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Kühnerts Kapitalismus-Kritik: Wem Deutschland gehört (und wem nicht)
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Kevin Kühnerts Sehnsucht nach dem Sozialismus hat Empörung ausgelöst - und die Debatte über Ungleichheit wiederbelebt. Wie gerecht sind Eigentum und Macht in Deutschland verteilt? Eine ernüchternde Bestandsaufnahme.

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Lobhudel 04.05.2019, 07:41
280. Spielgeld muss Spielgeld bleiben - dann ist alles gut...

Zitat von astistia
.. als Habenichts aus einer Arbeiterfamilie ein Vermögen aufgebaut, indem ich mich für einen vernünftigen Job entschieden habe und dafür geackert habe. Dazu ein guter Riecher und Risikobereitschaft (hohe Schulden bei der Bank sowieso) und mit 50 Jahren könnte ich mich zur Ruhe setzen. Die letzten 20 - 25 Jahre waren goldene Zeiten für ehrgeizige und intelligente Leute: - Internetrevolution, - preiswerte Immobilien in den heutigen Boomtowns Berlin, Leipzig, .. Ich kenne 25 - 30 jährige Kerle, die vor paar Jahren ein Start Up gegründet haben, sich nach Strich und Faden verschuldet haben und jetzt die Geschäftsidee für 40 mio verkauft haben. Es kann auch heftig nach hingen losgehen aber no Risk no fun.
Spielgeld muss Spielgeld bleiben - dann ist alles gut...
Künerts Problem sind nicht Ihre oder anderer Leute 40 Mio. - sondern, was Sie damit machen. Solange Sie davon 200 Ferraris kaufen ist alles OK - wenn allerdings Spekulanten oder Arbeiter-Ausbeuter damit die Preise in lebenswichtigen Marktsegmenten oder für endliche Ressourcen in die Höhe treiben, sollte der Staat eingreifen. Nichts anderes meint KK mit seiner Kollektivierung von z.B. Wohnraum, der eben nicht zur weiteren Gewinnmaximierung benutzt werden darf.

Sie halten es für intelligent, wenn sich Leute in den sog. Boomtowns Berlin, Leipzig heute eine goldene Nasse mit dem Weiterverkauf/der Vermietung ehemaligen Billig-Immobilien verdienen. Ich halte es für unangemessen, denn in den wenigstens Fällen haben diese "Spekulanten" etwas zum Boom dieser Städte beigetragen. Eher wohl im Gegenteil, denn diese Leute sind ja auch oft sehr kreativ im "legalen Geldverstecken".

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olli0816 04.05.2019, 07:46
281. Ich möchte keine Immobilie kaufen

Zitat von urla2
Ich habe mich bisher nicht für einen Sozialisten gehalten, beklage aber schon lange, wie schwierig es für einen Normalverdiener ist, Besitz und Unabhängigkeit zu erreichen. Das zeigt sich ganz besonders an den Wohnverhältnissen, was ja auch im Artikel erwähnt wird. Statt über Mietpreisbremsen zu debattieren, die Abhängigkeit der normalen Bevölkerung vom (sozialen) Mietmarkt durch vermeintliche Wohltaten in Form der Erhöhung der Mietertechte zu stärken und es Immobilienbesitzern schwer zu machen, in die eigene Immobilie einzuziehen oder über seine Immobilie frei zu verfügen, sollte man lieber darüber debattieren, wie sich normalverdienende Menschen Eigentum leisten können, wenn sie irgendwo langfristig wohnen wollen. Mieten sollte für diejenigen sein, die in einer bestimmten Lebensphase mal für eine Zeitlang eine Wohnung brauchen (z.B. Studenten oder wenn man irgendwo einen neuen Job ausprobiert). Da aber alle nur nach günstigen Mieten rufen, habe ich manchmal den Verdacht, dass es an der deutschen Mentalität liegt (auch dass so wenige Menschen Aktien kaufen). An dieser ängstliche Haltung („german Angst“) muss gearbeitet werden.
Ich bin Mieter, weil ich die ganzen Verantwortlichkeiten bei Eigentum einer Immobilie schlicht nicht möchte. Ich möchte flexibel sein und wenn es mir wo nicht gefällt, ziehe ich woanders hin. Warum also wollen Sie solche Menschen wie mich nötigen, die langfristig bis zum Tot mieten sich eine immobilie zu kaufen?

