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Kühnerts Kapitalismus-Kritik: Wem Deutschland gehört (und wem nicht)
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Kevin Kühnerts Sehnsucht nach dem Sozialismus hat Empörung ausgelöst - und die Debatte über Ungleichheit wiederbelebt. Wie gerecht sind Eigentum und Macht in Deutschland verteilt? Eine ernüchternde Bestandsaufnahme.

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johnny_b 04.05.2019, 09:34
330.

Zitat von migampe
Herr Schoch (BR-Vorsitzender BMW) möge doch bitte einmal die Arbeiter fragen, ob der Gewinn gerecht unter ihnen verteilt, oder ausschließlich der Familie Quandt (und in abgespeckter Version den Aktionären) zuteil werden soll. Die Rede war doch gar nicht von „Verstaatlichung“, sondern von gerechter Verteilung der Gewinne! Auch wenn mich zu den „mittleren Einkommen“ zählen kann: An der ungerechten Verteilung muß sich was ändern! Es kann nicht sein, daß wir Tafeln brauchen und andere nicht wissen, wie sie ihr Geld loswerden sollen!
Sicherlich gibt es viele Unternehmen in Deutschland, wo man diese Frage stellen sollte. Aber die großen Automobilfirmen zählen wohl eher nicht dazu. Denn diese schütten in der Regel einen signifikanten Anteil ihres Gewinnes (zuletzt knapp 750 Mio. €, fast 10t€ pro MA) an die Belegschaft in Form von Gewinnbeteiligung aus. Ja, die Quandts haben zusammen etwa die gleiche Summe bekommen, aber Sie haben auch ihr Vermögen in das Unternehmen investiert. Es steht jedem dem BMW-Mitarbeiter frei, selbst Anteilseigner zu werden, z.B. von den üppigen Gewinnbeteiligungszahlungen...

Ich bezweifle, dass auch nur ein BMW-MA auf die Tafel angewiesen ist...

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pink15 04.05.2019, 09:35
331. Aus Ihrem Text

Zitat von prof.unrat
Es ist schon erschreckend und auch trostlos, wie der überwiegende Teil Deutschlands, die ökonomischen und politischen Eliten auf diese Überlegungen von Herrn Kühnert reagieren. Bis auf Beschimpfungen und Beleidigungen habe ich kein stichhaltiges, sachliches Argument gegen die Kollektivierung von Eigentum, Vermögen und exorbitanten Gewinnen gehört. Nein, es geht immer nur um die Wahrung von Pfründen, Besitzständen, Privilegien der Besitzenden und denjenigen die von diesen Verhältnissen profitieren und von denjenigen, die von diesen Verhältnissen korrumpiert wurden (siehe Betriebsrat von BMW). Wenn es danach geht, soll dieses kapitalistische System immer weiter so existieren und sich nicht ändern. Aber ist das wirklich zivilisiert? Ist das wirklich klug? Nein, das ist geradezu trostlos. Und schlimm ist auch, dass niemand von des ganzen selbstgerechten und selbstgefälligen Entscheidungsträgern irgendeine Vorstellung davon hat, wie die Welt in Zukunft aussehen soll und wie sie sich entwickeln soll.
lese ich ebenfalls nur Beschimpfungen und Beleidigungen, wenn Sie dem Betriebsrat von BMW unterstellen, er sei korrupt.
Die, die am lautesten "Kollektivierung" schreien, sind durch die Bank weg die Untüchtigen und Faulen im Lande, die neidisch darauf blicken, wie andere etwas aus ihrem Leben gemacht haben. Und dann jammern sie über das ach so ungerechte System, das an allem schuld ist. Das ist traurig.

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joke61 04.05.2019, 09:36
332.

Zitat von dasmagazin2017
Auch hier ist der Spiegel wieder unsäglich!! Ja, es gibt zu wenig Aktienbesitz in Deutschland. Das ist aber zum allergrößten deshalb so, weil die Deutschen Aktien scheuen, wie der Teufel das Weihwasser! Die allermeisten könnten investieren, aber sie tun es nicht. Also schlicht selbst schuld, ganz einfach und kein Grund für eine Verteufelung des Kapitalismus!
Und noch einer, der sein merzisches Wissen aus der Bild hat! Die meisten können Aktien kaufen schreien die, die Ihre Umwelt ignorieren! Frei nach dem Motto: Deutschland geht es gut und 40% an der Armutsgrenze, sind immerhin die Minderheit!

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pittiken 04.05.2019, 09:37
333.

Zitat von bauern-muenchen
Das Problem ist doch Folgendes: Wer länger als 30 Jahre Miete bezahlt hat, hat eine Wohnung komplett finanziert - nur eben nicht für sich selber, sondern für seinen Vermieter. Geht man davon aus, bis zur Rente mehr als 40 Jahre Miete gezahlt zu haben, hat man dem Vermieter mindestens 1,33 Wohnungen finanziert - um dann in der Altersarmut zu versinken. Das ist einer der Fehler im System.
An wen liegt es denn? Dann muss der Mieter sich um eine Eigentumswohnung bemühen. Aber viele finden es eben leichter, bei Reparaturen den Vermieter anzurufen. Bei Eigentum muss man selber den Hintern hochbekommen.

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jarno80 04.05.2019, 09:38
334.

Kollektivierung, Planwirtschaft, Einschränkung der Freiheit des anderen. (Für den guten Zweck) Gehen Hand in Hand. Man kann nicht das Geld der anderen bekommen ohne den Rest erdulden zu müssen.

