Forum: Wirtschaft
Ladenschluss-Urteil - eine richtige Entscheidung?

Die vier verkaufsoffenen Adventssonntage in Berlin sind verfassungswidrig. Sie verstoßen gegen den Sonntagsschutz im Grundgesetz, urteilte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Eine gute Entscheidung?

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#Nachgedacht 08.12.2009, 02:06
1460.

Zitat von BeckerC1972
Sie meinen wie die Flexibilität, in deren Rahmen wir ein paar Feiertage abgeschafft haben? Hat das irgendwas gebracht?
Können Sie eigentlich auch sachlich diskutieren? Dieser Vergleich stand zu keiner Zeit im Raum und ist logisch nicht einzuordnen. Die Grenzen des Denkens sind scheinbar noch enger als bisher angenommen. Sie werfen Dinge in einen Topf die einfach nicht zusammengehören.
Jede Regelung bewirkt etwas. Sicher werden AG über die Vorteile schwärmen und AN dürfen sich einmal mehr vom Staat betrogen fühlen, weil die Begründungen ab absurdum geführt wurden.
Aber hier geht es nicht um die Abschaffung des Sonntags, sondern um die Nutzung der Zeit "Sonntag".
Wenn Sie diesen Unterschied begreifen werden Sie vielleicht auch verstehen das es nicht um Mehrarbeit geht! Es geht um die Verteilung der Arbeit und nocheinmal, da Sie ja so von den tollen Regeln schwärmen, es ist Aufgabe des Staates Regeln und Kontrolle so zu gestalten das kein AG seinen AN mehr AZ abverlangen kann in der Summe.
Leider haben die Gewerkschaften in den letzten Jahren gerne unte der Fadenscheinigen Begründung von Arbeitsplatzerhaltungen der Erhöhung der wöchentlichen AZ zugestimmt oft ohne Lohnausgleich (!). Das hat die gleiche Wirkung wie die Streichung von Feiertagen, nicht die Nutzung des Sonn- oder Feiertags für Arbeitsleistungen, wofür die zahlreichen Bereiche mit Schichtsystem und rollender Woche den Beweis geben.
Mehrarbeit unter Umgehung des AZ-Gesetzes, unbezahlte Überstunden haben ihre Wurzel nicht in der Gestaltung des Arbeitsablaufes sondern in der Gier gewisser Unternehmer und Anleger.
Wer dies Ursachen nicht wirklich benennt will auch keine Veränderung. Grund könnte sein, dass man davon profitiert.

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Steve Holmes 08.12.2009, 03:01
1461.

Zitat von wunhtx
Es kann niemand ernsthaft begründen, weshalb man an Sonntagen und an den Abenden bis 24 Uhr einkaufen müssen muss.
Und deswegen geht es auch nicht ums müssen sondern ums können. Und auch nur dann wenn Kaufmann und Kunde es beide wollen.

Zitat von wunhtx
Wer sich einmal die Mühe macht und Großmärkte aufsucht stellst fest, dass genau jene einkaufen, die eigentlich den ganzenh Tag über Zeit hätten.
Großmärkte sind anders als der Einzelhandel für Wiederverkäufer und Gastronomen. Wer da einkauft steht meist sehr früh auf und arbeitet hart. Schauen sie sich einmal die Öffnungszeiten der Münchner Markthallen an.

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Steve Holmes 08.12.2009, 04:31
1462.

[QUOTE=BeckerC1972;4680119]"Vollzeitkraft" heisst hier ca. 30 Stunden die Woche. Was meinen Sie, was da nach Abzügen nach von dem üppigen Gehalt übrig bleibt? Und wollten wir nicht die Aufstockung durch HartzIV für einen Single verhindern?

Sie winden sich wie ein Aal. In dem Posting auf das ich mich bezog sagten sie noch:
Zitat von BeckerC1972
Sie werden NIEMALS in der Lage sein, mit einem normalen 40 Stunden Job bei einem Discounter auch nur eine Appartmentwohnung in einer deutschen Innenstadt finanzieren zu können.
Warum hat der "normale 40 Stunden Job" plötzlich nur noch 30 Stunden? Glauben sie wirklich mit solchen Taschenspielertricks durchzukommen?

Und wenn die Öffnungszeiten ausgedehnt werden, müssen ja auch die Arbeitszeiten erweitert werden. Also hilft es gerade Geringverdienern ihre Einkommensbasis zu erweitern.

Wie kommen Sie denn auf den schmalen Grat? Weil in Deutschland der Einzelhandel in erster Linie über den Preis konkuriert. In anderen Ländern wird mehr Service geboten der natürlich auch bezahlt wird. Wenn der Service, zum Beispiel die Öffnungszeiten, erweitert werden kostet das Geld und wird nur geschehen wenn die Menschen dafür bezahlen. Ob daß geschieht wird sich herausstellen.

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ElizIza 08.12.2009, 06:23
1463.

Zitat von Steve Holmes
Ich hätte gar nichts dagegen alles andere auch zu übernehmen. Ich fühle mich in Ungarn wohler als in Deutschland
Am ungarischen Wesen soll Deutschland genesen?

Muss nicht sein. Wenn Sie einen Platz haben, wo es Ihnen gut gefällt, gehen Sie doch dahin.

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ElizIza 08.12.2009, 06:31
1464.

Zitat von Saggse
Stellen Sie Sich mal folgendes vor: Es gibt keine Ladenschlussgesetz mehr, nach einer gewissen Zeit finden die Händler in einer Region, einer Branche einer Straße oder was auch immer raus, dass es keinen Sinn macht sonntags zu öffnen außer am 3. und 4. Advent. Und genauso machen die das einfach auch, ganz ohne Vorschrift. Alptraumhafte Vorstellung oder ;-)
Für die Leute, deren Glückseligkeit davon abhängt, dass Geschäfte Sonnatags geöffnet haben, ganz bestimmt.