Allerdings gehöre ich zu den 4,5 Millionen Deutschen, die Aktien besitzen. Nur auch hier: Aktien sind theoretisch für fast jeden geeignet, aber nicht jeder hält mental die Schwankungen aus. Dazu kommt noch, dass der durchschnittliche Deutsche keine finanzielle Bildung hat. Das können sie unter jedem Beitrag, wo es um Geldanlage geht, live miterleben. Da wird von Börsen als Spielcasinos schwadroniert, über irgendwelchen Sekundenhandel, der den kleinen Anleger angeblich so stark tangiert und über die Telekom geschrieben. Das ist nicht German Angst, das ist nur personifizierte Dummheit und Ignoranz.

Viele hätten auch mehr Vermögen, wenn sie nicht ihr ganzes Geld für Konsum raushauen würden. Schauen Sie sich doch mal die Parkplätze der großen Firmen an: Große Karren, die ein Heidengeld kosten und zumeist geleast sind. Bei unserem Parkplatz habe ich schon sehr viel mehr Porsches als Smarts gesehen. Aber auch teure Mercedes, Audis und BMWs stehen da, als wären es Alle-Welt-Autos. Dazu den SUV für die ängstliche Gattin oder den Rentner. Und wissen Sie was: Viele von denen blöcken hier in Foren, wie ungerecht alles verteilt ist und wie schlecht es ihnen gehe. Die wirklich Bedürftigen werden sie hier nicht antrefen. Die lesen keinen Spiegel, sondern - wenn überhaupt - die Bild.

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KR-Spiegel 04.05.2019, 07:50
282. Erst mal Riester auf Aktien umstellen

Das Interesse der tatsächlich Armen an Anteilnahme am Unternehmensgewinn ist offensichtlich mässig.
Mit Umstellung von Riester auf Aktien könnte sich dies ändern.
Vergleicht man BMW mit BER wird klar, weshalb eine politisch dominierte Wirtschaft zum Scheitern verurteilt ist. Auch beim BER zählten die Warnungen der kleinen Arbeiter nichts, was bei BMW anders ist.

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claus7447 04.05.2019, 07:51
283. Schön, dass sie es so sehen....

Zitat von johannes87
Es ist ein Unterschied ob jemand eine Firma aufgebaut hat (oder eben die Eltern) oder ob jemand einfach nur Angestellter ist. Die Herren Aldi haben eine tolle Idee gehabt. Die Beschäftigen haben dazu nichts beigetragen, weil die Beschäftigten eben austauschbar sind und waren. Niemand von denen hatte die essentielle Idee das ganze aufzubauen. Zudem kann JEDER heute bereits partizipieren mit Aktien und Fonds. Die ganze Diskussion ist geprägt von einem Typen der mit 30 immernoch studiert, nichts abgeschlossen hat und darüber nachdenkt wie man an das Geld von anderen Leuten kommt um irgendwelche sozialfantastereien zu finanzieren. Nein Danke!
Das lass ich gelten, wenn sie das allein oder zu zweit machen, ggf auch in einem Handwerksbetrieb, aber danach? Ohne dass engagierte Mitarbeiter mit ihren Ideen den laden ziehen und vorwärts bringen?

Es gab da firmengründer die anders dachten. Einen Robert Bosch zum Beispiel. Er hatte das Talent Trends frühzeitig zu erkennen, aber in erster Linie war er jemand der Talente erkannte, förderte! Die Patente aus der gründerzeit hätte er nur in wenigen Fällen, es waren seine engsten Techniker und Ingenieure die dann die Geschichte des Unternehmens schrieben. Das ist heute noch so. Daher hat Bosch auch die Firma gemäss seinem Willen in eine Stiftung umwandeln lassen. Die Familie (weit über 200) ist mit 10 % dabei. Und ihr Stimmrecht kann sie nur ausüben, wenn die sich auf EINEN Vertreter einigt.

