Forum: Wirtschaft
Kühnerts Kapitalismus-Kritik: Wem Deutschland gehört (und wem nicht)
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Kevin Kühnerts Sehnsucht nach dem Sozialismus hat Empörung ausgelöst - und die Debatte über Ungleichheit wiederbelebt. Wie gerecht sind Eigentum und Macht in Deutschland verteilt? Eine ernüchternde Bestandsaufnahme.

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Pushkin 03.05.2019, 23:16
180.

Zitat von spon_7302413
... des "Marktes" besteht darin, dass der eine das kauft, was der andere produziert. Kreislaufwirtschaft ist das Stichwort. Würden alle "investieren" und keiner mehr Mittel haben, um die mit den Investitionsgütern hergestellten Konsumprodukte zu kaufen, gingen alle Pleite. Im Übrigen ist das Problem ein anderes. Die Grundlage des Fiat-Geldes - heute zu 80-90% nur noch als reines Buchgeld - ist die Wertillusion. Würden alle Forderungen realisiert werden, würde das ganze Luftschloss umgehend vollständig zusammen brechen. Es gibt für all das um den Globus vagabundierende Buchgeld nicht einmal im Entferntesten eine reale Sachwertdeckung. […]
Tatsächlich produzieren und konsumierend (kaufen) aber beide. Problem ist aber, dass (insbesondere aufgrund mangelnder finanzieller Bildung) viele ohne Not alles oder gar mehr (Kredit!) verkonsumieren, was/als sie produzieren. Sie geben ihr (nach notwendiger Lebenshaltung) übriges Geld für flüchtige Dinge aus oder halten (wie Sie zurecht schreiben "illusorisches") Geld, anstatt in tatsächliche Werte zu investieren. Das geht auch mit kleinen Summen und hat einen Schneeball-Effekt namens Zinseszins - nach Einstein die größte Erfindung menschlichen Denkens. Gäbe es mehr finanzielle Bildung, würden die Luftschlösser nicht so groß werden und sich die Werte automatisch mehr verteilen. Weltweit gibt es - insbesondere in Afrika und Asien zig Millionen Menschen, die kaum die Chance haben, diesen Hebel zu bedienen. Aber in einem Land wie Deutschland ist doch kaum jemand wirklich schicksalhaft chancenlos. Deswegen bleibe ich dabei: arbeitet an den Chancen und nicht an der Ergebnisgleichheit.

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monaco47 03.05.2019, 23:19
181. Sozialistische Parolen aus der Mottenkiste

Was mich wirklich aufregt, ist die ungezügelte Neid- und Missgunst Mentalität der sozialistischen Anhängerschaft innerhalb unserer Bevölkerung. Diese gönnt dem sogenannten Kapitalisten nicht das schwarze unter den Fingernägeln. Die BMW Aktionäre erhalten aufgrund des letzten Jahresergebnisses eine Dividende von 1,1Milliarden. So what? Das Unternehmen erzielt einen Gewinn von 7,2 Milliarden EURO, die Angestellten erhalten ein überdurchschnittlichen Gehalt und Sozialleistungen, dazu einen Jahresbonus von ca. 9.000EURO, sehr moderne und flexible Arbeitszeitmodelle die den Bedürfnissen und Anforderungen der Belegschaft entsprechen und beschäftigt ca 135.000 Mitarbeiter. BMW ist einer der begehrtesten Arbeitgeber in Deutschland.
Und dann tritt so ein bekennender Jungsozialist auf den Plan, der in seinem gesamten Bildungs- und Berufsleben noch nie etwas selbst auf die Reihe gebracht hat, schwafelt irgendeinen ideologischen Müll von Enteignung und Kollektivierung und die linken Weltverbesserer stimmen lautstark in den hyperventilierenden Chor ein, der uns ein immer wieder gescheitertes Sozialismus-Modell als alternativlose Gesellschaftsform schmackhaft machen möchte. Sorry, diese rückwärts gewandten Gläubiger haben, ganz salopp ausgedrückt, einen an der Klatsche.

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Pushkin 03.05.2019, 23:21
182.

