Forum: Wirtschaft
Kündigungen wegen Eigenbedarfs: Rausgeklagt, damit der Profit steigt?
Martin Osiadly / Getty Images

Mehr als 30 Jahre lebte Heike Klant in ihrer Mietwohnung in München - jetzt soll sie wegen Eigenbedarfs ausziehen. Immer mehr Mietern in Großstädten wird auf diese Weise gekündigt. Viele sorgen sich davor, obdachlos zu werden.

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laberbacke08/15 22.05.2019, 13:02
180.

Zitat von rar.rar
Mich wundert es immer wieder, wie Leute Mieten mit Kaufen verwechseln ... Eine gemietete Wohnung ist immer noch eine gemietete und keine gekaufte.
Da haben sie total Recht. ABER: das heist eben auch nicht, dass der Besitzer alles darf. In dem ersten geschilderten Fall scheint es ja schon so zu sein, dass das nicht alles ganz koscher ist. Wenn der Herr auch andere Wohnungen (die gerade auch noch leer stehen) besitzt muss er m.M.n. nachweisen warum er gerade diese Wohnung fuer Eigenbedarf braucht. Und wenn es 5 von 7 Wohnungen betrifft und in einem Fall dann auch noch die Person wegen der Eigenbedarf angekuendigt wurde wechselt (Mutter zu Neffe) dann ist der Verdacht, dass hier eben eigentlich nicht aus echtem Eigen"bedarf" gekuendigt wird hoch. Genau wegen solcher Leute kommen Vermieter in Verruf und da verstehen ich es dann auch wenn Herr Kuehnert fordert, dass man in Zukunft tatsaechlich nur noch Eine Hauptwohnung besitzen duerfen sollte. Ich hoffe, das das Gericht in diesem Fall einen Riegel vorschiebt (wobei er dann warscheinlich auf Sanierung und Zermuerbung setzt, so wie er es in dem anderen Fall gemacht hat)

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RRR79 22.05.2019, 13:02
181. ... wundern?????

Zitat von rar.rar
Mich wundert es immer wieder, wie Leute Mieten mit Kaufen verwechseln ... Eine gemietete Wohnung ist immer noch eine gemietete und keine gekaufte.
Mich wundert es, dass Sie offensichtlich komplett unfähig sind, zu begreifen, dass eine Wohnung zu kaufen nunmal eine sehr kostspielige Angelegenheit ist. Für so finanzstarkes Klientel wie Pfleger natürlich überhaupt kein Problem - nach Ihrer Ansicht - eine Wohnung zu kaufen bzw. dies zu finanzieren, auch den üppigen Gehältern einer Pflegerin.

Vermutlich sind sie mit dem goldenen Löffelchen im Mund aufgewachsen oder hatten einfach GLÜCK, dass ein lukrativer Beruf gewählt wurde und nichts Soziales, ... wo es wenig GELD zu verdienen gibt. Geld scheint wohl der einzigste Erfolgsfaktor in Ihrer Welt zu sein?

Naja, es gibt noch genügend Dumme, die für Sie sich sozial aufopfern, wie lange aber noch?

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magic88wand 22.05.2019, 13:05
182. Falsche Eigenbedarfskündigungen

Die Zunahme falscher Eigenbedarfskündigungen hat einen klaren Grund: Der BGH hat vor 10 bis 15 Jahren seine Rechtsprechung geändert, wonach nunmehr der Mieter belegen muss, dass der Eigenbedarf nicht besteht. Das heißt, der Mieter muss - dank BGH - im Privatleben des Vermieters "schnüffeln", denn anders den Beweis zu erbringen ist quasi unmöglich. Hier könnte der Gesetzgeber wieder die alte Lage herstellen, die vor dieser Änderung der Rechtsprechung bestand.

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isolde_trinken 22.05.2019, 13:08
183. Verstehe ich nicht ganz...

