Forum: Wirtschaft
Ladenschluss-Urteil - eine richtige Entscheidung?

Die vier verkaufsoffenen Adventssonntage in Berlin sind verfassungswidrig. Sie verstoßen gegen den Sonntagsschutz im Grundgesetz, urteilte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Eine gute Entscheidung?

Seite 123 von 302
harvest_moon 07.12.2009, 13:36
1220.

Zitat von Steve Holmes
Sie gehen aber in merkwürdige Geschäfte. Warum machen sie sowas?
Ich gehe nicht in solche 'merkwürdigen' Geschäfte.
In den Läden in denen ich einkaufe ist man noch nicht auf die Idee gekommen einen Service anzubieten, den keiner will.
So ein Laden wurde hier im Thread weiter vorne erwähnt.
Da ging es um einen Artikel, in dem diese Einrichtung beschrieben wurde und der ladeninhaber vollmundig verkündete, die einpacker kämen durch dieses System auf bis zu 12 Euro die Stunde.
Ich habe jetzt keine Zeit und Lust zurückzublättern und zu suchen.Können sie ja selbst machen, wenn Sie interessiert sind.

Beitrag melden
harvest_moon 07.12.2009, 13:38
1221.

Zitat von Steve Holmes
Das wäre in den USA z.B. illegal.
Zum gefühlten 389. Mal: Wir sind hier aber nicht in den USA.

Beitrag melden
bine_38 07.12.2009, 13:43
1222.

Wir waren gestern auf einem Weihnachtsmarkt in der nächst-größeren Stadt.
Dabei hat mein Sohn ein Buch im Schaufenster einer Buchhandlung gesehen, dass er noch unbedingt und auf jeden Fall zu Weihnachten haben will - Dumm war nur, dass gestern Sonntag und die Buchhandlung somit geschlossen hatte.
Klar könnte ich heute da nochmal hinfahren: aber ich müsste nochmal Sprit und Parkgebühren zahlen.
Das Ende der Geschichte war, dass an diesem Buch kein einziger Einzelhändler verdienen wird, denn ich habe es gestern abend gleich im Internet bestellt. Da ein Besuch in einer Buchhandlung bei uns meist darauf hinausläuft, dass wir nicht nur mit dem anvisierten Exemplar, sondern meist mit einigen Büchern mehr aus dem Laden laufen, dürfte der (zugegebenermassen imaginäre) Verlust noch größer sein.

Ich persönlich kaufe immer mehr im Internet, am Einzelhandel vorbei, ein. Gerade aus dem Grund, dass ich dies auch Sonntags oder abends tun kann. An diesen Waren verdient kein Einzelhandel mehr, weil ich nämlich genau dann einkaufen kann, wann ich es wünsche.

Beitrag melden
Roter Teufel 07.12.2009, 13:44
1223. Nein

Zitat von sysop
Die vier verkaufsoffenen Adventssonntage in Berlin sind verfassungswidrig. Sie verstoßen gegen den Sonntagsschutz im Grundgesetz, urteilte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Eine gute Entscheidung?
Ein Drittel der Gesellschaft ist Alt, Krank Arbeitslos, wann sollen die denn shoppen gehen?

Beitrag melden
altebanane 07.12.2009, 13:45
1224.

Zitat von IsArenas
Naja, ueber alles geht sie mir nicht. Wenn ich merke, dass ich in einem Laden nur als Stoerfaktor, nicht aber als willkommener Kunde betrachtet werde, gehe ich dort nicht mehr hin, so einfach ist das. Dann hat das Personal seine Ruhe.
Genauso mache ich das auch. Ich habe vor drei Monaten meinen Stammsupermarkt verlassen, weil dort seit der Netto-Übernahme nur noch übellaunige Menschen schimmelige Sachen verkauft haben, und dafür ist mir mein Geld echt zu schade. Auch meine Lebenszeit möchte ich nicht in der Gesellschaft solcher Muffköppe verschwenden. Jetzt hat Aldi mich zurück.

Beitrag melden
Saggse 07.12.2009, 13:54
1225.

Zitat von altebanane
Genauso mache ich das auch. Ich habe vor drei Monaten meinen Stammsupermarkt verlassen, weil dort seit der Netto-Übernahme nur noch übellaunige Menschen schimmelige Sachen verkauft haben, und dafür ist mir mein Geld echt zu schade. Auch meine Lebenszeit möchte ich nicht in der Gesellschaft solcher Muffköppe verschwenden. Jetzt hat Aldi mich zurück.
Also jetzt verstehe ich aber gar nix mehr:
Die Einlassungen einiger Mitforisten suggerieren hier doch das folgende:
1. Jedes Geschäft hat immer dann geöffnet zu haben, wenn es das Ladenschlussgesetz zulässt.
2. Jedes Geschäft muss seine Angestellten weit jenseits der Legalität ausbeuten.
3. Der Kunde muss in jedes Geschäft zu jeder möglichen Zeit gehen.

