Forum: Wirtschaft
Landwirte in Not: Mit Geld gegen die Dürrefolgen - wem hilft das wirklich?
AFP

Die anhaltende Dürre vermiest vielen Landwirten in Deutschland die Ernte. Der Bauernverband verlangt deshalb eine Milliarde Euro Hilfe vom Staat. Die Bundesregierung zögert noch. Ist die Forderung berechtigt?

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bjoern2605 07.08.2018, 00:09
110. Kann es nicht mehr hören und lesen

Die Landwirtschaft wird subventioniert wie kaum eine Branche. Direkte Zahlungen und indirekte Steuervergünstigungen an jeder Ecke.
Hat ja ein Strandkorbvermieter an der Ostsee Gelder erhalten, weil die Sonne nicht schien und er daher keine Einnahmen hatte?
Wer in guten Jahren nichts zurücklegt sondern prasst, hat in schlechten Jahren nichts mehr. Wer vorausschauend wirtschaftet, kann auch schlechte Jahre überstehen.
Überhaupt, was heißt schlecht? Der Maßstab kann ja nicht das Rekordjahr sein. Und Schwankungen sind nunmal normal.
Am meisten belustigt mich die Aussage, dass es durch die Erntesituation noch schwerer sei, Nachfolger für den Hof zu finden. Wer denkt sich sowas aus? Beatmen die Herren sich an den Methanausgasungen ihrer Rinder?
„Nein, weil es 2018 mal warm war werde ich lieber kein Bauer...“ Stellen sich die Verbände so ihren Nachwuchs vor?

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ahemi 07.08.2018, 02:20
111. Mal ketzerisch gefragt

Hat sich der Bauernverband schon mal in einem überdurchschnittlichen Jahr gemeldet mit dem Vorschlag, was zurückzuzahlen?
Aber im Ernst: Kleinbäuerlichen Betrieben sollte im Fall einer Existenzbedrohung - und nur dann - geholfen werden. Aber die industrielle Landwirtschaft muss auch mal ein sehr schlechtes Jahr verkraften können.
Und es ist höchste Zeit für einen Strukturwandel: mehr Ökologie, mehr Nachhaltigkeit, bessere Erzeugerpreise. Billiges Essen kommt uns am Ende teuer zu stehen.

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ulrics 07.08.2018, 05:40
112. keine Subventionen!!!!

Wir dürfen den Klimawandel und verantwortungsloses Handeln nicht noch subventionieren.

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gmahde_wiesn 07.08.2018, 07:20
113. Wie die Banker

Die Debatte erinnert an die Bankenrettungen. Gewinne sind privat und Verluste werden sozialisiert. Das führt dazu, dass mit maximalem Risiko für maximalen Ertrag Geistergefahren wird und wenn es schief geht, wird gejammert und erpresst . Die Bauern sollen sich abständig versichern; das würde sogar Arbeitsplätze schaffen und zu größerer Diversität auf den Äckern führen.

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Goldwin 07.08.2018, 08:25
114.

Zitat von ulrics
Wir dürfen den Klimawandel und verantwortungsloses Handeln nicht noch subventionieren.
Richtig! Daher konsequent gegen die Autobaupfuscher vorgehen. Bitte auch direkt Steuer auf Kerosin, damit dieses unötige und klimaschädliche in Urlaub fliegen mal unetrbunden wird.

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rainercom 07.08.2018, 08:30
115. Bauern welche Bauern ?

Das ist in zwischen eine Agrar -Industrie geworden.
Die nur noch einseitig aufgestellt sind und sind deshalb jetzt in die schwierigen Lage gekommen.
Aber daraus lernen, Fehlanzeige. Lieber schreit man nach Steuergeld.

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Goldwin 07.08.2018, 08:41
116.

Wenn man sich die Diskussion um die Dürreprobleme der Landwirtschaft hier so durchliest, dann schlagen mir eigentlich imemr drei Kernaussagen entegen:

1. Die Bauern bekommen schon genug Subventionen. Die Kleinen würde man gerne unterstützen, aber die "Konzerne" nicht.

2. Die Bauern müssen in guten Zeiten Vorrsorgen

3. Die Bauern sind selbst schuld. Mit nachhaltigem Biolandbau wäre die Katastrophe deutlich geringer

Dazu von mir folgende Anmerkungen:
1. Die Bauern bekommen schon genug Subventionen. Die Kleinen würde man gerne unterstützen, aber die "Konzerne" nicht.

Wir haben bezüglich der Agrarsubventionen ein Verteilungsproblem. Es werden enorme Gelder aus dem Agrartopf für öffentliche Verwaltung, Küstenschutz, Dorfentwicklung und Handelskonzerne ausgegeben. Das alles läuft auch unter AGRARausgaben. Und auch bei den landw. Betrieben greifen viele große Unternehmen Gelder ab. Dabei bewirtschaften gerade einmal 10% der Betriebe in Deutschland mehr als 200 ha. Wenn man hier liest, sieht man schön, dass viele nur noch die großen Konzerne wahr nehmen. Die kleinen Betriebe werden auch in der öffentlichen Wahrnehmung vergessen. Dabei sind das 90% der Betriebe hier in Deutschland. Weil man aber einen "Hass" auf die Agrarindustrie hat setzt man irgendwie alle gleich. Ist das richtig? Ich vergleiche das immer mit der Jagd: Grüne, NGOs und Medien schießen mit dem Schrotgewehr auf die Großbetriebe. Aber bei gerade einmal 10% Großbetriebe trifft man mit dem Schrot ganz viele Kleine (siehe Strukturwandel)

2. Die Bauern müssen in guten Zeiten Vorrsorgen
Das ist natürlich leicht gasagt. Viele Betriebe kommen aus drei Jahren Milchkrise. Da haben schon viele ums überleben gekämpft. Mit Rücklagen war da nichts. In den letzten 10 Jahren haben die Betriebe (Testbetriebsnetz des BMEL) gerade einmal in 2 Jahren einen Nettorentabilität > 100% geschafft!