Zitat von Celegorm
Daran ist auch nichts unredlich. Denn das sind vielleicht "vermögende" Leute im Sinne von oberem Mittelstand, aber halt nicht wirklich Reiche geschweige denn Superreiche. Das ist ja gerade das heutige Missverständnis bei heutigen Entwicklung: dass man mit einem gutem Einkommen oder einem wertvollen Haus schon ganz oben dabei wäre. Das zeigt sich ja auch im anachronistischen Begriff "Millionär": früher mal mag man mit einer Million Vermögen ja wirklich reich gewesen sein, heute ist man bestenfalls gut situiert. Reichtum fängt heute ganz woanders an. Und selbst dieser Reichtum ist dann halt ein Witz gegenüber den Summen, die die obersten 0.1% zur Verfügung haben. Was sich u.a. auch darin widerspiegelt, dass sich auch die Schere zwischen den bloss Reichen und den Superreichen immer weiter öffnet. Aber das realisieren halt die meisten nicht und meinen stattdessen, weil sie gut verdienten, ein bequemes Polster und ein paar Aktien haben, sie würden in der höchsten Liga spielen. Und müssten sich darum mit den Superreichen solidarisieren..
Nein, die fehlende Differenzierung geht eher von links aus, wenn Kühnert meint, dass jeder "MAXIMAL seinen eigenen Wohnraum" besitzen dürfe. Denn für ihn ist man scheinbar mit 3-4 Mietwohnungen als Basis für eine privat gestaltete Rente schon so reich, dass man ihm das wegnehmen ("kollektivieren") müsse.

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plutinowski 03.05.2019, 23:22
183. Fakten lügen nicht

Zitat von leonidasng
Interessant wie der Spiegel versucht den JUSO Chef zu verteidigen.
Wieso? Der Artikel stellt zunächst einmal Fakten dar. Oder stimmt an denen was nicht? Wenn ja, dann immer raus damit.

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go-west 03.05.2019, 23:24
184. Die (erfolg)reichen Familien waren einfach besser

als all die anderen, die Foristen hier und mich selbst eingeschlossen. Cleverer, mutiger, entschlossener, gebildeter usw. Ich gönne es ihnen und schätze eine Gesellschaft, in der ein jeder die Möglichkeit dazu hat. Wenn man das Pech hat, in einer bildungsfernen Familie groß zu werden, sind die Chancen natürlich geringer, aber das doch nicht die Schuld der Erfolgreichen.

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james16 03.05.2019, 23:24
185. Sie

Zitat von suzanna_we
das mit einer Unternehmensgründung einhergeht, will wohl niemand mehr tragen. Aber wenn es dann gut geht, wollen alle am Erfolg teilhaben. Eine AG ist gewissermaßen ein Kollektiv, es steht jedem frei, Aktien zu kaufen. Eine Wohnungsbaugenossenschaft kann auch gegründet werden, kein Problem. Wir können auch den Sozialismus wieder einführen. Wir haben aber keine zweite BRD, die dann zur Rettung einspringt und sich mit uns wiedervereint, wenn der sozialistische Staat pleite ist. Gibt es überhaupt einen Sozialismus, der nicht pleite gegangen ist? Und bitte jetzt nicht mit China kommen, das ist eine Diktatur.
haben es genau erkannt: Reale sozialistische Erfahrungen lassen sich doch gar nicht von Diktatur trennen.
Allerdings plaediert Kuehnert ja fuer einen demokratischen Sozialismus. Dafuer gibt es wohl noch wenig bis keine Erfahrungen. Kann also mit den bisherigen Erfahrungen nicht widerlegt werden.

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readme74 03.05.2019, 23:24
186. Wenn Vermögen nicht ungleich verteilt wäre...

Wenn Vermögen nicht ungleich verteilt wäre, dann hätte der Einzelne auch keine Veranlassung, sich ins Zeug zu legen um sein eigenes Vermögen zu mehren. Der persönliche Einsatz des Einzelnen für seinen beruflichen und materiellen Erfolg kommt über Steuern und Abgaben zudem auch der Allgemeinheit zugute. Was Leute wie Kevin Kühnert vergessen ist, dass viele "Reiche" fast die Hälfte ihres Einkommens wieder beim Staat abgeben müssen. Dazu gehören eben auch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sowie - mit immer noch 25 Prozent plus Solidarzuschlag - Einkünfte aus Kapitalvermögen.

Was passiert, wenn der Staat die Vermögen nahezu gleich verteilt und die Produktionsmittel kollektiviert, haben wir 40 Jahre lang am Beispiel der DDR und anderer kommunistischer Staaten gesehen. Dort hatte niemand einen Anreiz, sein Vermögen zu mehren, weil Monatseinkünfte über 3900 Ost-Mark mit 90 Prozent Spitzensteuersatz belegt wurden. Das Ergebnis kennen wir.

Natürlich führt ein System wie das unsere auch dazu, dass manche Leute unermesslichen Reichtum anhäufen. Aber warum sollen sie das auch nicht dürfen. Hier handelt es sich selten um irgendwie von den Schwachen ergaunertes Geld, sondern dahinter steht fast ausschließlich persönliche Leistung, oft genug über mehrere Generationen. Und Kapital schafft eben auch Arbeitsplätze, die eben nicht existieren würden, wenn niemand einen Anreiz hätte, dieses Kapital in Unternehmen zu investieren und somit zu mehren.

