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Lebensmittel, Bücher, Elektronik: Amazon geht Offline
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In den USA testet Amazon die Zukunft: Mit einer Biokette und eigenen Buchläden mischt der Konzern jetzt auch als Offline-Händler mehrere Branchen auf. Die Folgen sind umstritten.

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krypton8310 05.01.2018, 14:16
60.

Zitat von ctwalt
Sollte die Buchpreisbindung fallen, sind innerhalb von 12 Monaten alle stationären Händler pleite.
Das nennt man Markt! Buchpreisbindung ist eher Planwirtschaft. Wenn Handel kein lohnendes Geschäftsmodell mehr ist, werden die Leute eben etwas anderes machen, das war schon in anderen Branchen so. Vielleicht wird es dann auch mal eine Arbeit mit Wertschöpfung, ist sowieso sinnvoller.

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Ujoteff 05.01.2018, 15:41
61.

Zitat von Newspeak
"Drei Etagen weiter oben wird es schamloser. Gegenüber vom alten Buchladen Borders, der wegen Amazon Pleite ging, ein neuer Buchladen: Amazon Books." Ist das objektive, neutrale Berichterstattung? Leute, falls ihr es nichjt begreift, das, was Amazon tut, ist ganz normaler Kapitalismus bzw. freie Marktwirtschaft. Es hatte wohl Gruende, warum der alte Buchladen, wie viele andere Geschaefte vor ihm, pleite ging. Ueblicherweise hat das damit zu tun, dass die Konkurrenz es besser schafft, die Kundenbeduerfnisse zu befriedigen. Aus eigener Erfahrung mit "alten" Buchlaeden und mit Amazon kann ich nur sagen, ich weine diesen Geschaeften im Grunde keine Traene nach. Im Stadtbild macht sich so eine Buchhandlung nett aus, ohne Frage, aber wenn man wirklich ein Buch kaufen wollte, war es nicht vorraetig, es gab auch vor Amazon schon keinen guten Kundenservice (sprich, die "Fachverkaeufer" hatten vor allem keine Ahnung), die Lieferzeiten waren wochenlang, und oft genug ist zum vereinbarten Termin das Buch immer noch nicht dagewesen. Was ich viel interessanter faende, als Amazon so billig zu bashen, weil einem die moderne Welt nicht gefaellt, ist doch die Frage, ob Amazon nicht laengst die Fehler der Vergangenheit wiederholt. Ich bin begeisterter Kunde von Amazon geworden, weil ich KEINEM Buchclub beitreten wollte. Neuerdings wird man allerdings, mehr oder weniger subtil, dazu genoetigt, Amazon Prime beizutreten. Sorry, Leute, das will ich nicht. Ich moechte nicht monatlich etwas bezahlen, weil ich alle paar Monate etwas einzukaufen gedenke. Ich moechte diese Abhaengigkeit nicht. Da helfen auch keine Preisnachlaesse. Das Problem von Amazon ist, dass es keine Strategie fuer die Konsolidierung des Wachstums hat. Bezos kennt nur Expansion. Das mag noch eine Weile gutgehen, aber am Ende wird darin der Keim des Untergangs liegen. Man verzettelt sich. Man verkauft nicht nur Buecher, und Haushaltswaren, und Lebensmittel, und Clouddienstleistungen, und und und, sondern es wird immer absurder, was man im Angebot hat. Wozu? Wann soll das Ende erreicht sein? Wenn Amazon alles verkauft und alles besitzt? Da steht hoffentlich noch das Kartellrecht davor. Und selbst wenn, wie will man dann noch Wachstum und Expansion erzeugen? Der letzte Kapitalist, der glaubte, man koenne durch reine Expansion ein stabiles Geschaeft aufbauen, war Anton Schlecker.
Seltsam, dass Ihr Buchhändler nicht schnell liefern konnte. Die Bücher-Grossisten haben eigentlich eine Overnight-Logistik. Wenn ich ein Buch aus dem VLB (Verzeichnis Lieferbarer Bücher, also alles, was der Sortimentsbuchhandel bietet) telefonisch bei unserem örtlichen Kleinstadt-Buchladen bestelle, kann ich es am nächsten Vormittag abholen.

