Forum: Wirtschaft
Kündigungen wegen Eigenbedarfs: Rausgeklagt, damit der Profit steigt?
Martin Osiadly / Getty Images

Mehr als 30 Jahre lebte Heike Klant in ihrer Mietwohnung in München - jetzt soll sie wegen Eigenbedarfs ausziehen. Immer mehr Mietern in Großstädten wird auf diese Weise gekündigt. Viele sorgen sich davor, obdachlos zu werden.

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ohjeee 22.05.2019, 15:13
240.

Zitat von woswoistndu
erklären Sie den erwarteten Bevölkerungsrückgang in vielen unserer Bundesländer? Laufen da die Bewohner vor den Zuwanderern weg? Dass dort dann die Mieten fallen würden können Sie Ihrer Omma erzählen. Übertragen auf Großstädte wie München, Hamburg oder Berlin mag Ihre These ja teilweise Berechtigung haben. Allgemeingültigkeit hat sie allerdings nicht und offenbart, was Sie hier etablieren wollen. In der Tat ist die Flucht des Kapitals in Immobilien der wahre Grund für den knappen Wohnraum. Die paar Zuzügler gleichen schon die Wegsterber wieder aus...
Es gab doch erst kürzlich hier den Artikel auf Spiegel, dass die Mieten erstmals wieder deutschlandweit (im Schnitt!) fallen.

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plutinowski 22.05.2019, 15:13
241. unbefristet ist unbefristet

Zitat von bz16
... die geschilderten Fälle auch sein mögen, ich verstehe nicht, wieso manche Leute meinen, ihnen stehe eine Mietsache auf Lebenszeit zu. Wenn ich etwas miete, muss ich davon ausgehen, dass der Eigentümer die Mietsache auch irgendwann wieder zurückhaben möchte.
Wenn der Mietvertrag unbefristet ist, ist er unbefristet. Vom unbefristeten Vertrag und der damit verbundenen Mietsicherheit und geringem Akquisitions- und Verwaltungsaufwand profitiert schließlich auch der Vermieter.
Außerdem würden Sie es vermutlich auch nicht so gut finden, wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber eröffnen würde, dass er Ihren Arbeitsplatz bitte mal wieder zurückhaben möchte.

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pittiken 22.05.2019, 15:14
242.

Zitat von kumi-ori
Deutschland wird ganz genauso aussehen, wenn die Kinder der Vermieter, die nicht in die Wohnung können nun unter der Brücke schlafen müssen. Es gibt in deutschen Städten ganz allgemein zu wenig Wohnungen. Das hat viel mit Bürokratie zu tun, aber auch mit Besitzstandswahrern, die Neubau nach Kräften verhindern möchten. Im Münchner Nordosten soll ein Riesen-Neubaugebiet erschlossen werden, mit mehreren zehntausend Wohnungen. Die Nachbarn ziehen vor Gericht, weil es dann "nicht mehr so schön ländlich" sein wird. Das blockiert den Bau wahrscheinlich für viele Jahre. Eben diese Nachbarn werden aber wahrscheinlich verlangen, dass irgendjemand da sein wird, der sie im Alter pflegt. Aber diese Berufsgruppen werden dann nicht mehr in der Stadt wohnen können.
Es kommt immer darauf an, wer in der Nachbarschaft dann einziehen soll. In Berlin gibt es mehrere Neubauten, da wurden die Nachbarschaftsklagen ohne Wenn und Aber und ganz schnell abgebügelt. Da wohnen jetzt die Geflüchteten drin.

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newliberal 22.05.2019, 15:24
243. Absolut ätzendes Thema,

vor allem wenn die Eigenbedarfskündigung in einem angespanntem Mietmarkt erfolgt. Allerdings wäre das Ganze bei weitem nicht so dramatisch, wenn Deutschland kein Mieterland wäre. Warum andere, vermeintlich ärmere europäische Länder, so eine hohe Eigentumsquote haben stellt sich bei der ganzen Diskussion niemand. Warum eingentlich nicht ?

