Forum: Wirtschaft
Kümmern sich die Unternehmen genug um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter?

Der Job macht viele Menschen fertig - Stress, Überstunden, kurze Pausen verlangen immer mehr Anstrengungen von den Arbeitnehmern. Burnout ist inzwischen kein exotisches Phänomen mehr in deutschen Betrieben, sondern häufige Diagnose bei Krankheit. Kümmern sich die Unternehmen ausreichend um die Gesundheit ihres Personals?

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psybel 02.09.2015, 22:06
290. Verantwortung der Betriebsleitungen im Arbeitsschutz

Zitat von Johann61
Zitat von psybel "Die Betriebsleitungen sind hier in der Verantwortung." Wie sollte das in der Praxis ausssehen?
Dazu gibt es inzwischen auch von den Arbeitgebern (BDA) eine gute Handlungshilfe: "Die Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz Besonderer Schwerpunkt: psychische Belastung - Ein Praxisleitfaden für Arbeitgeber", August 2013

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psybel 02.09.2015, 22:27
291. Arbeitgeber haben dazugelernt

Zitat von klausbaerbel
Kuendigen und eine Arbeit suchen. Eine zum Arbeiten. Aber wer will das schon. Dieses Gequengel.
Der Vorschlag "Kuendigen und eine Arbeit suchen" ist natürlich für manche Menschen eine mögliche Option. Allerdings sind viele Arbeitgeber inzwischen so weit, dass sie andere Optionen bevorzugen. Beispielsweise scheint in Kreativberufen die Anfälligkeit für Depressionen etwas über dem Durchschnitt zu liegen. Wenn in einem unternehmen, dass von Kreativität lebt, die weniger robusten Leute kündigen, dann bleiben vielleicht nur noch Langweiler übrig ;-)

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psybel 02.09.2015, 22:42
292. Recherchetipp an den SPIEGEL

Inzwischen hat sich zu dem Thema viel getan. Wie wäre es, einen Eurer Betriebsräte und einen Journalisten zu dieser Veranstaltung zu senden: »Ein Sicherheitshelm für die Seele – sind psychische Belastungen beurteilbar?
Thüringer Arbeitssicherheitssymposium --- Am 9. September tauschen sich auf dem Thüringer Arbeitssicherheitssymposium in Jena Experten zum Schutz von Leben und Gesundheit am Arbeitsplatz aus. Ganz aktuell stellen Arbeitsschützer eine deutliche Zunahme psychosomatischer Erkrankungen aufgrund von Stress und psychischen Belastungen fest. Gerade dafür will die Veranstaltung unter dem Motto „Mensch und Maschine im Einklang“ Lösungen anbieten. [...]«

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PC-Incorrekt 03.09.2015, 13:42
293. Nein das ist ganz anders

Zitat von Martin Franck
Nehmen wir einmal an, ein Chef rechnet aus, er benötigt übers Jahr das Äquivalent von 10,5 Stellen. Er könnte elf Leute einstellen, und sagen: So habe ich etwas Puffer wenn unvorhergesehenes eintrifft, und falls nicht, kann ich die Leute auf ......
Erstens
Wir können es doch machen wie immer eine 4% der Lohnsumme Burnout Umlage ?
dann bekommen die Arbeitnehmer noch weniger ausgezahlt. Es ist doch jetzt schon nur noch ein Taschengeld. Besser wir sparen uns die ganze Rechnerei und geben gleich alles in Berlin ab. Die kümmern sich dann schon drum das es uns super gut geht.

Zweitens
sie können es sehr gerne besser machen es gibt tausende Unternehmen die keine Nachfolger finden.

Drittens
Vielleicht sind ja auch die Arbeitnehmer Schuld die immer so gerne nach Feierabend als Konsumenten Waren aus Ländern kaufen in denen Ihre Kollegen wirklich ausgebeutet werden und keinerlei Soziale Absicherung die Produkte verteuert.
Heutzutage hat jede Durchschnitts Frau 100 Paar Schuhe
natürlich alle aus Bangladesch.

Aber hetzen sie ruhig weiter gegen die bösen Unternehmer. Wenn die dann weg sind wird alles gut wie damals in der DDR.

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hermannheester 04.09.2015, 10:15
294. Selber schuld?

