Forum: Wirtschaft
Landwirtschaft: Agrarminister will strengere Regeln für Tierhaltung
DPA

Schweine mit abgeschnittenen Schwänzen und Hühner mit gestutzten Schnäbel: Agrarminister Schmidt will Tiere in der Landwirtschaft besser schützen. Zunächst setzt er aber auf die Freiwilligkeit der Betriebe.

Seite 1 von 2
FairPlay 17.09.2014, 19:29
1. Tierhaltung

die als reine Massenhaltung unter aller Sau der Profitgier willen betrieben wird gehört verboten oder zumindest unter strenger Auflage überwacht. Auch ein Nutztier hat zumindest so lange es lebt Anspruch auf Artgerechte Haltung. Dort wo diese eklatant verletzt wird gehört das Tierschutzrecht konsequent eingesetzt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
emma 17.09.2014, 19:41
2. Nichts wird sich ändern

"Agrarminister Schmidt will Tiere in der Landwirtschaft besser schützen. Zunächst setzt er aber auf die Freiwilligkeit der Betriebe."

Da braucht man eigentlich gar nicht weiterzulesen - die Erfahrung der letzten Jahre hat uns Konsumenten gelehrt, dass Freiwilligkeit mehr als Freischein betrachtet wird, genau so weiter zu machen wie bisher.
Ernstgemeinter Tierschutz geht anders.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frederic_col 17.09.2014, 19:41
3. Endlich

In vielen Reportagen habe ich bereits gesehen, wie ein Großteil der Tiere in Massenhaltung behandelt wird. Ein gutes Beispiel dafür ist "Wiesenhof". Beim Anblick, wie dort mit den Tieren umgegangen wird, schüttelt es mich. Es wird endlich Zeit, dass sich etwas verändert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jenzer 17.09.2014, 19:41
4. Pfff.... Augenwischerei!

"Auf die Freiwilligkeit" wurde doch mehr oder minder die letzten Jahrzehnte auch schon gesetzt, mit mehr als nur beschämendem Ergebnis. Die Fleischpreise, häufig von den Discountern zusätzlich noch nach unten getrieben, zeigen es mehr als deutlich, alle unabhängigen Untersuchungen vor Ort auch. Da hilft nur eins: durchgängige Kontrollen der gesamten Kette, bis hin zum Konsumenten, lückenlos und nachvollziehbar. Mit klarer gesetzlicher Regelung und hohen Strafen bei Verstoß. Sonst schliddern wir wieder "freiwillig" von einem Lebensmittelskandal in den anderen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Wolffpack 17.09.2014, 20:19
5.

Soweit ich weiß ist die gesetzliche Regelung schon immer akzeptabel gewesen (nur akzeptabel deswegen, weil es definitiv noch Verbesserungspotential gibt). Das Problem liegt doch daran, das quasi nicht kontrolliert wird und selbst bei Verstößen einfach nichts passiert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
inge333 17.09.2014, 20:21
6. aua

.. ich wünsche mir für jeden Politiker vor Beginn seiner Laufbahn 1 Jahr unabdingbar auf einem solchen Bauernhof mit allem drum und dran leben zu müssen ohne sein eigenes Zuhause, damit die Obrigkeiten endlich bei Leib und Seele erleben wovon das Volk leben muss !!!!! Es tut nicht weh das zu schreiben, denn dies ist nur ein Bruchteil.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
talvisota 17.09.2014, 21:02
7. Unter dem Deckmantel des Tierschutzes…

…werden Tiere zusätzlich gequält und die Umwelt geschädigt.
Jeder unnötige Arbeitsgang kostet Geld, drum werden gerade in der Massentierhaltung unnötige Arbeiten vermieden.
Schnäbel kupieren:
Das gab es in der guten alten Käfighaltung nicht. 4 Hühner in einem Käfig fressen sich nicht gegenseitig auf. Diese Haltungsform wurde verboten und durch Haltungsformen ersetzt, die sehr kannibalismusanfällig sind – auch in „Bio“.
Ohne kupierte Schnäbel werden die Hühner der Gefahr Kannibalismus ausgesetzt. Bricht er aus, werden die Hühner zur Schadensbegrenzung den Rest ihres Lebens im abgedunkelten Stall gehalten. Eine Alternative zum Schnäbelkupieren wäre nur eine Haltungsform in kleinen Gruppen.

