Forum: Wirtschaft
Kühnerts Kapitalismus-Kritik: Wem Deutschland gehört (und wem nicht)
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Kevin Kühnerts Sehnsucht nach dem Sozialismus hat Empörung ausgelöst - und die Debatte über Ungleichheit wiederbelebt. Wie gerecht sind Eigentum und Macht in Deutschland verteilt? Eine ernüchternde Bestandsaufnahme.

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Malcolm XXX 04.05.2019, 07:17
270. Kühnert hat recht , ABER

bin seit 20 Jahre Mitglied bei IGM sehr bewusst. Schweißer in Maschinenbau in Hamburg ,wir werden nur noch verheizt ,Produktivität bei 90 % , verdienen weniger als vor 20 Jahren. diese Fake News , traurig ist das er Journalist von uns Arbeiter verabschiedet habt. manchmal muss raus aus der Hafencity , SPD seit Schröder nicht wählbar.
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viel Spaß dabei

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muru 04.05.2019, 07:22
271. Vermögen

wird nicht verteilt, man erbt oder erarbeitet es, einige wenige ergaunern es. Das Verteilen von Vermögen, so wie es sich dieser Kühnert vorstellt nennt man Kommunismus und das wird auch in Deutschland nicht funktionieren. Man könnte natürlich über andere Steuersätze diskutieren, die eine höhere Einkommensteuer für Hochverdiener beinhaltet und auch höhere Steuern bei Aktiengewinnen und Dividenden. Dazu gehört aber nicht die Idee der Linken und Grünen, bei € 80000,-- Jahreseinkommen bereits die höchste Stufe der Einkommenssteuer zu zahlen, aber es ist durchaus vorstellbar, z.B. bei einen Einkommen von 500000 p.a. 60% Einkommenssteuer abzudrücken.

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pumpernickl1811 04.05.2019, 07:24
272. Warum immer der Vergleich mit der DDR

Wenn ich mir die Leserkommentare anschaue, wird immer gleich das DDR Regime als Totschlagargument genutzt. Ich glaube Marx wäre mit der Umsetzung seiner sozialistischen Ideen wie in der DDR nicht einverstanden gewesen. Da handelte es sich um ein totalitäres System, nicht um eine Demokratie. Aber warum die Ideen zu einer gerechteren Verteilung des Wohlstandes nicht einfach mal wirken lassen und dann weiter diskutieren? Ich freue mich, dass Kühnert endlich mal Leben rein bringt und mit seinen Vorschlägen einige der Knackpunkte unserer aktuellen Situation angreift.

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ceeboks 04.05.2019, 07:27
273. Kühnert - Sicherheit

Kann Kevin Kühnert nur empfehlen, sich auch um seine persönliche Sicherheit zu kümmern. Wenn er mit seinen Vorstellungen deutlich mehr Relevanz entwickeln sollte, könnte es für ihn persönlich gefährlich werden. Siehe Rudi Dutschke in den Sechzigern. Da Kühnert eine wesentlich verständlichere Art zu reden hat als zb Dutschke, kann er vermutlich viel mehr Menschen, als die Linke damals in den Sechzigern, erreichen, wodurch die Gefahr für ihn, einem Attentat zum Opfer zu fallen, größer ist. Mag weit hergeholt seien, aber bei der sich heute entwickelnden rechten Szene....

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lälleskopp 04.05.2019, 07:29
274. Die Reichtumsverteilung

Hier in DE ist wirklich zu kritisieren. Das Problem mit Kühnerts Lösungsvorschlag ist aber, dass seiner Definition nach schon jemand, der mehr als eine Wohnung besitzt, zur Gruppe der „Superreichen“ gehört und aus Gründen der „Gerechtigkeit“ enteignet werden muss.
Hier wird nicht abgewogen welches Mittel das mildeste zu Erreichung des gewünschten Ergebnisses ist, sonder direkt das Maximum gefordert. Und nein, ich glaube nicht dass das nur dazu diente, die Diskussion anzustoßen.

