusgläubigen bleiben da, und hoffen dass irgendwann "der Klassenfeind eingeholt wird" (O-Ton Walter Ulbricht).

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