Forum: Wirtschaft
Künftige Wirtschaftspolitik: Die Zukunft liegt links
Alexander Becher/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Ob mit oder ohne Sahra Wagenknecht: Wer die großen Probleme unserer Zeit lösen will, braucht alles - nur nicht die wirtschaftsliberalen Rezepte der vergangenen Jahrzehnte.

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im_ernst_56 08.09.2018, 10:50
180. Lafontaine und die Vereinigung

Zitat von jutta_weise
der wurde ja auch ganz bewußt kaltgestellt. Erinnern Sie sich noch an seine Reden zur Wiedervereinigung? Kann man sicher bei youtube nachhören. Ich erinnere mich sehr gut! Er war der Einzige, der vorausschauend war. Das was jetzt im Osten passiert ist ein Resultat davon, seine Warnungen ignoriert zu haben. So wurde den Menschen mit den tollsten Versprechungen ein System übergestülpt, von dem sie nicht die leiseste Ahnung hatten, was das bedeutet. UND Ihnen sei gesagt, dass der interessierte Bürger, wirklich der, der sich für die politische Lage in diesem Land interessiert sich die Reden von Frau Wagenknecht im Bundestag anhört und ohne Scheuklappen analysiert. Nur das tun die Wenigsten und folgen lieber den vorgegebenen Schubladen, in die diese Politikerin medial gesteckt wurde. Sie sind einer davon!
Ihre Erwiderung spricht nicht gegen den Hinweis von mhuz auf den Faktor Mensch. Der Grund, aus der Lafontaine-Plan nicht angenommen wurde war, dass 1990 die DDR-Bürger unbedingt zur D-Mark wollten. Der Lafontaine-Plan hätte vorausgesetzt, dass die Mauer bestehen bleibt und man sie noch drei Meter höher baut. Es trifft auch nicht zu, dass das, was jetzt im Osten passiert, eine Folge der Wiedervereinigung ist. Rechte Tendenzen hat es in DDR auch schon vor dem Fall der Mauer gegeben. Das können Sie einigen Beiträgen im SPON-Forum entnehmen. Es hat also nichts damit zu tun, dass die weisen Ratschläge von Herr Lafontaine missachtet wurden. Damals (1990/1991) gab es übrigens den Spruch "Zuviel Rotlicht macht braun". Vielleicht sollte Sie mal ohne Scheuklappen die Geschichte von vor 30 Jahren rekapitulieren. Ich habe übrigens alle SPIEGEL-Ausgaben aus dieser Zeit aufgehoben.

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TomBoe 08.09.2018, 11:13
181. Rechte oder Linke Politik scheint eher irrelevant

Glaubt man den Studien, welche untersuchen, inwieweit politische Entscheidungen bestimmten gesellschaftlichen Gruppen zugute kommen, scheint es eher um arm und reich und nicht um rechts oder links zu gehen. Hier ein Ergebnis aus den USA: https://scholar.princeton.edu/sites/default/files/mgilens/files/gilens_and_page_2014_-testing_theories_of_american_politics.doc.pdf
Und hier der vieldiskutierte Beitrag der Uni Osnabrück zum letzten Armutsbericht der Bundesregierung, dessen Ergebnisse größtenteils verwässert oder aus dem Bericht herauskorrigiert wurden: http://www.zedf.uni-osnabrueck.de/media/endbericht-systematisch-verzerrte-entscheidungen.pdf
Zusammengefasst meiner Meinung nach: Politische Entscheidungen werden eher und schneller umgesetzt, wenn sie die Vermögenderen positiv betreffen. Das haben die untersten Einkommensschichten unbewußt begriffen und beteiligen sich kaum noch am Meinungsbildungsprozess auf herkömmliche Art und Weise. Eigentlich geht es nicht mehr um rechts oder links sondern um unten und oben bei der Einkommensverteilung. Und da gebe ich dem Autor recht, Solange wir dies nicht erkennen und ändern können wir lange über Ungerechtigkeit und fehlende politische Partizipation jammern. Wagenknechts "Aufstehen" könnte in der Tat ein Versuch darstellen den Kampf links gegen rechts durch den Kampf arm gegen reich zu ersetzen. Und dann verschwindet hoffentlich auch das Ausländer-Bashing als Verursacher und es wird erkannt, dass die derzeitigen politischen Akteure im Interesse der Reichen gegen die Interessen der Armen handeln.