Oder schauen Sie die neuesten Grössen an. Ein Bill Gates hätte Ideen, als der laden grösser würde, wurden die Mitarbeiter mit beteiligt. Warum wäre es so sträflich wenn Mitarbeiter über Anteile an der Firma beteiligt wären?

Und Erbschaft hat bei familienbetrieben oft zum Zerfall geführt. Wer hat es ausgebadet? Die Mitarbeiter!

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olli0816 04.05.2019, 07:52
284. Die Wette würden Sie verlieren

Zitat von Kanalysiert
Und ich wette, wenn man die Nicht-Führungsriege bei BMW befragt, sagen die was Anderes, als der von der Konzernleitung beschmuste „Betriebsrat“. Es muss sich was ändern, so sonst kriegen extremistische Parteien immer mehr Zulauf von der frustrierten vom Wohlstand abgehängten breiten Masse.
Ich kenne ein paar Leute die dort arbeiten. Die verdienen extrem gut, auch wenn sie viel arbeiten müssen. Der Klopfer ist die jährliche Gewinnausschüttung, die 5-stellig ist. BMW-Angestellten gehts richtig gut, selbst in untergeordneten Positionen. Wenn sie in München arbeiten, einer der besten Arbeitgeber. Ich arbeite selber nicht bei BMW, sondern in einem großen amerikanischem Unternehmen. Ist auch nicht schlecht. Ich glaube kaum, dass einer meiner Bekannten eine Verstaatlichung von BMW will. Dann kann es nur schlechter werden.

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syt 04.05.2019, 07:55
285. Moin,ich finde schlimm,

das so etwas so geschrieben wird,das selbst die unteren Einkommen sagen würden,sie finden es gut,das die Gewinne bei einigen wenigen verteilt werden. Ist doch Unsinn ! Das solche Stimmen nach gehört werden wollen . Wir brauche eine gerechtere Verteilung . Jeder sollte gut von seiner Arbeit leben können,denn auch die untersten Löhne ,tragen da zu bei,das oben die Gewinne abgeschöpft werden .Brauchen wir erst Zustände ,wie bei den Gelbwesten,damit eine gerechtere Verteilung angestrebt wird. Mir kommt es so vor,leider !

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women_1900 04.05.2019, 07:57
286. welche Regierung hat den größten Niedriglohnsektor

geschaffen? Es war die rot/ grüne Regierung. Unter Helmut Kohl fing es an, dass der soziale Wohnungsbau eingestellt wurde, dann begann der Ausverkauf der Sozialwohnungen und da waren Politiker ALLER Parteien beteiligt. Diese Regierung ist NICHT in der Lage (oder willens?) eine seit Jahren bekannte Gesetzeslücke zu schließen, die es Immobilienkonzernen ermöglicht in Deutschland keine Grunderwerbsteuer zu bezahlen. Den Bundesfinanzminister stellt die SPD! Die Mietpreisbremse der SPD hat keine einzige Wohnung geschaffen, nur das Feindbild Vermieter dem Volk präsentiert.
Vieles was auf dem deutschen Immobilienmarkt geschieht hat auch die SPD mit zu verantworten.

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regnib 04.05.2019, 08:00
287.

Die Lautstärke der Entrüstung unserer neoliberalen Journaille über Eingriffe ins Privateigentum ist offenbar vom Reichtum der Betroffenen abhängig und bleibt deshalb bei der staatlich geschützten Vermögens-Enteignung des Kleinsparers/Dieselfahrers auf Zimmerlautstärke.

