Forum: Wirtschaft
Kümmern sich die Unternehmen genug um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter?

Der Job macht viele Menschen fertig - Stress, Überstunden, kurze Pausen verlangen immer mehr Anstrengungen von den Arbeitnehmern. Burnout ist inzwischen kein exotisches Phänomen mehr in deutschen Betrieben, sondern häufige Diagnose bei Krankheit. Kümmern sich die Unternehmen ausreichend um die Gesundheit ihres Personals?

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a.hilfrich@gmail.com 27.07.2011, 14:26
220.

Für alle die das nicht nachvollziehen können:

Nehmen sie sich 2 Wochen Urlaub, sagen sie aber keinem was.
Dann räumen sie ein beliebiges Zimmer leer, stellen einen Stuhl + einen Schreibtisch rein und setzen sie sich hin.
Wenn sie das auch nur 2 Tage aushalten, Hochachtung meinerseits.

Kennt man ja aus Kindertagen noch, nichts ist schlimmer als die Langeweile

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nomadas 27.07.2011, 16:01
221. Alibi

Das "Mensch-Maschine-Modell" versagt. Der Mensch "funktioniert" nicht, wie ein Auto, nein, er ist ein Lebewesen, komplex, mit Körper,Seele,Geist. Binsenweisheiten, eigentlich, doch das kann, das will das Unternehmen nicht wahrhaben. Menschen sind "Mittel zum Zweck", man braucht sie zur Erreichung der Ziele, des Profits, letztendlich. Und sie stören, ständig. Sie haben Bedürfnisse und vor allem sie haben Gefühle, wie schrecklich. Lange wurden sie getrimmt in: "geschäflich und privat". Selbst diese Schizo-Welt taugt heute nicht mehr. Das Hamsterrad dreht sich immer schneller, subjektiv gefühlt. Ein Entrinnen scheint unmöglich. Alle betrieblichen gesundheitlich inszenierten Programme sind rein BWL-motiviert, quasi ein input, für besseren output. Es gehört ausserdem heute dazu, ist chic, ein firmeneigenes wellness Szenario zu unterhalten. Man demonstriert ein: "Mensch im Mittelpunkt" Theater, mit knallharter Absicht. Die Mitarbeiter sollen gesund sein und volle Leistung bringen, am besten Tag und Nacht. Und wenn dazu ein bißchen Yoga und ein bisschen Thai Chi helfen, dann meinetwegen. Aber nicht soviel von dem "chi chi", sagte einst ein Vorstandsmitglied, eines Marktführers. Nein, die Menschen müssen die Verantwortung für sich selber übernehmen und fürsorglich mit sich selber umgehen. Das ist leichter gesagt als getan, in einer Welt völliger monetärer Abhängigkeit und Ausgeliefertheit. Ohne Moos nix los! Wieso Menschen sich das antun, bleibt wohl eine rein philosophische Frage. Das Paradigma ist schon so verinnerlicht, dass man es als Schicksal anerkennt, quasi von Gott gegeben. Dabei ist der ganze irre shit reines Menschenwerk.

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wortgewalt87 27.07.2011, 17:15
222.

Zitat von meinefresse
Der Mann aus dem Artikel ist eine arme Sau, einen 50-jährigen Beamten stellt in der Wirtschaft kein AG mehr ein, außerdem ist dann die komplette Altersversorgung im Eimer.
Falsch. Er kann sich beurlauben lassen (max. 16 Jahre) und z.B. einen beruflichen Neustart als Selbstständiger wagen. Fällt er damit auf die Nase, kann er immer noch in sein Einzelzimmer mit Internet zurück. Aber unerträglich larmoyant sein ist wohl immer noch einfacher ...

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f.meier 27.07.2011, 17:20
223. "Wer die Hölle fürchtet, kennt das Büro nicht"

Ich habe hierzu mal einen Artikel gefunden bei
anwalt.de ( http://www.anwalt.de/ ) bin mal gespannt über eure kommentare...

http://www.anwalt.de/rechtstipps/wer...ht_019837.html

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gwenhywfar 27.07.2011, 17:29
224.

Zitat von querulant_99
Ihre Schilderung kommt mir irgendwie bekannt vor. So ungefähr fangen i.d.R Burnouts an, ohne dass der Betroffene zunächst irgendwas bemerkt. 10 Jahe später, wenn er dann feststellen muss, dass es nicht mehr in der Lage ist "perfekte Arbeit" abzuliefern, sitzt er dann voll in der Scheixxxx und häufig hilft dann ein längerer Urlaub oder eine Therapie nicht mehr viel weiter.
Ja, deswegen wollte ich schon meine Stunden reduzieren. Aber pro Tag "eine Stunde früher gehen" macht man dann doch nicht. Und das Geld würde trotzdem weniger...