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jutta_weise 08.09.2018, 11:54
182.

Zitat von im_ernst_56
Frage: Wollen Sie das bedingungslose Grundeinkommen auch allen Einwanderern aus der EU und von außerhalb der EU anbieten und haben Sie mal durchgerechnet, was das kostet und wer das bezahlen soll? Die Kolumne von Herrn Fricke hat den allgemeinen Titel "Die Rechnung, bitte".
und wissen Sie was der gigantische Apparat der Arge, Sozialämter, Wohngeldstelle etc. an Kosten jährlich verschlingt? Nö wissen Sie nicht. Aber Herr Werner, Gründer der DM-Kette ist ja auch ein dummer Geschäftsmann, nur, der könnte Ihnen das vorrechnen und die Argumente die dafür sprechen.

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privatbahn 08.09.2018, 12:03
183. wohltuend

Wieder so eine Kolumne von Thomas Fricke nach deren lesen ich weiß, warum seine Kommentare so wohltuend sind. Unaufgeregt, sachlich, informativ und immer auch ein wenig Orientierung gebend. Danke.

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jutta_weise 08.09.2018, 12:06
184.

Zitat von im_ernst_56
Ihre Erwiderung spricht nicht gegen den Hinweis von mhuz auf den Faktor Mensch. Der Grund, aus der Lafontaine-Plan nicht angenommen wurde war, dass 1990 die DDR-Bürger unbedingt zur D-Mark wollten. Der Lafontaine-Plan hätte vorausgesetzt, dass die Mauer bestehen bleibt und man sie noch drei Meter höher baut. Es trifft auch nicht zu, dass das, was jetzt im Osten passiert, eine Folge der Wiedervereinigung ist. Rechte Tendenzen hat es in DDR auch schon vor dem Fall der Mauer gegeben. Das können Sie einigen Beiträgen im SPON-Forum entnehmen. Es hat also nichts damit zu tun, dass die weisen Ratschläge von Herr Lafontaine missachtet wurden. Damals (1990/1991) gab es übrigens den Spruch "Zuviel Rotlicht macht braun". Vielleicht sollte Sie mal ohne Scheuklappen die Geschichte von vor 30 Jahren rekapitulieren. Ich habe übrigens alle SPIEGEL-Ausgaben aus dieser Zeit aufgehoben.
ich kenne alle Artikel des Spiegels und anderen Medien aus dieser Zeit. Wem sie fehlen, so gibt es das Archiv, in dem man alles wiederfinden kann. Es ist unwahr, dass Her LF die Mauer höher bauen wollte, das wurde von den Medien in seine Vorschläge hineininterpretiert. Hab ich ja geschrieben, dass die Meisten Bürger die Vereinigung wollten, da sie an die Versprechungen glaubten. Bezüglich der rechten Tendenzen in der ex DDR, so schrieb hier vor einigen Tagen ein ehemaliger Bewohner des Landes, wie diese Tendenzen zustande kamen, nämlich dass die NPD immer wieder "Delegationen" schickte, um die Menschen zu bekehren.

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salomon17 08.09.2018, 12:07
185. Da hat er sich so viel Mühe gegeben,...

... und die Foristen verstehen es trotzdem nicht! Was heute als links gilt, war zu Adenauers Zeiten rechts! Es hat spätestens seit Schröders Regierung eine Verschiebung der Mitte nach rechts gegeben. Und den Verweis auf angeblich linke Regierungen (in Wirklichkeit waren das Staatsmonopolkapitalisten) kann ich nicht mehr hören. Es muss doch außer der reinen Lehre der Marktwirtschaft und der des reinen Marxismus auch Zwischenwege geben. Aber über die denkt keiner nach, weil ja alles was für links gehalten wird, definitionsgemäß Teufelswerk ist. Warum versuchen die rechten nicht wenigstens mal, den Argumenten der anderen zuzuhören?