Zitat von querulant_99
Nein! Da müssten sich die AN selbst darum kümmern. Das Problem dabei: Als Einzelner kann man hierbei herzlich wenig erreichen, und die Interessenvertreter der AN, die Gewerkschaften, hüllen sich dazu in Schweigen.
Das ist Quatsch! Der Arbeitnehmer ist nicht der Einzige, der von seiner guten Gesundheit profitiert. Auch die Arbeitgeberseite profitiert davon. Es ist wenig sinnvoll, den Menschen oft vermeidbaren Stress aufzuerlegen und auf der anderen Seite zu knausern, wenn es darum geht das Gesundheitsklima zu verbessern.
Selbst kenne ich noch die Zeiten, wo ein Bielefelder Nahrungsmittelkonzernen seinen Mitarbeitern ein eigens Badehaus anbot, wo neben auch medizinischen Bädern auch Massagen und sonstige Gesundheitsanwendungen (auch auf Rezept) angeboten werden konnten. Vom eigenen Betriebsarzt einmal ganz zu schweigen.

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abby_thur 04.09.2015, 10:55
295. Prävention

Da ich in der Materie Unfallkasse beruflich eingebunden bin, begrüße ich das neue Präventionsgesetz.

Die arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung der Mitarbeiter ist den meisten Arbeitgebern grade im Gast(ronomie)gewerbe und Einzelhandel ein Dorn im Auge, viele wöllten sich am liebsten gar nicht kümmern.

Was man manchmal vor Ort für Arbeitsmaterial vorfindet- da wundert man sich nicht, wenn in dem Betrieb oft Unfälle passieren bzw. der Mitarbeiteraustausch rege ist.

Da werden keine Handschuhe zum spühlen gestellt, wenn der Mitarbeiter nach einiger Zeit aufeinmal Hautprobleme bekommt wird er entlassen und ein neuer eingestellt, solange bis der sich beschwert.
Oder es gibt keine Leitern, und die Mitarbeiter sollen auf umgedrehten Papierkörben stehen um an Stellen zum putzen hinzukommen.

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abby_thur 04.09.2015, 10:57
296.

Zitat von hermannheester
Selbst kenne ich noch die Zeiten, wo ein Bielefelder Nahrungsmittelkonzernen seinen Mitarbeitern ein eigens Badehaus anbot, wo neben auch medizinischen Bädern auch Massagen und sonstige Gesundheitsanwendungen (auch auf Rezept) angeboten werden konnten. Vom eigenen Betriebsarzt einmal ganz zu schweigen.
Top!

Viele wissen ja gar nicht, dass jedes Unternehmen mit Mitarbeitern verpflichtet ist, einen Betriebsarzt und eine Sicherheitsfachkraft im Hintergrund zu haben.

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abby_thur 04.09.2015, 11:12
297.

Zitat von off_road
Ganz recht! Für "die Gesundheit" scheinen heute alle ANDEREN verantwortlich zu sein: Die Ärzte, die Krankenkassen, die "Solidargemeinschaft" und jetzt noch "die Arbeitgeber". Nur einer ist nie für die Gesundheit verantwortlich: Man selbst!
Das mag in der Freizeitgestaltung so sein, da stimme ich Ihnen zu.

Am Arbeitsplatz jedoch muss nunmal der Arbeitgeber tätig werden. So steht es -unter anderem- im neuen Präventionsgesetz und der DGUV Vorschrift 2

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psybel 07.09.2015, 22:25
298. Vorschriften im Arbeitsschutz

Zitat von abby_thur
Am Arbeitsplatz jedoch muss nunmal der Arbeitgeber tätig werden. So steht es -unter anderem- im neuen Präventionsgesetz und der DGUV Vorschrift 2
Zu "Präventionsgesetz": Ist damit die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) gemeint? Sie gilt für die arbeitsmedizinische Vorsorge im Geltungsbereich des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG). In diesem Jahr wurde dann noch die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) gründlich überarbeitet. Die Verantwortlichkeit ist einfach und logisch geregelt: Nur für den Schutz vor *arbeitsbedingten* Fehlbelastungen ist der Arbeitgeber verantwortlich. Das ist doch fair. Die Vorschrift 2 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gibt einen Rahmen für Ressourcenplanung im Arbeitsschutz.

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