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Kühnerts Kapitalismus-Kritik: Wem Deutschland gehört (und wem nicht)
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Kevin Kühnerts Sehnsucht nach dem Sozialismus hat Empörung ausgelöst - und die Debatte über Ungleichheit wiederbelebt. Wie gerecht sind Eigentum und Macht in Deutschland verteilt? Eine ernüchternde Bestandsaufnahme.

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stefan7777 04.05.2019, 09:45
340. Es geht nicht um Ungleichheit, es geht um systematische Umverteilung!

Klar, der eine schuftet 80 Stunden in der Woche und hat Millionen oder Milliarden, dass sei ihm gegönnt!!! Es ist keine Neiddebatte!

Es geht darum, dass jemand der 8 Stunden arbeitet, von dem Verdienst leben können muss! Es geht darum, dass wir für eine funktionierende Demokratie unabdingbar eine breite gebildete Mittelschicht brauchen.

BMW ist übrigens ein sehr schlechtes Beispiel, weil in der Automobilindustrie (IG-Metall) relativ gut bezahlt wird.

Die marktradikalen Neoliberale Doktrin der letzten Dekaden hat die Ungleichheit befördert. Bis zu einem Punkt, an der die Sache kippt. Der Punkt ist wohl erreicht, wenn die wenigen mit sehr viele Macht und Kapital, so reich und mächtig sind, dass das Souverän bzw. deren Vertretung also die Parlamente und Regierungen vor dieser schieren Geldmacht kapitulieren müssen. Wenn Geldmacht Staaten in den Ruin treiben können. Wenn den Regierungen die Werkzeuge ausgehen.

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japhet 04.05.2019, 09:52
341. Wem Deutschland gehört

Wer zur Umverteilung in Deutschland aufruft, ja zur Umverteilung von Deutschland - welchen Sinn macht sonst die Frage danach, wem dieses Land gehört - sollte auch die Karten auf den Tisch legen, wie er zu Zuwanderung steht. Gehört Deutschland auch jedem, zumindest proportional, der es schafft, die deutsche Grenze zu überschreiten - was ja kein Problem ist. Warum dann den Wohlstand Deutschlands nicht gleich in der ganzen Welt verteilen?

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emil7685 04.05.2019, 09:52
342.

Zitat von james16
doch nicht die Frage, ob ALDI in einem bestimmten Marktsegment die besten Arbeitsbedingungen hat. Wenn da relativ zu anderen bessere Bedingungen herrschen, dann muessen die bei anderen halt noch schlimmer sein ( https://www.verdi.de/themen/arbeit/++co++dbe5c296-9a99-11e1-5d54-0019b9e321e1 ). Welcher volkswirtschaftliche Vorteil wurde denn durch das System ALDI geschaffen ?
Ein absolut unermeßlich großer. Dank Aldi konnte ich mir zum Beispiel in meiner BAFöG losen Studentenzeit vernünftiges Essen leisten und mußte nicht kontinuierlich am Hungertuch nagen. So geht es millionen von Leuten die sich dank Aldi mal eine gute Salami, frische italienische Pasta, Shrimps oder eine Papaya leisten kõnnen.
Ohne Aldi säßen die tagaus tagein bei Kartoffeln mit Margarine und Knackwurst.

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mantrid 04.05.2019, 09:53
343. Es ist viel komplexer oder der Staat hat Schuld

Fast würde denn geschehen, wenn nicht selbst genutzter Wohnraum in Deutschland nicht mehr in privater Hand sein dürfte? Wer baut dann neue Wohnungen? Dass die Mieter die Wohnungen finanzieren, stimmt so nämlich nicht. Sonst würden alle Mieter "ihre" Wohnung einfach kaufen. Da ist aber das deutsche Sozialgesetzbuch vor. Lieber finanziert der Staat, also wir, einem Hartzer die Miete, als dass wir Zins und Tilgung für eine Immobilie übernehmen, was dem Staat, also uns, am Ende günstiger kommen dürfte. Dann müsste der Staat, also wir, dem Hartzer im Alter keine Miete finanzieren. Nebenbei: Wenn wir die 34 Mrd. der Geschwister Quandt und Klatten auf die 82 Mio. Menschen in Deutschland aufteilen, bekommt jeder ca. 415 Euro. Das ist etwas weniger als der Hartz 4 Regelsatz für einen Monat.