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Ujoteff 05.01.2018, 15:45
62. Nicht deren Idee

Zitat von Harald Schmitt
Die Idee hatte ja keiner vor denen.
Vor Amazon gab es den ABC Bücherdienst von Ulrike Stadler aus Regensburg – schon seit Btx-Zeiten. Die Gründerin hat dann an Amazon verkauft. So entstand Amazon Deutschland.

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geotie 05.01.2018, 15:49
63.

Zitat von g.s.hess
In Deutschland wird immer geheult dabei wird hier einfach jeder Trend und jede entwicklung verschlafen. Oh je das böse Amazon macht die Buch Läden kaputt. Komisch vor Amazon hat man das auch schon über Hugendubel gesagt. Die Welt entwickelt sich weiter und bleibt nicht stehen.
Die Konzentration von vielen Geschäften auf ein Geschäft, dass sollte uns sorgen machen. Eines Tages wird eine Person einen Internetladen besitzen, das alles, aber auch alles anbietet. Es gibt dann keine anderen Geschäfte mehr.
Diese Vorstellung ist jetzt überzogen, aber früher gab es viele Menschen, die mal hier, da oder dort einkaufen konnten. Inzwischen ist diese Zahl und Auswahl doch sehr geshrumpft. Mit Amazon wird sie weiter schrumpfen!
Sie haben Recht, die Zeit hält nicht an, aber man sollte Veränderungen nicht einfach nur bejubeln, weil man endlich zum Einkaufen nicht mehr aus dem Haus gehen braucht.

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Ujoteff 05.01.2018, 15:52
64. Wholefoods-Eigenmarke unbedeutend

"10 Millionen Dollar Umsatz in nur vier Monaten" – was heißt "nur"? Das ist ein völlig unbedeutendes Geschäftsvolumen mit der Eigenmarke. 30 Millionen Dollar pro Jahr sind ein Rundungsfehler in Amazons Bilanz, ein 430stel des Wholefoodsmarket-Umsatzes – oder nicht mal 10 Cent pro US-Bürger.

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hoteldelta 05.01.2018, 16:12
65.

Zitat von geotie
Die Konzentration von vielen Geschäften auf ein Geschäft, dass sollte uns sorgen machen. Eines Tages wird eine Person einen Internetladen besitzen, das alles, aber auch alles anbietet. Es gibt dann keine anderen Geschäfte mehr. Diese Vorstellung ist jetzt überzogen, aber früher gab es viele Menschen, die mal hier, da oder dort einkaufen konnten. Inzwischen ist diese Zahl und Auswahl doch sehr geshrumpft. Mit Amazon wird sie weiter schrumpfen!
So sehen die Städte doch schon heute aus: Überall nur Ketten, kaum noch der kleine Einzelhändler. Das fängt beim Imbiss an, geht über die Bäckereien, Kleidung, Schuhe, Elektronik und schliesslich Bücher. Überall dominieren die großen Ketten und vereinheitlichen die Stadtbilder zunehmend.

Dann kann ich auch gleich bei Amazon kaufen, dann habe ich weniger Rennerei und weniger Kosten.

Kleine, Inhabergeführte Läden, diese haben eine Stadt damals geprägt, aber die verschwinden immer mehr. Wenn diese sich zusammenschliessen und auf einer gemeinsamen Website präsent wären, dann könnte man Amazon vielleicht Paroli bieten, vor allem wenn man nach einem bestimmten Produkt sucht und somit feststellt, dass es der kleiner Händler nebenan zum attraktiven Preis vorrätig hat und somit eine Bestellung bei Amazon unnötig ist.

