Forum: Wirtschaft
Kündigungen wegen Eigenbedarfs: Rausgeklagt, damit der Profit steigt?
Martin Osiadly / Getty Images

Mehr als 30 Jahre lebte Heike Klant in ihrer Mietwohnung in München - jetzt soll sie wegen Eigenbedarfs ausziehen. Immer mehr Mietern in Großstädten wird auf diese Weise gekündigt. Viele sorgen sich davor, obdachlos zu werden.

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spot78 22.05.2019, 11:15
100. Realitätsfremde Träumerei

Zitat von Blackbeard
Wäre toll, wenn die Politik mal etwas für die Mieter und nicht nur für die Vermieter tun würde. Ich sag mal ganz provokant: Kündigung wegen Eigenbedarfs verbieten. Bessere Überwachung bei Wohnungsinseraten und Diskriminierung bei Wohnungsbewerbungen. Und wenn ein Mieter lange genug in einer Wohnung gelebt hat, um diese durch Miete abzubezahlen, sollte dem Mieter das Eigentum an der Wohnung automatisch übertragen werden.
Die Wohnung ist immer noch Eigentum des Vermieters. Er hat diese finanziert und sich das Geld oft genug vom Mund abgespart während sich sein Mieter Urlaub auf den Bahamas und ein iPhone gegönnt hat und auch nicht das Risiko einer Vermietung und der dazugehörigen Finanzierung getragen hat. Und nun sollen die Vermieter durch eine Art Enteignung (=durch Miete abbezahlt, lol) bestraft werden dafür dass sie ihr Geld sinnvoll investiert haben statt es auf den Kopf zu hauen? Nicht Ihr Ernst. Dann vermietet keiner mehr.

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reinhard_becker 22.05.2019, 11:16
101. @haarfön

Ich bin Rechtsanwalt und habe das mehr als einmal durchgezogen. Versuchen Sie doch nicht, mir meine Arbeit zu erklären. Beobachten geht so: Ein- bis zweimal die Woche vorbeischauen. Die immer wieder gerne bemühte "Krankenschwrster" hatte in meinem Fall eine Rechtsschutzversicherung, in zwei anderen Fällen gab es Prozesskostenhilfe.

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fluminense 22.05.2019, 11:17
102. Ich kann beide Seiten

sehr gut verstehen. Es gibt kein Recht auf Miete auf Lebenszeit. Gleichwohl ist die Kündigung auf Eigenbedarf oft betrügerisch. Hier muss der Gesetzgeber dran. Es nicht im Interesse des sozialen Friedens liegen, wenn Polizisten, Krankenschwestern , Erzieherinnen usw . , sich nicht mehr ein Zuhause in zumutbarer (ca. 2 Stunden Arbeitsweg) Entfernung zu ihrer Arbeitsstelle leisten können.
Mittelfristig u v a langfristig muss jedoch ein soziales Wohnungsbauprogramm auferlegt werden. Die nötigen Mittel dazu sind vorhanden. Alles eine Frage des politischen Willens und von Prioritäten. Spontan fallen mir die Ausgaben bei der Bundeswehr und für Flüchtlinge . Hier gäbe es enorme Sparpotenziale

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krypton8310 22.05.2019, 11:18
103. Spekulation

Zitat von meandmyself
... also quasi eine Enteignung der Eigentümer? Wissen Sie was ich dann mit meinen Wohnungen machen würde? Ich lasse sie leer stehen, um Rendite zu erzielen, aber sicher nicht meinen Invest enteignen. Was Sie schreiben, nennt sich im Übrigen "Kaufen", und ob sie es glauben oder nicht: das kann jeder. Mann muss halt für das EK etwas sparen.
Das wäre dann reine Spekulation, was ebenfalls verboten gehört. Man sollte Sie dann zwingen zu verkaufen und mit anderen Gütern zu spekulieren. Immobilien sind eben kein normales Wirtschaftsgut. Ähnlich wie medizinische Versorgung und Nahrung. Und wenn dann den Spekulanten das Handwerk gelegt wurde, sinken auch wieder die Preise und Normalverdiener können sich eher wieder Eigentum leisten.