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bine_38 08.12.2009, 07:41
1465.

Zitat von Pirx
[...] Es gibt aber auch Disponenten, die aber überhaupt nix begreifen: Pirx, was machst du am donnersteg? Nix, da ist Feiertag. Aber nicht überall, in F nicht zB. Habe ich diese Gespräche gehaßt.[...]
Tja Pirx, das ist halt der Unterschied. Als wir Kollegen vor Jahren erfahren haben, dass wir praktisch von heute auf morgen Kundenunterstützung für Asien und Amerika machen müssen, gehörte ich zu denen, die eben nicht 'nein' sagten.
Das bedeutete Schicht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit zuzüglich Rufbereitschaft.
Zitat von
Im Hartz-Thema waren die Foristen die ersten, die einem empfohlen haben im Ausland nach Arbeit zu suchen, und hier tauchen die wieder auf und sind dermaßen unflexibel, können noch nicht mal wg. einem Nachtbuch kurz ins Ausland jetten zum Einklaufen. Gruß Pirx
Nein, lieber Pirx, dafür bin ich zu umweltbewusst. Ich mache es mir einfach, bestelle meine Bücher online und lasse sie mir schicken.
Oder ich gehe zur 'langen Lesenacht' in meine Bücherei, die hat nämlich seit einiger Zeit einmal pro Monat bis 22:00 Uhr geöffnet. Die überlegen übrigens, ob sie das nicht auf zweimal pro Monat ausweiten, der Andrang ist nämlich ziemlich gross und die Mitgliederzahlen sind seither deutlich gestiegen.

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ElizIza 08.12.2009, 07:41
1466.

Zitat von Steve Holmes
Die Preise im deutschen Lebensmitteleinzelhandel sind im internationalen Vergleich sehr gering. Wahrscheinlich ließe sich eine Erhöhung durchsetzen wenn sie auf breiter Front geschieht weil alle die Öffnungszeiten verlängern.
Dann würden die Armen für die Bequemlichkeit der Reichen bezahlen. Tolle Vorstellung.

Aber wahrscheinlich dürften die Armen zum Ausgleich für ein gutes Trinkgeld Ihnen die Schuhe oder das Klo putzen. Es lebe die Klassengesellschaft.

zum K.

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Roter Teufel 08.12.2009, 07:51
1467. Akt der Nächstenliebe

Zitat von Askan
Dürfen Alte und Krnake nicht einkaufen gehen? Arbeitslose dürfen das auch im Rhamen ihrer finanziellen Möglichkeiten
Ich dachte ja nur, dass 6 Tage in der Woche zum Shoppen ausreichend sein müssten.
Allerdings wäre es in Anbetracht der unbeschreiblich überfüllten Einkaufsstätten am Samstag ein Akt der Nächstenliebe, wenn die 4 oder 6 Sonntage vor Weihnachten verkaufsoffen wären.

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bine_38 08.12.2009, 08:36
1468.

Zitat von ElizIza
Für die Leute, deren Glückseligkeit davon abhängt, dass Geschäfte Sonnatags geöffnet haben, ganz bestimmt.
Wissen Sie, meine Glückseligkeit hängt nicht davon ab, ob ich am Sonntag einkaufen gehen kann oder nicht. Ich schaffe es auch so, die Dinge, die ich wirklich brauche, zu kaufen.
Es geht aber um die Dinge, die ich eigentlich nicht brauche. Für die kann ich nur dann Geld ausgeben, wenn ich Zeit zum Schauen und Stöbern habe.
So gesehen ist es ein Vorteil für mich, dass die Läden Sonntags nicht geöffnet haben ;-)

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Saggse 08.12.2009, 09:02
1469.

Zitat von Pirx
Sehen Sie, ich respektiere die Wünsche anderer, nur erfüllen werde ich ich sie nicht immer mit einem fröhlichen: Danke massa, beehren sie uns bald wieder massa. Wie kommen Sie eigentlich drauf, man müßte für jede Pfeife tanzen? Man muß Gott mal einen lieben Mann sein lassen und den Scheineweddler auch, so ist das. Gruß Pirx
Sehen Sie der Scheinwedler hat die Wahl und der liebe Gott sowieso (ich denke der kann froh sein keinen Chef zu haben dem er das Projekt "Die Menschheit" und vor allem dessen "Erfolg" erklären muss, OT).
Ich erlaube mir in Läden, in denen ich nicht so behandelt werde, wie ich das gerne möchte sogar volle Einkaufswagen unbezahlt an der Kasse stehen zu lassen und woanders einzukaufen. Ich gebe sogar Spielsachen, die sich mein Sohn ausgesucht wieder zurück und kaufe sie wonaders, an Statt mich von einer Ladeninhaberin oder Besitzerin anmeckern zu lassen. Das ist für mich definitiv mehr Stress und Arbeit als für das Verkaufspersonal.

Aber es besteht Hoffnung:
Immer mehr Angestellte im Einzelhandel haben kapiert, dass letztendlich der Kunde derjenige ist, der ihr Gehalt zahlt. Und diejenigen, die das in diesem Leben nicht mehr kapieren, werden, wenn sie diesen Beruf überhaupt eine gewisse Zeit ausüben, weder glücklich noch sonst irgendwas.

PS: Wenn ich damals als LKW Fahrer so mit den Kunden umgegangen wäre, wie Sie das in Ihrem anderen Post beschrieben haben, hätte ich sehr schnell sehr viel Freizeit gehabt....

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