Zitat von de.dimitrov
Der grosse Gewinn ist in diesem Fall bei dem Voreigentümer, der sehr grossen Profit mit dem Verkauf gemäht hat und meistens auch steuerfrei. Der neue Eigentümer kauft meistens auf Kredit und braucht die Mieteinnahmen, damit er das riesige Kredit für den sehr hohen Preis tilgen kann. Das geht nicht mit eine super niedrige Miete, die zu dem gezahlten Preis gar nicht passt. In diesem Fall kann man überlegen, bei Verkauf von vermieteten Wohnungen eine Steuer einzuführen, die dann für eine Mietminderung für die steigende Miete verwendet wird.
Hier im Forum wird immer wieder über Mieter gewettert, die ja hätten Eigentum erwerben sollen, die keinen Anspruch darauf haben, lebenslang in einer Wohnung zu bleiben.
Mag ja alles sein. Aber der Vermieter wusste genauso, zu welchem Preis er eine Immobilie kauft, und wenn er mit den Mieteinnahmen den kredit nicht bedienen kann, dann muss er privat zuschiessen. Ein Vermieter hat keinen Anspruch auf die Bezahlung der Mietsache über die Miete.
Hier nach einer Steuer zu rufen kann nur jemand mit viel Humor.

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sabine_fischötter 22.05.2019, 13:11
184. Hamburger Beispiel?

Wird ein Mietshaus in Hamburg zum ersten Mal in Eigentumswohnungen umgewandelt, hat der Mieter 10 Jahre Schutz vor Eigenbedarfs klagen. ("Kauf bricht Miete nicht") Zumindest das sollte doch bundesweit gelten.

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pracz 22.05.2019, 13:13
185. Eigenbedarf

Es gibt nur 2 Möglichkeiten: Liegt der Eigenbedarf wirklich vor, dann darf der Mieter seinem Vermieter dankbar sein, dass er sein Eigentum so lange Zeit ihm zur Nutzung überlassen hat. Ein Entgelt dafür ist genauso selbstverständlich, wie die Tatsache, dass der Eigentümer sein Eigentum selbst benutzen darf. Ist der Eigenbedarf nur vorgetäuscht, steht das Gesetz in voller Härte auf der Seite des Mieters. Wo ist hier das Problem? Ich höre die Antwort: Das Problem ist dass der Mieter, wenn er im selben Gegend wohnen bleiben will, eine viel höhere Miete bezahlen muss. Das ist aber kein Problem, sondern es war die Entscheidung des Mieters. Der Mieter, als er für eine Mietwohnung entschieden hat, hat gewusst, dass Mietpreise nicht in Stein gemeißelt sind, und dass er das Eigentum eines anderen Menschen benutzt. Er hat auch gewusst, dass er einen privaten Vermieter hat und nicht Vonovia, die nicht wegen Eigenbedarf kündigen kann. Und der Mieter hat selbst entschieden lieber jahrzehntelang Miete zu zahlen, als genauso lang ein Wohnungskredit abzubezahlen. Die Größenordnungen wären auch in München durchaus vergleichbar. Jeder Mensch zahlt in seinem Leben eine Wohnung ab. Manche die eigene, andere die des Vermieters.

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isolde_trinken 22.05.2019, 13:14
186. Die Mieterin

Zitat von pnwenzel
Eigenbedarf kann ohnehin nur ein Vermieter haben der im engeren Familienkreis Bedarf hat. Wohnungsgesellschaften fallen also raus. Und wenn tatsächlich so ein Bedarf besteht, kann es auch moralisch absolut nicht kritisiert werden wenn man auf sein Eigentum zurückgreifen will. Die Mieterin sollte allenfalls Danke sagen, dass sie 30 Jahre lang ohne große Verpflichtungen und geschützt vor starken Mietsteigerungen in fremdem Eigentum wohnen durfte ohne sich mit Kosten, Arbeit und Risiken für Betrieb und Instandhaltung der Immobilie beschäftigen zu müssen. Nach 30 Jahren ist die Miete sehr sicher so niedrig gewesen, dass von Profit nicht zu sprechen ist, sondern allenfalls die laufenden Reparaturen gedeckt werden konnten. Wer glaubt, dass Immobilien den ganzen Tag nur Geld produzieren und der Vermieter nur Kontoauszüge lesen muss, der weiß nicht wovon er redet.
hat über 30 Jahre lang die Kosten für betrieb und Instandhaltung der Immobilie über die Miete getragen. Für was soll sie danken???

