Forum: Wirtschaft
Kühnerts Kapitalismus-Kritik: Wem Deutschland gehört (und wem nicht)
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Kevin Kühnerts Sehnsucht nach dem Sozialismus hat Empörung ausgelöst - und die Debatte über Ungleichheit wiederbelebt. Wie gerecht sind Eigentum und Macht in Deutschland verteilt? Eine ernüchternde Bestandsaufnahme.

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odapiel 04.05.2019, 04:29
250.

Zitat von dasmagazin2017
Die Brüder Albrecht haben mit jeder Menge Arbeit ein Riesenunternehmen aufgebaut, das viele Arbeitsplätze geschaffen hat. Dasselbe gilt für die Schwarz(Lidl) u.a. Nach Ansicht von Kühnert und dem Spiegel ist Unternehmertum offensichtlich etwas ganz schlechtes, das abgeschafft gehört. Kaum zu fassen!!
Ihnen ist aber schon klar, daß vom ersten Tag als Konzern an, diese Firmen ihre Mitarbeiter aufs Schändlichste ausgenommen, traktiert und ausgebeutet haben, richtig? Und ihnen bis vor kurzem auch nur einen Hungerlohn bezahlt haben, richtig?

Wenn nicht, dann sollten Sie sich mal schlau machen, was es bedeutete, bei Aldi oder Lidl arbeiten zu müssen. Daß zB Mitarbeiter auf Abruf bereit zu stehen hatten, aber nur für die Arbeitszeit im Laden bezahlt wurden. Daß sie nach Hause geschickt wurden, wenn es wenig Kundschaft gab, und der Lohn gekürzt wurde. Daß sie umgekehrt aber jederzeit zu Überstunden verpflichtet waren. Daß sie von vorne bis hinten bespitzelt und drangsaliert werden.

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t.i.c.2006 04.05.2019, 04:36
251. Da labert irgend ein Typ

Irgendetwas vor sich hin und die Diskussion hört nicht auf! Wollen wir das wirklich, die Abkehr von der Leistung? Alles gleich verteilen bis nichts mehr da ist? Und die Wirtschaftsmächte um uns herum haben hohe Wertschöpfung! Na das wird ja richtig doll in ein paar Jahren, Endzeitscenarien ohne mich bitte

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odapiel 04.05.2019, 04:44
252.

Zitat von dasmagazin2017
Eine weitere Verzerrung der Realität im Artikel. Ich erinnere mich, wie sich Ökonomen beispielsweise aus Spanien vor ein paar Jahren wunderten, dass sich trotz der niedrigen Zinsen nur so wenige Deutsche trauen, eine Immobilie zu kaufen. In Spanien ist die Eigentumsquote weitaus höher und weder sind die Spanier reicher als die Deutschen, noch sind Immobilien dort wesentlich günstige als bei uns. Auch dies hat also schlicht gar nichts mit einem falschen Wirtschaftssystem zu tun, sondern in erster Linie mit der bewussten Entscheidung vieler Deutscher.
So ein Quatsch.

Ich zahle derzeit fast 500 Euro für ein Miniapartment. Rein rechnerisch könnte ich davon ein ebensolches als Kauf finanzieren. Nur gibt mir absolut keine Bank, nicht eine einzige, den Kredit dafür, denn ich bin selbstständig im Einmannbetrieb. Wollen würde ich durchaus, so ist das nicht. Aber wenn man als kleine Freiberuflerin nicht mal einen schlichten Konsumentenkredit von der Bank bekommt, dann braucht man wegen eines Immobilienkredits garnicht erst zu fragen!

Daran liegt es, und nicht an der angeblich fehlenden Risikobereitschaft. In der Zeit, die ich gerade benötigte, um eine popelige Studiowohnung zur Miete zu finden, haben 3 von 4 Kindern einer britischen Freundin Häuser gekauft. Eins davon nahe London. Keins der Häuser ist irgendwie nennenswert anbezahlt worden, keiner hat irgendwelche Sicherheiten, zwei von den dreien sind auch Selbstständige mit Kleinbetrieben. Gibts bei uns nicht, läuft aber auch so zB in Frankreich.

Hinzu kommt, daß eine Immobilie in Deutschland wie ein Klotz am Bein ist, gleichzeitig aber neoliberaler Druck dazu geführt hat, daß Arbeitskräfte gefälligst dahin umzuziehen haben, wo Arbeit ist. In England, um beim Beispiel zu bleiben, wird ganz schnell wieder verkauft, auch wenn noch nicht abbezahlt, und das nächste Haus wieder gekauft. Alles läuft quasi mit demselben Kredit und praktisch bis auf die Gebühren verlustfrei. Überhaupt kein Problem dort. Probieren Sie das doch mal hier!