Aber die meisten Ladeninhaber sehen im Internet leider nur Gefahren, Chancen sehen sie darin nicht, daher werden diese untergehen.

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mostly_harmless 05.01.2018, 17:07
66.

Zitat von rainerwäscher
Ich habe kein Problem mit meinem örtlichen Buchhändler. Natürlich kann er nicht jedes Buch vorrätig haben. Ich bestelle bei ihm telefonisch und kann das gewünschte Buch am nächsten Tag abholen. Der Laden ist näher als die Post, bei der ich eine bei Amazon bestellte Sendung Tage später abholen muss, nachdem der Zusteller sich geweigert hat, zu mir auf die Etage zu kommen.
Im Grunde genommen könnte es in jeder größeren Stadt einen Zusammenschluss der lokalen Buchläden geben, der gemeinsam einen Online-Auftritt betreibt, und am selben Tag liefert. Und das gilt nicht nur für Buchläden, sondern - mehr oder weniger - für alle. Ein Portal für die Läden der ganzen Stadt.

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nospam 05.01.2018, 18:53
67.

"Im Zweifel geht man eben nicht zum Fachhändler und probiert die Schuhgröße, das kostet nur Zeit und Nerven. Man bestellt 2-3 verschiedene Größen, probiert bequem zu Hause und schickt die nicht passenden Größen zurück."
Aha - und das zurückschicken kostet also keine Zeit ? Gerade das einpacken, Etiketten drucken, zum Versender gehen/fahren, zurückschicken ist doch völlig nervig. Und dann muss man noch drauf hoffen, dass die eigene Kohle wieder zurückkommt. Sehe ich gerade im Klamottenbereich null Vorteil.

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krypton8310 05.01.2018, 20:15
68.

Zitat von nospam
"Im Zweifel geht man eben nicht zum Fachhändler und probiert die Schuhgröße, das kostet nur Zeit und Nerven. Man bestellt 2-3 verschiedene Größen, probiert bequem zu Hause und schickt die nicht passenden Größen zurück." Aha - und das zurückschicken kostet also keine Zeit ? Gerade das einpacken, Etiketten drucken, zum Versender gehen/fahren, zurückschicken ist doch völlig nervig. Und dann muss man noch drauf hoffen, dass die eigene Kohle wieder zurückkommt. Sehe ich gerade im Klamottenbereich null Vorteil.
Zugegeben: Rücksendungen sind nervig. Aber bei Amazon oder z.B. Zalando ist das etikettieren sehr komfortabel. Und wenn man viel online bestellt, geht man sowieso einmal die Woche zur Packstation um die Ecke, wo man das Paket einlegen kann. Die hat zum Glück rund um die Uhr offen und schmeißt nicht zwischen 18.30 Uhr und 20.00 Uhr den Riemen runter. Insgesamt also immernoch besser als der Kauf im Ladengeschäft mit Winzig-Sortiment.
Mit der Kohle hatte ich bei Amazon oder Zalando noch nie Probleme. Im Gegenteil: Seit einiger Zeit überweist mir Amazon das Geld sobald ich etwas in die Packstation eingelegt habe. Ungesehen!! Besser geht's ja wohl nicht.

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ansv 06.01.2018, 10:00
69.

Zitat von cabeza_cuadrada
Sie zocken also ihre Freunde ab und finden das noch großartig? Na mit ihnen möchte ich nicht befreundet sein.
Ihre Aufmerksamkeitsspanne scheint extrem kurz, sonst hätten Sie es bis ans Ende des Beitrags geschafft und dann vielleicht sogar den Kern verstanden: Amazon ist nicht immer günstig. Und - das wäre jetzt aber einen echten Schritt weiter gedacht - wenn es keinen Wettbewerb mehr gibt, gibt es überhaupt keinen Anlass mehr, überhaupt etwas günstig zu verkaufen.

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