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lollopa1 22.05.2019, 11:18
104. immer eine tolle Diskussion bei der Miete

wissen die Mieter auch dass sie etwas mieten, d.h. gegen Entgelt etwas benutzen dürfen was ihnen nicht gehört, nicht ihr Eigentum ist, für dessen Instandhaltung sie nicht aufkommen müssen? Ich glaube nicht. Ich stehe heute nachmittag auch nicht am Kölner Hauptbahnhof und möchte nach München, aber zum Preis von 1983, da werden mich alle für bescheuert erklären. Zu Recht, aber bei der Miete soll es so sein. Der Mietpreis ist auch was mit Angebot und Nachfrage, das Problem sind eher die zu niedrigen Gehälter. Sorry, gleich bekomme ich bestimmt was auf's Maul, aber wer als Friseur in München am Marienplatz wohnen möchte, das geht dann irgendwie nicht, aber alle wollen da wohnen weil es so schön ist. Ja, ich bin auch Vermieter einer Wohnung, ich mache aus diesen Gründen der Probleme und der Anspruchshaltung mancher Mieter nur Zeitverträge, 2 Jahre maximal, da ösen sich viele Probleme sehr schnell

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Skeptiker99 22.05.2019, 11:21
105. Missbrauch härter bestrafen

Wie bereits von anderen Foristen gesagt ist ja gegen Eigenbedarfskündigungen nichts zu sagen. Wenn ich ein Haus besitze kann ich natürlich meinen Sohn darin wohnen lassen und muss nicht selber wo anderd was mieten. Es sollte dann aber hinterher auch nachgeprüft werden ob der Sohn auch wirklich einzieht. Wenn nivht mussen SAFTIGE Strafen her und dem Ex- Mieter muss die Differenz zu einer Vergleichbaren Wohnung erstattet werden. Betug darf sich finanziell nich lohnen

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carlitom 22.05.2019, 11:22
106.

Zitat von quidquidagis1
..Sie wissen abe schon,dass wir es z.Zt.in vielen Fällen mit der Generation "Erben"zu tun haben.Also leistungsloses Einkommen ohne lädstige Kredite und Sorgen
Offenbar WISSEN Sie das ganz genau. Das ist im Übrigen mehrheitlich keineswegs der Fall. So viel zu Ihrem WISSEN.

Für leistungsloses Einkommen, so es denn gegeben, haben andere viel Leistung gebracht, Risiko getragen, 20 und mehr Jahre abgezahlt. Und Sie wollen das dann vergessellschaften? Sorgen Sie doch einfach dafür, dass IHRE Erben mal leistungsloses Einkommen durch Sie erhalten. Das wäre doch ein tolles Ziel. Zu mühsam? Tja,...

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Romulus 22.05.2019, 11:23
107. Ich bin gerade selbst Betroffener

und werde wegen angeblichen Eigenbedarfs der Tochter aus meiner Wohnung geklagt. Klar ist, dass es sich um reine Spekulation handelt. Trotz kleinem Kind in meinem Haushalt wird rücksichtslos vorgegangen. Es ist erschreckend. Auch die schlaflosen Nächte kann ich bestätigen, weil nichts auf dem Markt zu finden ist. Ich bin Normalverdiener und bekomme nur Absagen.
Immerhin hatte ich einen unbegrenzten Vertrag geschlossen, der nun einseitig aufgebrochen wurde unter fadenscheinigen und vorgeschobenen Argumenten des Eigenbedarfs. Solchen Leuten gehört ihr Eigentum wegen Missbrauchs entzogen. Da muss sich Einiges ändern in unserem Land.

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echtermünchner 22.05.2019, 11:24
108.

Da bin ich mal gespannt, wer von der jetzigen Generation sich die Miete im Rentenalter wird überhaupt leisten können. Die Mehrheit wird sich das Leben in der Großstadt sicher nicht leisten können. Für mich bedeutet es in der Großstadt zu leben, sich freiwillig in Armut zu begeben. Aber jeder folgt dem Ruf des Geldes. Und Unternehmen kennen die Wohnsituation, wundern sich aber dass der Facharbeiter aus der Großstadt wegzieht. Ein Teufelskreis. Bin mal gespannt, wenn die Mieten weiterhin so steigen in den nächsten Jahren, was dann los sein wird. Wenn doch nur die Reallöhne auch so steigen würden. 40-60% des Lohns gehen jetzt schon für die Miete drauf,nur um in der Großstadt zu leben, fremdes Vermögen wird vermehrt. "Der Teufel scheißt eben immer auf den größten Haufen" wie man so schön sagt.

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wire-less 22.05.2019, 11:24
109. Falsch

Zitat von loncaros
Niemand verwechselt Mieten mit Kaufen. Mieten muss man sich leisten, wenn man sich Kaufen nie im Leben leisten können wird. Aber was meinen Sie, wie Deutschland aussieht, wenn wir immer mehr Obdachlose trotz Einkommen haben? Werden die Leute sich friedlich unter Brücken versammeln und dort hausen?
Wenn ich in einer Wohnung wohne die ich nicht kaufen/finanzieren kann wohne ich zu teuer. Dann stimmt entweder mit meinen Einnahmen oder mit meinen Ausgaben etwas nicht. Wir haben uns in eine kleine Wohnung ausserhalb gezwängt. Hätten wir eine grosse innen gemietet wären wir jetzt noch Mieter.
Das ist EUER LEBEN. Jammert nicht, macht hinne ...

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