Das sind also keine freigefassten Entscheidungen, das ist systemimmanent. Es wird der Immobilienerwerb hierzulande gezielt schwer gemacht.

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haraldbuderath 04.05.2019, 04:50
253. Weltkrige

Wo sollte das Eigentum nach dem Krieg den herkommen? durch die Bombardierungen lagen Unsere Stätte und Wohnungen in Schutt und Asche, CDU/CSU und FDP haben Deutschland verkauft an die USA/Israel/GB,
Briten und Amerikaner zocken mit Deutschem Geld an den Börsen, durch Erbschaften und krimineller Aktionen werden die meisten Reich, mit ehrlicher Arbeit werden die meisten Sterben Ohne jemals Eigentum besessen zu haben, die Elite vermeidet jegliche Zahlungen und suchen nach Neuen Opfern,

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Beatbox 2 04.05.2019, 05:07
254. Mal nachgerechnet

Angefangen bei den Superreichen bringen die es auf ein kumuliertes Vermögen von sagen wir 200 Milliarden. Wenn man die einzöge o.ä. Würde das nicht mal für ein Jahr des Bundeshaushalts für soziales finanzieren. Von diesem Vermögen sind ja vorher bis zu 47 % an Steuern an die Staatskasse geflossen. Das Vermögen besteht desweiteren ja nicht aus Geldscheinen , sondern in Fabriken und Infrastruktur.
Das diese Leute gute Entscheidungen für Ihre Firmen treffen, ist ja gerade die Ursache ihres Vermögens. Wenn der Staat dies leitete, währe dann konkret ein verdienter Parteisoldat der Chef. Um unter dessen Führung überhaupt Gewinne anfallen, halte ich vor dem Hintergrund BER und Elphi für eher unwahrscheinlich.
Der Artikel suggeriert mit einem Kindlichen Bild
das , über Umverteilung eines Kuchens alle bessergestellt seien könnten. Die Geschichte hat wiederholt gezeigt, das die Denke falsch ist.
Schon jetzt arbeiten Millionen Bürger von Januar bis September für den Staat.
Das Eigentum wird vom Grundgesetz ausdrücklich Garantiert. SPON sollte in dieser Hinsicht auf eine ausgewogene Berichterstattung achten, Anbetracht eines derart sensiblen Themas.

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Karsten Kriwat 04.05.2019, 05:18
255. Kluft zwischen arm und reich wächst

Kühnert hat ja in einigen Punkten recht: Die Reichen werden durch Immobilien, Aktien etc. in diesem kapitalistischen System automatisch immer reicher und die Armen dürfen dagegen zu Hungerlöhnen in Zeitarbeitsfirmen schuften oder Hartz-IV beziehen und werden immer ärmer. Das ist doch die Wahrheit!

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laotse8 04.05.2019, 05:28
256.

"Nun gäbe es - zumindest bei Aktiengesellschaften - ja durchaus Möglichkeiten der "Kollektivierung" (wie Kühnert es nennt). Dazu müssten aber nennenswerte Teile der Bevölkerung Anteilseigner dieser Unternehmen sein. Davon kann in Deutschland allerdings nicht die Rede sein." ... und zwar deshalb nicht (mehr), weil unter unter der GroKo bereits 2009 neben Körperschafts-, Gewerbe- und Dividendensteuer auch noch die Kursgewinnsteuer ohne Haltefristenregelung und eine 50! €-Deckelung aller Werbekosten pro Jahr den in Deutschland lebenden Kleinaktionären aufdoktriniert wurden. Es wurde zuvor vielfach von Experten eingewendet, dass damit die zarte deutsche Aktienkultur, soweit in Deutschland als Kleinaktionäre ansässig, steuerlich vernichtet war. Ein gieriger Staat den Privatgewinn eines Kleinaktionärs gleich viermal! besteuert, sollte sich nicht mehr "Marktwirtschaft", sondern realistisch "Planwirtschaft" nennen und sorgt dafür, daß die Produktionsmittel der Bevölkerung in die Hände derjenigen gelangen, die auf deutsche Steuern pfeifen können wie z. B. ausländische Staatsfonds. Dass das langfristig zu abnehmenden Investitionen und abnehmender Loyalität "deutscher" Unternehmen zum Staat führt, ist jedem Bürger mit Grips klar und wird bei Werkseröffnungen im Ausland bei zugleich erfolgenden Werksschließungen in Deutschland deutlich.
Diskussionen wie die von Herrn Kühnert angestoßene werden ebenso wie die Diskussion über zusätzliche "Transaktionssteuern" das "scheue Reh" Unternehmenskapital zusätzlich aus Deutschland vertreiben. Bei Immobilienkapital strengt sich die politische Klasse der MerkelDDR 2.0 mit Kevin Kühnert auch schon sehr an. Der Letzte macht dann das Licht aus, wenn der Strom nicht schon vorher weg ist.