Am Ende sind die Thesen Kühnerts nur ideologievernebeltes Geschwurbel von jemandem, der offenbar trotz seiner 29 Jahre noch immer in pubertärer Sozialismus-Romantik schwelgt.

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richard-erb 03.05.2019, 23:28
187. "Nur eine Minderheit besitzt Wohnraum". Da fehlt etwas

nämlich der Vergleich mit Frankreich und Spanien, der bei den anderen Grafiken nicht vergessen wurde. Dann würde sich nämlich zeigen, dass dort sehr viel mehr Menschen Wohneigentum besitzen. Kein Wunder. In Deutschland baut der Staat kaum und für private Häuslebauer machen Tonnen von Vorschriften das Bauen zu teuer. Und dann die Politiker-Logik: Vermieter verdienen eine goldene Nase. Wenn das so wäre, dann müssten die ja bauen wie verrückt. Wenn sie das aber täten, warum gibt es dann zu wenig Wohnraum? Aber Logisches Denken ist wohl nicht die Stärke, wenn man erst einmal im Bundestag sitzt.

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fritz_fleissig 03.05.2019, 23:28
188.

Zitat von Celegorm
Nach dieser Logik müssten Sie doch eher fragen, wieso Sie denn das Einkommen, das von Ihrem Arbeitgeber erwirtschaftet und bereits versteuert wurde, nochmals versteuern müssen. Oder warum sollte ihr bereits versteuertes Einkommen beim Kauf eines Brotes nochmal versteuert werden? Wieso zahlen Sie denn nochmal Steuern auf Ihr Vermögen, nur weil Sie damit ein Haus kaufen? Die simpe Antwort ist: in unserem Geldkreislaufsystem wird eigentlich jede Transaktion besteuert, sprich immer wenn ein Vermögenswert den Besitzer wechselt, werden Steuern fällig. Das ist natürlich kein Naturgesetz und muss man nicht gut finden. Aber es ist rätselhaft, wieso das bei einer Erbschaft derart empörend sein soll, beim Lohn oder der Mehrwertsteuer aber klaglos hingenommen wird. Ich finde jedenfalls letzteres wesentlich fragwürdiger und auch sozial ungerechter als wenn man doch tatsächlich ein paar Prozentchen auf leistungslose Grossgewinne zahlen muss.
Guten Abend, ich möchte Sie kurz korrigieren: 1) Das Einkommen, das ihr Vorredner bekommt, wurde nicht von seinem Arbeitgeber bereits versteuert. Die Lohnkosten reduzieren den Gewinn des Unternehmens und senken damit seine Steuerlast. Der Arbeitnehmer versteuert dann seinen Lohn. 2) Das Brot wird nochmal versteuert, weil wir in Deutschland eine Kombination von einkommensabhängigen und nicht-einkommensabhängigen Steuern wie z.B. die Mehrwertsteuer haben. Die Finanzwissenschaft spricht dann davon, dass im ersten Fall die Einkommensentstehung und im zweiten Fall die Einkommensverwendung (=Konsum) besteuert wird. Dies ist ein ganz normaler Vorgang im deutschen Steuermix. 3) Grunderwerbsteuer ist damit quasi eine Konsumsteuer. 4) Es ist zwar so, dass bei jeder Transaktion Steuern fällig werden, aber nicht so, wie Sie es meinen. Wenn ich dem Bäckmeister die Mehrwertsteuer entrichte, wird der Bäckermeister wiederum seine Vorsteuer auf die eingesetzten Waren steuerlich geltend machen. In der Netto-Betrachtung zahle ich beim Bäcker über die Mehrwertsteuer nur einen Steuersatz von 19% auf dessen Wertschöpfung. Die Mehrwertsteuer wirkt damit wie eine normale Einkommensteuer, weil sie den Mehrwert besteuert. Sie ist jedoch in der Höhe individuell nicht einkommensabhängig. 5) Bitte verdeutlichen Sie mir bitte noch einmal, wie Sie dann den Bogen zur Erbschaftsteuer schlagen. Ich komme da nicht mehr mit. 6) Mein Ratschlag: Kaufen Sie sich ein gutes Buch zur Einführung in die Finanzwissenschaft oder Volkswirtschaftslehre. Ihr Halbwissen ist erschreckend und ich finde es bedenklich, dass der Spiegel sowas unkommentiert veröffentlicht.

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Ökofred 03.05.2019, 23:29
189. Bei Aktien

Zitat von astistia
... sagen Sie mir sofort wo es 4% Zinsen gibt !
An der Börse kein Problem. Aber ohne Risiko 4% geht eben nicht. Die Leute tun immer so als gäbe es ein Recht auf Zinsen ohne Risiko.... meine Güte...

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