Forum: Wirtschaft
Kühnerts Kapitalismus-Kritik: Wem Deutschland gehört (und wem nicht)
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Kevin Kühnerts Sehnsucht nach dem Sozialismus hat Empörung ausgelöst - und die Debatte über Ungleichheit wiederbelebt. Wie gerecht sind Eigentum und Macht in Deutschland verteilt? Eine ernüchternde Bestandsaufnahme.

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AttaTroll 03.05.2019, 23:33
190. Sozialbindung des Eigentums???

Wenn in Köln der Dom durch einen Großbrand verwüstet worden wäre, hätten Klattens und Konsorten innerhalb weniger Stunden gewiss eine Milliarde gespendet.
Topp, die Wette gilt!

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james16 03.05.2019, 23:34
191. Wenn 90

Zitat von bergführer
... Bei den derzeitigen Problemen von geringfügig Beschäftigten Alleinerziehenden etc. muss der Staat seine gesellschaftliche Verantwortung übernehmen aber das System von dem 90% profitieren muss nicht verändert werden. ...
Prozent profitieren, muss nichts veraendert werden ?
Ein merkwueriges Verstaendnis. Was ist dann mit den restlichen 10%.

Muessen die auf der Strasse leben, verhungern oder sollte man die gleich ganz entsorgen ?

Ein Wirtschaftssystem MUSS in der Lage sein, das ALLE vernuenftig leben koennen. Dass es auch arbeitsunwillige geben kann, mag wohl sein. Aber das ist nicht das Problem, um das es hier geht..

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Bibs1980 03.05.2019, 23:34
192.

Zitat von Faktomat
Schade, dass der Artikel a) nicht auch die Einkommensverteilung mit anderen Ländern vergleicht, und b) nicht darauf eingeht, warum die Deutschen beim Vermögen vergleichsweise schlecht abschneiden. Die Vermögensverteilung in Deutschland ist im Vergleich nur deshalb so schlecht, weil Deutsche – aus welchen Gründen auch immer – unglaublich risikoscheu sind. Eine Wohnung zu kaufen kostet nicht mehr, als eine zu mieten, aber man geht ein Risiko ein. Dies nehmen z.B. Engländer ohne Wimpernzucken in Kauf. Die Haltung ist: Wenn ich z.B. arbeitslos werde, dann verkaufe ich halt das Teil, miete mir eine kleinere Wohnung und mache in aller Regel sogar noch einen Gewinn, weil meine Wohnung an Wert gewonnen hat. Allerdings ist es in vielen Ländern einfacher und risikoärmer, Wohnungen zu kaufen. In den USA gibt es z.B. in der Regel non-recourse Hypotheken, das heißt, es haftet nur die Wohnung, nicht der Eigentümer (es kann also bei Zahlungsunfähigkeit nicht auf anderes Privatvermögen zugegriffen werden). In England braucht ein Käufer aufgrund staatlicher Subventionen nur 5% Eigenkapital. Ähnlich sieht es mit der Aktienkultur aus. In vielen Ländern „spart“ die Mehrheit mit Aktien, nicht auf Null-Zins Sparkonten. Mehr Risiko, aber mit der Zeit wächst das Vermögen, in Deutschland schrumpft es.
Soweit ich mich erinnere wurde die weltweite Finanzkrise genau durch solche Immobilienkredite, bei denen ziemliche Schrotthäuser zu horrenden Preisen von Banken finanziert wurden, ausgelöst.

Ebenso haben sich die Immobilienpreise in UK in den letzten 25 Jahren fast verfünffacht, so dass selbst mit Subventionen eine solche Immobilie für einen Normalverdiener kaum zu stemmen ist. Im Königreich herrscht eine "housing crisis", drei Millionen Sozialwohnungen/-häuser fehlen. Ich wüsste nicht, was daran kopierenswert wäre.

Und zuletzt werfen Sie den Leuten vor, ihre mühsam erarbeiteten Penunzen nicht in Aktien anzulegen. Dabei weiss jeder, dass Kapitalrendite von irgendwem erarbeitet werden muss.

Ihr Beitrag manifestiert den Glauben, dass nur dieses System das Richtige sein kann und dass man sich ja nur ein bisschen anstrengen und ein bisschen risikofreudiger sein müsse, um von der Umverteilung von Fleissig nach Reich ordentlich profitieren zu können.

Was für ein Unfug...

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brasilpe 03.05.2019, 23:36
193.

Den dankenswert deutlichen Graphiken ist kaum etwas hinzuzufügen. Was Deutschland fehlt, ist eine gesunde Erbschaftsteuer auf große Vermögen. Selbst im Mutterland des Kapitalismus sind sie höher. Die politischen Entscheidungsträger in unserem Land sind entweder zu dumm zu erkennen, dass hier eine Änderung vonnöten ist, oder im Eigeninteresse daran gehindert. Vorerst ist also keine Wendung zu erwarten. Eine Malaise ersten Ranges. Man wird warten müssen, bis die jetzt jungen Leute in (Nicht-)Rente gehen ...

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canUCme 03.05.2019, 23:36
194. In Deutschland pusten sie ....

... mit Überzeugung und Hingabe das Höllenfeuer hoch, in dem sie sitzen.
Die o.g. Ungleichverteilung der Einkommen, der Entzug großer Kapitalmengen der Märkte durch private Hortung, Privatisierung im sozialen und Gesundheitsbereich inkl. Erzeugung von Elend, Versklavung in bestimmten Arbeitsbereichen (Logistik, Leiharbeit, Zusteller), Aberkennung des Rechts auf Wohnraum für Nichtreiche usw. usw. .. Offensichtlich empfindet das die große Mehrheit so alles für richtig, sonst würde sie nicht allein die Diskussion darüber tabuisieren, wie in den letzten Tagen wieder geschehen.
Tja dann: Köchelt weiter ....