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didih432 04.05.2019, 09:40
335. Was halten Sie von

Zitat von nachtmacher
....... Eine bessere Verteilung der Gewinne liesse sich durch die Politik beispielsweise durch Steuerregelungen erreichen. Die Begünstigung von Mitarbeiteraktien, steuerliche Absetzbarkeiten bei der EWrstellung von günstigem Wohnraum, steuerliche Besserstellung von Anstellung von Mitarbeitern vs. beispielsweise Immobilienbesitz der Firma etc. Steuerliche Begünstigung von "nichtmonetären" Leistungen von Betrieben wie zum Beispiel Werkswohnungen... Den Perteien und vor allem den "links" angesiedelten Parteien scheint vollkommen ein Element der sozialen Marktwirtschaft abhanden gekommen zu sein. Nämlich die Steuerung durch Vorteile bei "gutem = sozialem" Verhalten von Personen und Gesellschaften. Statt dessen wird pauschal einfach weggenommen, verboten etc. Wenn etwas Vorteile bringt, wirds gemacht. Wenn was verboten wird sucht sich jeder eine andere Lücke....
GEBOTEN - als rechtlich durchsetzbare Rahmenbedingungen für Vieles, was Sie genannt haben? Gerne mit angemessenen Vorteilen verknüpft als Anreiz und gerne vorgezeigt als Imageplus.
Wie wärs denn z.B. mit dem Gebot, einen bestimmten Gewinnanteil wieder in den laufenden Betrieb und in dessen Zukunft zu investieren? Und die ArbeitnehmerInnen mit Anteilsscheinen (Aktien etc.) daran zu beteiligen?
VERBOTE brauchen nur diejenigen, die es systematisch darauf anlegen, persönliche Vorteile zu ziehen - die Risiken und Verluste aber anderen zu zu weisen.
VORTEILE sollen in einem weiten persönlichen Entscheidungs-spielraum dazu beitragen, dass Initiative und Dynamik gefördert und in eine zukunftsfähige Richtung gelenkt werden.
Also legen Sie die untauglichen Plakate weg - wir brauchen einen funktionierenden Rechtsstaat und mutige PolikerInnen, die eine wehrhafte Demokratie gestalten. Und wir brauchen Leute wie QUANT u.Co - wenn sie ernst nehmen, dass ihre Eigentümerschaft sie nicht aus ihrer gesellschaftlchen und ökologischen Mitverantwortung entlässt.
Dann hätten wir das, was Enteignungsdiskussonen überflüssig macht.

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Fassungsloser 04.05.2019, 09:41
336. Kappes

"Ungleich verteilt" heißt eigentlich: 20 Mio Millionäre stehen 20 Mio Habenichtsen gegenüber. Und eben nicht: 5 Superreiche und 20 Mio Habenichtse.

Es ist doch Blödsinn, eine Rechnung aufzustellen, wonach ein einziger (oder meinetwegen auch 4 Dutzend) Superreicher, der es mit Glück zu einigen Milliarden gebracht hat, ein den gesellschaftlichen Frieden gefährdendes Vermögensungleichgewicht inkl. diagnostizierter sozialer Schieflage in einem Gesamtstaat mit dutzenden Millionen Einwohnern auslöst.

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starko 04.05.2019, 09:41
337. Art. 123 (3) Bay. Landesverfassung

Jeder CSU Politiker sollte in diesem Zusammenhang durchaus einmal an die Grundlage seines Handelns, nämlich die Landesverfassung, erinnert werden, wo u.A. festgehalten ist:

"(3) 1Die Erbschaftssteuer dient auch dem Zwecke, die Ansammlung von Riesenvermögen in den Händen einzelner zu verhindern. 2Sie ist nach dem Verwandtschaftsverhältnis zu staffeln."

Welche Folgen für die Demokratie Riesenvermögen in den Händen einzelner haben können, kann man z.B. bei
Hans Jürgen Krysmanski: 0,1 %: Das Imperium der Miliardäre nachlesen.

Es geht hier nicht um die "5 Millionen Villa", das sind peanuts. Es geht auch nicht um den "DDR Sozialismus", das war schlichtweg eine Diktatur.

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holy64 04.05.2019, 09:44
338. Ausschüttungen in dieser Höhe

müssen hoch besteuert werden. Für Normalanleger kann der Kapitalfreibetrag auf 10.000 ? bis 15.000 ? angehobren werden, Für Kapitalerträge über z.B.1.000.000 ? sollten 70 bis 80 Prozent Steuersatz sein. Dazwischen sind die 25 Prozent okay.

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ClausB 04.05.2019, 09:44
339. Dieses Fazit:

"Die real existierende bundesdeutsche soziale Marktwirtschaft hat zu solch ausgeprägter Ungleichheit bei Eigentum, Macht und Möglichkeiten geführt, wie sie auch bei weit ungezügelteren Spielarten des Kapitalismus zu erwarten wäre. Kevin Kühnert hat zwar keinen kohärenten Lösungsansatz dafür entwickelt. Aber immerhin wird nun wieder darüber gestritten."
ist meine Rede seit Jahr und Tag und darüber kann, ja muss hinterfragt und diskutiert werden, und das Wichtigste, muss g e ä n d e r t werden.
Es ist nicht nur eine Ungleichheit sondern auch eine große Ungerechtigkeit.

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