Sollte man als Kunde etwa doch eine Wahlmöglichkeit haben? Obwohl das gar nicht von einem Gesetz geregelt wird und demzufolge dieses Gesetz in Karlsruhe noch gar nicht auf seine Verfassungskonformität hin überprüft werden konnte?

Dascha mahnDING!

;-)

Beitrag melden
BeckerC1972 07.12.2009, 14:04
1226.

Zitat von Steve Holmes
Wenn weitere Mitarbeiter angestellt werden verringert das die Arbeitslosigkeit und ist zu begrüßen. Auch wenn manche aufstocken müssen ist es immer noch besser als wenn sie komplett vom Staat leben.
Dadurch bekommen wir einen Niedriglohnsektor, der komplett durch staatliche Alimentierung lebt. Irgendwann verdient dann der ungelernte Arbeiter 1,50 EUR die Stunde und den Rest zahlt der Staat von den Steuergeldern derer, die meinen, die günstigen Preise wären eine Verbesserung. Von der linken in die rechte Tasche, nichts gewonnen, nur ein paar Konzerne machen sich die Taschen auf Kosten der Steuerzahler voll. Das soll dann freier Kapitalismus sein? Meinen Sie das ernst?


Zitat von Steve Holmes
Er liegt in zusätzlicher Beschäftigung. Falls es ihnen noch nicht aufgefallen ist, hat Deutschland ein Problem mit hoher Arbeitslosigkeit.
Deutschland hat auch ein paar Probleme mit zu wenig Facharbeitern und einem grassierenden Lohnverfall im unteren Lohndrittel. Wie wollen Sie dem denn begegnen?

Zitat von Steve Holmes
Aufstockung ist ein sehr sinnvolles Instrument.
Ihre Meinung <> Meine Meinung. Können Sie die Annahme auch irgendwie begründen?

Beitrag melden
altebanane 07.12.2009, 14:07
1227.

Zitat von Saggse
Also jetzt verstehe ich aber gar nix mehr: Die Einlassungen einiger Mitforisten suggerieren hier doch das folgende: 1. Jedes Geschäft hat immer dann geöffnet zu haben, wenn es das Ladenschlussgesetz zulässt. ...
Neh, das haben Sie völlig falsch verstanden. Die -Händler- sollten genau dann öffnen dürfen, wenn es sich für sie rechnet. Und das passiert genau dann, wenn ein Geschäft in seiner Gesamtheit für den Kunden attraktiv ist.
Ich persönlich habe in den letzten Wochen mal locker 300 Euro im Internet vershoppt und gar nichts in irgendwelchen Geschäften, außer Lebensmittel + Tabak.
Weil : da ist immer auf. Falls ich irgendeine nachträgliche Frage zu etwas habe, schreibe ich eine kurze Mail und gut ist's. Und der einzige Weg, den ich habe, ist, abends nach der Arbeit bei meinen Rentner-Nachbarn die Ware abholen. Großartig, was will man mehr.

Beitrag melden
Emil Peisker 07.12.2009, 14:08
1228. Shell's Methoden

Zitat von harvest_moon
Das Beispiel, um das es hier ging, war der Artikel, in dem es hieß, dass die Einpacker keinen Lohn vom Supermarkt bekämen, sondern nur das Trinkgeld der Kunden. In diesem Fall wird sich wohl jeder genötigt fühlen, zu zahlen.
Die selbe Masche betreiben die Shell-Tankstellen, die Arbeitslosen gestatten, den Tankkunden die Scheiben zu putzen oder das Tanken abzunehmen. Wenn man nicht weiß, dass dies ein kostenpflichtiger Sevice ist, merkt man es spätestens an der Kasse, wo 1€ Aufschlag auf die Rechnung kommt.

Die Dienstleistung wird den Arbeitslosen nur bei Erfolg bezahlt. Bei fehlendem Erfolg gibt es von Shell keine Bezahlung der Arbeitszeit.

Shell meide ich seitdem, weil mich diese Form der risikolosen Ausbeutung nicht unterstützen will.

Beitrag melden
tanni95 07.12.2009, 14:08
1229. Also....

Zitat von bine_38
Wir waren gestern auf einem Weihnachtsmarkt in der nächst-größeren Stadt. Dabei hat mein Sohn ein Buch im Schaufenster einer Buchhandlung gesehen, dass er noch unbedingt und auf jeden Fall zu Weihnachten haben will - Dumm war nur, dass gestern Sonntag und die Buchhandlung somit geschlossen....
...gerade wenn es um Bücher/Buchhandlungen geht:
Eine (Buch)Bestellung im Internet kann doch NIE einen Besuch in der Buchhandlung ersetzen. Zumindest nicht, wenn man ein richtiger Bücherfreund ist...
Gut, bei anderen Artikeln vielleicht: Ob ich jetzt Winterreifen per Net oder beim Reifenhändler kaufe, ist egal.

Beitrag melden
Seite 123 von 302
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!