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Paddel2 03.05.2019, 23:37
195. Stichhaltige Argumente

@ prof.unrat:
Lesen Sie doch für einen Einstieg in diesem Forum. Dieses ist bereits voll von stichhaltigen Argumenten. Dieses Forum ist zudem nicht das einzige Medium mit den von Ihnen angefragten Inhalten. Sofern man nicht nur sieht was man sehen will, ist einem mit wenig Recherche schnell geholfen.

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tobias334 03.05.2019, 23:38
196. Ja, Deutschland ist im Kern ungerecht...

diese Informationen ist nun beileibe nicht neu und daran wird sich auch nichts ändern. Wobei die eigentlichen Vermögen der wirklich reichen gar nicht bekannt sind, weil die Daten hierzu gar nicht erhoben werden können. Deswegen geh ich persönlich auch längst nicht mehr wählen, weil eine politische Einflussnahme auf die wirklich relevanten Fragen für den Normalbürger gar nicht mehr gegeben ist. Traurig aber wahr, aber so ist es eben.

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scoopx 03.05.2019, 23:38
197. Naja,

Zitat von Pushkin
...ist die Behauptung, dass jeder im Wohlstand nur unredlich ("Betrug", "Erpressung"...) erworben sein kann. Alle Reichen "müssen" also per definitionem Verbrecher sein. Gute Menschen können nur arm sein. Für Sie gibt es nur schwarz und weiß. Die Welt ist ein Duopol. Man gehört zu den Einen oder zu den Anderen. Man ist arm oder man ist reich. Man ist ein ausgebeutetes Opfer oder ein ausbeutender Täter. So einfach ist die Welt. Damit entledigt man sich praktischer Weise auch gleich der Eigenverantwortlichkeit.
das steht doch schon in der Bibel, oder nicht? "Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in den Himmel." Eine sozialistische Partei sollte einen Preis stiften für denjenigen, der ein Beispiel nennen kann für einen Reichen, der zu seinem Vermögen nicht durch mindestens eines der von mir genannten Merkmale:
•Betrug
•Erpressung
•Privilegien
•Spekulation
•Übervorteilung
gekommen ist. Durch Arbeit und Fleiß allein wird keiner reich. Das ist vollkommen ausgeschlossen.

Aber "einfach" wird die Welt dadurch nicht. Erpressung kann auch schiefgehen, wenn z.B. eine Firma einen Mitarbeiter entläßt, den sie noch gebraucht hätte, nach dem Motto "jeder ist ersetzbar". Die Begriffe Nutznießung von Privilegien, Spekulation und Übervorteilung lassen viel Raum für Grautöne. Die Ausweitung der Eigentums- und Verfügungsrechte in den letzten 40 Jahren durch den Neoliberalismus sind nichts anderes als Privilegien.

Unsere Ideologie ist seit dem 18. Jahrhundert (David Hume, Benjamin Franklin u.a.) daß der Mensch ohne Eigentumsrechte ("property rights") nichts leistet und interessegeleitetes Handeln zu einer spontanen Ordnung führt - und das, obwohl die meisten Menschen durch ökonomische Abhängigkeit gezwungen sind, gegen ihre Interessen zu handeln.

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fritz_fleissig 03.05.2019, 23:41
198.

Zitat von Bibs1980
Niemand wird durch eigener Hände Arbeit Millionär, geschweige denn MIlliardär. Und die immer wieder bemühte Floskel von der Risikobereitschaft ist spätestens dann am Ende, wenn aus dem Einzelunternehmen eine Kapitalgesellschaft wird...und der Spaß fängt bei vergleichsweise läppischen 25.000 Euro an. Spätestens ab dem Zeitpunkt lässt man andere arbeiten für den Erfolg und bluten für den Misserfolg.
Guten Abend, ich bin ein Arbeiterkind und durch eigene Hände Arbeit Millionär geworden. Hört sich toll an. Ich kann mir davon aber nichts kaufen. Das Vermögen ist nämlich in meiner Firma gebunden. Ich bezahle meinen Angestellten ein Festgehalt und muss jedes Jahr mein eigenes Vermögen riskieren, um die Firma auszubauen oder am Leben zu halten. Momentan ist die Auftragslage nicht so gut und ich mache derzeit pro Monat etwa 40.000 Euro Verlust. Meine Angestellten bekommen weiterhin das volle Gehalt. Erkennen Sie den Unterschied zwischen meinem Risiko und dem meiner Angestellten? Ich hatte einigen Angestellten angeboten, Teilhaber zu werden, damit wir Chancen und Risiken teilen - nur Absagen bis heute. Die Welt ist nicht so schwarz/weiss, wie viele Protagonisten dies hier im Forum sehen. Nur zu, eröffnen Sie Ihr eigenes Geschäft wie ich und probieren es aus. Viel Erfolg!

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merapi22 03.05.2019, 23:41
199. Das BGE ist der Schlüssel zur gerechten Verteilung

Wer etwas anderes als BGE-Partei zur EU-Wahl wählt ist selber Schuld!
Deutschland ist was Vermögen, Besitz angeht das ungerechteste EU-Land und zudem das einzigste Land mit einer Zwangs-Krankenversicherung, was dazu geführt hat, das Millionen ohne KV-Schutz leben und vorzeitig sterben müssen! Die meisten Staaten der EU haben eine KV-Grundversorgung!

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