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mgrevenstein 04.05.2019, 07:31
275. Nun ja...

lasst uns den Kühnert loben und preisen und ihm die Gnade schenken das er nicht wieder 3 Jahre im Callcenter sitzen muss. Er täte gut daran, sich in naher Zukunft mit den politischen und geistlichen Entscheidungen in den vergangenen Jahrhunderten zu befassen. Kurzum "Geschichte". Irgendjemand kann mir doch sicher sagen in welcher Zeit man da auf sozialer Ebene am besten gelebt hätte, oder? Die Zeichen standen schon immer so nur der Deckmantel ist ein anderer und wenn man die Entwicklung des Landes in den vergangenen Jahren sieht, ist eine Umverteilung in Form von diversen Abgaben welches diejenigen Aufbringen die die einzelnen Leute beschäftigen ja bereits vorhanden. Da brauchen wir keine Kühnerts, Karrenbauers und Lindners die jedes mal neue Ideen auf den Tisch werfen um a. Ihr Geltungsbedürfnis zu erhöhen oder b. zu glauben man könnte sich in die Geschichtsbücher eintragen lassen. Lernt wie man diese Gelder sinnvoll investiert ohne euch jedes Jahr daran zu bereichern und fangt bei euch selbst an. Denn im Gegensatz zu denen die stündlich 300.000 Euro Zinsen einstreichen sieht das mit den verwalteten Geldern der BRD eher schlecht aus. Nicht mal die Rente kann von unseren hochbegabten Politgrößen gesichert werden. Revolution? Bin ich dabei....aber nicht so.... Kevin!

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olli0816 04.05.2019, 07:31
276. Eines der Hauptprobleme ist der Staat

War die Verteilung des Vermögens jemals gerecht? Vor allem: Wer definiert denn, was gerecht ist? Das sieht wohl jeder etwas anders. Übrigens gab es schon eine Vergesellschaftung der Industrie in den 90er-Jahren in Russland. Jeder Bürger hatte einen Anteilschein vom Staat an der Industrie bekommen. Was ist damit passiert? Innerhalb weniger Jahre waren die im Besitz weniger Leute.

Der Artikel schreibt, dass viele Superreiche nach wie vor die strategische Ausrichtung der Unternehmen beeinflussen. Anscheinend tun sie das recht erfolgreich, sonst wäre sie nicht so reich. Wer soll das übernehmen? Krakelende Arbeiter, die glauben sie wären alleine für den Erfolg des Unternehmens verantwortlich? Ich habe selber Unternehmen geleitet und das ist so fern von der Realität wie der Pluto von der Erde.

Aber woher kommen die Umverteilungen? Schaut man sich z.B. die Entwicklungen der Steuererhebungen an, findet man einen Teil der Antwort. Der Staat hat über die Jahre massiv die UST erhöht und gleichzeitig etwas die EST verringert. Parallel hat er immer mehr Abgaben eingeführt, die arme Bürger wesentlich stärker belasten als gut verdienende. Nehmen wir die EEG-Abgabe: Ein H4-Haushalt zahlt das genauso wie ein reicher Haushalt. Prozentual ist diese Abgabe für einen armen Haushalt viel höher. Und das geht so durch. Dann die Einführung von Pflegeversicherung, hohen Sozialkosten für KV, RV bei gleichzeitig abnehmender Leistungen trifft vor allem ärmere Haushalte. Die Steuern für sich wären zwar hoch, aber in Verbindung mit den Sozialkosten sind sie eine hohe Bürde für niedrig verdienende Haushalte. Es kann so schlecht Vermögen angespart werden. Der Sparerfreibetrag ist dazu viel zu niedrig.

Es wird oft geschrieben, dass früher ein Vollverdiener einen Haushalt finanzieren konnte. Man muss das differenzieren. Damals waren die Ansprüche nicht so hoch wie heute, es wurde also weniger ausgegeben. Dazu gab es viele Sachen noch nicht oder waren außer Reichweite wie z.B. Flüge. Daneben waren aber die Steuern anders verteilt. Die EST war insgesamt höher, vor allem aber für die gut verdienenden. Es gab sehr viel niedrigere Verbrauchssteuer und Abgaben, die niedrig verdienende Haushalte besonders belasten. Genau diese Strategie des Staates in Zusammenarbeit mit Lobbygruppen belasten die Haushalte und verteilen über die geringere EST die Gelder an die reich verdienenden Haushalte.