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ohjeee 22.05.2019, 15:24
244.

Zitat von quidquidagis1
..ich habe einem Foristen geantwortet,der über Kreditsorgen gesprochen hat.Bitte hören Sie mir mit dem Märchen auf,dass das Ererbte ja durch Leistung entstanden ist.Da lacht Sie jeder Erbe,auf dem Sofa liegend aus;und nein,in diese Welt der Ungerechtigkeiten habe ich keine Kinder/Erben gesetzt.Das wollte ich denen nicht zumuten!
na Gott sei Dank...

Zum Erbe: Ich und meine Geschwister mussten als Kidner und Jugendliche ganz schön kurz treten, damit unsere Eltern das Haus abbezahlen konnten. In Urlaub fliegen war nicht, im Sommer gings ins Zeltlager, als Jugendliche mit der Familie mal nach Südfrankreich, Klamotten aus dem Second Hand, Taschengeld sehr eingeschränkt, wir sind Wochenzeitungen austragen gegangen.
Ich finde schon, dass wir ein Recht darauf haben, das, was wir in unserer Kindheit und Jugend an Lebensqualität entgegen unserer Mitschüler zugunsten Vermögensaufbau (Haus) eingebüßt haben, irgendwann mal in Anspruch nehmen dürfen sollten. Das Haus hatten meine Eltern (insb. Vater) über Jahre weitestgehend selbst gebaut, die ersten Jahre waren nur 2 Zimmer im EG bewohnbar, der Rest tw. Rohbau.
Und andere, die 2x im Jahr in Urlaub geflogen sind, jahrzehnte in der Mietswohnunge wohnten, Markenklamotten kauften, neiden jetzt den Besitz/Vererbung einer Immobilie? Dass ich nicht lache.

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DerVO 22.05.2019, 15:31
245.

Zitat von bumbewasserzong
Eine Risikogeschäft ist es für den Vermieter nur dann, wenn er eine Immobilie in einer lausigen Lage auf Pump gekauft hat, wenn versteckte Mängel auftreten oder wenn er von Anfang an zuviel bezahlt hat. Nicht wenige Vermieter kaufen/finanzieren nur deshalb eine Zweitwohnung und vermieten diese, um Abschreibungen darauf geltend zu machen und mit der Finanzierung der eigenen selbst bewohnten Immobilie zu verrechnen. Gern wird dann mal die neue Spültischarmatur oder am besten gleich eine neue Küche im Eigenheim installiert, während die Rechnung das Finanzamt bekommt und der Vermieter insofern betrügt, als er die Kosten steuerlich als Investition in seine vermietete Zweitwohnung geltend macht. In der Zweitwohnung indes bleibt von der Innenausstattung her alles beim Alten. Mieter wechselt nach 10 Jahren. Neuer Boden rein, Küche, Kühlschrank bleibt, Bad bleibt (bisschen säubern), Miete 30% rauf, fertig. Ein "cleverer" (mit anderen Worten "krimineller") privater Vermieter kalkuliert nicht mit läppischen 3% Gewinn p.a. Der will seine Immobilie schneller als erst nach 30-40 Jahren abbezahlt haben. ;-)
Dass was sie da beschreiben, ist nur halt nur nicht der durchschnittliche private Vermieter.

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newliberal 22.05.2019, 15:32
246.