An alle Vermieter: Wer zuviel Arbeit, Kosten und Risiko mit seiner Immobilie hat, der verschenke sie an einen gemeinnützigen Mieterverein, der sich dann gerne mit Kosten, Arbeit und Risiken herumschlägt ;-)

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haichen 22.05.2019, 13:14
187. Die Kontrolle fehlt (wie so oft)

Eigenbedarf mag es geben aber der Mißbrauch ist zu einfach und wohl oft ohne Folgen. Warum wird der Eigenbedarf nicht im Einwohnermeldeamt dokumentiert? Vermieter, alter Mieter, neuer Mieter (der sich ohnehin dort Melden muss). Die Wohnung darf dann für einen Zeitraum auch nicht an jemand anderen vermietet werden. So wird der Missbrauch etwas schwerer. Mehrfacher Eigenbedarf könnte Nachfragen und Rechtfertigungszwang bedeuten. Altmieter könnten nach ihrem Auszug Auskunft über den erfolgten Eigenbedarf erhalten..naja eher unwahrscheinlich). Die Behörden könnten von sich aus etwas unternehmen und das ist auch ihre Aufgabe.
Wie so oft fehlt die Kontrolle.

In der Familie muß jetzt jemand nach 25 Jahren dem Stiefsohn des Vermieters platz machen.. Bin gespannt wer da wohl einzieht.

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NixAlsVerdruss 22.05.2019, 13:15
188. Die Ursachen

werden wieder einmal übergangen. Zum einen meint jeder, in der Innenstadt wohnen zu müssen zum anderen hat sich der Staat schon seit langem praktisch aus dem sozialen Wohnungsbau zurückgezogen. Eine Wohnung zu mieten heist immer, nicht ihr Eigentümer zu sein. Wohnungen verursachen Kosten, sie müssen immer wieder auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden und sie verlieren durch das Bewohnen an Wert. Das alles muss durch die Miete abgebolten sein. Der WERT eines Objektes richtet sich im allgemeinen allerdings nicht nach den Kosten, sondern daran, was irgendjemand bereit ist zu zahlen. Wenn alle wie die Lemminge in der Innenstadt leben wollen, heißt das automatisch hohe Mieten, die sich kein Normalsterblicher leisten kann. Das es soweit kommen konnte ist Folge des Liberalisierungswahns und des Rückzugs aus dem sozialen Wohnungsbau. Zum Artikel: Schön das mit Einzelfällen auf die Tränendrüse gedrückt wird. Egal wo, wie oder wann: Es wird immer tragische Grenzfälle geben. Miete heist immer Überlassung auf Zeit gegen Geld, nicht für die Ewigkeit und nicht für Umsonst.

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cave68 22.05.2019, 13:18
189.

Zitat von RRR79
Mich wundert es, dass Sie offensichtlich komplett unfähig sind, zu begreifen, dass eine Wohnung zu kaufen nunmal eine sehr kostspielige Angelegenheit ist. Für so finanzstarkes Klientel wie Pfleger natürlich überhaupt kein Problem - nach Ihrer Ansicht - eine Wohnung zu kaufen bzw. dies zu finanzieren, auch den üppigen Gehältern einer Pflegerin. Vermutlich sind sie mit dem goldenen Löffelchen im Mund aufgewachsen oder hatten einfach GLÜCK, dass ein lukrativer Beruf gewählt wurde und nichts Soziales, ... wo es wenig GELD zu verdienen gibt. Geld scheint wohl der einzigste Erfolgsfaktor in Ihrer Welt zu sein? Naja, es gibt noch genügend Dumme, die für Sie sich sozial aufopfern, wie lange aber noch?
sorry aber ich kenne auch Kranken und Altenpfleger die sich den Traum vom Eigenheim verwirklicht haben....nur bestimmt nicht in München und dem Speckgürtel drumherum.
Also spätestens nach den Berichten der letzten Wochen oder diesem hier sollte doch jeder sich mal so seine Gedanken machen,ob mit solch einem einfachen Beruf das Leben in solch einer Metropole nicht völlig utopisch da unerschwinglich ist.
Trotzdem werden sie sehen,dass die Menschen auch in Zukunft wie die Lemminge dorthin ziehen werden,auch wenn man es noch so oft betont,dass es eben diese einfachen Jobs auch fernab der Grossstädte gibt.

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