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vipclip 04.05.2019, 09:53
344. Kühnert irrt sich

Erst die Großen und dann die Kleinen enteignen. Das hatten wir doch schon... am Ende waren alle gleich arm! Niemand hatte mehr eine Motivation sich für irgend etwas zu engagieren oder zu investieren. Folge Staatspleite.

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markniss 04.05.2019, 09:56
345. Wir bestimmt zensiert, weil es die Wahrheit ist...

Immobilien sind Vermögen!! Zum Beispiel in Spanien liegt die Wohneigentumsquote um mehr 25% höher als in Deutschland! Siehe hier: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/155734/umfrage/wohneigentumsquoten-in-europa/

Das heißt, dass es Millionen mehr Spanier gibt, die Vermögen in Form von Immobilien besitzen. Warum? Nicht weil die Spanier per se reicher geboren wären! Sondern, weil die Spanier von jung an von der Familie und der ganzen Gesellschaft darauf getrimmt sind, sich so schnell wie möglich eine eigene Wohnung anzuschaffen. Das kenne ich aus fast allen Ländern in Europa. Denn das schafft Sicherheit, spart langfristig viel Geld und sichert für das Alter ab -- denn es schafft VERMÖGEN!!

Bei uns dagegen, versuchen die jungen Menschen so lange wie möglich billig zur Miete zu wohnen und nutzen ihr Geld lieber, um in möglichst vielen fremden Ländern viel Urlaub zu machen. Das ist Konsum, nicht Investition. Im Alter haben die Deutschen dann keine eigene Wohnung und müssen von ihrer Rente auch noch die Miete zahlen. Das nennt sich dann Altersarmut.

In England kennt man den Begriff "property ladder", bei uns dafür den Begriff "günstiger Mietwohnraum". Das ist der Unterschied. Die einzige Partei, die letztens mal einen halbherzigen Versuch gemacht hat, an dieser grundfalschen Einstellung in Deutschland etwas zu ändern, war die FDP in ihrem letzten Wahlprogramm. Hat keinen interessiert.

Und so haben wir weiterhin die zweit-niedrigste Wohneigentumsquote in Europa. Da muss man sich dann nicht wundern, dass es so große Vermögensunterschiede gibt, wie in kaum einem anderen Land.

Nochmal: Vermögen kommt von Sparen und Investieren, nicht von Konsumieren! Wir sind Europas Urlaubsweltmeister -- das ist reiner KONSUM! Das Ergebnis sind schöne Urlaubserinnerungen und Armut. Echt super.

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wjb27 04.05.2019, 10:00
346.

Zitat von joke61
Und Sie lassen sich vor den Karren des Raubtierkapitalismus spannen. Kennen Sie die Arbeitsverhälnisse der Unternehem? Ja, es stimmt! Die Unternehmer investieren Ihr Kapital und tragen Risiko. Und dafür haben die natürlich auch das Recht Gewinne zu erzielen und reich zu sein. Aber darum geht es nicht! Denn das wäre Kommunismus in der schlimmsten Form, wenn man es den Menschen verbietet Reichtümer zu erwerben. Reichtum sollte aber nicht auf Kosten der Gesellschaft und der Arbeitnehmerschaft geschaffen werden. Fairness und gesundes Verhältnis Arbeitnehmer, Geschäftführung! Das ist aber nicht mehr, oder nur selten gegeben. Für viele Betriebe des Mittelstands sind diese Verhältnisse noch korrekt, weil sie soziale Verantwortung groß schreiben! Für Großkonzerne, besonders AG's gilt aber eher das Gegenteil. To Big to fail! Wer dann die Kosten trägt, sehen Sie an der Finanzkrise!
Merkwürdig allerdings, dass die Großkonzerne mitbestimmt sind. Hier sprechen Gewerkschaft und die SPD Machtworte. Glauben Sie etwa der Kühnerts würde dem Arbeiter etwas abtreten wenn der Staat den Betrieb übernimmt. Er würde sich mit einer dicken Zigarre in den Chefsessel schwingen und den (Pleite)Macher spielen.