Zitat von bz16
... die geschilderten Fälle auch sein mögen, ich verstehe nicht, wieso manche Leute meinen, ihnen stehe eine Mietsache auf Lebenszeit zu. Wenn ich etwas miete, muss ich davon ausgehen, dass der Eigentümer die Mietsache auch irgendwann wieder zurückhaben möchte. Möchte ich diesen Fall vermeiden, muss ich eben Eigentum erwerben. Oder halt auch mal einen Plan B in der Tasche haben, wie es weitergeht, wenn man ggf. auch nach ein paar Jahrzehnten die Mietsache wieder herausrücken muss.
Na ja, theroretisch richtig, praktisch leider total daneben. Eine Wohnung ist kein Leihwagen den man mal eben an der nächsten Station gegen ein anderes Exemplar wechselt und lustig weiterfährt. Zur Not kann man auch eine Zeitlang ohne Wagen überleben, bei einer Wohnung ist es etwas komplizierter. Klar kann man seinen Krempel einlagern und eine zeitlang ins Hotel, allerdings brennen ein paar Monate Hotelaufenthalt doch schon ein Loch ins Budget. Nein das Problem ist dass die Mieten von der allgemeinen Preissteigerung abgekoppelt sind. Jemand der seit fünfzig Jahren in ein und derselben Wohnung wohnt, zahlt Mieten wie vor zwanzig Jahren. In Städten wie München macht das natürlich Spass, dem Vermieter natürlich weniger. Es sind genau diese verfälschten Preise die Vermieter auf dumme Gedanken bringen. Würden die Mieter schneller steigen, würde sich manch Mieter überlegen ob er nicht doch besser kauft statt billig zu mieten.

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DerVO 22.05.2019, 15:36
247.

Zitat von Spr.
Vielleicht liegt es ja daran, dass erwiesener Maßen mehr als die Hälfte aller Nebenkostenabrechnungen falsch sind, ob nun aus Unwissenheit (?) bei den privaten Vermietern oder absichtlich wie bei den einschlägig bekannten Großvermietern? Da bleibt einem Mieter, der sich selbst nicht mit Nebenkostenabrechnungen auskennt, kaum etwas anderes übrig, als sich mit jeder einzelnen Abrechnung an den Mieterverein zu wenden. Im Gegenzug gibt es natürlich auch Mieter, die es mit ihren vermeintlichen Rechten übertreiben.
Vielleicht bleibt ihnen schon etwas anderes übrig, als wegen 2 Dollar fuchzich "zu Unrecht" erhobener Nebenkosten den Affen zu machen. Denn wer immer nur seine Rechte kennt, darf sich auch nicht wundern, wenn das Gegenüber plötzlich auch mal nach seinen Rechten schaut. Wie zum Beispiel dem Recht einer Eigenbedarfskündigung.

Leben und leben lassen lautet die Devise.

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Friedhelm_Müller 22.05.2019, 15:40
248. Vorgetäuschter Eigenbedarf geht zurück?

Zitat von
Viele Mietervereine berichten unisono, dass die Zahl der Eigenbedarfskündigungen zugenommen habe - zum Teil massiv. Auch die Zahl der vorgetäuschten Eigenbedarfskündigungen sei gestiegen - mancherorts sogar deutlich.
Die obige Aussage bedeutet doch, dass der vorgetäuschte Eigenbedarf zurück geht - das wären doch gute Nachrichten, oder irre ich mich?

MfG
fm

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Blackbeard 22.05.2019, 15:56
249.

Zitat von meandmyself
... also quasi eine Enteignung der Eigentümer? Wissen Sie was ich dann mit meinen Wohnungen machen würde? Ich lasse sie leer stehen, um Rendite zu erzielen, aber sicher nicht meinen Invest enteignen. Was Sie schreiben, nennt sich im Übrigen "Kaufen", und ob sie es glauben oder nicht: das kann jeder. Mann muss halt für das EK etwas sparen.
Dann sollten Sie erst recht enteignet werden. Wohnen soll kein Profitgeschäft sein, sondern ein Grundrecht. Das Mietertum gehört allgemein ohne Entschädigung abgeschafft.

Und ob Sies glauben oder nicht, aber heutzutage kann sich niemand mehr kaufen leisten. Da braucht man gut 300-500 Tausend und die Löhne stagnieren da zu stark in Verlgeich zu Preisen (vor allem Mietpreisen).

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