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Johann61 27.07.2011, 18:25
225.

Zitat von psybel
Links (Beispiele): * * * * * Wem das Ganze zu viel ist, der kann sich auch gerne bei den Gewerbeaufsichten und/oder den Berufsgenossenschaften informieren. Hilfreich sind auch die Betriebskrankenkassen. Hier noch ein Beispiel für ein Unternehmen, dass Praxiserfahrung hat: *
Ich bin kein Link-Fresser,
bevorzuge das persönliche Wort meines Gegenübers.

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querulant_99 27.07.2011, 18:40
226.

Zitat von gwenhywfar
Ja, deswegen wollte ich schon meine Stunden reduzieren. Aber pro Tag "eine Stunde früher gehen" macht man dann doch nicht. Und das Geld würde trotzdem weniger...
Das habe ich in der Tat in den letzten Berufsjahren so gemacht. Ich habe mit meinem Chef vereinbart, 30 statt 40 Stunden die Woche zu arbeiten, bei entsprechendem Gehaltsabzug. Ich habe trotzdem meist 8 Std. am Tag gearbeitet und stattdessen öfters ein verlängertes Wochenende eingelegt, das war effektiver. Durch diesen "Trick" ist es mir gelungen, das endgültige "Aus" nach hinten zu verschieben und Hartz4 zu vermeiden. Natürlich ist die Rente jetzt deutlich niedriger, was aber nicht so tragisch ist, denn man hat ja die meiste Zeit gut verdient.

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psybel 27.07.2011, 19:52
227. Von Mensch zu Mensch

Zitat von Johann61
Ich bin kein Link-Fresser, bevorzuge das persönliche Wort meines Gegenübers.
Da nannte ich ja schon die Alternative: Ein persönliches Gespräch z.B. mit Fachleuten von der Berufsgenossenschaft und/oder von der Gewerbeaufsicht. Diese Leute können Ihnen gerade am Anfang gute Hinweise geben. Thema: Einbezug psychisch wirksamer Belastungen in den Arbeitsschutz.

Zitat von razfaz2011
... gibt es nicht auch schönere Dinge, als sich im Urlaub in Internetforen herum zu treiben? ...
Das meint meine Frau auch ;-)

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Johann61 28.07.2011, 17:46
228.

Zitat von psybel
Da nannte ich ja schon die Alternative: Ein persönliches Gespräch z.B. mit Fachleuten von der Berufsgenossenschaft und/oder von der Gewerbeaufsicht.
Die Leute von der Berufsgenossenschaft und der Gewerbeaufsicht kommen bei uns maximal einmal im Jahr und dann meist angekündigt, werden von den Chefs durch den exra für den angekündigten Besuch hochglanzpolierten und gut vorbereiteten Betrieb geführt. Ein paar inszenierte Gespräche mit meist ausgewählten Beschäftigten, die wissen, was sie zu sagen haben, das wars dann.
Warum sollte sich jemand, der tatsächlich Probleme hat, einem Verbandsvertreter anvertrauen, der eine solche Beamtenmentalität bei seinen wenigen Besuchen an den Tag legt und von dem er den Eindruck bekommen muss, er wolle nur wieder mal kostenlos die kulinarischen Kostbarkeiten, die ihm der Gastgeber anbietet, genießen?

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psybel 28.07.2011, 17:50
229. Nur die halbe Wahrheit in SPIEGEL und FOCUS

Wie und ob sich Unternehmen um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter kümmern, ist ja heute ein Dauerthema. Im SPIEGEL gab es dazu in diesem Jahr bisher gleich zwei Titelseiten.

Im FOCUS war “Die Burn-out-Gesellschaft” Titelthema im März 2010. Leider erzählen die Artikel beider Wochenmagazine wiederholt nur die halbe Wahrheit. Zum FOCUS-Artikel gab es einen Brief der IG-Metall, der (nach meiner Kenntnis) aber im FOCUS nicht veröffentlicht wurde: http://blog.psybel.de/focus-widmet-d...t-keine-silbe/

Sicherlich sind weder SPIEGEL noch FOCUS Gewerkschaftszeitungen. Aber sie sollten auch keine Magazine zur Selbstdarstellung der Gesundheitsmanager der Unternehmen sein.

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