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ford_mustang 04.05.2019, 07:40
277. Bis zum Zusammenbruch des Ostblocks ...

ging es den Leuten im Westen recht gut. Warum? Weil man mit den heutigen Verhältnissen im Wettkampf der Systeme ziemlich alt ausgesehen hätte. Da gab es immer die Angst, der Sozialismus könnte über den "Eisernen Vorhang" schwappen. Viele Konzerne werden indirekt über Hartz4 subventioniert, weil Mensche ihr Gehalt aufstocken müssen. Abschließend, welches unternehmerische Risiko tragen den Konzernchefs? Aus den letzten 50 Jahren ist mir niemand bekannt, der trotz Unternehmenspleite in Armut verstorben ist. Aktuelles Beispiel ist die Schlecker-Bande, die trotz Verurteilung immer noch ein gut situiertes Leben führt. Risiko hat nur derjenige, der sich selbstständig macht. Der Mittelstand wurde und wird gegängelt und kaputt gemacht. Das zeigt sich halt auch in den Zahlen des Artikels.

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insel-banker 04.05.2019, 07:40
278. Jetzt muss es ums Ganze gehen!

Die Fakten sprechen eine unmissverständliche Sprache. Sie zu leugnen, ist viel mehr als ignorante Kinderei. Die Steigbügelhalter der durch und durch asozialen, die Gemeinschaft schädigenden Wirtschaftsordnung des eiskalt egoistischen Homo oeconomicus verhalten sich wie Junkies, die sich ihre Droge unter allen Umständen schönzureden versuchen und sich ein Leben in der Wirklichkeit nicht vorstellen können bzw. wollen. Die zahlreichen sozialen und ökologischen Krisen lassen keine Zeit mehr, sich immer weiter Geschichten zu erzählen und in einer „Entweder-Kapitalismus-oder-Sozialismus-Welt“ mit dem Irrglauben zu verharren, dass es andere, wesentlich klügere Lösungen nicht gibt. Gebraucht wird eine Wirtschaftsordnung, die sowohl individuelle als auch kollektive Bedürfnisse, die gleichermaßen Eigen-, Fremd-, Gemein- und Universalwohl zu berücksichtigen vermag. Als Ausgangspunkt wird ein Menschenbild benötigt, das der Wirklichkeit des Menschen weit mehr entspricht als entweder nur Egoist oder nur Altruist. Der evolutionäre Mensch ist ein Meister der Kooperation, sofern er sich nicht permanent etwas anderes einredet. Gebraucht wird die ökologisch fundierte Kooperationswirtschaft, nachzulesen im aktuellen „Handbuch Soziale Revolution“.

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ekke10 04.05.2019, 07:41
279. Einstellungsfrage

Die Deutschen bevorzugen Urlaub, statt unternehmerisches Risiko. Es genügt eine bekannte Trödelsendung anzuschauen, um zu sehen, dass den allermeisten Essen und Urlaub als Verwendungszweck für ihren erwarteten Gewinn völlig ausreicht. Kaum einer - ich behaupte sogar keiner gibt an das Geld in Aktien oder in eine Ausbildung investieren zu wollen, geschweige denn in ein Risikogeschäft. Das ist die eigentliche Ursache für die Ungleichheit. Und das ewige Geschrei nach Umverteilung zeugt bestenfalls davon, dass man keine Ahnung von Wirtschaft hat: Warum sollte ein, aufgrund politischen Willens,neuer Besitzer ein besserer Unternehmer sein ? Es geht beim Unternehmen, wie der Name schon sagt darum etwas zu tun , nicht darum etwas zu verteilen. Die gehabten Gewinne sind bereits Vergangenheit, neue sind erst zu erreichen. Und da bezweifle ich stark, dass ein Mensch, welcher in seiner "Karriere" ausser flotten Sprüchen nichts produziert oder erreicht hat, der geeignete ist. Unschwer zu erkennen ist doch, dass überall, wo der Staat unternehmerisch tätig ist, rote Zahlen geschrieben werden, bzw. Investitionsstau trotz Steuerrekordeinnahmen herrscht.

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