3. Die Bauern sind selbst schuld. Mit nachhaltigem Biolandbau wäre die Katastrophe deutlich geringer
Die Biobetriebe leiden mit am stärksten unter der aktuellen Situation. In NRW wurde den Biobetrieben gerade erlaubt konventiponelles Futter zu kaufen. Da gibt es im Übrigen keinen Aufschrei der Gutmenschen...

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competa1 07.08.2018, 08:50
117. Warum ins Ausland schauen..

Zitat von t0schef
Wenn ich mit Google Maps (Satellitenansicht!!!) nach Kansas / USA reinschaue, sehe ich zunächst viel braun bzw. ocker. Hin und wieder ein grüner Fleck. Rangezoomt erkennt man in der scheinbaren Wüste dann viele kreisförmig angeordnete Flächen, die offenkundig bewässert werden. Möglicherweise könnte sich der eine oder andere Bauer dort mal ne Info holen, wie das System der Bewässerung in ....
..in Niedersachsen ist die Bewässerung der Felder durch Tiefenbrunnen gang und gäbe.Hier in NRW nicht.Da wird nach Subventionen gerufen.TjaTiefenbrunnen anlegen kostet halt Geld und Weitsicht.Wer zu geizig ist,der ruft halt um Hilfe!

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Goldwin 07.08.2018, 08:50
118.

Zitat von Paul Caster
Ob Sonne scheint..ob Regen fällt, der Bauer schreit nach Steuergeld! Die größten Feinde des Bauern: Frühling, Sommer, Herbst und Winter... Das nennt man unternehmerisches Risiko... Und Forderungen sind schlicht unverschämt...
Auf der einen Seite sagen viele, dass Landwirte Unternehemr sind und eben mit verschiedenen Risiken leben müssen. Kann man durchaus so sehen. Auf der anderen Seite aber will man kleinmstrukturierte bäuerliche Landwirtschaft. Kann man auch so sehen. Aber die beiden Anschauungen passen eben nicht zueinander. Wenn wir fordern, dass wir die Landwirtschaft den marktwirtschaftlichen Gesetzen komplett frei, dann werden wir in der Landwirtschaft auch eine Entwicklung haben wie in anderen Industriezweigen: Es wird immer mehr große Agrarbetriebe geben und nur noch ganz wenige kleine Betriebe die sich eine Nische suchen. Im Übrigen wird eine dieser Nieschen auch gerade politisch kaputt gemacht: Der Biolandbau. Auch hier geht der Trend zu Großbetrieben weil man eben ALDI, LIDL und Co beliefern soll/muss/will

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OhMyGosh 07.08.2018, 09:18
119.

Auch wenn es in die aktuelle Hitzewelle passen würde: die Gießkanne darf nicht des Instrument zur Hilfe sein. Landwirte sind zunächst einmal Unternehmer und tragen somit gewisse Risiken, erzielen aber auch Gewinne. Und Ernteausfälle werden ja eh vermutlich über Preissteigerungen an den Steuerzahler weitergegeben. Also sollte dieser auch nicht mehrfach zur Kasse gebeten werden..

BTW Förderhilfen: Mit teilweise hohen Förderbeträgen wird die Anlage und Pflege besonderer Lebensräume gefördert. Besondere Lebensräume sind z.B. Streuobstwiesen und Hecken. Unser Haus grenzt an mehrere Weideflächen. Als wir es vor Jahren kauften und danach den Garten anlegten, teilte uns der Bauer mit, wir dürften selbstverständliche eine Hecke anpflanzen. Das war uns sehr recht und so pflanzten wir gut 170 Meter Buchenheister, die inzwischen zu einer pflegeaufwendigen grünen Wand geworden sind. Und dann passierte vor einigen Jahren Folgendes: Ein netter Kommunalbeamter besuchte uns und fragte, wie wir denn die Schneidearbeiten mit dem Nachbarn geregelt hätten. Wir erklärten, diese selber durchzuführen bzw. zu lassen, da die Hecke ja auf unserem Grund und Boden Stände und somit von uns zu unterhalten sei. Darüber hinaus habe unser benachbarter Bauer uns vor Jahren gebeten, aus arbeitstechnischen Gründen bitte keine "gemeinschaftliche" Hecke zu pflanzen. Der Beamte notierte sich alles und verabschiedete sich freundlich. Wochen später erhielten wir ein Schreiben aus des EU-Kommissars für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung in Brüssel, in dem man uns bedauernd mitteilte, unser bauernschlauer Nachbar habe jahrelang ungerechtfertigt Fördergelder der EU für die Anlage etc. einer 180 Meter langen Hecke erhalten und sich damit unsere Hecke "widerrechtlich" zunutze gemacht. Uns stünde somit frei, den Bauern zu verklagen und die Kosten für Anlage und Unterhalt unserer Hecke zurück zu fordern.
Ein krasses Beispiel, gewiss. Aber es zeigt auch, dass bei Förder- und Hilfsgeldern eben nicht immer genau genug hingeschaut wird.

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