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wortgewalt87 04.05.2019, 08:02
288. Tja, der Kevin

Dumm, dass er ausgerechnet dann mit seinen Thesen um die Ecke kommt, da im stinkreichen Venezuela das Volk wegen umfassenden Mangels verreckt. Und das innerhalb eines erschütternd kurzen Zeitraumes.
Wohnraum: in Deutschland gibt es so viele Mieter, weil die Mietwohnungen so gut sind und der Vermieter sehr stark in die Pflicht genommen wird. Deshalb mieten auch viele Reiche. In vielen anderen Ländern haben sind Mietwohnungen erbärmlich. Da muss man kaufen, wenn man nicht in einem Loch hausen möchte. Zudem hindert niemand, wirklich niemand, den Staat daran, selber Wohnungen zu bauen, um den Markt zu entlasten. Dass man innerhalb weniger Jahre ohne Bauaktivität mal eben 2 Mio. Menschen reinlässt, vergrößert die Nachfrage am Markt mit allen üblen Begleiterscheinungen. Dafür kann kein pöhser Kapitalist was, sondern ausgerechnet der Staat, den der Kevin für sein Fehlverhalten belohnen möchte. Muss ich das jetzt verstehen?

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berlin333 04.05.2019, 08:08
289. Die Bildung von Eigentum

Zitat von Faktomat
Schade, dass der Artikel a) nicht auch die Einkommensverteilung mit anderen Ländern vergleicht, und b) nicht darauf eingeht, warum die Deutschen beim Vermögen vergleichsweise schlecht abschneiden. Die Vermögensverteilung in Deutschland ist im Vergleich nur deshalb so schlecht, weil Deutsche – aus welchen Gründen auch immer – unglaublich risikoscheu sind. Eine Wohnung zu kaufen kostet nicht mehr, als eine zu mieten, aber man geht ein Risiko ein. Dies nehmen z.B. Engländer ohne Wimpernzucken in Kauf. Die Haltung ist: Wenn ich z.B. arbeitslos werde, dann verkaufe ich halt das Teil, miete mir eine kleinere Wohnung und mache in aller Regel sogar noch einen Gewinn, weil meine Wohnung an Wert gewonnen hat. Allerdings ist es in vielen Ländern einfacher und risikoärmer, Wohnungen zu kaufen. In den USA gibt es z.B. in der Regel non-recourse Hypotheken, das heißt, es haftet nur die Wohnung, nicht der Eigentümer (es kann also bei Zahlungsunfähigkeit nicht auf anderes Privatvermögen zugegriffen werden). In England braucht ein Käufer aufgrund staatlicher Subventionen nur 5% Eigenkapital. Ähnlich sieht es mit der Aktienkultur aus. In vielen Ländern „spart“ die Mehrheit mit Aktien, nicht auf Null-Zins Sparkonten. Mehr Risiko, aber mit der Zeit wächst das Vermögen, in Deutschland schrumpft es.
wird bei uns erschwert bis unmöglich gemacht. Immobilie (zur Selbstnutzung): Man benötigt Eigenkapital –wenn man das besitzt (oder geerbt hat) und gut verdient, funktioniert das. Geldvermögen: Der Freibetrag für Zinsgewinne wurde halbiert. Auf Betriebsrenten, die eine Rente aufbessern sollte, wird für zehn Jahr lang der doppelte Krankenkassenbeitrag erhoben, ebenso für Direkt-Lebensversicherungen. Abschöpfen, wo es nur geht. Besteuerung auch kleiner Renten –auch wenn dann die Beiträge zur Rentenversicherung steuerlich absetzbar sind, es bleibt kompliziert und nur, wer sich einen guten Steuerberater leisten kann, holt etwas mehr raus. Für die meisten bleibt es ein Abschöpfen von Erspartem. Aktiengewinne waren mal steuerfrei, wenn man diese mindestens ein Jahr behielt –abgeschafft. Der Bürger wird gemolken, um dann zum Amt gehen zu können, welches eine "staatliche Unterstützung" eventuell zugesteht. Selbstverantwortung bzw. Eigentum ist diesem Staat zuwider. Nur, wer erbt ...

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