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wettersbach 04.05.2019, 10:01
347. Wusste schon die Bibel

Zitat von Pushkin
Unfassbar arrogant ist die Behauptung, dass jeder im Wohlstand nur unredlich ("Betrug", "Erpressung"...) erworben sein kann. Alle Reichen "müssen" also per definitionem Verbrecher sein. Gute Menschen können nur arm sein. Für Sie gibt es nur schwarz und weiß. Die Welt ist ein Duopol. Man gehört zu den Einen oder zu den Anderen. Man ist arm oder man ist reich. Man ist ein ausgebeutetes Opfer oder ein ausbeutender Täter. So einfach ist die Welt. Damit entledigt man sich praktischer Weise auch gleich der Eigenverantwortlichkeit.
In der Bibel heißt es: "Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher ins Himmelreich."

Diese Weisheit der Bibel bezüglich der fragwürdigen Moral der Reichen sollte man nicht unterschätzen. Immerhin steckt jahrhundertelange Erfahrung hinter dieser Aussage. Unfassbar ist eher die Arroganz vieler Reicher, die mit Verachtung auf den kleinen Mann herabschauen, der "es zu nichts gebracht hat." Dabei ist es eine Tatsache, dass die meisten Reichen ihren Reichtum nicht erarbeitet haben, sondern ererbt. Die hier vielzitierten Vorzeigeunternehmer wie z. B. die Aldi-Brüder & Co. sind Ausnahmen von der Regel. Geholfen hat ihnen eine im internationalen Vergleich geradezu lächerliche geringe Erbschaftsteuer, dass sogar das Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber abmahnen musste, diesen Missstand zu beheben. Doch die sehr einflussreiche Unternehmerlobby hat es verstanden, das diesbezügliche Gesetz zu verwässern, so dass die Schere zwischen Arm und Reich sich noch weiter öffnen wird.

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quidquidagis1 04.05.2019, 10:02
348. 100 euro..

Zitat von regelaltersrentner
Jeder dessen Kontostand am Monatsende bei null steht, gibt dem Kühnert recht. Einfach in Jüngeren Jahren nicht alles Geld verprassen, sondern monatlich für 100 Euro Aktienfonds kaufen, dann hat man mit 60 Jahren ein Vermögen, das andere vor Neid erblassen lässt.
..im Monat in Aktienfonds investieren?Das macht die Alleinerziehende,Krankenschwester und der Polizist doch mit links.Versteht ihr "cleveren"Vermögenden nicht,dass es gerade eure Hybris ist,die die Gedanken von Herrn Kühnert auf fruchtbaren Boden fallen lässt

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hutzel13 04.05.2019, 10:03
349. Reich und Arbeit ?

Zitat von grottenolm1
tun hier so, als sei Reichtum eine Art böse Krankheit oder absolut ungerecht. Dabei haben viele, die sich etwas leisten können, hart dafür gearbeitet, eine Sache, die viele der Kritiker hier gar nicht kennen. Das erinnert mich an Simbabwe. Das einst reiche Land wurde von den Eingeborenen übernommen. Erst einmal haben sie alles kaputt geschlagen und geplündert. Nun ist das einst reichste Land Afrikas zum Armenhaus geworden. #So geht Sozialismus.
Durch Arbeit ist noch keiner Reich geworden .
Das Poblem in Deutschland sind aber nicht die Reichen sonden unsere Sozial Gesetze das ich mich ab einem gewissen Einkommen aus diesen verabschieden kann. Wenn ich die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung eines Arbeiters dazu zähle hat ein Durchnittsverdiener eine wesentlich höhere Staatsquote als Herr Albrecht. Es sollten nicht die Beiträge gedeckeld sein sondern die Auszahlung. Da aber die meisten Abgeordneten davon profitieren wird sich hier nichts ändern. Zum Thema noch mal solange Konzerne doppelt so viel Geld an Aktionäre ausschütten als an Boni für die Angestellten stimmt was nicht.

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