Bei den Schweinen das Gleiche. Beim kleinen Ferkel den Schwanz abknipsen ist ein winziger Eingriff. Wird er beim Mastschwein von Artgenossen abgebissen ist das nicht nur weitaus schmerzhafter sondern führt auch zu Entzündungen, die dann wieder mit Antibiotika behandelt werden müssten.

45 Mio. „arme Bruderhähne“:
Die werden heute vollständig von einer Armee an Heimtieren als Frostküken aufgefressen. Werden die eine Woche vor dem Schlupf im Ei aufgespürt und entsorgt, sind sie dafür nicht mehr zu gebrauchen. Da viele „Heimtiere“ wie Schlangen zwingend auf Tierkörper in Kükengröße angewiesen sind, müsste dafür Ersatz gezüchtet werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
charlie11 17.09.2014, 21:05
8. Freiwillige Vereinbarung ?

Wenn Herr Schmidt bezüglich seiner neuen "Regelungen" auf Freiwilligkeit der Betriebe setzt, ist er genauso unglaubwürdig und untauglich für diesen Job wie seine Vorgängerin, Frau Aigner. Alles nur Augenwischerei - es geht um Gewinnoptimierung und zwar zu Lasten von Tier & Verbraucher.
Eine beängstigende Agrarpolitik ist das - mit Antibiotika-angereichertem Frischfleisch und Gülle-verseuchtem Grundwasser. Ein weiterer Beweis für die traurige Performance der Regierung Merkel...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
christian10 17.09.2014, 22:01
9. tierschutz für alle tiere per gesetz

ich kenne den blick auf das tier und dessen haltung von beiden seiten: einerseits der urbane blick auf das liebe, zu schützende tier und andererseits den landwirtschaftsblick. ich teile beide seiten. die haltungsbedingungen in der massentierhaltung sind sehr schlecht. die tiere haben kaum platz, einfach nur ne bucht und betonspalten. zu tun haben die tiere nichts, obwohl die einen sehr ausgeprägten schnüffel- und spieltrieb haben. den typischen schweinemaststall kann man so auf dauer nicht in deutschland aufrecht erhalten. ich möchte an die auffassungen von gerd lindemann erinnern. er hat die problematik mindestens 1 wahlperiode vor der abwahl der cdu regierung in niedersachsen erkannt. das war immer noch nicht früh genug. daran sollte herr schmidt denken, wenn er auf freiwilligkeit setzt. freiwilligkeit reicht bei bauern nicht. sie müssen unter kostengesichtspunkten produzieren. wer freiwillig teilnimmt, hat höhere kosten als die anderen, die nicht teilnehmen. somit kann freiwilligkeit nicht funktionieren. entweder es kommen jetzt in dieser legislaturperiode gesetze auf den tisch, oder das landwirtschaftsministerium geht 2017 an die grünen, dann kommen sie doppelt so stark. das ist der politische prozess, der in niedersachsen, nrw und schleswig holstein vorgelebt wird. dann gibt es hier nicht stagnation, sondern kapazitätsabbau aufgrund von mangelnder rentabilität. darum gesetze für alle, damit alle zu gleichen kosten produzieren müssen. nur so läßt sich tierschutz für alle bauern gleich teuer umsetzen und findet auf jedes tier anwendung. für die nächste zeit möchte ich für die dänische aufstallung werben und bei den niedertragenden sauen für den weideauslauf mit distanzdraht zum wildschwein. evtl übers greening einzuführen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2