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Yoroshii 08.09.2018, 12:10
186. Calcar der Verkalkte!

Zitat von Calcar
Dem Schlußakkord mit dem Rückgriff u.a. auf Ludwig Erhard stimme ich zu. Aber: die desaströsesten Wirtschaftskrisen mit Millionen Toten gehen auf Kosten der Linken. Man kann leicht und belegt nachlesen, daß der "Große Sprung" von Mao zwischen 1958 und 1962 etwa 80 Mio Tote durch Verhungern gekostet hat! Frau Lafonknecht weiß davon wahrscheinlich nichts, sie hat in Chemnitz über das Sparverhalten der Menschen abhängig von der Einkommensklasse promoviert und herausgefunden: Die Reichen sparen mehr! Grandios, dass wußte schon meine Oma!
Spricht der Forist von Wirtschaft? Er witzelt über Wagenknecht und deren wissenschaftliche Grundlagen. Und er weiß, dass seine Oma schon wusste, was Wagenknecht weiß.
Kleine Anmerkung: Die wirklich Reichen lassen ihr Kapital arbeiten und im Zuge dessen auch diejenigen für sich arbeiten, die wirklich arbeiten (und ein meist klägliches Gehalt beziehen). Oh Herr, schmeiß Hirn raaa! Und gib dem Prekariat Zins und Zinseszins.

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Fxxx 08.09.2018, 12:22
187. An alle hier mit einem Plädoyer für Wirtschaftsliberalismus:

Erstens ist Kommunismus und Planwirtschaft etwas anderes als eine soziale(re) Marktwirtschaft. Zweitens bedeuten ein hohes BIP pro Kopf gar nichts, wenn es nich gut verteilt ist und sinnvoll verwendet wird. Drittens empfiehlt sich ein Blick auf Länder mit "linker" Wirtschaftspolitik. In Finnland, Schweden und Norwegen geht es den Menschen ausgezeichnet, und zwar der Mehrheit, nicht nur dem reichsten Prozent wie in den meisten neoliberalen Ländern.

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Matze38 08.09.2018, 12:33
188.

Was habt ihr denn nur laufend mit Sahra wagenknecht, die ist einer beliebtesten und klügsten Politiker, die wir haben deswegen verstehe ich nicht ihre Aussage, weil beide nicht so viele Freunde haben. Reichen über 100000 zeichnungen zu Anfang nicht. Das Presse und Journalisten was gegen sie haben das ist eher wahr, denn sie zu klug und sagt den Menschen mit einfachen Worten was im Lande los ist und wird auch noch gehört. Und das ist euch ein Dorn im Auge.

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shardan 08.09.2018, 13:19
189. Es ist selten...

... dass ich mit einer Kolumne von Hr. Fricke so übereingestimmt habe. Chapeau, Herr Fricke. Zwei Probleme sehe ich allerdings dabei. Zum einen hat Reichtum etwas anziehendes... Hinter dem "Der hat so viel Geld und ich nur Hartz-IV" steht ja auch immer die vergebliche Hoffnung, das man selbst auch so reich werden könnte. Eine Hoffnung die der Neoliberalismus gefördert hat, während fleißig von unten nach oben umverteilt wurde. Zum anderen habe ich Zweifel an der Person Wagenknecht. Die "Aufstehen" Bewegung ist in meinen Augen an sich eine gute Idee. Ich bin mir aber keineswegs sicher, dass das im Artikel beschriebene wirklich das Ziel ist, oder ob das Ziel nicht doch eher eine Spaltung der LINKEN ist. Frau Wagenknecht - ohne Frage eine Dame mit wirtschaftlichem Know How - hat in der Hinsicht eben auch eine Vita, die solcherlei Bedenken ohne Weiteres rechtfertigt.

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