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r.voelckel 04.05.2019, 05:29
257. Warum

Was haben Säulendiagramme , die zufällig drei beliebige EU Staaten auswählt einen Wert? Nun läuft der Spiegel jedem sozialistischem Stöckchen hinterher, welches ihm hingeworfen wird und das im Jahr ostdeutscher Wahlen. Wie klug. Wann kommt das Scharia Thema?

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Miyamoto Muzashi 04.05.2019, 05:32
258. Die Ungleichheit ist demokratiefeindlich

Es gibt seriöse Studien, die besagen, dass die westlichen, kapitalistisch orientierten Demokratien heutzutage als OLIGARCHIEN bezeichnet werden müssen. Also politische Systeme, in denen nicht der Wille des Volkes maßgeblich ist, sondern der eins kleinen Personenkreises. Dieser hat so viel ökonomisches Kapital akkumuliert, dass es in politisches Kapital umgemünzt, die Politik bestimmen kann.
Studie aus Princton: https://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/northamerica/usa/10769041/The-US-is-an-oligarchy-study-concludes.html und https://scholar.princeton.edu/sites/default/files/mgilens/files/gilens_and_page_2014_-testing_theories_of_american_politics.doc.pdf
Das Ergebnis ist auch leicht anwendbar auf Deutschland. Viele politische Entscheidungen sind nachweißlich gegen das Interesse der Mehrheit der Bevölkerung, werden jedoch von mächtigen Interessengruppen in der Hand von superreichen Individuen von willfährigen Politikern umgesetzt. Das ist OLIGARCHISCH und zum Teil hochkriminell.
Beispiel Verkehrspolitik: Wird bestimmt durch die Autoindustrie und deren reiche Elite (Familie Quandt, Winterkorn). Bevölkerungsmehrheit ist für eine Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene und emissionsarmen Verkehrsmitteln (https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_441152.html). Seit 12 Jahren unter Scheuer, Dobrindt (CSU) und Merkel (CDU) reine Klientelpolitik für eine zunehmend korrupte und sich ungeniert bereichernde, teilweise kriminelle Klientel: Dieselskandal (Winterkorn, einer der bestbezahltem Manager Deutschlands, steht in den USA vor Gericht: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/dieselskandal-vw-winterkorn-abgasskandal-anklage-1.4410914), massenweise Dieselfahrer wurden betrogen und belogen. Fokus auf der Straße Individualverkehr/LKW-Verkehr statt Bahnverkehr. Gewinner: Quandts und andere superreichen Anteileigener, die die immer höheren, kriminell erworbenen Gewinne einstreichen. Auf Kosten des Volkes.
Andere Beispiele gibt es massenhaft. Ein paar Stichpunkte zur Erinnerung:
Versicherungsindustrie: Gesundheitsministerium (FDP) – „Mövenpick-Skandal“.
Banken: Finanzministerium (CDU) - Deutsche Bank – Cum-EX-Skandale, Blockade gegen Finanztransaktionssteuer und andere europaweite Steuergesetze zur Bekämpfung von Steuerflucht. Aber ein Ackermann feiert seinen 60. Geburtstag im Kanzleramt!
Waffenindustrie: Wirtschaftsministerium (SPD), Export von Waffen an Saudi Arabien trotz Verstoß gegen das Waffenexportgesetz.
Diese Politik gegen die Mehrheit der Bevölkerung ist massiv undemokratisch und die Wissenschaft hat bereits bewiesen, dass es sich um ein oligarchisches System handelt. DAS ist das Problem. DAS befördert die Ungleichheit und den Frust des Volkes massiv. Es geht NICHT um NEID! Das ist Unsinn! Es geht um die Zukunft Deutschlands und um unsere DEMOKRATIE.

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barbara.schaepers 04.05.2019, 05:33
259. Danke Herr Kühnert,

dass wir endlich wieder mal über die soziale Ungerechtigkeit diskutieren. Es ist genügend Geld da, um etliche gesellschaftliche Probleme zu lösen und eine gerechtere Verteilung und die strikte Trennung von Kapital und Politik (Lobbyismus) würde unsere Welt besser machen. Meine Unterstützung haben Sie.

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